Eine frühe Diagnose psychischer Störungsbilder beeinflusst die Therapieaussichten positiv. Darum ist ein Frühwarnsystem - auch von Fachfremden - unerlässlich. Vor diesem Hintergrund werden Angststörungen, besonders jene, die im Zusammenhang mit Schule stehen, dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Psychologische Konzepte von Angst
2.1. Behaviorale Modelle
2.1.1 Klassische Konditionierung
2.1.2 Operante Konditionierung
2.1.3 Anwendung behavioristischer Modelle auf Angsterkrankungen
2.2. Kognitive Modelle
2.3 Psychoanalyse
3. Diagnostische Klassifikationssysteme
3.1 Trennungsangst
3.2 Phobische Störungen des Kindesalters
3.3 Soziale Ängstlichkeit
3.4 Soziale Phobie
3.5 Generalisierte Angststörung
3.6 Panikattacke und Agoraphobie
3.7 Akute Belastungsstörung
3.8 Posttraumatische Belastungsstörung
4. Epidemiologie, Verlauf und Nosologie
4.1 Epidemiologie
4.2. Verlauf
4.3 Nosologie
5. Schulangst
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, pädagogisches Fachpersonal für das Thema Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren und eine fundierte Wissensbasis zu schaffen, um im Schulalltag kompetent und präventiv agieren zu können.
- Psychologische Erklärungsmodelle für Angstentstehung
- Diagnostische Unterscheidung verschiedener Störungsbilder
- Epidemiologie und Verlauf von Angststörungen
- Einflussfaktoren wie Temperament und familiäres Umfeld
- Spezifische Problematik der Schul- und Prüfungsangst
Auszug aus dem Buch
2.1. Behaviorale Modelle
Das erfolgreichste therapeutische Interventionsverfahren bei Angsterkrankungen, die Verhaltenstherapie, beruht auf grundlegenden Erkenntnissen der Lernpsychologie. Sie fasst Angst als eine Reaktion auf einen aversiven, also bestrafenden Reiz auf und damit letztlich als eine gewöhnliche Lernleistung. Der Mechanismus, dem diese Reaktion wie jedes andere Verhalten unterliegt, kann mit den Modellen der Klassischen bzw. der Operanten Konditionierung beschrieben werden.
Bei der Klassischen Konditionierung findet eine Verknüpfung von einem neutralen oder unbedingten Reiz mit einem bedingten Stimulus statt, bis der neutrale Reiz soweit soweit „aufgeladen“ ist, dass er auch ohne Präsentation des bedingten Stimulus eine ähnliche Reaktion auslöst. Lernen ist demnach ein Assoziationsvorgang, der mittlerweile auch neuronal nachgewiesen werden kann.
Der Mechanismus geht auf die Beobachtungen des späteren Nobelpreisträgers Iwan Pawlow an Hunden zurück. Ihm gelang es, indem er bei der Futtergabe eine Glocke klingen ließ, den Speichelfluss des Hundes auf das Geräusch zu konditionieren, so dass dieser schließlich allein durch den Glockenton ausgelöst wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die pädagogische Perspektive auf das Thema ein und erläutert die Notwendigkeit, psychologisches Wissen für das Lehrpersonal zugänglich zu machen.
2. Psychologische Konzepte von Angst: Hier werden behaviorale, kognitive und psychoanalytische Ansätze vorgestellt, die erklären, wie Angst entsteht und als Lernleistung oder Konflikt begriffen wird.
3. Diagnostische Klassifikationssysteme: Dieses Kapitel liefert eine Übersicht über verschiedene klinische Angststörungen wie Trennungsangst, Phobien und Belastungsstörungen auf Basis gängiger Diagnosemanuale.
4. Epidemiologie, Verlauf und Nosologie: Die Verbreitung, der typische Verlauf und Faktoren wie biologische Prädispositionen oder familiäre Einflüsse werden hier detailliert erörtert.
5. Schulangst: Dieser Abschnitt widmet sich der speziellen Problematik der Schul- und Prüfungsangst und deren Rückkopplung mit schulischen Leistungssituationen.
6. Schluss: Ein kurzes Fazit, das die Relevanz psychologischer Grundlagen für die pädagogische Praxis unterstreicht.
Schlüsselwörter
Angststörung, Schule, Pädagogik, Diagnostik, Lernpsychologie, Konditionierung, Trennungsangst, Prüfungsangst, Verhaltensauffälligkeit, Kindesalter, Jugendalter, Prävention, emotionale Entwicklung, Schulangst, Interventionsmöglichkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen aus einer pädagogischen Perspektive, mit dem Ziel, Lehrkräften ein grundlegendes Verständnis für die Symptome und Wirkmechanismen zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf psychologischen Erklärungsmodellen, der klinischen Klassifikation der Störungsbilder, biologischen und sozialen Einflussfaktoren sowie der spezifischen Schulangst.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften zu schulen, um psychische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und pädagogisch angemessen darauf reagieren zu können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis psychologischer Fachliteratur (wie DSM IV, ICD 10 und einschlägiger pädagogisch-psychologischer Forschung) die bestehenden Modelle und Erkenntnisse für den schulischen Kontext aufbereitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung durch behaviorale und kognitive Konzepte über die detaillierte Darstellung verschiedener Störungsbilder bis hin zur Analyse von Verlauf und Entstehungsursachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Angststörung, Schulangst, Lernpsychologie, Prävention und diagnostische Klassifikation.
Warum ist die Trennungsangst bei Kindern relevant für die Schule?
Trennungsangst kann zu Schulverweigerung führen und die soziale Integration des Kindes in die Klassengemeinschaft sowie seine generelle Leistungsentwicklung massiv behindern.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei Prüfungsangst?
Die Lehrkraft trägt Verantwortung, da sie durch Notengebung und das Schulklima ungewollt als Verstärker von Prüfungsängsten wirken kann, aber auch Methoden der Desensibilisierung nutzen kann, um Schülern Sicherheit zu geben.
- Arbeit zitieren
- André Weikard (Autor:in), 2006, Diagnose und Umgang mit Angststörungen in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186416