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Mit Strafen leben? Über Strafen und Bestrafungen im zwischenmenschlichen Bereich

Title: Mit Strafen leben? Über Strafen und Bestrafungen im zwischenmenschlichen Bereich

Presentation (Elaboration) , 2001 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Svenja Plitt (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

Sicherlich ist nahezu jeder von uns in seinem Leben schon einmal in der einen oder
anderen Art und Weise bestraft worden, ob nun von seinen Eltern oder Verwandten,
seinen Lehrern oder Vorgesetzten oder gar von seinen Freunden oder Partnern. Die Mittel
zur Bestrafung sind ebenso vielfältig wie die Methoden der Vertuschung und der
Rechtfertigung und reichen von Schlägen über Liebesentzug bis hin zur völligen Isolation
des "Opfers".
Nun stellt sich allerdings die Frage, ob Strafen und Bestrafungen wirklich notwenig und
zweckdienlich sind, besonders im Hinblick darauf, dass einige Kulturen, wie z.B. die
Eskimos auf Grönland und eine auf einem Korallenatoll in Neuguinea lebende
Gemeinschaft, vollkommen ohne jegliche Art von Bestrafung auskommen.
Dies scheint in unserer zivilisierten und kultivierten Gesellschaft kaum möglich zu sein.
Denn hier herrscht der ehrgeizige Grundgedanke vor, "bessere" Menschen
heranzuziehen. Der Weg zu diesem Menschen ist in zeitlich begrenzte Phasen eingeteilt,
wann etwas gekonnt und erlernt sein muss, wann das Kind z.B. in der Lage sein muss, zu
laufen.
In unserer Gesellschaft ist der ganze Entwicklungsweg einem starren und strengen
Reglement unterworfen, wer in die jeweilige Norm passt und sich in die Gegebenheiten
fügt wird geduldet, wer sich ihnen entgegenstellt wird bestraft.
Daher ist auch eine individuelle Entwicklung nur begrenzt möglich und auf festgelegte
Ziele hin orientiert.
Zur Durchsetzung der Interessen der Gesellschaft bedient man sich von altersher
verschiedener Mittel und Maßnahmen, die eine Einhaltung der Vorschriften und Normen
sichern. Dazu gehören die Verbote auf der Einen, Bestrafungen, Züchtigungen und
Maßregelungen auf der anderen Seite.
Dieses System wird zwar von der Mehrheit akzeptiert und angesehen, basiert allerdings,
wie oft übersehen wird, auf einer ausgeprägten Macht- und Abhängigkeitsstruktur in die
wir hineingeboren werden und in die wir uns widerstandslos fügen sollen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Im Schatten der Gewalt - Authentische Berichte über erlittene Strafen

2. Zum Strafverständnis pädagogischer Strömungen

2.1. Die geisteswissenschaftliche Pädagogik

2.2.Das Erziehungsverständnis der“ Schwarzen Pädagogik“

2.3.Die antiautoritäre Pädagogik und ihr Strafverständnis

2.3.1. Neills Ansichten über Erziehung und sein Projekt „Summerhill“

2.4.Die kritisch-emanzipatorische Pädagogik und ihr Strafverständnis

2.5. Die neokonservative Erziehung und ihr Verständnis von Strafe

2.6. Die Antipädagogik und ihr Strafverständnis

3.Das Erziehungsverständnis und seine Auswirkungen auf das Strafverständnis

3.1.Das antinomische Erziehungs- und Strafverständnis

4. Zur Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit von Strafen

5. Persönliche Stellungnahme

6. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit von Strafen im zwischenmenschlichen und pädagogischen Kontext, um zu hinterfragen, ob Sanktionen eine gesunde kindliche Entwicklung fördern oder behindern können. Ziel ist es, durch die Analyse authentischer Opferberichte und verschiedener pädagogischer Strömungen ein tieferes Verständnis für die Konsequenzen von Bestrafungen zu entwickeln und Kriterien für einen verantwortungsvollen Umgang mit Disziplinmaßnahmen abzuleiten.

  • Analyse authentischer Erfahrungsberichte über psychische und physische Gewalt.
  • Gegenüberstellung verschiedener pädagogischer Strömungen und deren Strafverständnis.
  • Untersuchung der Differenz zwischen Rechtsstrafen und Erziehungsstrafen.
  • Reflexion über die Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und die Folgen von Strafmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

1. Im Schatten der Gewalt - Authentische Berichte über erlittene Strafen

Bevor ich an dieser Stelle zu einer Vorstellung einzelner, ausgewählter Fallbeispiele komme, möchte ich aus der Gesamtheit der Fälle die angewandten Strafmaßnahmen herausarbeiten, um die erschreckende Vielfalt der Sanktionen etwas deutlicher zu machen.

Die folgenden Strafmaßnahmen sind aus 68 Berichten herausgestellt worden. Das Alter der jeweiligen Autoren reicht dabei von 17 bis zu 85 Jahren. Auffällig ist dabei der Wandel von roher, körperlicher Gewalt, von der in den älteren Berichten zu lesen ist, zu psychischen Strafen, die vermehrt in den jüngeren Berichten erscheinen.(Dieses sei hier bemerkt, ohne eine Wertung darüber abzugeben, welche Art von Strafe größere Schädigungen hervorruft.)

Es wurde in den Berichten von folgenden Methoden berichtet:

-Prügel

-Liebesentzug, keine Berührung, keinerlei Ansprechen

-Hausarrest

-Spott

-Einsperren, bevorzugt in dunkle, kalte Räume

-Auslachen

-Entzug von vorher Erlaubtem

-Alleingelassenwerden

- Ohne Abendessen ins Bett

-Androhung des eigenen Todes und damit verbunden das Schmoren in der Hölle

-Androhung des Todes der Mutter und damit verbunden die ewige Schuld

-Völlige Ignoranz

-Verweigerung sexueller Kontakte

-Quälen von geliebten Menschen oder Tieren, die Tötung von Haustieren

-Strafaufgaben: Putzen, Gartenarbeit, Abschreiben etc.

-Abseifen der Zunge bei Fluchen

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Bestrafungssystemen in unserer Gesellschaft und stellt die kritische Frage, ob diese für die menschliche Entwicklung tatsächlich notwendig oder sogar schädlich sind.

1. Im Schatten der Gewalt - Authentische Berichte über erlittene Strafen: Dieses Kapitel präsentiert eine erschreckende Vielfalt an Sanktionsmethoden aus 68 Berichten und zeigt einen Wandel von körperlicher Gewalt hin zu psychischen Strafen auf.

2. Zum Strafverständnis pädagogischer Strömungen: Hier werden unterschiedliche erziehungswissenschaftliche Ansätze wie die Schwarze Pädagogik, die antiautoritäre Pädagogik und die Antipädagogik auf ihre spezifische Sichtweise hinsichtlich Bestrafungen hin untersucht.

3.Das Erziehungsverständnis und seine Auswirkungen auf das Strafverständnis: Das Kapitel erläutert, wie Erziehungsziele direkt das Verhältnis zur Strafe bestimmen, und stellt das antinomische Erziehungs- und Strafverständnis als vermittelnden Ansatz vor.

4. Zur Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit von Strafen: Es wird die begriffliche Unterscheidung zwischen Rechts- und Erziehungsstrafen vorgenommen und die Bedingung für eine rechtfertigbare pädagogische Maßnahme definiert.

5. Persönliche Stellungnahme: Die Autorin fasst ihre kritische Haltung gegenüber körperlicher und psychischer Gewalt zusammen und plädiert für einen bewussten, erklärenden und konsequenten Umgang mit Grenzen.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Pädagogik, Bestrafung, Schwarze Pädagogik, Erziehungsstrafen, Rechtsstrafen, Antiautoritäre Erziehung, Liebesentzug, Psychische Gewalt, Körperliche Züchtigung, Mündigkeit, Kindesentwicklung, Sanktionen, Antinomisches Erziehungsverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Strafen und Bestrafungen im zwischenmenschlichen und erzieherischen Bereich und hinterfragt deren Legitimität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Auswirkungen von Strafen auf Kinder, die historische Entwicklung pädagogischer Ansätze und die ethische Abwägung von Disziplinarmethoden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Strafen notwendig sind, um gesellschaftsfähige Menschen zu erziehen, oder ob sie die gesunde Entwicklung eines Kindes nachhaltig beeinträchtigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von 68 authentischen Berichten von Betroffenen über ihre Erfahrungen mit Strafen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene pädagogische Strömungen hinsichtlich ihres Strafverständnisses und erörtert Kriterien für eine verhältnismäßige und erzieherisch sinnvolle Strafpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Pädagogik, Strafverständnis, Erziehungsstrafen, psychische Gewalt und Mündigkeit.

Warum wird zwischen Rechtsstrafen und Erziehungsstrafen unterschieden?

Die Unterscheidung ist essenziell, da Rechtsstrafen primär auf Abschreckung und Sühne zielen, während Erziehungsstrafen zwingend Einsicht voraussetzen und den Täter positiv verändern sollen.

Was ist die Schlussfolgerung der Autorin zur Bestrafung?

Die Autorin lehnt körperliche Züchtigung und psychische Gewalt kategorisch ab und betont, dass Strafen nur dann vertretbar sind, wenn sie behutsam, konsequent und nach einer ausführlichen Belehrung des Kindes erfolgen.

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Details

Title
Mit Strafen leben? Über Strafen und Bestrafungen im zwischenmenschlichen Bereich
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich Erziehungswissenschaft)
Course
Erzeihung und Bildung als Doppelaufgabe der Pädagogik, Proseminar
Grade
sehr gut
Author
Svenja Plitt (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V18642
ISBN (eBook)
9783638229425
Language
German
Tags
Strafen Bestrafungen Bereich Erzeihung Bildung Doppelaufgabe Pädagogik Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svenja Plitt (Author), 2001, Mit Strafen leben? Über Strafen und Bestrafungen im zwischenmenschlichen Bereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18642
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