Die deutsche Automobilindustrie ist – fast traditionell – die Branche in Deutschland, die im Prozess der Internationalisierung am stärksten fortgeschritten ist. Sie nimmt sozusagen eine Vorreiterfunktion in der Globalisierung ein. Der Grund für die starke Auslandsorientierung der Automobilindustrie ist der Wettbewerbsdruck, der gerade in dieser Branche so groß ist, dass alle Maßnahmen, die die eigene Wettbewerbsposition stärken oder steigern könnte, ergriffen werden müssen. Für die Unternehmen kann die Errichtung von Produktionsstätten im Ausland mit ganz unterschiedlichen Zielen verbunden sein. Die grundsätzlichen und allgemeinen Rahmenbedingungen für diese Investitionen, Chancen und Risiken sollen insbesondere in einem ersten Teil dieser Arbeit beleuchtet werden. In einem zweiten Teil der Arbeit soll am Beispiel des Automobilkonzerns Volkswagen AG die Internationalisierung dieses Unternehmens dargestellt werden. Bedeutung für die vorliegende Arbeit hat insbesondere der Jahresbericht 2007 des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sowie Studien der international organisierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Im Zentrum stehen dabei die folgenden Veröffentlichungen von Ernst & Young: - Automobilstandort Deutschland in Gefahr. Automobilbranche auf dem Weg nach Osteuropa und China aus dem Jahr 2004. Im Rahmen der Erhebung wurden über 200 deutsche Automobilzulieferbetriebe befragt. - Deutschlands Zukunft als Automobilstandort. Der Automobilstandort Deutschland im Urteil deutscher Automobilzulieferer aus dem Jahr 2006. Im Rahmen dieser Studie wurden 180 deutsche Automobilzulieferer befragt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Globalisierung und Internationalisierung
2.1. Unternehmensziele
2.1.1. Markt- und absatzorientierte Ziele
2.1.2. Kosten- und ertragsorientierte Ziele
2.1.3. Beschaffungsorientierte Ziele
2.2. Rahmenbedingungen und Arten grenzüberschreitender Tätigkeit
2.2.1. Rahmenbedingungen
2.2.2. Ausprägungen grenzüberschreitender Tätigkeit
2.3. Vorteile/Chancen, Nachteile/Risiken einer Internationalisierungsstrategie
3. Die Automobilindustrie – Vorreiter der Globalisierung
3.1. Globalisierung am Beispiel der VW AG
3.2. Gründe für die Verlagerung von Produktion ins Ausland
3.3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe und Strategien für die Internationalisierung multinationaler Unternehmen, wobei ein besonderer Fokus auf die deutsche Automobilindustrie unter Anwendung des Beispiels der Volkswagen AG gelegt wird. Dabei werden theoretische Grundlagen zu globalen Unternehmenszielen und Rahmenbedingungen mit empirischen Erkenntnissen zur Standortwahl verknüpft.
- Grundlagen und Definitionen der Globalisierung und Internationalisierung
- Unternehmensziele bei grenzüberschreitender Tätigkeit
- Die Rolle der Automobilindustrie als Vorreiter der Globalisierung
- Standortentscheidungen am Beispiel der Volkswagen AG
- Faktorenanalyse der Produktion im Ausland (Kosten, Märkte, Infrastruktur)
Auszug aus dem Buch
3.1. Globalisierung am Beispiel der VW AG
Die Entwicklung der Globalisierung kann am Weg der Internationalisierung des 1937 gegründeten Autokonzerns Volkswagen (VW) sehr gut deutlich gemacht werden. Die Volkswagen AG ist heute der größte Automobilproduzent Europas und einer der größten Hersteller der Welt.
Schon im Jahr 1952 wird mit der Verkaufsgesellschaft „Volkswagen Canada Ltd.“ in Toronto der Grundstein für die Internationalisierung des Unternehmens gelegt. Ein Jahr später folgt die Gründung von „Volkswagen do Brasil Ltda.“, das 1959 der größte brasilianische Automobilhersteller wird. 1955 wird in Englewood Cliffs, New Jersey, „Volkswagen of America, Inc.“ gegründet. Wiederum nur ein Jahr später kauft VW Aktien von „South African Motor Assemblers und Distributors Ltd. (SAMAD)", das 1966 in „Volkswagen of South Africa Ltd.“ umbenannt wird. Mit der Gründung von „Volkwagen de Mexico, S.A. de C.V." beginnt VW 1964 mit der Eigenproduktion in Mexiko, wo das Unternehmen bereits vier Jahre später einen Marktanteil von 21,8 Prozent erreicht. 1968 beginnt mit der Gründung der „Svenska Volkswagen AB“ die Erschließung des schwedischen Marktes. Spätestens hier zeigt sich die Strategie des Konzerns, auf allen wichtigen Märkten Europas und der Welt präsent zu sein. Drei Jahre später steigt VW auch in den belgischen Markt ein. Die „Volkswagen Bruxelles S.A.“ wird im Jahr 1971 gegründet.
1986 folgt die Erschließung des iberischen Marktes, als VW den spanischen Hersteller SEAT übernimmt. Auch die Märkte Mittel- und Osteuropas folgen kurze Zeit später: 1990 bekommt der Konzern von der tschechischen Regierung den Zuschlag zur Übernahme des Herstellers SKODA. Seit 2001 wird mit der „Volkswagen Group Australia Pty. Ltd." der australische Markt von VW erweitert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Vorreiterrolle der deutschen Automobilindustrie im Globalisierungsprozess ein und beschreibt das Ziel, die Auswirkungen dieser Entwicklung am Beispiel der Volkswagen AG zu analysieren.
2. Globalisierung und Internationalisierung: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten definiert und die verschiedenen Unternehmensziele sowie Rahmenbedingungen für ein grenzüberschreitendes unternehmerisches Engagement erörtert.
3. Die Automobilindustrie – Vorreiter der Globalisierung: In diesem Kapitel wird die Internationalisierungsgeschichte der VW AG detailliert nachgezeichnet und die entscheidenden Standortfaktoren für die Verlagerung von Produktionsprozessen in Niedriglohnländer kritisch beleuchtet.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Internationalisierung, Volkswagen AG, Automobilindustrie, Produktionsverlagerung, Standortfaktoren, Kostenvorteile, Weltmarkt, Zulieferbetriebe, Wettbewerbsdruck, Markterschließung, Joint-Venture, Outsourcing, Absatzmärkte, Direktinvestitionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Strategien multinationaler Konzerne zur Internationalisierung unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Automobilindustrie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Unternehmensziele bei Auslandsinvestitionen, die verschiedenen Ausprägungen internationaler Tätigkeiten und die spezifischen Standortfaktoren der Automobilbranche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe für die weltweite Verlagerung von Produktionsstätten zu identifizieren und diese anhand der Historie und aktuellen Ausrichtung der Volkswagen AG praxisnah zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung relevanter Branchenstudien, insbesondere des Verbandes der Automobilindustrie und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Globalisierung und einen empirischen Teil, der die Entwicklung der VW AG sowie die Beweggründe für Produktionsverlagerungen ins Ausland analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Globalisierung, Standortwettbewerb, Automobilkonzerne, Kostenoptimierung und Marktzugang am besten beschreiben.
Warum spielt Osteuropa für die Automobilhersteller eine wachsende Rolle?
Osteuropa gilt als Standort der Zukunft, da dort niedrige Lohn- und Produktionskosten auf politisch stabile Rahmenbedingungen treffen, was eine kosteneffiziente Produktion für europäische Märkte ermöglicht.
Welche Rolle spielen Zulieferbetriebe bei der Internationalisierung?
Zulieferer sind gezwungen, ihren Hauptkunden (OEMs) ins Ausland zu folgen, um den wachsenden Preis- und Zeitdruck zu bewältigen und „Just-in-time“-Lieferungen an den neuen Standorten sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Martin Bippes (Autor:in), 2007, Globalisierung und multinationale Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186463