In der vorliegenden Arbeit werden auf der Grundlage eines selbst konzipierten und durchgeführten Schulprojektes zum Thema Wein Konzepte des Verfahrens Lernen durch Lehren theoretisch reflektiert. Dabei wird auf der didaktischen, pädagogischen und psychologischen Ebene diskutiert, ob sich die Methode im Projekt- und Chemieunterricht bewährt. Eine fachliche Darstellung der Weinthematik sowie eine umfangreiche Schilderung der Projektdurchführung bilden den fachdidaktischen Rahmen der Arbeit. Dabei soll vor allem geklärt werden, inwieweit Lehrkompetenzen von Schülern übernommen werden können. Eine solche Studie wurde für das Fach Chemie noch nicht zuvor durchgeführt. Durch das umfangreiche Anhangsmaterial (Experimentiervorschriften, Vorschläge für Schülervorträge, Tabellen zum Wein, Weinrezepte, Projektplanung-, durchführung- und reflexion u.a.) ist die Arbeit auch für Lehrer interessant, welche mit dem Erwerb ein vollständig konzipiertes Schulprojekt erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziele und Grenzen der Arbeit
2 „Lernen durch Lehren“ als Form von Schülerpartizipation
2.1 Begriffsklärung und theoretische Positionen zu „Lernen durch Lehren“
2.2 Relevante Perspektiven im Lern- und Lehrprozess
2.3 Empirische Lage in Deutschland
2.4 Reflexionen
2.5 Anwendung im Fach Chemie
2.5.1 Einsatzmöglichkeiten
2.5.2 Projekte und Ergebnisse an der Martin-Luther-Universität
2.5.3 Grenzen und Probleme
2.6 Effizienz der Schülerpartizipation
2.6.1 Betrachtung der didaktischen Ebene
2.6.2 Betrachtung der pädagogisch-psychologischen Ebene
2.7 Eigene Vorstellungen zu „Lernen durch Lehren“
2.7.1 Begriffseingrenzung
2.7.2 Rolle des lehrenden Schülers
2.7.3 Rolle des betreuenden Lehrers
3 Die Konzeption des Weinprojektes im Rahmen der Projektwoche
3.1 Begriffsklärung Schulprojekt
3.2 Ziele der Projektwoche
3.3 Planungs- und Umsetzungsphasen
3.4 Praxiserfahrungen im Fach „Weinbau“ am Burgenlandkreisgymnasium Laucha
4 Fachliche Grundlagen zum Wein
4.1 Der Weinbegriff
4.1.1 Die Weinrebe
4.1.2 Das Getränk Wein
4.1.3 Qualitätsstufen des Weins
4.1.4 Der Apfelwein
4.2 Historischer Abriss der Weinherstellung
4.3 Realisierung der Weinbereitung
4.4 Weinfehler
4.5 Prinzip der alkoholischen Gärung
4.6 Weinanalytik
4.7 Organoleptische Qualitätsprüfung
4.8 Wein und Mensch
5 Ausgewählte Schülerexperimente zum Thema Wein
5.1 Herstellung eines Fruchtweins
5.2 Bedingungen der alkoholischen Gärung
5.3 Nachweis des Gärproduktes Kohlenstoffdioxid
5.3.1 Qualitativer Nachweis
5.3.2 Quantitativer Nachweis
5.4 Nachweis des Gärproduktes Ethanol
5.4.1 Qualitativer Nachweis
5.4.2 Quantitativer Nachweis
5.5 Bestimmung des Zuckergehaltes
5.6 Bestimmung des Säuregehaltes
6 Projektergebnisse und Feedback
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz der handlungsorientierten Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL) im Chemieunterricht. Ziel ist es, die Effizienz dieser Methode auf fachlich-didaktischer sowie pädagogisch-psychologischer Ebene anhand eines selbst konzipierten und durchgeführten Schulprojektes zum Thema „Rund um den Wein“ zu analysieren.
- Einsatz und Evaluation von „Lernen durch Lehren“ im Fachbereich Chemie
- Konzeption und Durchführung eines Schulprojektes zum Thema Wein
- Analyse der Schülerpartizipation und deren Auswirkungen auf Kompetenzerwerb
- Praxisorientierte Erstellung von Lehrmaterialien und Experimentieranleitungen
- Diskussion von Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für innovative Unterrichtsmethoden
Auszug aus dem Buch
2.5.3 Grenzen und Probleme
Trotz der anscheinend hervorragenden Ergebnisse gibt es auch Einschränkungen, auftretende Probleme und wachsende Kritik an der Durchführung der Methode und der pädagogisch-didaktischen Auseinandersetzung. Wenn man an die vorherrschenden Rahmenbedingungen einer durchschnittlichen Schule denkt, dann kann man schnell feststellen, dass einige Parameter limitierend auf die Verwirklichung von innovativen Unterrichtsmethoden wie LdL wirken. Dies kann in manchen Fällen die Größe der Klasse mit 30 und mehr Schülern sein, in denen eine Durchführung an der hohen materiellen Ausstattung und der nicht zu gewährleistenden Aufsicht scheitert. In anderen Situationen kann man kleine Klassen finden, in denen verhaltensauffällige Schüler den Ablauf stören könnten und dadurch andere Schüler in ihrer Tätigkeit negativ beeinflussen. Wenn die Rahmenbedingungen bezüglich der Klassenzusammensetzung stimmen, so können andere Faktoren wie Ort und Zeit behindernd wirken. In einer Unterrichtsstunde mit einer Dauer von 45 Minuten können die Phasen des LdL oft gar nicht durchlaufen werden. Der Lehrer müsste die Bearbeitung eines Themas auf mehrere Sitzungen aufteilen, was sich äußerst hemmend auf Gedankenfluss, Arbeitsschritte und Kreativität auswirkt. Aus diesem Grund wird LdL oft im Rahmen einer Projektwoche o. Ä. angewendet, wo Zeit nicht als begrenzender Faktor wirkt. Allerdings spielt die Dauer nicht nur bei der eigentlichen Bearbeitung eine wichtige Rolle, sondern vor allem in der Vor- und Nachbearbeitung durch den Tutor. Die Einführung der Methode LdL ist mit einem deutlich höheren Zeitaufwand als bei anderen Verfahren verbunden. Der Lehrer muss sich auf viele mögliche Situationen einstellen und darf dabei trotzdem nicht das willkürliche Durcheinander in der Bearbeitung zulassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziele und Grenzen der Arbeit: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“ im Fach Chemie mittels eines konkreten Wein-Projekts kritisch zu untersuchen.
2 „Lernen durch Lehren“ als Form von Schülerpartizipation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, psychologischen Perspektiven und die empirische Einordnung der Methode sowie deren spezifische Anwendungsmöglichkeiten im Chemieunterricht.
3 Die Konzeption des Weinprojektes im Rahmen der Projektwoche: Hier wird die Planung, Strukturierung und praktische Umsetzung des Projekts „in vino veritas“ unter Anwendung projektpädagogischer Prinzipien dargelegt.
4 Fachliche Grundlagen zum Wein: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die Botanik der Rebe, die Weinherstellung, Weinanalytik sowie die physiologischen und historischen Aspekte des Weinkonsums.
5 Ausgewählte Schülerexperimente zum Thema Wein: Detaillierte Beschreibungen und Anleitungen für chemische Schülerexperimente zur Weinherstellung und Analytik stehen hier im Fokus.
6 Projektergebnisse und Feedback: Die Ergebnisse des Schulprojekts werden zusammengefasst und die Rückmeldungen der Teilnehmer sowie deren Lernerfolge reflektiert.
7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung von LdL als innovative, lernförderliche Unterrichtsmethode im Fach Chemie.
Schlüsselwörter
Lernen durch Lehren, LdL, Chemieunterricht, Schülerpartizipation, Projektpädagogik, Schulprojekt, Weinbau, alkoholische Gärung, Weinanalytik, Schülerexperimente, handlungsorientierter Unterricht, Kompetenzerwerb, Projektwoche, Unterrichtsevaluation, in vino veritas
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz der handlungsorientierten Lehrmethode „Lernen durch Lehren“ (LdL) im Chemieunterricht anhand eines konkreten Projektes zum Thema „Rund um den Wein“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die pädagogische Methodik (LdL), die fachdidaktische Transformation chemischer Inhalte, die Durchführung eines Schulprojekts sowie die wissenschaftliche Analytik von Wein.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie Schülerpartizipation im Rahmen eines Schulprojektes durch die innovative Methode „Lernen durch Lehren“ realisiert werden kann und wie effizient dies auf fachlicher sowie pädagogisch-psychologischer Ebene ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse, der Konzeption und Durchführung eines empirischen Schulprojekts (Paradigma „in vino veritas“) sowie der Auswertung von Feedbackbögen und Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit LdL, die detaillierte Planung und Durchführung des Weinprojektes am Christian-Wolff-Gymnasium sowie eine umfassende Aufbereitung der fachlichen Grundlagen zum Wein und dazugehöriger Schülerexperimente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Lernen durch Lehren, Schülerpartizipation, Projektpädagogik, fachdidaktische Transformation im Chemieunterricht und experimentelle Weinanalytik beschreiben.
Was sind die besonderen Herausforderungen bei LdL im Chemieunterricht laut dem Autor?
Der Autor nennt besonders die hohen zeitlichen Anforderungen an Vor- und Nachbereitung, die Notwendigkeit einer klaren Strukturierung durch den Lehrer trotz der Schülerautonomie sowie die Sicherstellung der fachlichen Tiefe trotz des oft fehlenden Überblickswissens bei den Schülern.
Wie wurde der Erfolg des Weinprojektes „in vino veritas“ gemessen?
Der Erfolg wurde durch die Beobachtung der engagierten Teilnahme, die Qualität der Präsentationen der Schüler sowie durch die Auswertung von Feedbackbögen, in denen die Teilnehmer das Projekt auf einer Skala bewerteten, empirisch ermittelt.
- Citation du texte
- Nils Schäffner (Auteur), 2007, Lernen durch Lehren im Fachgebiet Chemie am Beispiel der Thematik "Rund um den Wein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186471