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Tiergestützte Pädagogik – Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?

Kritische Betrachtung einer Methode und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen

Titre: Tiergestützte Pädagogik – Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?

Mémoire (de fin d'études) , 2006 , 132 Pages , Note: 1

Autor:in: Christiane Kortmann (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Warum ausgerechnet Tierpädagogik? Erst gab es Natur- und Umweltpädagogik, dann Erlebnispädagogik, und jetzt sind die Tiere an der Reihe. Handelt es sich hierbei nur um eine neue Variation, die in schwierigen Zeiten Hilfe verspricht? Gibt es nicht schon genug Methoden für die unterschiedlichsten Probleme und - mal ehrlich - ist es nicht ein Armutszeugnis der professionellen Pädagogik, wenn jetzt Tiere einen unserer letzten Rettungsanker darstellen sollen?

Oder sollte da doch mehr dahinter stecken - und wenn ja, warum? Die vorliegende Diplomabeit geht dieser Frage auf den Grund und wirft einen Blick auf die wissenschaftlichen Grundlagen und Formen der Tierpädagogik.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?

1.1 Anthropomorphismus

1.2 Du-Evidenz

1.2 Sieben Phasen der Mensch-Tier Beziehung nach Desmond Morris

1.3 Die Biophilia-Hypothese

1.4 Kinder und Tiere

2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt

2.1 René Descartes

2.2 Das 19. Jahrhundert

2.3 Leben in der Großstadt

3. Geschichte der Tiergestützten-Pädagogik

3.1 Historische Beispiele

3.2 Beginn der wissenschaftlichen Erforschung

3.3 Begriffsklärung

4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten-Pädagogik: Erziehung zur Menschlichkeit

5. Psychologische Hintergründe und Schnittstellen in der Tiergestützten-Pädagogik

5.1 Kommunikation zwischen Mensch und Tier

5.1.1 Digitale und analoge Kommunikation

5.1.2 Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz

5.2 Motivation – wie Tiere uns darin beeinflussen

5.2.1 Intrinsische und Extrinsische Motive

5.2.2 Die Motivationshierarchie nach Maslow

5.2.3 Das Bedürfnis nach Anregung

5.2.4 Das Bedürfnis nach Berührung und Hautkontakt

5.3 Lernen – warum es uns gerade mit Tieren so leicht fällt

5.3.1 Einflüsse auf den Lernprozess

5.3.2 Operante Konditionierung – Tiere als Verstärker?

5.3.3 Die Korrektur „fehlgegangenen Lernens“ – systematische Desensibilisierung mit Hilfe eines Tieres

5.3.4 Lernen am Model

5.4 Stress – wie Tiere uns dabei helfen können ihn zu bewältigen und mit ihm umzugehen

5.4.1 Stress und soziale Beziehung

5.4.2 Stress in der Schule

5.5 Tiere als „Entwicklungshelfer“?

5.6 Zwischenfazit

6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten-Pädagogik

6.1 Das didaktische Dreieck

6.2 Das „Berliner Modell“ in der Tiergestützten-Pädagogik

6.3 Reflexion

7. Spezifische Eigenheiten verschiedenen Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik

7.1 Pferde

7.2 Hunde

7.3 Katzen

7.4 Lamas

7.5 Vögel

7.6 Fische

7.7 Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager

7.8 Arbeit mit einer Schafherde

7.9 Ziegen, Kühe, Schweine und andere Nutztiere

7.10 Delphine

8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Tiergestützte Pädagogik lediglich eine Modeerscheinung darstellt oder eine pädagogisch fundierte Antwort auf moderne gesellschaftliche Herausforderungen sein kann. Dabei stehen die wissenschaftliche Plausibilisierung der Methode sowie die Analyse der psychologischen Wirkmechanismen und didaktischen Notwendigkeiten im Fokus.

  • Mensch-Tier-Beziehung und ihre evolutionären Hintergründe (Biophilia-Hypothese)
  • Psychologische Funktionen von Tieren als soziale Katalysatoren und Stresspuffer
  • Didaktische Strukturierung tiergestützter Lernprozesse
  • Eignung und Potenzial unterschiedlicher Tierarten im pädagogischen Kontext
  • Kritische Reflexion über Professionalisierung und Grenzen der Methode

Auszug aus dem Buch

1.1 Anthropomorphismus

Der Begriff, „Anthropomorph“ kommt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich: menschlich gestaltet. Mit Anthropomorphisierung bezeichnet man ganz allgemein die Übertragung von menschlichen Eigenschaften auf Nicht- oder Außermenschliches. Darunter fällt die Vermenschlichung von Tieren, aber auch die Vorstellung von Göttern in Menschengestalt, es werden menschliche Eigenschaften verwendet, um das jeweilige Verhalten zu erklären. Obwohl die moderne Wissenschaft mit dem Anthropomorphismus als allgemeinem Erklärungsprinzip auf dem „Kriegsfuß“ steht, wird die Vermenschlichung von Tieren im Alltag, innerhalb bestimmter Grenzen, doch als normal empfunden. Anthropomorphisierung kann aber auch als Ausdruck von Einfühlungsvermögen begriffen werden.

Normalerweise setzten wir Menschen dieses Einfühlungsvermögen ein, um das Verhalten von unseren Mitmenschen zu interpretieren und vorauszusagen. Da die Menschen aber nach Darwin ebenfalls zu den Tieren gehören, oder wie Desmond Morris es ausdrückte, nackte Affen sind, können wir unser Einfühlungsvermögen auch dafür nutzen um das Verhalten von Tieren zu verstehen bzw. vorauszusagen. Diese Anthropomorphisierung, diese Versuche des Einfühlens in Tiere ist für Tiergestützte-Pädagogik und Therapie in vielen Fällen eine Grundvoraussetzung, auf Grund derer eine Förderung, der emotionalen Intelligenz, durch Tiere erst Sinn macht (siehe Abschnitt 5.1.2 „Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz“).

Natürlich kann sich ein Mensch nur unzureichend in ein Tier z.B. einen Hund oder ein Pferd hineinfühlen, denn als Mensch gehört er einer ganz anderen Spezies an. Aber ein Tier ist ein fühlendes Gegenüber, bei dem es dem Menschen leicht fällt, seine eigenen Empfindungen auf das Tier zu projizieren. Ich persönlich nutze in meinem Förderunterricht mit verhaltensauffälligen Kindern diese Anthropomorphisierung ganz bewusst aus und fördere sie, natürlich nur bis zu einem bestimmten Grade. Der Hund ist und bleibt ein Hund, aber ich fordere die Kinder immer wieder auf sich in den Hund hineinzuversetzen. Z.B. wie er sich fühlt, wenn er sich gerade zurückzieht und warum er das tut – was meistens der Fall ist, wenn sie sehr unruhig oder laut werden oder gar streiten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende mediale Präsenz von Tieren und stellt die Forschungsfrage, ob Tiergestützte Pädagogik mehr als eine flüchtige Modeerscheinung ist.

1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?: Dieses Kapitel untersucht theoretische Grundlagen wie Anthropomorphismus, Du-Evidenz und die Biophilia-Hypothese, um die Faszination und die psychologische Bedeutung der Mensch-Tier-Bindung zu erklären.

2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt: Es wird analysiert, wie sich die Sichtweise auf Tiere durch Descartes' Philosophie und die Industrialisierung verändert hat und welche Rolle die Entfremdung von der Natur heute spielt.

3. Geschichte der Tiergestützten-Pädagogik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von therapeutischen Ansätzen seit dem 8. Jahrhundert bis zur systematischen wissenschaftlichen Erforschung Mitte des 20. Jahrhunderts nach.

4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten-Pädagogik: Erziehung zur Menschlichkeit: Hier wird das Konzept der moralischen „Veredelung“ durch den Umgang mit Tieren kritisch beleuchtet.

5. Psychologische Hintergründe und Schnittstellen in der Tiergestützten-Pädagogik: Ein tiefgehender Blick auf Kommunikation, Motivation (nach Maslow), Stressbewältigung und die Bedeutung von Körperkontakt für die kindliche Entwicklung.

6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten-Pädagogik: Einführung in didaktische Modelle wie das didaktische Dreieck und das Berliner Modell zur professionellen Planung und Reflexion der Arbeit.

7. Spezifische Eigenheiten verschiedenen Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik: Ein Überblick über verschiedene Tierarten von Pferden bis zu Delphinen und deren jeweilige Eignung für pädagogische Kontexte.

8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis: Das Kapitel hinterfragt den idealisierenden Tenor der Literatur und mahnt eine kritische, fundierte Herangehensweise an.

9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Tiergestützte Pädagogik eine sinnvolle Ergänzung ist, jedoch kein Allheilmittel, und betont die Notwendigkeit von Professionalität und artgerechtem Umgang.

Schlüsselwörter

Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Biophilia-Hypothese, Anthropomorphismus, Didaktik, Soziale Arbeit, Emotionsregulation, Empathieförderung, Stressbewältigung, Berufsethik, Pädagogische Professionalisierung, Motivationstheorie, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht wissenschaftlich, welche Hintergründe und Wirkmechanismen der Tiergestützten Pädagogik zugrunde liegen und ob diese Methode eine seriöse, professionelle Antwort auf die Defizite unserer modernen, technisierten Lebenswelt darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Einordnung, psychologische Theorien (wie Empathie und Motivation), didaktische Modelle für die Planung und Durchführung sowie die spezifischen Eigenarten verschiedener Tierarten für den pädagogischen Einsatz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die „moderne Methode“ Tiergestützte Pädagogik kritisch zu hinterfragen, wissenschaftlich zu fundieren und einen Leitfaden für einen professionellen, verantwortungsvollen Einsatz zu bieten, der über eine bloße Begeisterung für Tiere hinausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und pädagogischer Theorien (z.B. Bandura, Maslow, Skinner) sowie auf ihre eigenen Erfahrungen aus der pädagogischen Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische psychologische Grundlagen (Kommunikation, Motivation, Lernen), die didaktische Planung (Berliner Modell) und eine differenzierte Betrachtung des Potenzials verschiedener Tierarten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Anthropomorphismus, Du-Evidenz, Biophilia-Hypothese, Soziale Katalysator-Funktion und didaktische Reflexion.

Warum ist die Unterscheidung zwischen AAA und AAT wichtig für die Autorin?

Die Unterscheidung hilft, das eigene methodische Vorgehen zu definieren. Die Autorin verortet die „Tiergestützte Pädagogik“ als geplante, zielgerichtete Interaktion, die das Bindeglied zwischen spontanen Besuchsaktivitäten und klinischer Therapie bildet.

Welche Rolle spielt das „Berliner Modell“ im pädagogischen Kontext mit Tieren?

Das Berliner Modell dient als Strukturhilfe, um vor dem Einsatz eines Tieres die Bedingungsfelder (soziokulturell, anthropologisch) und die Entscheidungsfelder (Intention, Methode, Medium, Inhalt) systematisch zu analysieren und Missverständnisse zu vermeiden.

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Résumé des informations

Titre
Tiergestützte Pädagogik – Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?
Sous-titre
Kritische Betrachtung einer Methode und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen
Université
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Note
1
Auteur
Christiane Kortmann (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
132
N° de catalogue
V186490
ISBN (ebook)
9783656997238
ISBN (Livre)
9783869432342
Langue
allemand
mots-clé
tiergestützte pädagogik modeerscheinung reaktion welt kritische betrachtung methode grundlagen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christiane Kortmann (Auteur), 2006, Tiergestützte Pädagogik – Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186490
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Extrait de  132  pages
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