Darstellung und Begründung des Schareholder Value Anssatzes nach Rappaport, mit Praxisbeispielen.
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Maximierung der Eigentümerrendite durch Kurssteigerung und Dividendenausschüttung ist in vielen Unternehmensleitlinien die höchste Priorität.1 Führungskräfte haben als vordergründiges Ziel die Steigerung des Unternehmenswertes, Stichwort Value Based Management.2 Über die Frage was der Unternehmenswert ist, wie er sich bemisst und wie er gesteuert werden kann herrscht jedoch Uneinigkeit.3
Der Vorstand der Siemens AG hat das Hauptziel: Steigerung des Unternehmenswertes.
4 Die Berechnung erfolgt nach dem Geschäftswertbeitrag (GWB), der sich aus dem operativen Ergebnis vermindert um die Kapitalkosten ermittelt.5 Auch E.ON ermittelt auf diese Weise die Wertsteigerung, zieht aber zusätzlich den Return on Capital employed (ROCE) als Zielgröße heran.6 Die Wienerberger Ziegelindustrie GmbH stützt sich bei der Wertschaffung und Steuerung auf die Kennzahlen Cash Flow Return on Investment (CFROI) und Cash Value Added (CVA).7 Sie richtet sich also nicht nach den klassischen Gewinnkennzahlen, sondern nach Cash Flow Größen.
Diese Arbeit soll den Shareholder Value Ansatz nach Alfred Rappaport darstellen, die Vorteile verdeutlichen und kritische Aspekte aufzeigen.
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1 Vgl. Rappaport, A./ Übersetzung Klien, W., Shareholder Value, 1995, S. 1.
2 Vgl. Drukarczyk, J./Schüler, A., Unternehmensbewertung 2007, S.1.
3 Vgl. Rappaport, A./ Übersetzung Klien, W., Shareholder Value, 1995, S. 1.
4 Vgl. Siemens AG, Geschäftsbericht 2007, S. 38.
5 Vgl. Siemens AG, Geschäftsbericht 2007, S. 42.
6 Vgl. E.ON AG, Geschäftsbericht, 2007, S.37.
7 Vgl. Wienerberger Ziegelindustrie GmbH, Geschäftsbericht, 2007, S.68.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Rahmen und Ziel der Arbeit
1.2 Unzulänglichkeiten buchhalterischer Instrumente
2 Der Shareholder Value Ansatz
2.1 Grundgedanke
2.2 Ermittlung
2.2.1 Betrieblicher Cash Flow
2.2.2 Kapitalkosten
2.2.3 Residualwert
2.2.4 Zusätzlicher Shareholder Value
2.3 Entscheidungsinstrument für Manager
3 Fallstudie der GEA Group AG
3.1 Kapitalmarktausrichtung
3.2 Steuerungssystem
4 Schlussbetrachtung
4.1 Kritische Würdigung des Shareholder Value Ansatzes
4.2 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Shareholder-Value-Ansatz nach Alfred Rappaport mit dem Ziel, dessen theoretische Grundlagen, Methoden zur Wertermittlung sowie Möglichkeiten zur aktiven Unternehmenssteuerung aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.
- Gegenüberstellung von klassischer Erfolgsrechnung und wertorientierter Steuerung.
- Detaillierte Analyse der Werttreiber (Cash Flow, Kapitalkosten, Residualwert).
- Praktische Anwendung des Ansatzes durch eine Fallstudie zur GEA Group AG.
- Bewertung von leistungsorientierten Anreizsystemen für das Management.
- Kritische Diskussion der theoretischen Annahmen und methodischen Herausforderungen.
Auszug aus dem Buch
Unzulänglichkeiten buchhalterischer Instrumente
Dieses Kapitel soll Schwächen der buchhalterischen Wertmessungs- und Wertsteuerungsinstrumente aufzeigen. Viele Unternehmen setzen das Gewinnkonzept an die Spitze der Zielhierarchie. Auch viele Publikationen, Geschäftsberichte und Analysen richten sich stark nach den Gewinngrößen. Daher steht der Gewinn und daraus abgeleitete Kennzahlen, wie Earnings per Share (EPS), Return on Equity (ROE) und Return on Investment (ROI) im Focus dieses Kapitels.
Für die folgenden Ausführungen sind zwei Annahmen des Shareholder Value Konzeptes vorzunehmen, auf die im 2. Kapitel ausführlicher eingegangen wird:
Erstens: Der Wert eines Unternehmens, Zusammenschlusses oder einer Investition bestimmt sich durch die zukünftigen Cash Flows, die zum Stichtag diskontiert werden.
Zweitens: Die Anteilseigner verfolgen rein finanzielle Interessen, die sich in Ausschüttungen und am Wert ihrer Anteile wiederspiegeln. Die entscheidende Frage ist demnach: „Können Gewinne die Änderung des gegenwärtigen Firmenwertes zuverlässig messen oder nicht?“
Nach Rappaport sind Gewinn und daraus abgeleitete Größen aus mehreren Gründen unzulänglich.
Verwendung alternativer Bewertungsverfahren des Rechnungswesens
Der Gewinn lässt sich durch verschiede Verfahren berechnen. Beispielsweise kann die Bewertung des Lagerbestandes nach der LIFO oder der FIFO Methode durchgeführt werden. Die Änderung der Bewertungsmethode des Lagerbestandes hat eine direkte Gewinnauswirkung, aber keine auf den Cash Flow (CF). Daher sollte sie auch keine Auswirkung auf den Unternehmenswert haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der wertorientierten Unternehmensführung und Erläuterung der Zielsetzung sowie der Vorgehensweise der Arbeit.
2 Der Shareholder Value Ansatz: Detaillierte Darstellung der theoretischen Grundlagen, der Ermittlung von Cash Flows und Kapitalkosten sowie der Steuerungsinstrumente nach dem Modell von Rappaport.
3 Fallstudie der GEA Group AG: Anwendung des theoretischen Rahmens auf ein Praxisbeispiel zur Verdeutlichung der wertorientierten Steuerung in einem MDAX-Unternehmen.
4 Schlussbetrachtung: Kritische Würdigung der Methodik und des Modells sowie abschließende Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Shareholder Value, Unternehmenswert, Cash Flow, Kapitalkosten, WACC, Werttreiber, Wertorientierte Unternehmensführung, Residualwert, Eigenkapitalkosten, Fremdkapitalkosten, Kritische Marge, GEA Group AG, Rendite, Investition, Managemententlohnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Shareholder-Value-Ansatz nach Alfred Rappaport als Konzept zur wertorientierten Unternehmensführung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Wertmessung, die Kritik an traditionellen Buchhaltungskennzahlen sowie praktische Steuerungsinstrumente für Manager.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung des Shareholder-Value-Ansatzes, die Verdeutlichung seiner Vorteile und die kritische Analyse seiner praktischen Umsetzung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte theoretische Herleitung sowie eine ergänzende Fallstudie zur Illustration der Anwendung des Ansatzes.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung des Shareholder Value (Cash Flow, Kapitalkosten, Werttreiber) und dessen Anwendung mittels Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Shareholder Value, Cash Flow, Kapitalkosten, Werttreiber und kritische Marge.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von klassischer Buchhaltung?
Der Ansatz fokussiert auf zukünftige Cash Flows statt auf vergangenheitsorientierte Gewinnkennzahlen, um den tatsächlichen Unternehmenswert abzubilden.
Warum ist das Modell der kritischen Marge wichtig?
Es fungiert als Steuerungsinstrument, um festzustellen, welche Marge mindestens erzielt werden muss, um den Wert des Unternehmens zu erhalten.
Welche Rolle spielt die GEA Group AG in der Arbeit?
Sie dient als Praxisbeispiel, um zu zeigen, wie ein MDAX-Unternehmen wertorientierte Steuerungselemente und Werttreiber konkret in sein Management integriert.
Was sind die Hauptkritikpunkte am Shareholder Value Ansatz?
Kritisiert werden insbesondere die Vernachlässigung anderer Stakeholder, Prognoseschwierigkeiten bei Cash Flows und subjektive Ermessensspielräume bei der Kapitalkostenberechnung.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Schwinge (Autor:in), 2008, Shareholder Value - Konzept und Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186498