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Zum Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes Wilhelm-Meister-Romanen

Title: Zum Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes Wilhelm-Meister-Romanen

Thesis (M.A.) , 2002 , 120 Pages , Grade: 2

Autor:in: M.A. Aneka Schult (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Kern der Arbeit ist die Frage nach dem Anteil freimaurerischen Gedankenguts und weiteren Bezügen in Goethes Wilhelm-Meister-Romanen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geheimgesellschaften im Deutschland des 18. Jahrhunderts

2.1. Gesellschaft im Umbruch

2.2. Schwärmerei und politisches Kalkül: Zwischen Rosenkreuzern und dem Illuminatenorden

2.3. Aufklärung und Freimaurerei

3. Der Bund der „wahren“ Maurer

3.1. Vom Steinmetzen zum Freimaurer

3.2. Konstitution und „Alte Pflichten“

3.3. Logenarbeit

3.3.1. Freimaurerische Symbole

3.3.2. Ritual und Geheimnis

4. Goethe und die geheimen Gesellschaften

4.1. Goethes Aufnahme in die Loge „Amalia“

4.2. Goethes Einblicke in den Geheimbund der Illuminaten

4.3. Freimaurerei und der Dichter Goethe

4.3.1. Reden, Gedichte und Logenlieder an die Brüder

4.3.2. Freimaurerisches Gedankengut in Goethes Werken

4.4. Forschung im Zwiespalt: Freimaurer oder Überwacher Goethe

5. Das Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes „Wilhelm-Meister“-Romanen

5.1. Die Turmgesellschaft in den „Lehrjahren“

5.2. Erdichtete oder erlebte Rituale und Symbole in den „Lehrjahren“

5.3. Erziehung und Entwicklung: freimaurerische Vorstellungen in den Romanen

5.4. Geselligkeit, Freundschaft und Gemeinschaft im Logenleben und in der Romanwelt

5.5. Handwerk und Kunst in der Freimaurerei und den Romanen

5.6. Das sittliche Ideal: Zur Idee der Humanität in den Romanen und im Verständnis der Freimaurerei

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Geheimen Gesellschaft in den „Wilhelm-Meister“-Romanen von Johann Wolfgang von Goethe vor dem Hintergrund seiner persönlichen Einbindung in die Freimaurerei und anderer zeitgenössischer Geheimbünde, mit dem Ziel, die Verbindung zwischen freimaurerischen Idealen, Symbolik und Goethes dichterischem Schaffen zu ergründen.

  • Die Rolle und Bedeutung von Geheimgesellschaften in der Aufklärungszeit in Deutschland.
  • Die historische Genese der Freimaurerei und ihre ethischen sowie sozialen Zielsetzungen.
  • Goethes persönliche Entwicklung innerhalb der Loge „Amalia“ und seine Auseinandersetzung mit dem Illuminatenorden.
  • Die literarische Verarbeitung freimaurerischer Symbolik und Erziehungsideale in den „Lehrjahren“ und „Wanderjahren“.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Freimaurerische Symbole

Abgesehen von den eben betrachteten „Alten Pflichten“ gibt es für die Freimaurer keine weiteren Gesetze, die zu befolgen eng an die Logenmitgliedschaft geknüpft wäre. Selbst die „Alten Pflichten“ sind, wie wir gesehen haben, eher aus der Handwerkstradition abgeleitete arbeitskoordinierende Rahmenrichtlinien und so etwas wie ein Tugendkatalog, als festgeschriebene Dogmen. Darin besteht ja gerade die Eigenart und Besonderheit der freimaurerischen Tätigkeit. Sie offenbart ihr Wesen nicht durch fortwährendes Zitieren und Kontrollieren bestimmter Glaubensbekenntnisse, sondern sie macht solche durch Symbole anschaulich und damit nachvollziehbar. Diese Symbole beziehen sich „in erster Linie auf ethische Verhaltensweisen“ und müssen, da sie nirgends schriftlich manifestiert sind, vom Maurer selbständig, „durch eigene geistige Tätigkeit gedeutet werden“.

Das Irren auf diesem individuellen Pfad der Wahrheit, der Wahrheitssuche, kann dabei „im Austausch mit der Vernunft anderer“ korrigiert werden und verhindert vor allem ein Ausarten in geistiger Willkür. Um sich in Ansätzen ein Bild zu machen von der Arbeitsweise und der Ideenwelt der Freimaurerei, erscheint es sinnvoll, an dieser Stelle verschiedene Beispiele maurischer Symbolik herauszugreifen und einen Bezug herzustellen zwischen dieser gehaltvollen Bildlichkeit, dem mit ihr verbundenen Ritual und dem aufs strengste gewahrten Logengeheimnis.

Da es in der Freimaurerei keine Dogmen gibt, braucht es auch keinen fest im Geiste des Maurers etablierten und namentlich benannten Gott, dem zu dienen die Anerkennung anderer, in fremden Kulturen verehrten, allmächtigen Schöpfer, ausschließt. Vielmehr sucht der Bruder sich in seinem unaufhörlichen Streben nach Wahrheit dem „‚Große[n] Baumeister‘ aller Welten“ zu nähern. Deshalb wird auch die eigentliche freimaurerische Zusammenkunft in der Loge als Arbeit bezeichnet und ist vor dem Hintergrund der tatsächlichen, einst ausgeübten handwerklichen Tätigkeit, von der noch die „Alten Pflichten“ sprechen, symbolisch aufzufassen. Arbeit und Lohn bilden das kontemplative Pendant zu den Ursprüngen der Maurerei. Die unter dem Begriff Arbeit zusammengefaßten, sich im Geiste vollziehenden Entwicklungsschritte erscheinen nun wiederum als Symbole.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die thematische Verbindung zwischen Goethes freimaurerischer Tätigkeit und seinen literarischen Werken, insbesondere den „Wilhelm-Meister“-Romanen, ein.

2. Geheimgesellschaften im Deutschland des 18. Jahrhunderts: Es wird der geistesgeschichtliche Kontext der Aufklärung und die Entstehung verschiedener Geheimgesellschaften als Reaktion auf gesellschaftliche Umbrüche analysiert.

2.1. Gesellschaft im Umbruch: Dieses Unterkapitel beleuchtet den historischen Rahmen, in dem sich Aufklärung und das Streben nach Geheimnissen in der europäischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts gegenüberstanden.

2.2. Schwärmerei und politisches Kalkül: Zwischen Rosenkreuzern und dem Illuminatenorden: Die Arbeit differenziert hier zwischen verschiedenen Orden und analysiert deren politische Ambitionen, Mystizismus und die Abgrenzung zur Freimaurerei.

2.3. Aufklärung und Freimaurerei: Der Fokus liegt auf den ideellen Schnittmengen und der wechselseitigen Beeinflussung von freimaurerischen Logen und den Prinzipien der Aufklärung.

3. Der Bund der „wahren“ Maurer: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Herleitung der Freimaurerei von den mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften hin zur spekulativen Freimaurerei.

3.1. Vom Steinmetzen zum Freimaurer: Hier wird die Entwicklung vom handwerklichen Bauwesen der Dombauhütten zur symbolisch-ethischen Arbeit am „geistigen Tempel“ dargelegt.

3.2. Konstitution und „Alte Pflichten“: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der schriftlichen Regelwerke wie die „Alten Pflichten“ für die Organisation und das Selbstverständnis der Logen.

3.3. Logenarbeit: Der zentrale Aspekt der praktischen Logenarbeit, geprägt durch Rituale und Symbole, steht hier im Vordergrund.

3.3.1. Freimaurerische Symbole: Dieses Unterkapitel analysiert die Bedeutung zentraler Symbole wie Winkelmaß, Zirkel und Rauher Stein als pädagogische und ethische Werkzeuge des Maurers.

3.3.2. Ritual und Geheimnis: Die Bedeutung des rituellen Rahmens für die Selbsterfahrung und die Funktion des Geheimnisses als Schutzraum für inneren Austausch werden untersucht.

4. Goethe und die geheimen Gesellschaften: Dieses Hauptkapitel beleuchtet Goethes persönliche Biographie im Kontext der Loge „Amalia“ und sein komplexes Verhältnis zu den Illuminaten.

4.1. Goethes Aufnahme in die Loge „Amalia“: Der Prozess und die Umstände der Aufnahme Goethes in die Weimarer Loge werden historisch dokumentiert.

4.2. Goethes Einblicke in den Geheimbund der Illuminaten: Die Analyse konzentriert sich auf die theoretische Annäherung Goethes an den Illuminatenorden und seine Rolle darin.

4.3. Freimaurerei und der Dichter Goethe: Es wird untersucht, wie Goethes dichterisches Schaffen durch seine freimaurerische Zugehörigkeit geprägt wurde.

4.3.1. Reden, Gedichte und Logenlieder an die Brüder: Eine Betrachtung der literarischen Beiträge Goethes für seine Logenbrüder.

4.3.2. Freimaurerisches Gedankengut in Goethes Werken: Die Untersuchung zeigt, wie freimaurerische Konzepte Eingang in Goethes allgemeines literarisches Werk fanden.

4.4. Forschung im Zwiespalt: Freimaurer oder Überwacher Goethe: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschung, insbesondere der These einer möglichen Überwachungstätigkeit Goethes.

5. Das Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes „Wilhelm-Meister“-Romanen: Dieses Kapitel wendet die theoretischen Erkenntnisse direkt auf Goethes Romanwerk an.

5.1. Die Turmgesellschaft in den „Lehrjahren“: Die Analyse der Rolle der Turmgesellschaft als lenkende Instanz in Wilhelm Meisters Lehrjahren.

5.2. Erdichtete oder erlebte Rituale und Symbole in den „Lehrjahren“: Untersuchung der symbolischen Dichte und der rituellen Szenen innerhalb der Romanhandlung.

5.3. Erziehung und Entwicklung: freimaurerische Vorstellungen in den Romanen: Die pädagogischen Ansätze innerhalb der Romane werden in Bezug zu freimaurerischen Erziehungsidealen gesetzt.

5.4. Geselligkeit, Freundschaft und Gemeinschaft im Logenleben und in der Romanwelt: Vergleich der sozialen Strukturen in Logen mit den menschlichen Gemeinschaften im Roman.

5.5. Handwerk und Kunst in der Freimaurerei und den Romanen: Betrachtung der Bedeutung von Handwerk und Kunst als Bildungsfaktoren.

5.6. Das sittliche Ideal: Zur Idee der Humanität in den Romanen und im Verständnis der Freimaurerei: Abschluss der Analyse durch die Zusammenführung der Humanitätsideale in Roman und Freimaurerei.

6. Schlußbemerkung: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit über Goethes lebenslange Verbundenheit mit der Freimaurerei und deren geistige Spuren in seinem Werk.

Schlüsselwörter

Freimaurerei, Goethe, Wilhelm Meister, Illuminaten, Geheimgesellschaften, Aufklärung, Humanität, Symbolik, Loge Amalia, Pädagogik, Turmgesellschaft, Sittlichkeit, Ritual, Handwerk, Geheimbund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Motiv und die Bedeutung der Geheimen Gesellschaft, speziell der Freimaurerei, in den Romanen „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und „Wanderjahre“ von Johann Wolfgang von Goethe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die Geschichte der Geheimgesellschaften im 18. Jahrhundert, die freimaurerische Symbolik und Ritualistik, Goethes persönliche Einbindung in Logen sowie der Transfer dieser Erfahrungen in seine literarischen Werke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Goethes freimaurerische Überzeugungen und sein Verständnis von Humanität, Bildung und gesellschaftlicher Organisation seine Romane und die darin auftretenden Geheimbünde beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine literatur- und geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Quellen (Protokolle, Briefwechsel) und literarische Texte vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Freimaurerei und des Illuminatenordens, die Untersuchung von Goethes persönlicher Laufbahn in der Loge „Amalia“ und schließlich die tiefgehende Interpretation der Turmgesellschaft und der Erziehungsideale in Goethes „Wilhelm-Meister“-Romanen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Freimaurerei, Goethe, Wilhelm Meister, Aufklärung, Humanität, Symbolik, Turmgesellschaft und pädagogische Erziehung.

Welche Rolle spielt die Turmgesellschaft in den „Lehrjahren“?

Sie fungiert als eine geheimnisvolle, erzieherische Instanz, die Wilhelm Meisters Lebensweg lenkt und ihm durch den Prozess der Initiation eine neue Perspektive auf seine eigene Entwicklung und die Welt ermöglicht.

Wie bewertet die Autorin die „Überwachungstheorie“ bezüglich Goethes Engagement?

Sie ordnet diese Thesen, etwa von W. Daniel Wilson, kritisch ein und argumentiert, dass Goethes Engagement eher aus echtem Interesse am humanitären Ideal, an der Geselligkeit und der Suche nach Lebenssinn in einem institutionalisierten Rahmen resultierte, als aus einer rein politischen Spionagetätigkeit.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff „Königliche Kunst“ zu?

Der Begriff bezeichnet das freimaurerische Selbstverständnis, durch die Arbeit an sich selbst und die Anwendung von Symbolen das höchste menschheitliche Lebensziel der Humanität zu erreichen.

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Details

Title
Zum Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes Wilhelm-Meister-Romanen
College
Technical University of Braunschweig
Grade
2
Author
M.A. Aneka Schult (Author)
Publication Year
2002
Pages
120
Catalog Number
V186509
ISBN (eBook)
9783656994909
ISBN (Book)
9783869432502
Language
German
Tags
motiv geheimen gesellschaft wilhelm-meister-romanen goethe lehrjahre wanderjahre entwicklungsroman mignon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Aneka Schult (Author), 2002, Zum Motiv der Geheimen Gesellschaft in Goethes Wilhelm-Meister-Romanen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186509
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