Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Musicologie - Divers

Vertonungen des Goethe-Gedichts: Erster Verlust

Titre: Vertonungen des Goethe-Gedichts: Erster Verlust

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 18 Pages , Note: 1

Autor:in: Stéphanie Lüders (Auteur)

Musicologie - Divers
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Vertonungen von Goethes Gedicht "Erster Verlust" im Vergleich.

Wenn man erstmals die Vertonung eines Gedichts hört, kann es sein, dass sich die
Wahrnehmung vom ursprünglichen Gedicht (ohne Musik) verändert hat. Ein bekanntes
Gedicht mag einem durch die Vertonung dieses Gedichts fremdartig erscheinen (Tschense, S.
9). Zu jedem Gedicht kann man mehrere Vertonungen, d.h. andere musikalische
Kompositionen dazu schreiben. Jede Komposition desselben Gedichts kann die
Wahrnehmung des Gedichts verändern. Der Grund dafür liegt in der Art der Vertonung.
Darunter ist die Instrumentierung, die Melodie und Begleitung, die Harmonie, die gewählte
Rhythmik, das Tempo, etc. gemeint. Die Komposition eines Stücks zu einem Gedicht ist auch
eine Interpretation des Gedichts. Dasselbe Gedicht kann von einem Interpreten oder
Komponisten z.B. als ernst, traurig oder als Ironie betrachtet werden. An dem Text des
Gedichts selber wird nichts geändert, sondern das Umfeld, in das es sich befindet, wird durch
die Musik für das Verständnis des Textes manipuliert und verändert. Es gibt so viele
Möglichkeiten Musik zu einem Gedicht zu schreiben, dass es keine zwei identischen
Vertonungen von verschiedenen Komponisten gibt.
Im 19. Jahrhundert gab es kaum einen Komponisten, der sich nicht an der Vertonung eines
Goethe Gedichts versucht hätte (Tschense, S. 11). Franz Schubert (1797- 1828) war einer der
wichtigsten Komponisten, der Lieder nach Goethe-Gedichten vertont hat. Schubert
bewunderte Goethe, welcher jedoch wenig Interesse für Schubert zeigte (Tschense, S. 11).
Goethe hatte eine bestimmte Liedästhetik bzw. eine bestimmte Liedvorstellung wie die
Vertonungen seiner Gedichte klingen sollte (Tschense, S. 12). Viele Komponisten wussten
nicht wie Goethes Liedästhetik aussah. Johann Friedrich Zelter und Carl Friedrich Reichardt
jedoch waren zwei Komponisten, die in der Literatur als sehr „Goethe-nah“ verstanden
werden (Tschense, S. 12, 35, 36). Goethe gefiel Fanny Hensels Auffassung und Vertonung
seiner Gedichte. Er bat sie sogar diverse Gedichte von ihm zu vertonen (MGG, Bnd 11, S.
1535). Diese werden in dieser Arbeit jedoch nicht aufgeführt. In dieser Arbeit werden
Vertonungen von Zelter, Reichardt, Schubert und Mendelssohn behandelt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Hintergrund

2. Das Gedicht Erster Verlust, von Goethe

2.1 Analyse des Gedichts nach Strophen

2.1.1 Formale Bedeutung des Gedichts nach Strophen

2.1.2 Inhaltliche Bedeutung des Gedichts

2.2 Vertonungen des Gedichts

2.2.1 Reichardt

2.2.2 Zelter

2.2.3 Schubert

2.2.4 Mendelssohn

3. Biographien

3.1 Reichardt

3.2 Zelter

3.3 Schubert

3.4 Mendelssohn

4. Goethes Vorstellung von Vertonungen seiner Gedichte- Goethe und seine Haltung zu Schubert

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht verschiedene musikalische Vertonungen des Goethe-Gedichts "Erster Verlust" durch die Komponisten Reichardt, Zelter, Schubert und Mendelssohn, um zu analysieren, wie musikalische Interpretationen das Verständnis und die Wahrnehmung eines literarischen Textes beeinflussen und verändern können.

  • Analyse der formalen und inhaltlichen Struktur des Gedichts "Erster Verlust" von Johann Wolfgang von Goethe.
  • Vergleichende Untersuchung der Vertonungen von Reichardt, Zelter, Schubert und Mendelssohn hinsichtlich ihrer musikalischen Ausgestaltung.
  • Darstellung der biografischen Hintergründe der behandelten Komponisten und ihrer Beziehung zu Goethe.
  • Erörterung von Goethes Liedästhetik und seinem persönlichen Verständnis von Gedichtvertonungen.
  • Gegenüberstellung von Textänderungen durch die Komponisten mittels tabellarischer Analysen.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Schubert

Schubert lebte von 1797-1828. Seine Vertonung von Goethes Gedicht „Erster Verlust“ wurde 1815 komponiert. Die Komposition steht in d-moll. Auffällig ist, dass Schubert sich einerseits sehr genau an den Text hält, andererseits die Form nur wenig befolgt. Insgesamt komponiert er sehr abwechslungsreich und verwendet viele verschiedene Kompositionstechniken. Im Takt 2 wechselt die Dynamik von pp schlagartig und unerwartet auf fp. Die erste Phrase beginnt mit einem Motiv, das nicht weiterentwickelt wird. Schubert bringt immer wieder neue Motive in seine Komposition ein (s. Takt 1, 4, 6, 8, 10, 11, 13). In Schuberts Komposition wird die Änderung der Atmosphäre in Goethes 2. Strophe kaum merkbar. Die Übergänge von einem Motiv zum anderen sind geschmeidig und gehen ineinander über. Dies ist ein typisches Beispiel für das Durchkomponieren eines Werks.

Schubert verwendet Synkopen (s. Takt 8-9), Rhythmenwechsel (s. Takt 1, 4 und 6), melodische (s. Takt 5) und harmonische (s. Takt 6) Veränderungen, um seine Komposition abwechslungsreicher zu gestalten. Diese vielen musikalischen Techniken lenken den Zuhörer von dem Inhalt des Gedichts ab. Der Zuhörer konzentriert sich wesentlich mehr auf die musikalische Ausarbeitung bzw. Komposition als auf den eigentlichen Sinn der Vertonung in Bezug auf den Text, da die Musik durch ihre kompositorischen Techniken zu sehr im Vordergrund steht. Zelter und Reichardt haben die Vertonungen desselben Gedichts weniger kompliziert komponiert. Dadurch verleihen sie dem Zuhörer ein klareres Bild von der Bedeutung des Textes im Gedicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Hintergrund: Diese Einleitung erläutert, wie musikalische Vertonungen die Wahrnehmung eines Gedichts durch instrumentale und rhythmische Gestaltung beeinflussen und stellt die ausgewählten Komponisten im Kontext von Goethes Liedästhetik vor.

2. Das Gedicht Erster Verlust, von Goethe: Das Kapitel bietet eine formale und inhaltliche Analyse des Goethe-Gedichts und hinterfragt, wie verschiedene Vertonungen die im Text thematisierte Sehnsucht und den Schmerz interpretieren.

3. Biographien: Hier werden die Lebenswege von Reichardt, Zelter, Schubert und Mendelssohn beleuchtet, insbesondere ihre künstlerische Ausbildung und ihre persönlichen sowie ästhetischen Beziehungen zu Goethe.

4. Goethes Vorstellung von Vertonungen seiner Gedichte- Goethe und seine Haltung zu Schubert: Das Kapitel beschreibt Goethes Ideal der Liedvertonung, das die Struktur des Gedichts wahren sollte, und erklärt, warum der durchkomponierte Stil Schuberts auf Goethes Ablehnung stieß.

Schlüsselwörter

Erster Verlust, Goethe, Schubert, Vertonung, Liedästhetik, Mendelssohn, Reichardt, Zelter, musikalische Interpretation, Gedichtanalyse, Strophenanalyse, Kompositionstechnik, Durchkomponieren, Musikgeschichte, Liedkunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie vier verschiedene Komponisten das Gedicht "Erster Verlust" von Goethe musikalisch interpretiert haben und welche Auswirkungen dies auf die Wahrnehmung des Textes hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Liedästhetik Goethes, die Analyse musikalischer Kompositionstechniken und der Vergleich, wie unterschiedliche musikalische Ansätze mit einer literarischen Vorlage umgehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern die Musik die Interpretation eines Gedichts leiten oder verändern kann und ob die Komponisten den Anforderungen Goethes an eine "symbolische" Liedvertonung gerecht wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse des Gedichttextes mit einer musikwissenschaftlichen Untersuchung der ausgewählten Vertonungen, ergänzt durch einen Vergleich der Partituren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des Gedichts, eine Strophe-für-Strophe-Betrachtung der verschiedenen Vertonungen sowie biografische Porträts der Komponisten und eine Diskussion über Goethes Haltung zu deren Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Goethe-Vertonungen", "Liedästhetik", "Interpretation" und den Namen der beteiligten Komponisten wie "Schubert", "Zelter", "Reichardt" und "Mendelssohn" beschreiben.

Wie unterscheidet sich Schuberts Ansatz von dem von Zelter und Reichardt?

Laut der Autorin neigte Schubert zum "Durchkomponieren" und zu komplexeren Techniken, während Zelter und Reichardt einfacher und "Goethe-naher" komponierten, wodurch der Text bei letzteren klarer im Vordergrund stand.

Warum lehnte Goethe die Art und Weise ab, wie Schubert seine Gedichte vertonte?

Goethe befürchtete, dass durchkomponierte Vertonungen die innere Struktur seiner Gedichte zerstörten und wollte stattdessen eine Melodie, die sich "von selbst" aus dem Text entwickelte und für alle Strophen gültig war.

Welche Bedeutung kommt dem "Cis" in Zelters Vertonung zu?

In Zelters Vertonung fungiert das "Cis" als "home note", um die sich andere Töne bewegen, was den vergeblichen Wunsch nach Flucht aus dem Schmerz musikalisch versinnbildlicht.

Wie geht Mendelssohn mit dem Originaltext um?

Mendelssohn nimmt sich deutlich mehr Freiheiten bei der Textwiederholung und Verlängerung des Gedichts, um es seiner spezifischen musikalischen Struktur anzupassen, was weit über die Länge des Originals hinausgeht.

Fin de l'extrait de 18 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Vertonungen des Goethe-Gedichts: Erster Verlust
Université
University of Graz
Note
1
Auteur
Stéphanie Lüders (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
18
N° de catalogue
V186525
ISBN (ebook)
9783869436487
ISBN (Livre)
9783656993971
Langue
allemand
mots-clé
vertonungen goethe-gedichts erster verlust
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stéphanie Lüders (Auteur), 2008, Vertonungen des Goethe-Gedichts: Erster Verlust , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186525
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint