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Auch wir waren in Arkadien - Italien im deutschen Film der 50er und beginnenden 60er Jahre

Title: Auch wir waren in Arkadien - Italien im deutschen Film der 50er und beginnenden 60er Jahre

Thesis (M.A.) , 1999 , 129 Pages , Grade: 1

Autor:in: Gabriele Vogt (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Mit dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Darstellung von Italien in den
Filmen typisiert und standardisiert ist. Bereits 1959 wird von Hugo Hartung hierzu in
der Reisezeitschrift Merian über die italienische Riviera, die er ”hübsch vollgestopft
mit solchen Vorurteilen” bereist hat, festgestellt:
Daß die Riviera anders sei, wird der skeptische Leser weniger gutwillig hinnehmen.
Bunte Prospekte und Ansichtskarten, jene gefällige Schlagerkonfektion,
die rotem Wein, roten Lippen und blauem Meer immer neue Tonlimonaden
entpreßt, haben zuviel Unheil angerichtet, als daß die Behauptung, die
Riviera könne auch karg und arm, wild und urtümlich sein, bereitwillig geglaubt
werde. Denn soviel weiß jeder Kinogänger von ihr: sie ist der Ort mondänen
Lebensgenusses, wo sich in Palmenparks längs der Küste Kasinos und
Hotelpaläste aus Zuckerguß und Schlagsahne reihen.2
Palmen, blaues Meer und mondäner Lebensgenuß – ob diese und andere Klischees
über Italien vom Film der 50er Jahre (mit-)gebildet werden, soll Leitfrage der Film-
Analyse sein. Die Gewichtung der Untersuchung liegt hierbei auf den Merkmalen, mit
denen das Land und seine Bewohner ausgestattet werden und inwieweit diese ein
einheitliches Bild ergeben.
Nach ausführlicher Beschäftigung mit den Filmen der Zeit zeigt sich, daß Italien als
Thema im Film noch bis ca. 1962/63 eine große Rolle spielt3. Vor allen Dingen stellt
sich heraus, daß die Filme der 60er Jahre ein verändertes Bild von Italien
präsentieren und so eine interessante Erweiterung zu dem Italienbild der 50er Jahre
darstellen. Eng verknüpft mit dieser Entwicklung sind die Reisegewohnheiten der Deutschen,
die eine Überprüfung der ‘oktroyierten‘ Vorstellungen ermöglichen. Interessant ist
insbesondere die Frage, ob die Entwicklung in der Italiendarstellung mit der
Reisegeschichte korrespondiert.
Die pauschale Formulierung ”deutsche Filme” beinhaltet mehrere Einschränkungen.
Zum einen ist der ostdeutsche Film ausgeklammert, da von staatlicher Seite
erheblicher Einfluß auf ihn ausgeübt wurde. [...]

2 H. Hartung: Alessandro geht tanzen. In: Merian. Italienische Riviera, Jg.12, 1959, H. 2, S. 10-13. In :
Gries, Rainer et al.: Gestylte Geschichte: vom alltäglichen Umgang mit Geschichtsbildern. Münster
1989, S. 147
3 Heute sind es gerade die Filme der beginnenden 60er Jahre, die in der derzeitigen Fernsehunterhaltung
am häufigsten wiederholt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswahl des Untersuchungsmaterials

2.1. Erläuterung zur Quellenlage

2.2. Geographische Eingrenzung Italiens

3. Die Deutschen reisen / Italien: Reiseziel Nr. 1

4. Der Schlager

5. Filme mit Italien als Handlungsschauplatz

5.1. Chronologische Auflistung der in Gattungen eingeteilten Filme

5.2. Das Italienbild in den Musikfilmen

5.2.1. Operettenfilme

5.2.2. Revuefilme

5.2.3. Musikalische Lustspiele

5.3. Zusammenfassung

6. Das Italienbild in Filmen ohne Italien-Komplex

6.1. Italien als Thema des Dialogs

6.2. Italienische Personen

6.3. Italien als Lebensstil in Deutschland

7. Entwicklungstendenzen des Italienbildes in den deutschen Filmen bis heute

8. Bella Italia, brutta Italia – das verlorene Paradies

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Darstellung Italiens im deutschen Spielfilm der 1950er und beginnenden 1960er Jahre. Ziel ist es, den Ursprung und die Standardisierung der klischeehaften Italienbilder zu ergründen, die in dieser Ära der ausgeprägten Italiensehnsucht das gesellschaftliche Bewusstsein und die Medienlandschaft prägten.

  • Analyse der Italien-Darstellung in Musik- und Schlagerfilmen sowie Filmen ohne expliziten Italienbezug.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen realen Reisegewohnheiten der Deutschen und filmischen Inszenierungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Mustern der Film- und Schlagerindustrie zur Konstruktion eines "Traumlands Italien".
  • Darstellung der Entwicklung und des Wertewandels des Italienbildes hin zu einem verstärkten Realitätsbezug in den 1960er Jahren.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Blonde Fräulein sitzen in einem kleinen Boot auf dem Meer bei strahlender Sonne und werden dabei besungen von einem liebeshungrigen Italiener mit schwarzem Haar und rot-weißem Ringel-T-Shirt: dieses Bild zählt zu den besonders klischeehaften Vorstellungen über Italien. Weitere Assoziationen sind Venedig und die Gondeln, Capri und die blaue Grotte, die Riviera mit ihren langen Stränden und immerwährender Sonnenschein über tiefblauem Meer. Das Leben ist heiter und unbeschwert, kein Wölkchen trübt den Himmel. Und wenn dann doch eines droht, dann wird es von den musikalischen Einwohnern tapfer besungen, so daß die Wolke nicht dazu kommt, den ganzen Horizont zu verdunkeln, sondern bald wieder azurblauem Himmel Platz macht. Romantische Liebesabenteuer mit glutäugigen Italienern machen den Italien-Aufenthalt zusätzlich erstrebenswert.

Was dem Deutschen das Sauerkraut, sind dem Italiener die Spaghetti: Stereotype Vorstellungen bezüglich Lebensgewohnheiten, Aussehen und Mentalität pressen die verschiedenen Nationalitäten in vorurteilsbeladene Schemata, die selten genauer hinterfragt werden. Thema dieser Arbeit ist es, nach dem Ursprung dieser Bilder zu forschen. Italien bietet sich hier explizit an, da kaum ein anderes Land einen derartig hohen Stellenwert bei den Deutschen erlangt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die tief verwurzelten Italienklischees der 50er Jahre und definiert die Forschungsfrage nach deren Ursprung im Film.

2. Auswahl des Untersuchungsmaterials: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Filmauswahl sowie die Herausforderungen der Quellenbeschaffung.

3. Die Deutschen reisen / Italien: Reiseziel Nr. 1: Ein historischer Abriss über die Entwicklung des modernen Massentourismus und die Etablierung Italiens als Sehnsuchtsort.

4. Der Schlager: Die Rolle der deutschen Unterhaltungsmusik bei der Konstruktion und Festigung eines exotischen Italienbildes wird analysiert.

5. Filme mit Italien als Handlungsschauplatz: Eine tiefgehende Analyse der narrativen Nutzung Italiens in verschiedenen Gattungen wie Musikfilmen und Operetten.

6. Das Italienbild in Filmen ohne Italien-Komplex: Dieses Kapitel untersucht, wie Italien selbst in Filmen als Motiv präsent ist, die inhaltlich nicht im Land spielen.

7. Entwicklungstendenzen des Italienbildes in den deutschen Filmen bis heute: Ein Ausblick auf die Veränderung der Wahrnehmung Italiens im Film bis in die 1990er Jahre.

8. Bella Italia, brutta Italia – das verlorene Paradies: Das Fazit fasst den Wertewandel und das verschwindende Ideal des einst unberührten italienischen Paradieses zusammen.

Schlüsselwörter

Italiensehnsucht, deutscher Film, 50er Jahre, Musikfilm, Schlager, Klischees, Stereotype, Tourismusgeschichte, Filmforschung, Wirtschaftswunder, Italienbild, Massenmedien, Unterhaltungskultur, Reisekultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild Italiens im deutschen Spielfilm der 1950er und beginnenden 1960er Jahre und wie dieses Bild durch Massenmedien geprägt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Themen Reisekultur, die Rolle des Schlagers, die Darstellung des Landes als "Traumparadies" und der Wertewandel in der öffentlichen Wahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Ursprung der verbreiteten Italien-Klischees aufzudecken und zu zeigen, wie der Film das Italienbild der Deutschen aktiv mitgestaltet hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine inhaltliche Analyse des Filmmaterials durchgeführt, ergänzt durch eine Auswertung zeitgenössischer Quellen und Statistiken zur Tourismusgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Filmen mit Italien als Schauplatz, die Analyse von Musikfilmen und die Untersuchung italienischer Motive in Filmen ohne expliziten Italien-Komplex.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Italiensehnsucht, Wirtschaftswunder, Schlagerfilm und Stereotype definieren den Kern der wissenschaftlichen Untersuchung.

Wie veränderte sich das Italienbild in den 60er Jahren?

Das Bild wandelte sich weg vom unberührten Paradies hin zu einer realistischeren, teils kritischeren Wahrnehmung, bedingt durch den zunehmenden Massentourismus.

Warum wurden Koproduktionen bei der Untersuchung ausgeschlossen?

Koproduktionen wurden exkludiert, um eine unverfälschte Analyse der "deutschen Sichtweise" zu gewährleisten, die bei Koproduktionen durch Einflüsse anderer Nationen verzerrt werden könnte.

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Details

Title
Auch wir waren in Arkadien - Italien im deutschen Film der 50er und beginnenden 60er Jahre
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Literatur- und Sprachwissenschaft)
Grade
1
Author
Gabriele Vogt (Author)
Publication Year
1999
Pages
129
Catalog Number
V18659
ISBN (eBook)
9783638229531
Language
German
Tags
Auch Arkadien Italien Film Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriele Vogt (Author), 1999, Auch wir waren in Arkadien - Italien im deutschen Film der 50er und beginnenden 60er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18659
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