Diese Seminararbeit beschreibt die unterschiedliche Entwicklung der Haushaltsbuchführung in Großbritannien und Japan. Abschließend werden die Erkenntnisse, die über die Haushaltsbuchführung dieser beiden Ländern gewonnen wurden miteinander verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Gegenstand, Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Haushaltsbuchführung in Großbritannien
2.1 Die Entwicklung der Familie in der britischen Gesellschaft
2.2 Die meist verbreiteten Vorgehensweisen in der Haushaltsbuchführung
3 Haushaltsbuchführung in Japan
3.1 Die Entwicklung der Familie in der japanischen Gesellschaft
3.2 Das Central Council of Savings Information (CCSI) und die Sparbewegung
3.3 Die drei Entwicklungsphasen der Haushaltsbuchführung in Japan
4 Vergleich der Haushaltsbuchführung in Großbritannien und Japan
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die unterschiedlichen Ausprägungen von haushaltsökonomischen Selbstinformationssystemen in Großbritannien und Japan. Das primäre Ziel ist es, kulturelle und gesellschaftliche Einflüsse auf die Haushaltsbuchführung sowie die daraus resultierenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten im privaten Finanzmanagement darzustellen.
- Kulturelle Determinanten der privaten Finanzverwaltung
- Die Rolle der Familie und sozio-demografische Veränderungen
- Methoden und Techniken der Haushaltsbuchführung (Budgeting, Record-keeping, Decision making)
- Einfluss staatlicher Institutionen und Förderprogramme (z.B. CCSI in Japan)
- Historische Entwicklung der Haushaltsführung im 20. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
Die meist verbreiteten Vorgehensweisen in der Haushaltsbuchführung
Die Haushaltsbuchführung in der britischen Familie ist in der Regel die Aufgabe der Frau. Veröffentlichungen wie das „Good Housekeeping Diary and Account Book“ sprechen meist einen Leserkreis mittleren Bildungsstandes, mittleren Alters und gut informierter Frauen an (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 452). Nach Llewellyn und Walker werden in den meisten Ratgebern zur Haushaltsbuchführung Praktiken empfohlen, die aus der männlich dominierten freien Wirtschaft stammen, da es scheint, als sei es sinnvoll diese für den Privathaushalt zu übernehmen. Diese Empfehlungen sind typisch für die 70er Jahre.
Da die Buchführung in den Unternehmen allerdings sehr rational verläuft, wird dies auch indirekt auf den Privathaushalt übertragen. Dabei wird übersehen, dass das Familienbudget meist eine sehr emotionale Art des Geldes ist, über dessen Verwendung innerhalb der Familien oft viel diskutiert wird (vgl. Llewellyn/Walker, 2000, S. 456/457). Aufgrund dieser Emotionalität stellt es sich im Allgemeinen als außerordentlich schwierig dar, von den Familien oder Paaren eine Auskunft über ihre Finanzen zu erhalten. Dieses Thema gilt, wie das Thema Sexualität, oft als Tabu (vgl. Pahl, 2000, S. 502).
Nach den Ergebnissen der Untersuchungen von Pahl betreiben nur etwa 25% der Paare in Großbritannien eine formale Buchführung. Dabei ist es unterschiedlich, ob die Verantwortung nur einer der Partner trägt, oder ob sie geteilt wird. Bei etwa einem Drittel der Paare werden die Finanzen alleine von der Frau verwaltet und bei einem Sechstel alleine vom Mann. Ein kleiner, aber steigender Anteil der Paare hält die Finanzen getrennt, als seien sie zwei individuelle Haushalte. Hervorzuheben ist, dass eher die Frauen das Geld verwalten, wenn es nur in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Ist der Mann in einer höheren Stellung beschäftigt und der Alleinverdiener, verwaltet eher er das Geld und übergibt die Verantwortung für einen Teil des Geldes der Frau (vgl. Pahl, 2000, S. 503/504).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Gegenstand, Zielsetzung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Haushaltsbuchführung ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der vergleichenden Analyse.
2 Haushaltsbuchführung in Großbritannien: Das Kapitel beleuchtet die britische Familienstruktur und analysiert anhand der Studie von Doolin und Northcott die gängigen Techniken der Haushaltsbuchführung.
3 Haushaltsbuchführung in Japan: Hier wird der Einfluss der traditionellen Familienstruktur sowie die staatliche Förderung durch das CCSI auf die Entwicklung der Haushaltsbuchführung in Japan detailliert betrachtet.
4 Vergleich der Haushaltsbuchführung in Großbritannien und Japan: Dieses Kapitel arbeitet die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden untersuchten Systeme heraus.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Selbstinformationssysteme beider Länder.
Schlüsselwörter
Haushaltsbuchführung, Großbritannien, Japan, Selbstinformationssysteme, Familienbudget, Haushaltsmanagement, Budgeting, Haushaltswissenschaft, Finanzplanung, CCSI, Haushaltsökonomie, Privathaushalte, Konsumökonomik, Familiensoziologie, Ressourcenökonomik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Praxis der Haushaltsbuchführung und wie Privathaushalte in Großbritannien und Japan ihre Finanzen organisieren und planen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den kulturellen Hintergründen der Haushaltsführung, den verwendeten Methoden zur Budgetierung sowie dem Einfluss sozio-demografischer Veränderungen auf das private Finanzmanagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Einblick in internationale Unterschiede der Selbstinformationssysteme zu geben und zu verstehen, wie unterschiedliche gesellschaftliche Traditionen die Buchführungspraktiken prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die qualitative Studien und Datenreihen von Ökonomen wie Doolin, Northcott, Pahl sowie Komori und Humphrey auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorgehensweisen in Großbritannien, beleuchtet die drei Entwicklungsphasen in Japan unter Einbeziehung des CCSI und stellt diese Ergebnisse gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Haushaltsbuchführung, Selbstinformationssysteme, Budgeting, Familienplanung und die sozio-ökonomische Einbettung privater Finanzen.
Welche Rolle spielt das CCSI für die japanische Haushaltsführung?
Das CCSI (Central Council of Savings Information) fungiert in Japan als staatlich unterstützte Organisation, die durch Wettbewerbe und Lehrmaterialien die Haushalte zur Buchführung motiviert und damit zur wirtschaftlichen Stabilität beiträgt.
Wie unterscheidet sich die Motivation zur Buchführung zwischen Japan und Großbritannien?
In Japan wird die Buchführung aktiv durch staatliche Programme und Wettbewerbe gefördert, während für Großbritannien keine vergleichbaren, institutionalisierten Motivationsquellen für die breite Bevölkerung identifiziert werden konnten.
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- Miriam Herr (Author), 2007, Haushaltsökonomische Selbstinformationssysteme - Internationale Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186642