Im folgenden Text wird die Anerkennung der Ureinwohner Chiles, vor allem der Mapuche und der Rapa Nui untersucht und deren Umstände von dem präkolumbischen Zeitraum bis zur Gegenwart dargelegt. In dieser literarischen Arbeit wird neben der Geschichte auf die konstitutionelle, juristische und soziale Stellung der Ureinwohner eingegangen. Es geht hervor, dass es in Chile von 1970 – 73 unter einer sozialistischen Regierung und seit 1990 leichte Besserungen für die Ureinwohner gegeben hat. Trotz Rückschlägen kann man in den letzten zwei Dekaden eine stetig gestiegene Akzeptanz und Anerkennung der Ureinwohner seitens der chilenischen Gesellschaft erkennen. Diese beinhalten aber keine Gleichberechtigung und konstitutionelle Verankerungen neuer Gesetze, um die Rechte der Ureinwohner auf Zeit zu schützen. Es ist ebenso fraglich, ob es zukünftig eine bedingungslose Anerkennung geben kann. Denn jahrhunderte währende Konflikte und Charaktereigenschaften, welche die chilenische Gesellschaft seit der Einführung der Volksherrschaft entwickelten , stehen im Wege.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Begründung und Eingrenzung des Themas
Hauptteil
Historisch-ethnographischer Hintergrund
Die Rapa Nui
Informationen über die Osterinsel
Theorien über die Osterinsel
Werner Wolff's Theorie
Barry Fell's Theorie
Erich von Däniken's Theorie
Jared Diamond's Theorie
Geschichte der Osterinsel bis 1888
Die Mapuche
Allgemeine Informationen über die Mapuche
Geschichte der Mapuche
Die präkolumbische Zeit
Die „Eroberung“ Chiles
Arauco – Krieg
Kolonialzeit
Die Unbezwingbarkeit der Mapuche
Die konstitutionelle, juristische und soziale Stellung der Ureinwohner
Die Unabhängigkeit
Konsolidierung und territoriale Expansion (1818 – 1891)
Auswirkungen dieser Zeit auf die Mapuche
Auswirkungen dieser Zeit auf die Rapa Nui
Von einer parlamentarischen zu einer sozialistischen Republik (1891 – 1932)
Auswirkungen dieser Zeit auf die Mapuche
Auswirkungen dieser Zeit auf die Rapa Nui
Von der „Verteidigung des Präsidentialsystems“, bis Salvador Allende (1932 – 1973)
Auswirkungen dieser Zeit auf die Mapuche
Auswirkungen dieser Zeit auf die Rapa Nui
Die Diktatur unter Augusto Pinochet (1973 – 1990)
Auswirkungen dieser Zeit auf die Mapuche
Auswirkungen dieser Zeit auf die Rapa Nui
Volksherrschaft in Chile 1990 - 2009
Das politische Geschehen von 1990 – 2009
Veränderungen der Chilenen seit Beginn der Volksherrschaft
Auswirkungen dieser Zeit auf die Ureinwohner
Auswirkungen dieser Zeit auf die Mapuche
Auswirkungen dieser Zeit auf die Rapa Nui
Aktuelle Lage der Ureinwohner in Chile
Schlussteil
Schlussbemerkung
Bibliografie
Buchquellen
Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und aktuelle Situation sowie die Anerkennung der Ureinwohner Chiles, wobei der Fokus auf den Mapuche und den Rapa Nui liegt. Ziel ist es, die sozioökonomische und rechtliche Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppen in einer Längsschnittstudie vom präkolumbischen Zeitraum bis zur Gegenwart kritisch zu beleuchten.
- Historische und ethnographische Analyse der Mapuche und Rapa Nui.
- Untersuchung der konstitutionellen, juristischen und sozialen Stellung der Ureinwohner durch verschiedene politische Epochen.
- Evaluierung der Auswirkungen von Staatsmodellen und Regierungswechseln auf die indigene Bevölkerung.
- Bewertung der aktuellen Lage der Ureinwohner im Kontext der chilenischen Gesellschaft und Regierungspolitik.
Auszug aus dem Buch
Die Rapa Nui
Die Osterinsel, eine Provinz Chiles, ist einer der meist abgelegenen Orte der Welt. Die unmittelbaren Nachbarn dieser Insel sind nach Osten gerichtet die Hauptstadt Chiles, Santiago, mit einer Entfernung von 3.790 km und nach Westen die Pitcairninseln, welche 1.600 km entfernt liegen. Die Insel wurde an Ostern im Jahre 1722 von Admiral Roggeveen und somit auch von der westlichen Welt entdeckt. Wegen des Tages der Entdeckung bekam diese Insel ihren noch heute gültigen Namen – Osterinsel (Dr. McCall 1995) (Brookman 2007).
Die Ureinwohner, welche den ebenso gültigen Namen der Insel Rapa Nui tragen, haben diesen erst in den 1860ern bekommen, als Seeleute aus Tahiti auf die Insel kamen und eine Ähnlichkeit mit der in Französisch-Polynesien liegenden Insel Rapa, oder heutzutage auch häufig Rapa Iti genannt, erkannten (Brookman 2007). Die ersten polynesischen Siedler der Insel nannten diese auch Te Pito O Te Henua, was soviel wie der Nabel der Welt bedeutet.
Während der letzten nationalen Volkszählung in Chile im Jahre 2002 haben sich 4.650 Menschen als Rapa Nui bezeichnet. Von diesen leben die meisten auf der Osterinsel und einige wenige auf dem chilenischen Festland oder in Tahiti (Minority Rights Group International 2008).
Die Insel hat hauptsächlich durch die moai (kolossale Steinköpfe auf der Osterinsel) und den ahu (Steinplatten auf denen die moais stehen), weltweite Bekanntheit erlangt. Wegen ihrer Größe und ihres Gewichtes haben diese Bau- und Kunstwerke schon immer zu dem Mysterium, welches die Osterinsel umgibt, beigetragen. Über die Jahre hinweg gab es daher auch viele Irritationen und Meinungsverschiedenheiten, was die Insel, die Herkunft der Rapa Nui und die Erbauung der moais betrifft (vgl. Brookman 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
Historisch-ethnographischer Hintergrund: Dieses Kapitel legt die wissenschaftliche Basis, indem es die Herkunft und Geschichte der Rapa Nui und der Mapuche von der Besiedlung bis zur frühen Neuzeit analysiert.
Die konstitutionelle, juristische und soziale Stellung der Ureinwohner: Hier wird der Prozess der politischen Integration und Marginalisierung der Ureinwohner in Chile durch verschiedene Epochen, von der Kolonialzeit bis zur Volksherrschaft, detailliert nachgezeichnet.
Schlussbemerkung: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenderen historischen Bewusstseins, um das Verhältnis zwischen der chilenischen Gesellschaft und ihren Ureinwohnern nachhaltig zu verbessern.
Schlüsselwörter
Chile, Mapuche, Rapa Nui, Ureinwohner, Kolonialgeschichte, soziale Stellung, Landrechte, Anerkennung, Volksherrschaft, Pinochet-Diktatur, Kultur, Ethnographie, Minderheitenrechte, politische Entwicklung, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die rechtliche Situation und die soziale Stellung der Ureinwohner Chiles (Mapuche und Rapa Nui) von der Zeit vor der europäischen Kolonisierung bis in das Jahr 2009.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die historische Identität der indigenen Gruppen, ihr politischer Kampf um Anerkennung, der Einfluss staatlicher Gesetze und gesellschaftlicher Strukturen auf ihre Lebensbedingungen sowie die Auswirkungen von Regierungswechseln.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, die komplexe Dynamik zwischen dem chilenischen Staat und den Ureinwohnern aufzuzeigen und zu ergründen, warum eine vollständige Anerkennung und Integration bis heute problematisch bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Längsschnittstudie, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung dokumentarischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ethnographische Hintergrundbetrachtung beider Gruppen sowie in eine chronologische Analyse ihrer juristischen und sozialen Stellung unter verschiedenen politischen Systemen (Kolonialzeit, Unabhängigkeit, Pinochet-Diktatur, Moderne).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Chile, Mapuche, Rapa Nui, Anerkennung, indigene Völker, Menschenrechte und historische Entwicklung beschreiben.
Welche Rolle spielt die Osterinsel in der Arbeit?
Die Osterinsel (Rapa Nui) dient als eines der zwei Fallbeispiele, um die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und die spezifischen Herausforderungen im Umgang mit dem chilenischen Staat und dem Tourismus zu verdeutlichen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Landrückgabe"?
Der Autor argumentiert, dass eine reine Landrückgabe nicht als alleinige Lösung für die Armutsproblematik der Ureinwohner genügt, da es oft an finanziellen Mitteln zur Bewirtschaftung mangelt und ganzheitlichere gesellschaftliche Ansätze notwendig sind.
- Citation du texte
- Hannes Goth (Auteur), 2009, Anerkennung der Ureinwohner Chiles am Beispiel der Mapuche und Rapa Nui - eine Längsschnittstudie von der Vorkolonialzeit bis heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186663