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Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem und die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg

Title: Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem und die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg

Diploma Thesis , 2009 , 103 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Natascha Serra (Author)

Social Work
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Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem und die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg? Wie komme ich dazu, einen solchen Titel für meine Diplomarbeit zu wählen?
Soziale Arbeit zu studieren war mein Traum. Diesen Traum habe ich in der Realität von Praktika, in denen SozialarbeiterInnen ungerechte Gegebenheiten einfach hinnehmen sollen und der sich immer wiederholenden Rechtfertigungshaltung meiner Person gegenüber Anderen hinterfragen müssen. Wozu sind SozialarbeiterInnen eigentlich da?? Was machen sie? Was bewirken sie? Was ist ihr Auftrag? Ich sehe den Hauptauftrag Sozialer Arbeit darin soziale Ungerechtigkeit, soziale Differenzen aufzudecken, zu benennen und die Reflexion über diese Ungleichheit einzuleiten, um Veränderungen zu bewirken.

Zunächst müssen sich SozialarbeiterInnen fragen: Was ist los? Es kann nicht sein, dass in der Realität eines Einwanderungslandes wie Deutschland eine so deutliche Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gegenüber ihren MitschülerInnen ohne Migrationshintergrund zu verzeichnen ist...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Thematik

2.1 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

2.2 Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem

2.3 Die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg

3. Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

3.1 Vorschulische Institutionelle Betreuung, Einschulung

3.2 Grundschule, Übergang in die Sekundarstufe

3.3 Sekundarstufe, Schulabschlüsse

3.4 Sonderschule

3.5 Fazit

4. Monokulturelle Normierungsanstalt Schule

4.1 Assimilation

4.2 Homogenität versus Heterogenität

4.2.1 Nichtbeachtung von Unterschieden

4.2.2 Curricula

4.3 SchülerInnen mit Migrationshintergrund im Teilsystem Schule

4.4 Fazit

5. Distributionsmechanismen zur aktiven Produktion institutioneller Diskriminierung

5.1 Konstruktionen von Homogenität und „Normschülern“

5.2 Rahmenbedingungen und Argumentationen für Entscheidungsverhalten

5.2.1 Einschulung

5.2.1.1 Separate Vorbereitungsklassen zum Spracherwerb

5.2.1.2 Schulkindergarten zum Spracherwerb

5.2.1.3 Feststellung der allgemeinen Schulfähigkeit

5.2.1.4 (fehlende) Kindergartenzeiten

5.2.1.5 Soziales Lernen

5.2.1.6 Kulturelle Segregation und Integrationswilligkeit der Eltern

5.2.1.7 Mitarbeit der Eltern

5.2.1.8 Zusammenfassung

5.2.2 Überweisung auf Sonderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen

5.2.2.1 Mangelnde Überprüfung der muttersprachlichen Fähigkeiten

5.2.2.2 Sonderschulüberweisungen aus Vorbereitungs-, Förder- oder Auffangklassen

5.2.2.3 Generalisierte Lernstörung

5.2.2.4 Migration als psychosozialer Belastungsfaktor

5.2.2.5 Kulturelle Segregation und mangelnde Integration

5.2.2.6 Islam und Koranschule als Ursache von Lernversagen

5.2.2.7 Zusammenfassung

5.2.3 Übergang in die Sekundarstufe

5.2.3.1 Überweisung aus Auffang-, Förder- und Vorbereitungsklassen auf die Hauptschule

5.2.3.2 Hauptschule als „Restschule“

5.2.3.3 Perfekte Deutschkenntnisse versus latente Sprachdefizite

5.2.3.4 Die zweite Fremdsprache

5.2.3.5 Herunterstufen und pauschale Gesamtschulempfehlung

5.2.3.6 „Häusliche Lernbedingungen“ und „Mitarbeit der Eltern“

5.2.3.7 Zusammenfassung

5.2.4 Fazit

5.3 Positive Diskriminierung

5.4 SchülerInnen mit Migrationshintergrund als Belastungsfaktor

5.5 Fazit

6. Spracherwerb als Sozialisationsauftrag des deutschen Bildungssystems

6.1 PISA und Co

6.2 Integration durch Sprache

6.2.1 Der Nationale Integrationsplan

6.2.1.1 Unterstützung von Sprachentwicklung und Spracherwerb durch die Eltern

6.2.1.2 Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegen

6.2.1.3 Durchgängige sprachliche Bildung im Übergang Kindergarten-Schule

6.2.2 Spracherwerb als unhinterfragte Handlungsmaxime

6.3 Fazit

7. Multilinguale Kinder im Bildungssystem

7. 1 Deutsch als Zweitsprache

7.2 Defizitorientierung versus Kompetenzförderung

7.3 Sprachliche Kompetenz zum Erwerb von Bildungsqualifikationen

7.4 Fazit

8. Die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg

9. Konsequenzen für die Soziale Arbeit

9.1 theoretische Grundlagen

9.1.1 Lebensweltorientierung nach Thiersch

9.1.2 Subjektorientierung nach Winkler

9.1.3 Teilsystem Schule nach Hansen

9.1.4 Ressourcenorientierung nach Staub-Bernasconi

9.1.5 Fazit

9.2 Möglichkeiten und Grenzen der Schulsozialarbeit

9.4 Ausblick

9.4.1 Eine Nicht-Diskriminierende Schule

9.4.2 Koedukation

9.4.3 „Deutschlandkunde“

9.4.4 Fazit

10. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht die institutionelle Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie schulische Strukturen, Selektionsmechanismen und die Instrumentalisierung der deutschen Sprache zu Bildungsbenachteiligungen führen, und Lösungsansätze aus Sicht der Sozialen Arbeit zu entwickeln.

  • Institutionelle Diskriminierung im deutschen Bildungswesen
  • Die selektive Funktion des Schulsystems und das Konstrukt „Normschüler“
  • Die Rolle der Sprache als Integrations- und Ausgrenzungsfaktor
  • Bildungsbeteiligung und Bildungsungleichheit
  • Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Grundschule, Übergang in die Sekundarstufe

Die Grundschule diene neben dem Erwerb von Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen, vorrangig den Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung und der Allgemeinbildung. Die Grundschule ist auch Entscheidungsstelle für den Besuch weiterführender Schulen und sieht ihre Aufgabe darin nach vier, beziehungsweise sechs Jahren für jedes Kind den individuell richtigen Platz im viergliedrigem Schulsystem zu finden. Diese folgenreichen Zuweisungen entscheiden über die weiteren Bildungskarrieren der Kinder.

Ein Aspekt, der eine Differenzierung der Bildungsbeteiligung in der Grundschule schwierig macht, ist die allgemeine Schulpflicht. Jedes in Deutschland lebende Kind hat die Pflicht ab dem sechsten Lebensjahr eine reguläre Schule zu besuchen. Demnach können formal in der Beteiligung keine Nachteile gegenüber Kindern ohne Migrationshintergrund festgestellt werden.

Eine ungleiche Verteilung ist in den Übergängen von der Grundschule in die Sekundarstufe festzustellen. Der Übergang von der Primar in die Sekundarstufe ist insofern als überaus wichtige Bildungsentscheidung zu sehen, da sie die gesamte Schullaufbahn eines Kindes fortan prägt, da die verschiedenen Sekundarschultypen bieten unterschiedliche Qualifizierungen und Bildungsabschlüsse an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und die Relevanz der Untersuchung institutioneller Diskriminierung im Bildungssystem angesichts der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund.

2. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Migration und setzt sich kritisch mit dem Konzept der institutionellen Diskriminierung innerhalb der Bildungslandschaft auseinander.

3. Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Das Kapitel analysiert statistische Daten zur Bildungsbeteiligung vom vorschulischen Bereich über die Grundschule bis hin zu Sekundarschulabschlüssen und Sonderschulen.

4. Monokulturelle Normierungsanstalt Schule: Hier wird die Schule als Institution untersucht, die durch Assimilationsdruck und eine monokulturelle Ausrichtung Heterogenität als Störfaktor behandelt.

5. Distributionsmechanismen zur aktiven Produktion institutioneller Diskriminierung: Eine tiefgehende Analyse der Mechanismen, mit denen Akteure des Bildungssystems durch Selektion und Zuschreibungen Kinder mit Migrationshintergrund ausgrenzen.

6. Spracherwerb als Sozialisationsauftrag des deutschen Bildungssystems: Dieses Kapitel kritisiert die Instrumentalisierung der deutschen Sprache als bloßes Integrations- und Selektionskriterium im Kontext des Nationalen Integrationsplans.

7. Multilinguale Kinder im Bildungssystem: Die Autorin thematisiert den Umgang mit Mehrsprachigkeit, die häufig als Defizit statt als Potenzial begriffen wird, und die Auswirkungen auf den Bildungserfolg.

8. Die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg: Zusammenfassende Betrachtung der hohen Relevanz der deutschen Sprache als selektives Kriterium für den weiteren Bildungsweg.

9. Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden theoretische Konzepte wie die Lebensweltorientierung vorgestellt, um Möglichkeiten für eine nicht-diskriminierende Schulpraxis und die Rolle der Schulsozialarbeit zu formulieren.

10. Schlussbemerkung: Ein Resümee der Arbeit, das die Notwendigkeit unterstreicht, die institutionellen Ursachen von Benachteiligung statt nur individuelle Defizite in den Fokus zu rücken.

Schlüsselwörter

Institutionelle Diskriminierung, Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Soziale Arbeit, Integration, Assimilation, Schulerfolg, Spracherwerb, Normierungsanstalt, Selektion, Mehrsprachigkeit, Bildungsbeteiligung, Schulsystem, Heterogenität, Bildungsgerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die institutionelle Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund innerhalb des deutschen Bildungssystems und analysiert, wie schulische Strukturen Bildungsungleichheit aktiv produzieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ungleiche Bildungsbeteiligung, die selektiven Mechanismen bei Übergängen, die Rolle der deutschen Sprache als Integrations- und Ausgrenzungsinstrument sowie die Verantwortung der Schule gegenüber einer heterogenen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die verborgenen Mechanismen der Diskriminierung aufzudecken, die Schule als Teilsystem kritisch zu hinterfragen und Handlungskonzepte für die Soziale Arbeit zu erarbeiten, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung bestehender Studien (u.a. von Gomolla und Radtke, Diefenbach, PISA) zur Bildungsbeteiligung und institutionellen Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die selektiven Prozesse im Bildungssystem (Einschulung, Sonderschulüberweisung, Sekundarstufenübergang) detailliert analysiert sowie die Rolle von Sprache und der Normvorstellung eines „Normschülers“ beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind institutionelle Diskriminierung, Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Soziale Arbeit, Assimilation, Selektion und Schulerfolg.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der deutschen Sprache?

Die Autorin kritisiert, dass Sprache nicht als bildungsfördernde Ressource, sondern als unhinterfragte Handlungsmaxime und Instrument zur Legitimierung von Selektion und Ausgrenzung missbraucht wird.

Welche Rolle spielt die Schulsozialarbeit laut der Autorin?

Schulsozialarbeit wird als kritisches Korrektiv gesehen, das Strukturen hinterfragen, Partizipation fördern und Lehrkräfte zur Selbstreflexion anregen soll, statt nur individuelle Defizite bei den Schülern zu verwalten.

Was bedeutet der Begriff „Normierungsanstalt Schule“ in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt eine Schule, die von einer homogenen Norm ausgeht und jede Abweichung davon – etwa durch eine andere Sprache oder Kultur – als defizitär markiert und sanktioniert.

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Details

Title
Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem und die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg
College
Wiesbaden University of Applied Sciences
Grade
1.3
Author
Natascha Serra (Author)
Publication Year
2009
Pages
103
Catalog Number
V186681
ISBN (eBook)
9783656996033
ISBN (Book)
9783869433592
Language
German
Tags
institutionelle diskriminierung bildungssystem bedeutung sprache schulerfolg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natascha Serra (Author), 2009, Institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem und die Bedeutung der Sprache für den Schulerfolg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186681
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