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Entwicklung von Sprachkompetenz - Auswirkungen von frühem Bilingualismus

Título: Entwicklung von Sprachkompetenz - Auswirkungen von frühem Bilingualismus

Trabajo Escrito , 2007 , 40 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Das Thema Mehrsprachigkeit wird immer wieder sehr kontrovers diskutiert. Lange Zeit belegten Studien unterschiedlichste negative Auswirkungen bilingualen Aufwachsens. Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen wurde häufig mit Spracherwerbsverzögerungen, Sprachverwirrung, Überforderung, negativen Auswirkungen auf die allgemeine kognitive Entwicklung sowie die Intelligenz und mit einer erhöhten Gefahr für Identitätskonflikte in Verbindung gebracht. In einer späteren Phase wurde Mehrsprachigkeit extrem positiv betrachtet und es wurden Mehrsprachigen bessere kognitive Fähigkeiten, höhere Intelligenz sowie eine gesteigerte Kreativität zugeschrieben. Auch diese Behauptungen wurden durch Studien unterstützt (vgl. Belliveau, 2002). Andere Autoren postulieren heute, dass gar keine besonderen Unterschiede zwischen Monolingualen und Mehrsprachigen bestünden. Dies begründen sie damit, dass selbst Einsprachige nicht wirklich nur über einen sprachlichen Code verfügen, sondern sich je nach Situation unterschiedlicher Ausdrucksweisen bedienen oder auch Dialekte sprechen, die sich teilweise mehr von der Standardsprache unterscheiden als nahverwandte Sprachen (vgl. Fabbro, 1999, S. 104).
Eine stark diskutierte Frage ist zudem, wie mehrere Sprachen in einem Gehirn repräsentiert und verarbeitet werden und ob bzw. ab wann mehrsprachige Kinder über getrennte Sprachsysteme verfügen. Auch hierzu wurden unterschiedliche Theorien aufgestellt.
Diese Arbeit widmet sich dem frühen, simultanen Bilingualismus und seinen Auswirkungen auf den Spracherwerbsprozess sowie die allgemeine kognitive Entwicklung. Zudem befasst sie sich mit der Frage nach der Verarbeitung und Speicherung mehrerer Sprachen in einem Gehirn. In Kapitel 2 dieser Arbeit wird zunächst Sprachkompetenz definiert und die einzelnen zu erwerbenden Teilkompetenzen vorgestellt. Anschließend wird ein allgemeiner Überblick über die Entwicklung von Sprachkompetenz gegeben. Auf den Schriftspracherwerb und die Entwicklung von Lesekompetenz wird in dieser Arbeit nicht eingegangen. Im dritten Kapitel werden wichtige Aspekte zur frühen Bilingualität dargestellt. Kapitel 4 befasst sich mit dem Spracherwerb im Falle früher Bilingualität und dem Zusammenhang mit der allgemeinen kognitiven Entwicklung. In der Schlussbetrachtung werden die Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick gegeben, welche Bereiche weiter erforscht werden müssen, um genauere Aussagen über den doppelten Erstspracherwerb und die Zusammenhänge mit anderen kognitiven Kompetenzen treffen zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spracherwerb

2.1 Sprachkompetenz / Sprachkompetenzen

2.2 Neurologische Grundlagen

2.3 Vorausläuferfähigkeiten und sprachliche Umwelt

2.3.1 Wahrnehmungsbezogene Vorausläuferfähigkeiten

2.3.2 Sozial-kognitive Vorausläuferfähigkeiten

2.3.3 Kognitive Vorausläuferfähigkeiten

2.3.4 Rolle der sprachlichen Umwelt

2.4 Kritische Phase des Spracherwerbs?

2.5 Entwicklung lexikalischer Kompetenz

2.6 Entwicklung grammatikalischer Kompetenz

2.7 Entwicklung metalinguistischer Kompetenz

3 Früher Bilingualismus

3.1 Einstellungswandel und Untersuchungsproblematik

3.2 Neurologische Aspekte früher Bilingualität

3.3 Sprachkontakte

3.4 Ein oder zwei Sprachsysteme?

3.4.1 Ein-System-Hypothese

3.4.2 Zwei-System-Hypothese

3.4.3 Kombination aus Ein- und Zwei-System-Hypothese

4 Spracherwerb bei frühem Bilingualismus

4.1 Entwicklung lexikalischer Kompetenz

4.2 Entwicklung grammatikalischer Kompetenz

4.3 Entwicklung metalinguistischer Kompetenz und zweisprachigen Bewusstseins

4.4 Früher Bilingualismus und kognitive Entwicklung

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den frühen, simultanen Spracherwerb von zwei Sprachen bei Kindern sowie dessen Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung. Dabei wird analysiert, wie diese Sprachen im Gehirn repräsentiert werden und ob von Beginn an getrennte oder zunächst ein gemeinsames Sprachsystem vorliegen, wobei die Arbeit kritisch beleuchtet, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Prozess des doppelten Erstspracherwerbs gesichert sind.

  • Grundlagen des monolingualen und bilingualen Spracherwerbs
  • Neurologische Repräsentation und Verarbeitung mehrerer Sprachen
  • Debatte um die Ein-System- versus Zwei-System-Hypothese
  • Zusammenhang zwischen frühem Bilingualismus und kognitiver Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Ein-System-Hypothese

Viele Autoren gehen davon aus, dass bilinguale Kinder ihre Sprachen erst etwa im Alter von zwei Jahren trennen und zuvor über ein gemeinsames System für beide Sprachen verfügen. Argumentiert wird meist mit Sprachmischungen auf lexikalischer und syntaktischer Ebene zu Beginn des Spracherwerbs. Verschiedene Studien unterstützen diese Annahme, wobei die Sprachmischungen mit fortschreitender Entwicklung abnehmen und erst das Auftreten metalinguistischer Äußerungen als Zeichen dafür betrachtet wird, dass getrennte Systeme aufgebaut worden seien (vgl. Belliveau, 2002, S. 30 ff.). Die Schlussfolgerungen, die aus den Studien gezogen wurden, sind fragwürdig, da oft nicht beachtet wurde, dass die Mischungen eine Überlagerung durch die dominante Sprache und somit kein beliebiges Mischen darstellten.

Die Abnahme der Mischungen könnte daher eher mit der verbesserten Kenntnis in der schwächeren Sprache erklärt werden, als dass es als Indiz für die Ein-System-Hypothese gelten muss (vgl. Belliveau, 2002, S. 167).

Auch Volterra und Taeschner (1978) gingen von der Ein-System-Hypothese aus und entwickelten ein Drei-Phasen-Modell, welches den frühen Entwicklungsverlauf simultan bilingualer Kinder als einen phasenweisen linguistischen Entwicklungsprozess beschreibt (vgl. Belliveau, 2002, S. 41).

In der ersten Phase gebrauchen Kinder dem Modell zufolge Worte aus beiden Sprachen, wobei noch kaum Äquivalente, d.h. korrespondierende Worte in beiden Sprachen, vorkommen. Sind Worte in beiden Sprachen bekannt, so werden diese noch nicht synonym verwendet, womit sie für die Kinder zunächst etwas Unterschiedliches bezeichnen. Solche semantischen Abweichungen treten auch bei der Synonymbildung einsprachiger Kinder auf (vgl. Belliveau, 2002, S. 41 f.). Beispielsweise könnte ein Kind zwar bereits die Worte „Hund“ und „dog“ verwenden, jedoch mit ersterem Hunde allgemein bezeichnen und „dog“ nur für den eigenen Hund verwenden. Am Ende der ersten Phase sind Kinder nach diesem Modell in der Lage, Worte von einer in die andere Sprache zu übersetzen (vgl. Belliveau, 2002, S. 34).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den kontroversen Diskurs über Mehrsprachigkeit und definiert das Ziel, den frühen simultanen Bilingualismus sowie dessen Auswirkungen auf den Spracherwerb und die kognitive Entwicklung zu untersuchen.

2 Spracherwerb: Dieses Kapitel definiert Sprachkompetenz und deren Teilbereiche, erläutert die neurologischen Grundlagen sowie die entscheidenden Vorausläuferfähigkeiten und Umwelteinflüsse, die den Spracherwerb ermöglichen.

3 Früher Bilingualismus: Das Kapitel diskutiert Definitionen von Zweisprachigkeit, den Wandel in der wissenschaftlichen Einstellung, die neurologische Verarbeitung im bilingualen Gehirn sowie die Debatte über die Organisation in Ein- oder Zwei-Systemen.

4 Spracherwerb bei frühem Bilingualismus: Es wird analysiert, wie sich lexikalische, grammatikalische und metalinguistische Kompetenzen bei simultan zweisprachigen Kindern entwickeln und welche Rolle die kognitive Entwicklung dabei spielt.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über den bilingualen Spracherwerb, stellt die Widersprüchlichkeiten in der Forschung dar und betont die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen unter verbesserten methodischen Bedingungen.

Schlüsselwörter

Früher Bilingualismus, simultaner Spracherwerb, Sprachkompetenz, Ein-System-Hypothese, Zwei-System-Hypothese, kognitive Entwicklung, Erstspracherwerb, metalinguistische Kompetenz, Sprachmischung, Code-Switching, neurologische Grundlagen, Sprachmodul, Spracherwerbsforschung, Bilingualität, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Auswirkungen des frühen, simultanen Bilingualismus auf den Spracherwerbsprozess und die allgemeine kognitive Entwicklung von Kindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit thematisiert Sprachkompetenzen, neurologische Grundlagen der Sprachverarbeitung, verschiedene Spracherwerbstheorien sowie die Unterscheidung zwischen Ein- und Zwei-System-Hypothesen beim bilingualen Aufwachsen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, zu analysieren, wie Kinder zwei Sprachen gleichzeitig erwerben, ob und wie diese Sprachen im Gehirn organisiert sind und welche kognitiven Folgen sich daraus ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit vorhandener Fachliteratur und psychologischen Studien, um den aktuellen Forschungsstand zum doppelten Erstspracherwerb kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen des Spracherwerbs definiert, gefolgt von der speziellen Betrachtung des frühen Bilingualismus, neurologischer Aspekte und der detaillierten Untersuchung lexikalischer, grammatikalischer sowie metalinguistischer Entwicklungsverläufe bei bilingualen Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Früher Bilingualismus, simultaner Spracherwerb, kognitive Entwicklung, Ein-System-Hypothese, Zwei-System-Hypothese und Sprachkompetenz.

Welche Rolle spielt die Ein-System-Hypothese in der Untersuchung?

Sie beschreibt die Theorie, dass bilinguale Kinder anfangs über ein gemischtes Sprachsystem verfügen, bevor sie dieses später in getrennte Systeme für jede Sprache aufteilen.

Was besagt die Zwei-System-Hypothese laut der Arbeit?

Sie geht davon aus, dass von Beginn an zwei getrennte Sprachsysteme vorliegen, die unabhängig voneinander nach ähnlichen Prinzipien wie bei monolingualen Kindern erworben werden.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung lexikalischer Kompetenz bei bilingualen Kindern?

Bilinguale Kinder greifen bei der Wortbedeutungszuweisung weniger auf die Disjunktionsannahme zurück, da sie lernen müssen, dass mehrere Begriffe für ein Objekt existieren können.

Final del extracto de 40 páginas  - subir

Detalles

Título
Entwicklung von Sprachkompetenz - Auswirkungen von frühem Bilingualismus
Universidad
University of Frankfurt (Main)
Calificación
1
Autor
Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
40
No. de catálogo
V186737
ISBN (Ebook)
9783869435145
ISBN (Libro)
9783656992288
Idioma
Alemán
Etiqueta
entwicklung sprachkompetenz auswirkungen bilingualismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor), 2007, Entwicklung von Sprachkompetenz - Auswirkungen von frühem Bilingualismus , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186737
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