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Die Kapverdischen Inseln und ihre Sprachensituation - Die kapverdische Kreolsprache

Título: Die Kapverdischen Inseln und ihre Sprachensituation - Die kapverdische Kreolsprache

Trabajo Escrito , 2009 , 22 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Die Kolonialisierung verschiedener Staaten durch Europäer hat ebenso wie der Sklavenhandel dazu geführt, dass verschiedene Ethnien und Sprachen aufeinander trafen. Je nachdem, wie die Bedingungen waren und welche Sprachpolitik von den Kolonisten verfolgt wurde, haben sich auf Basis des Sprachkontaktes unterschiedliche sprachliche Phänomene, z.B. Pidgins und Kreolsprachen, entwickelt. Unter einer Kreolsprache wird in dieser Arbeit eine Sprache verstanden, die ihren Ursprung in der Zeit des Sklavenhandels hat und aus dem Sprachkontakt der Sprache(n) der Kolonisten mit den verschiedenen afrikanischen Sprachen der Sklaven entstanden ist. Eine Kreolsprache ist unter anderem auf den Kapverdischen Inseln durch den Kontakt des Portugiesischen mit verschiedenen afrikanischen Sprachen entstanden. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass es sich bei Kreolsprachen um Sprachen handle, dien keine ausgereifte Grammatik hätten und "niedere Varietäten" der europäischen Basissprachen seien (vgl. Pratas, 2004).
Diese Arbeit wird sich mit der kapverdischen Kreolsprache (Caboverdiano) und ihren Entstehungsbedingungen befassen. Auch wird auf die Situation der Kreolsprache im Vergleich zum Portugiesischen eingegangen.
Das 2. Kapitel enthält nach einigen grundlegenden Informationen zu den Kapverdischen Inseln einen Überblick über die historische Entwicklung der Kapverden, um die heutige Situation besser verstehen und einordnen zu können. Anschließend wird in Kapitel 2.2 auf die Sprachensituation, die Sprachpolitik und ihre Umsetzung auf den Kapverdischen Inseln eingegangen. Dabei wird es darum gehen zu klären, welche Sprachen auf den Inseln verbreitet sind, welches soziale Prestige und welchen offiziellen Status sie haben. In Abschnitt 2.3 wird auf das Bildungswesen in Bezug auf die sprachlichen Gegebenheiten eingegangen. Dabei geht es zum einen um den Einfluss, den das Bildungswesen auf die Entstehung der heutigen Sprachensituation hatte und zum anderen darum, welche Sprachen heutzutage in den Schulen gelehrt werden und was Unterrichtssprache ist. Im 3. Kapitel wird das Caboverdiano in seinen Grundzügen dargestellt und unter anderem der Frage nachgegangen, ob es sich dabei lediglich um ein "schlecht gesprochenes Portugiesisch" oder eine Mischung verschiedener Sprachen ohne jedwede Struktur handelt. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kapverdische Inseln

2.1 Geschichtlicher Überblick

2.2 Sprachen, Sprachpolitik und ihre Umsetzung

2.2.1 Sprachpolitik und Sprachpraxis nach der Unabhängigkeit

2.2.2 Heutige Sprachpolitik und Sprachpraxis

2.2.3 Bildungswesen und Sprachen

3 Kapverdisches Kreol / Caboverdiano

3.1 Entstehung und Entwicklung

3.2 Varietäten

3.3 Lexikon

3.4 Grammatik

3.4.1 Verben und TMA-Marker

3.4.2 Präpositionen

3.4.3 Pronomen

3.4.4 Adverbien

3.5 Schlussfolgerung

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Situation auf den Kapverdischen Inseln mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung, Struktur und den Status der kapverdischen Kreolsprache (Caboverdiano) im Spannungsfeld zum Portugiesischen.

  • Historische Entwicklung und Besiedlung der Kapverden
  • Sprachpolitik und der offizielle Status des Caboverdiano
  • Einfluss des Bildungswesens auf die Sprachverwendung
  • Grammatikalische Analyse und Charakteristika der Kreolsprache
  • Diskussion über funktionalen Bilingualismus und Standardisierung

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Verben und TMA-Marker

Eine Besonderheit stellen die Verben im kapverdischen Kreol dar. Wie andere portugiesisch-basierten Kreolsprachen setzt auch das Caboverdiano prä- und postverbale TMA-Marker (Tempus, Modus, Aspekt) anstelle der portugiesischen synthetischen Verbformen ein. Dies bedeutet, dass die Verben selbst keine Flexionsformen haben und daher an der äußeren Form nicht als Wortklasse zu erkennen sind. Der Verbstamm ist somit in allen Personen gleich und Tempus, Modus und Aspekt werden durch die verbalen Marker ausgedrückt. Die Marker ermöglichen teilweise eine detailliertere Differenzierung als im Portugiesischen (vgl. Thiele 1989: 99; Endruschat & Schmidt-Radefeldt 2006: 250).

Beispielsweise steht das Suffix –ba für die Vergangenheit oder den Konditional (1) und die Voranstellung des Partikels ka dient der Verneinung (2). Weitere Marker sind beispielsweise –du, welches für Passivität steht, -da, was für eine Kombination aus Vorzeitigkeit und Passivität steht und –ál, welches für Eventualität steht (vgl. Lang 2002: XXVIII). Das Portugiesische a wird im Caboverdiano als Dativ-Marker häufig weggelassen (3) (vgl. Endruschat 2005: 170 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Kreolsprache und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Entstehungsbedingungen und die aktuelle sprachliche Situation auf den Kapverden zu analysieren.

2 Kapverdische Inseln: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Besiedlung und die sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Inseln, die maßgeblich die heutige Sprachensituation beeinflusst haben.

2.1 Geschichtlicher Überblick: Dieser Abschnitt beschreibt die Entdeckung der Inseln, den Einfluss des Sklavenhandels und die daraus resultierende kulturelle Identität der Bevölkerung.

2.2 Sprachen, Sprachpolitik und ihre Umsetzung: Hier wird das Verhältnis zwischen dem Portugiesischen als Amtssprache und dem Caboverdiano als Nationalsprache im Kontext der Sprachpolitik beleuchtet.

2.2.1 Sprachpolitik und Sprachpraxis nach der Unabhängigkeit: Der Text analysiert die gescheiterten und laufenden Versuche zur Standardisierung und Aufwertung des Kreolischen nach 1975.

2.2.2 Heutige Sprachpolitik und Sprachpraxis: Dieses Kapitel thematisiert die offizielle Diglossie sowie die faktische Bedeutung des Caboverdiano als allgegenwärtige Muttersprache im täglichen Leben.

2.2.3 Bildungswesen und Sprachen: Es wird untersucht, wie die ausschließliche Nutzung des Portugiesischen als Unterrichtssprache soziale Ungerechtigkeiten im kapverdischen Bildungssystem verstärkt.

3 Kapverdisches Kreol / Caboverdiano: Ein detaillierter Blick auf das Caboverdiano, das als eigenständige, komplexe Sprache definiert wird, die sich aus dem Kontakt verschiedener Sprachen entwickelte.

3.1 Entstehung und Entwicklung: Dieser Abschnitt erläutert die kreol-sprachlichen Ursprünge unter Einfluss portugiesischer Dialekte und westafrikanischer Substratsprachen.

3.2 Varietäten: Es werden die Unterschiede zwischen den Dialekten von Sotavento und Barlavento sowie das Kontinuum zwischen akrolektalen und basilektalen Formen dargestellt.

3.3 Lexikon: Dieses Kapitel beschreibt die Wortbildung und den lexikalischen Einfluss afrikanischer Sprachen im Vergleich zum portugiesischen Basiswortschatz.

3.4 Grammatik: Hier werden ausgewählte grammatikalische Strukturen vorgestellt, die die Eigenständigkeit des Caboverdiano gegenüber dem Portugiesischen belegen.

3.4.1 Verben und TMA-Marker: Analyse der prä- und postverbalen Partikel, die Tempus, Modus und Aspekt ausdrücken und das Fehlen klassischer Flexion ersetzen.

3.4.2 Präpositionen: Untersuchung der Ableitung und funktionellen Erweiterung von Präpositionen im Kapverdischen Kreol.

3.4.3 Pronomen: Dieser Teil zeigt die Komplexität des pronominalen Systems und die Unterscheidung in starke und schwache Formen.

3.4.4 Adverbien: Kurze Erläuterung der Adverbialbildungen, die häufig auf portugiesische Muster zurückgehen, aber im Gebrauch variieren.

3.5 Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst zusammen, dass das Caboverdiano eine vollwertige Sprache mit eigener Grammatik ist und kein bloßes „schlechtes Portugiesisch“ darstellt.

4 Zusammenfassung: Abschließender Ausblick auf die Notwendigkeit eines funktionalen Bilingualismus und einer stärkeren Förderung des Caboverdiano im Bildungsbereich.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur kapverdischen Sprachsituation.

Schlüsselwörter

Kapverden, Caboverdiano, Kreolsprache, Portugiesisch, Sprachkontakt, Sprachpolitik, Diglossie, Identität, Bildungswesen, Grammatik, TMA-Marker, Lexik, Varietäten, Bilingualismus, Westafrika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die komplexe sprachliche Situation auf den Kapverdischen Inseln und untersucht, wie das Caboverdiano als Kreolsprache neben dem Portugiesischen existiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Sprache, der staatlichen Sprachpolitik, der Rolle im Bildungswesen sowie der linguistischen Analyse der Kreolsprache.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das Caboverdiano eine eigenständige, komplexe Sprache ist und keine „minderwertige“ Variante des Portugiesischen, um somit das wissenschaftliche Verständnis zu schärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Untersuchung, die auf Basis bestehender Literatur (u.a. von Pratas, Lang und Fleischmann) grammatikalische und soziolinguistische Merkmale auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Besiedlung, eine Untersuchung des aktuellen Sprachstatus und eine detaillierte grammatikalische Betrachtung (Verben, Pronomen, Präpositionen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kapverden, Caboverdiano, Kreolsprache, Sprachpolitik, Diglossie und Bilingualismus.

Warum wird das Portugiesische weiterhin im Unterricht bevorzugt?

Es wird als Synonym für Bildung und Prestige angesehen, ist jedoch historisch tief im kolonialen Bildungssystem verwurzelt, was zu Schwierigkeiten für Schüler aus bildungsferneren Schichten führt.

Welche Hürden stehen einer Standardisierung des Caboverdiano entgegen?

Die größte Hürde ist die Existenz zahlreicher Dialektvarietäten und die Sorge der Inselbewohner, durch eine zentrale Normierung ihre lokale kulturelle Identität zu verlieren.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Kapverdischen Inseln und ihre Sprachensituation - Die kapverdische Kreolsprache
Universidad
University of Frankfurt (Main)
Calificación
1
Autor
Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
22
No. de catálogo
V186742
ISBN (Ebook)
9783869435091
ISBN (Libro)
9783656992042
Idioma
Alemán
Etiqueta
kapverdischen inseln sprachensituation kreolsprache
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dipl.-Betriebswirtin (BA) und M.A. Gisa Becker (Autor), 2009, Die Kapverdischen Inseln und ihre Sprachensituation - Die kapverdische Kreolsprache , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186742
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