Diese Arbeit gibt einen umfassenden Einblick in die Thematik der Modernisierung zum Passivhaus.
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Angesichts der Ressourcenschonung mit Blick auf die Energieeinsparpotenziale, spielt die Nachhaltigkeit im Immobilienbestand eine immer größer werdende Rolle. Laut der Deutschen Energie-Agentur (dena)1 werden rund 87 Prozent des gesamten Energiebedarfs in privaten Haushalten für die Warmwasser und Raumerwärmung benötigt.
Passivhäuser bieten eine solide Basis für heutige Generationen, wie auch den künftigen Generationen mit Hinblick auf Gesundheit, Wohnkomfort und Umwelt. Das Passivhaus bezieht den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs aus Sonneneinstrahlungen durch Fenster, der Abwärme von Personen und technischen Komponenten. Bei richtiger Ausführung sind Passivhäuser energiesparend, da der Heizwärmebedarf durch eine sehr gute Gebäudehülle mit Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm und Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung gesenkt wird. Durch Senken des Heizwärmebedarfs im Immobilienbestand, wird die Abhängigkeit von Rohstoffen geringer, da nicht mehr in dem Umfang geheizt werden muss, wie Jahre zuvor. Im Vergleich zu konventionellen Gebäuden benötigt das Passivhaus über 90 % weniger Heizenergie.2Auf die Heizungsanlage wird größtenteils verzichtet und durch ein wärmerückgewinnendes Wärmepumpen-Kompaktgerät ersetzt, welches das Wasser und die frische Zuluft erwärmt oder sogar jahreszeitabhängig kühlt. Der Wohnkomfort wird somit durch die kontrollierte Lüftung zu jeder Jahreszeit gewährleistet. Ein weiterer Vorteil der kontrollierten Lüftung ist die ständige Frischluftzufuhr, die eine Schimmelbildung unterbindet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Gegebenheiten und Rahmenbedingungen
2.1 Merkmale eines Passivhauses
2.2 Das Beispielhaus
2.2.1 Bedarfsorientierter Energieausweis nach DIN V 4108 / DIN V 4701
2.3 Maßnahmen
3. Planung des Passivhauses
3.1 Das Passivhaus Projektierungs Paket 2007
3.1.1 Die Gebäudehülle
3.1.2 Die Fensterflächen
3.1.3 Die Projektierung der Lüftungsanlage
3.1.4 Heizwärmebedarf und Heizlast
3.1.5 Auslegung im Sommerfall
3.1.6 Technische Komponenten und deren Versorgung
3.1.7 Der Nachweis
3.2 Planungs- und Erstellungskosten nach DIN 276
4. Die Finanzierung
4.1 Finanzierung und Förderung
4.2 Das Vermietungskonzept
5. Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Resümee
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen einer energetischen Modernisierung eines Mehrfamilienhauses aus den 1950er Jahren hin zum Passivhausstandard unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten.
- Grundlagen und Definition der Merkmale eines Passivhauses.
- Methodische Planung und Berechnung mittels Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP).
- Kostenanalyse und -kalkulation gemäß DIN 276.
- Staatliche Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme der KfW.
- Analyse der Auswirkungen auf Wohnkomfort, CO2-Bilanz und Mieteinnahmen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Merkmale eines Passivhauses
Das Passivhaus wird durch einen sehr geringen Heizwärmebedarf charakterisiert. Der Heizwärmebedarf liegt maximal bei 15 kWh/(m²a). Der Primärenergiebedarf bei Passivhäusern, indem der Haushaltsstrom und Warmwasser mit eingeschlossen sind, erreicht nie mehr als 120 kWh/(m²K). Im Vergleich zu konventionellen Gebäuden verbraucht das Passivhaus ca. 90% weniger Heizenergie und erreicht somit einen Faktor 10. Passivhäuser sind die konsequente Weiterentwicklung der Niedrigenergiehäuser und sparen bezüglich der Heizenergie im Vergleich ca. 80% ein.
Das Passivhaus sollte zudem eine Heizlast von 10 W/m² bei -10°C Außentemperatur nicht überschreiten. Hauptaugenmerk bei der Planung von Passivhäusern gilt der Vermeidung von Wärmeverlusten und der Optimierung von sogenannten „freien“ Wärmegewinnen. Um die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten, ist es essentiell die Gebäudehülle zu dämmen. Dämmstärken zwischen 25 und 40 cm werden durch Wärmedämmverbundsysteme realisiert, der mindest Wärmedurchgangskoeffizient opaker Außenbauteile darf 0,15 W/(m²K) nicht überschreiten. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass Kanten, Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen durch die Gebäudehülle wärmebrückenfrei sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Gebäudebestand und Definition des Ziels, ein Mehrfamilienhaus auf Passivhausstandard zu modernisieren.
2. Gegebenheiten und Rahmenbedingungen: Darstellung der theoretischen Anforderungen an ein Passivhaus sowie Analyse des IST-Zustands des Beispielgebäudes.
3. Planung des Passivhauses: Detaillierte Beschreibung des Projektierungsprozesses unter Nutzung des PHPP 2007, einschließlich technischer Gebäudeausrüstung und Kostenplanung nach DIN 276.
4. Die Finanzierung: Übersicht über staatliche Förderprogramme der KfW sowie Kalkulation eines beispielhaften Vermietungskonzepts zur Refinanzierung.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die erreichten Energieeinsparungen, die wirtschaftlichen Herausforderungen und zukünftige Entwicklungspotenziale der Modernisierung.
Schlüsselwörter
Passivhaus, Energetische Modernisierung, Mehrfamilienhaus, PHPP, Wärmedämmung, Primärenergiebedarf, Lüftungskonzept, Wärmepumpe, KfW-Förderung, DIN 276, CO2-Emission, Heizwärmebedarf, Nachhaltigkeit, Gebäudebestand, Energieeffizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die energetische Modernisierung eines Mehrfamilienhauses aus dem Jahr 1952 zum Passivhausstandard sowie deren ökologische und ökonomische Umsetzbarkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der energetischen Gebäudeplanung, der Haustechnik, der Kostenberechnung sowie der staatlichen Finanzierung von Sanierungsprojekten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es sollen die Möglichkeiten und Grenzen aufgezeigt werden, wie ein bestehendes Mehrfamilienhaus unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten auf den Passivhausstandard angehoben werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Planung und Berechnung der Energiebilanzen und zur Überprüfung der Passivhaus-Kriterien wird das „Passivhaus Projektierungs Paket“ (PHPP) verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Gebäudeplanung, die Auswahl technischer Komponenten wie Wärmepumpen und Lüftungsanlagen sowie eine Kostengliederung nach DIN 276.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Passivhaus, energetische Modernisierung, PHPP, CO2-Bilanzierung, KfW-Förderung und Gebäudeeffizienz.
Warum spielt das PHPP-Tool eine so zentrale Rolle?
Das PHPP dient als standardisiertes, vom Passivhaus Institut entwickeltes Werkzeug, um Energiebilanzen zu erstellen, Nachweise für Förderungen zu führen und die Qualität während der Planung sicherzustellen.
Wie wirkt sich die Eigenleistung auf die Wirtschaftlichkeit aus?
Der Autor zeigt auf, dass durch einen hohen Anteil an Eigenleistung die Baukosten signifikant gesenkt werden können, wodurch das Projekt bei gleichzeitiger Förderung durch die KfW auch für Investoren attraktiv wird.
- Quote paper
- Robin Barquero Martin (Author), 2010, Modernisierung eines Mehrfamilienhauses mit Ziel Passivhaus - Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186757