Diese Studienarbeit untersucht, wie Mitarbeiter motiviert und ein langfristiger Unternehmenserfolg durch einen transformationalen Führungsstil gesichert werden kann. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit ein transformationaler Führungsstil in Krisenzeiten zum Erfolg führt und daher einen Keyfactor für erfolgreiches Change Management darstellt. Im Best-Practice Stil wird dabei anhand von Wendelin Wiedeking und der Rettung der Porsche AG untersucht, wie sich ein transformationaler Führungsstil in der Praxis gestalten und anwenden lässt. Dabei nimmt der Autor auch eine Abgrenzung des transformationalen Führungsstils von einem charismatischen und einem transaktionalen Führungsstil vor und erläutert, worin die wesentlichen Vorteile des transformationalen Führungsstils liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Betrachtung: Transformationale Führung
2.1 Begriff, Entstehung
2.1.1 Definition
2.1.2 Der Begriff der transaktionalen Führung in Abgrenzung zur transformationalen Führung
2.1.3 Der Begriff der charismatischen Führung in Abgrenzung zur transformationalen Führung
2.2 Darstellung des Führungsprozesses
2.2.1 Situative Voraussetzung
2.2.2 Das Modell transformationaler Führung
2.2.3 Die vier Faktoren transformationaler Führung
2.2.3.1 Charisma
2.2.3.2 Inspirierende Motivation
2.2.3.3 Intellektuelle Stimulierung
2.2.3.4 Individuelle Wertschätzung
3. Der Multifactor Leadership Questionnaire – Ein Instrument zur Messung der Wirksamkeit transformationaler Führung
3.1. Empirische Untersuchungen zur Wirkung transformationaler Führung
3.2. Kritische Betrachtung
3.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Praktische Untersuchung: Die Rettung der Porsche AG durch Wendelin Wiedeking
4.1 Die Lage der Porsche AG bei Ernennung von Wendelin Wiedeking zum Vorstandsvorsitzenden
4.2 Der Beitrag zum Führungserfolg Wiedekings durch die Vorgänger Noppen, Branitzki und Bohn
4.2.1 Noppen
4.2.2 Branitzki
4.2.3 Bohn
4.2.4 Fazit
4.3 Entspricht der Führungsstil von Wendelin Wiedeking den Charakteristika transformationaler Führung und trug er so zum nachhaltigen Erfolg der Porsche AG bei?
4.3.1 Untersuchung
4.3.1.1 Charisma
4.3.1.2 Inspirierende Motivation
4.3.1.3 Intellektuelle Stimulierung
4.3.1.4 Individuelle Wertschätzung
4.3.1.5 Gegenargumente
4.3.2. Grenzen der Untersuchung
4.3.3 Ergebnis
5. Fazit und eigene Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit untersucht, inwiefern der Führungsstil von Wendelin Wiedeking während der Krise der Porsche AG den Prinzipien der transformationalen Führung entsprach und ob dieser maßgeblich zum Unternehmenserfolg beigetragen hat.
- Theoretische Fundierung der transformationalen und transaktionalen Führung
- Einsatz und Validität des Multifactor Leadership Questionnaire (MLQ)
- Analyse der Führungssituation bei Porsche vor dem Turnaround
- Vergleichende Bewertung der Führungskräfte Noppen, Branitzki, Bohn und Wiedeking
- Kritische Reflexion der transformationalen Führung in Krisenzeiten
Auszug aus dem Buch
4.3.1.1 Charisma
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist Wendelin Wiedeking jemand der „entschlossen die Ärmel hochkrempelt“133. „Enge Mitarbeiter beschrieben ihn schon früh als jemand der „mit viel Ehrgeiz und Insiderwissen“134 an Problemen arbeitet. Zu Beginn seiner Tätigkeit als Vorstandsprecher wurde er noch von manchem Kollegen als etwas farblos beschrieben, innerhalb kürzester Zeit entwickelte er eine besondere Wirkung auf andere. Betriebsratschef Hück sagt über Wiedeking: „Der Wiedeking ist ein Indianer wie ich“.135 „Das ausgeprägte Selbstbewusstsein des Westfalen, betont durch seine kraftvoll-laute Stimme, sichert ihm trotz seines Alters bald unangefochten seine Führungsposition als Boss.“136 „Seine erstaunliche Entschlusskraft überzeugt Freund wie Feind.“137
Die Kommentare zeigen, dass er zweifelsfrei als ein „Symbol für Erfolg und Leistung angesehen“ wird. Ein Journalist des Stern portraitierte ihn im Jahr 2000 wie folgt: „Jede Geste strahlt aus: Alpha Tier, Leitbulle, Platzhirsch, Rudelführer. In Menschengestalt also Wendelin Wiedeking, Vorsitzender der Porsche AG.“138 Er erlangt, das Vertrauen seiner Mitarbeiter, da er bei „all seinen Äußerungen und Handlungen Glaubwürdigkeit vermittelt.“139 Er weiß, um die schlimmen Folgen seiner Rationalisierung für die entlassen Mitarbeiter, bekennt sich aber auch zu ihnen, da er die Rationalisierung als die einzige Möglichkeit sieht die Porsche AG zu retten. „‘Die Zeit die wir gerade durchmachen, gibt uns die Chance eines kompletten Wandel[s]‘, wirbt der Sanierer damals diplomatisch um Verständnis.“140
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Bedeutung transformationaler Führung für den Unternehmenserfolg anhand des Falls Porsche und der Führung durch Wendelin Wiedeking.
2. Theoretische Betrachtung: Transformationale Führung: Es werden die begrifflichen Grundlagen, Abgrenzungen zu anderen Führungsstilen sowie das Modell der transformationalen Führung mit seinen vier Kernfaktoren erläutert.
3. Der Multifactor Leadership Questionnaire – Ein Instrument zur Messung der Wirksamkeit transformationaler Führung: Vorstellung und Erläuterung des MLQ als zentrales empirisches Messinstrument für transformationale Führungsstile.
4. Praktische Untersuchung: Die Rettung der Porsche AG durch Wendelin Wiedeking: Detaillierte Untersuchung der Porsche-Krise, der vorangegangenen Führungskräfte sowie eine Analyse von Wiedekings Führungsstil anhand der transformationalen Kriterien.
5. Fazit und eigene Stellungnahme: Zusammenfassende Bewertung der transformationalen Führung als Erfolgsfaktor in der Krise und Würdigung der Managementleistung von Wendelin Wiedeking bei Porsche.
Schlüsselwörter
Transformationale Führung, Wendelin Wiedeking, Porsche AG, Multifactor Leadership Questionnaire, MLQ, Unternehmenserfolg, Krisenmanagement, Charisma, Inspirierende Motivation, Intellektuelle Stimulierung, Individuelle Wertschätzung, Führungserfolg, Wandel, Rationalisierung, Managementphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob der Führungsstil von Wendelin Wiedeking als transformational bezeichnet werden kann und inwiefern dieser Stil maßgeblich zur Sanierung der Porsche AG beigetragen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der transformationalen Führung, der empirischen Messung von Führungsstilen durch den MLQ sowie der Fallanalyse von Porsche in den 1990er Jahren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Es soll geklärt werden, ob transformationale Führung ein effektives Instrument für den Unternehmenserfolg in Krisenzeiten ist, beispielhaft belegt durch das Wirken von Wendelin Wiedeking.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und vergleicht das theoretische Modell der transformationalen Führung (Bass/Avolio) mit den realen Management-Handlungen von Wendelin Wiedeking.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung des Führungsmodells erfolgt eine detaillierte Analyse der gescheiterten Vorgänger Wiedekings und eine Untersuchung seiner eigenen Führungspraktiken bei Porsche.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Transformationale Führung, Krisenmanagement, Porsche AG, Wendelin Wiedeking, Charisma, Vision und Unternehmenserfolg.
Warum wird Wiedeking als transformationale Führungskraft eingestuft?
Laut Analyse erfüllt Wiedeking die Kriterien der vier Faktoren – Charisma, Inspiration, intellektuelle Stimulierung und Wertschätzung – in deutlich höherem Maße als seine Vorgänger.
Gab es bei Wiedeking auch Abweichungen vom transformationalen Führungsstil?
Ja, der Autor identifiziert Tendenzen zu patriarchalischen Zügen und einen ausgeprägten Kontrollzwang, die im Widerspruch zu rein transformationalen Prinzipien stehen.
- Citar trabajo
- Niklas Dorn (Autor), 2011, Langfristiger Unternehmenserfolg durch transformationale Führung? , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186790