Um einen Bezug zur Eroica herzustellen, werden die deutsch napoleonischen Kriege immer im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte der Dritten Sinfonie betrachtet. Die Hausarbeit wird im Einzelnen auf die Grande Armee sowie deren Ausrüstung und Besonderheiten eingehen, die beiden Persönlichkeiten Beethoven und Napoleon näher beleuchten und ihr Wirken umreißen. Dabei werden die Charaktere dieser beiden Genies gezeichnet, ihr Wirken in einem von Krieg beherrschten Europa beleuchtet und Zusammenhänge zwischen dem Tun des einen und dem Tun des anderen hergestellt. Die Arbeit erhebt nicht den Anspruch eine direkte Verbindung zwischen Napoleon und Beethoven aufzuzeigen, denn zwischen Napoleon und Beethoven hat es nie eine freundschaftliche Beziehung oder etwas Ähnliches gegeben. Aber das Tun des Künstlers war sehr stark von den Bedingungen abhängig, die der Militär in Europa schuf. Herrschte Krieg, dann war die Kunst nicht so stark gefragt und konnte durch gestörte Nachrichtenwege auch nur bedingt verbreitet werden. Hingegen war aber auch der Führer eines Landes von seinen Intellektuellen abhängig. Agierte der Künstler gegen das Haupt des Staates, so konnte er die öffentliche Meinung gegen die Machthaber aufbringen. Beide Persönlichkeiten, Beethoven und Napoleon, bedienten sich einer ganz starker Waffen auf dem Weg zu ihren angestrebten Zielen, die jedoch nicht unterschiedlicher sein konnten. Der Künstler Beethoven wählte die Musik als "Waffe". Seine Machtmittel sind seine Werke. Der Feldherr Napoleon bediente sich der Waffe des Krieges und seine Werkzeuge sind die Soldaten (Grande Armee).
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitung
2.0. Ausgangssituation
3.0. Die Charaktere der beiden Persönlichkeiten
4.0. Der Zusammenhang zwischen der Eroica und den deutsch- napoleonischen Kriegen
5.0. Die Grande Armee
5.1. Ihre Ursprünge
5.2. Bewaffnung, Zusammensetzung und Taktik
6.0.Die Eroica
7.0. Allgemeines Fazit
8.0. Persönliches Fazit
9.0. Literaturnachweis und Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und persönlichen Parallelen zwischen Ludwig van Beethoven und Napoleon Bonaparte in der Zeit der Entstehung der "Eroica". Dabei wird analysiert, inwiefern das künstlerische Wirken Beethovens und das militärische Handeln Napoleons als "Waffen" in einer von Kriegen geprägten Ära verstanden werden können, ohne dabei eine direkte freundschaftliche Beziehung zwischen beiden Persönlichkeiten zu suggerieren.
- Vergleichende Analyse der Lebenswege und Karrieren von Beethoven und Napoleon.
- Untersuchung der Entstehungsgeschichte der Grande Armee und ihrer militärischen Besonderheiten.
- Betrachtung der "Eroica" als musikalisches Werk in ihrem historischen Kontext.
- Analyse des Einflusses von Kriegen auf die Verbreitung von Kunst und den Informationsaustausch.
- Reflexion über die Rolle des Künstlers und des Feldherrn in einer sich wandelnden europäischen Ordnung.
Auszug aus dem Buch
5.2. Bewaffnung, Zusammensetzung und Taktik
Wie bereits angedeutet stammte ein großer Teil der Ausrüstungsgegenstände und Waffen aus der Zeit vor der Revolution. Eine Neuerungswelle hatte im französischen Militärwesen eingesetzt, als die militärischen Anstrengungen im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) den Franzosen herbe Verluste bereiteten. So wurden sie aus großen Teilen ihres Kolonialbesitzes verdrängt. In der Folgezeit setzte deshalb im französischen Militärwesen eine Reformbewegung ein. Das spiegelte sich in der Bewaffnung wie folgt wider. 1777 wurde eine verbesserte Steinschlossmuskete eingeführt. Verbesserte Gießverfahren und die Standartkalibereinteilung der Geschütze in Zwölf-, Acht- und Vierpfünder und den Fünfzehn- Zentimeter- Haubitzen trugen wesentlich zu einer einfacheren Munitionierung bei und verbesserten die Tragfähigkeit der Kanonen. Die Feuerkraft der Artillerie wurde ferner durch günstige Formierung in Kompanien und Batterien und durch spezielle Ausbildungspläne für Artilleristen verstärkt.
Des Weiteren wurde eine Annäherung und Zusammenarbeit der unterschiedlichen Waffengattungen angestrebt. Das Ziel war die Bildung von gemischten Divisionen aus Infanterie, Artillerie und Kavallerie, für die effektivere Ausnutzung der Gattungsspezifischen Vorteile. Die Revolution von 1789 gab neue Impulse und brachte die Reformbewegung wieder ins Rollen, denn grundlegende Dinge im Militärwesen ließen sich auf normalem Wege nicht verändern und führten vor der Revolution zu einem Reformstau. Mit der Revolution lichteten sich aber die Reihen des Offizierskorps und damit war eine neue Basis für Veränderungen geschaffen. Der Verkauf von Offizierspatenten wurde bekämpft und damit konnte im napoleonischen Heer theoretisch jeder einfache Soldat bis in die höchsten Offizierskreise aufsteigen. "Den sprichwörtlichen Marschallstab hatte >>jeder Soldat im Tornister<<" Die Revolution hatte vor der Armee, wie bereits thematisiert, nicht Halt gemacht. Das war für die Weiterentwicklung des Armeekörpers sowohl zum Vor- als auch zum Nachteil. Auf der einen Seite lähmte das Wegbrechen der alten Offizierkaste die Führung, spülte aber auch gleichzeitig engagierte junge Männer in Führungspositionen. Einer war z.B. Napoleon.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehungsgeschichte der Arbeit und stellt die methodische Herangehensweise dar, die beiden Persönlichkeiten Beethoven und Napoleon als zwei Genies ihrer Zeit zu betrachten.
2.0. Ausgangssituation: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Gegebenheiten ab dem Jahr 1789 als Ausgangspunkt für die Karrieren von Napoleon und Beethoven.
3.0. Die Charaktere der beiden Persönlichkeiten: Hier werden die biografischen Hintergründe und die gesellschaftliche Prägung beider Persönlichkeiten miteinander verglichen.
4.0. Der Zusammenhang zwischen der Eroica und den deutsch- napoleonischen Kriegen: Das Kapitel verknüpft die musikalische Entstehung der Sinfonie mit den historischen Kriegswirren in Europa.
5.0. Die Grande Armee: Dieser Abschnitt beleuchtet die Ursprünge, die Ausrüstung und die taktische Entwicklung der französischen Armee unter Napoleon.
6.0.Die Eroica: Hier wird der Kompositionsprozess der Dritten Sinfonie unter Berücksichtigung von Einflüssen und dem historischen Kontext analysiert.
7.0. Allgemeines Fazit: Das Fazit fasst die Parallelen im Handeln der beiden Genies zusammen und betont die Bedeutung der neuen Formgebung in ihren jeweiligen Disziplinen.
8.0. Persönliches Fazit: Der Autor reflektiert über den Wert der fächerübergreifenden Analyse von historischer Politik und Kunst.
9.0. Literaturnachweis und Internetquellen: Listet die verwendeten Quellen und Webressourcen auf.
Schlüsselwörter
Beethoven, Napoleon, Eroica, Grande Armee, Französische Revolution, Militärgeschichte, Musikwissenschaft, Koalitionskriege, 19. Jahrhundert, Kunst und Krieg, Taktik, Biografie, Kulturgeschichte, Wissensvermittlung, Komposition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem fächerübergreifenden Vergleich zwischen der Lebensleistung Ludwig van Beethovens im Bereich der Musik und Napoleon Bonapartes im militärischen Bereich während der napoleonischen Ära.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Biografie beider Persönlichkeiten, die Geschichte der Grande Armee, die Entstehung der Dritten Sinfonie sowie der Einfluss des Krieges auf Kunst und Gesellschaft um 1800.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Parallelen im Handeln beider Genies aufzuzeigen und zu verstehen, wie sie in einer von Umbrüchen geprägten Zeit ihre jeweiligen Ziele durch Neuerung und Perfektion verfolgten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem historische und biografische Daten verknüpft werden, um den Einfluss militärischer Gegebenheiten auf das Schaffen eines Künstlers zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Grande Armee (Ursprung, Taktik, Bewaffnung), die Analyse der Persönlichkeiten sowie die Entstehung und Bedeutung der "Eroica".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Beethoven, Napoleon, Eroica, Grande Armee, Französische Revolution und Koalitionskriege.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Beethoven als Künstler im Krieg?
Der Autor sieht in der Musik Beethovens eine Form der "Waffe", die ebenso zielstrebig eingesetzt wurde wie Napoleons militärische Mittel, wobei der Künstler stets von den äußeren Bedingungen des Krieges abhängig war.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im persönlichen Fazit?
Er hält die fächerübergreifende Betrachtung für wertvoll, da sie den Fächerkanon auflockert und ein tieferes Verständnis für die Epoche zwischen den Revolutionen durch einen Wissenstransfer zwischen Geschichte und Musik ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Christian Zwer (Autor:in), 2007, Die deutsch napoleonischen Kriege und die Grande Armee während der Entstehungszeit der Eroica , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186832