Die Hausarbeit Dispokinesis -Methoden der Körperarbeit beim Musiklernen- soll dem Leser einen informativen Überblick über die Bedeutung der Dispokinese für die Behandlung von Musikerkrankheiten geben. In einer Zeit der Leistungsgesellschaft spielen gesundheitliche Beschwerden auf Grund von Überlastung eine zentrale Rolle. Die Losung "höher, schneller, weiter" gilt schon lange nicht mehr nur für den Sport. Auch Musiker leiden unter einem ansteigenden Erfolgsdruck. Diese Tatsache wurde über Jahre hinweg verkannt und ernsthafte Erkrankungserscheinungen bei Musikern ausgeblendet.
Deshalb wird die Darstellung aktuelle Behandlungsmethoden kurz und anschaulich dargestellt Der Leser bekommt einen Eindruck von der Tätigkeit eines Dispokinese-Lehrers bzw. -Therapeuten und wird umfangreich über die Ausbildung informiert. Mit einem Fallbeispiel wird der Bezug zur Praxis hergestellt und die Thematik veranschaulicht.
In Zeiten immer knapperer Kassen sollte die Schmerzprävention eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem einnehmen, da Therapie stets teurer für die Patienten und die Kassen wird. Die Hausarbeit soll ihren Beitrag dazu leisten Ursachenquellen für Musikerkrankheiten zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dispokinesis und ihr Ansatz
2.1. Grundgedanken zu Dispokinesis
2.1.1. Dispokinesis eine Schulungs- und Therapieform
2.1.2. Begriffserklärung
2.2. Der Ansatz für Dispokinesis
3. Dispokinesis und Schulmedizin
3.1. Die Stellung der Dispokinesis in der Schulmedizin
3.2. Ausbildung zum Dispokinesislehrer/-therapeuten
4. Schmerz und Schmerztherapie
4.1. Ursachen der Musikerkrankheiten
4.2. Funktionsweise der Dispokinesis
4.2.1. Haltungsfehler- ein psychologisches Problem
4.3. Dispokinesis in der Praxis
4.3.1. Fallbeispiel
5. Persönliche Wertung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen informativen Überblick über die Bedeutung der Dispokinesis als Methode der Körperarbeit für Musiker zu geben, um für die Problematik berufsbedingter Musikerkrankungen zu sensibilisieren und Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Grundlagen der Dispokinesis als Schulungs- und Therapieform.
- Die gesundheitliche Situation von Musikern im Kontext der Leistungsgesellschaft.
- Methodische Ansätze zur Schmerzprävention und Rehabilitation.
- Bedeutung der psychologischen Komponente bei Haltungsfehlern.
- Praktische Anwendungsbeispiele und notwendige Ausbildungswege.
Auszug aus dem Buch
4.3.1. Fallbeispiel
An einem konkreten Praxisbeispiel soll im Folgenden die besondere Bedeutung der Dispokinesis für betroffene dargestellt werden. Dazu bietet sich das Fallbeispiel von Horst Hildebrandt und Alexandra Müller an. Es geht dabei um die Therapie einer einundzwanzigjährigen Querflötistin. Diese hatte seit 1½ Jahren neben starken Schmerzen in Nacken und Schulter ein Spannungsgefühl um die Kehle. In ihrer musikalischen Entwicklungsgeschichte traten diese Schmerzen erst mit einem erhöhten Übungspensum (mindestens vier Stunden am Tag) nach einem Studienortwechsel auf. Auf Grund ihrer großen Schmerzen konnte die Patientin zur Zeit der ersten Sitzung höchstens zwei Stunden üben.
Sie spielte freiwillig das Instrument seit ihrem elften Lebensjahr. Nach 1½ Jahren erfolgte ein Lehrerwechsel, da es mit dem ersten Lehrer zu nicht näher genannten Schwierigkeiten kam. Die Patientin fühlte sich beim Flötenspielen in ihrem Körper unwohl und machte sich ständig Gedanken wegen der angespannten Arbeitsmarktsituation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesundheitlichen Belastungen von Musikern und führt in das Konzept der Dispokinesis als Präventions- und Therapiemöglichkeit ein.
2. Dispokinesis und ihr Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Grundgedanken, die begriffliche Herleitung und den therapeutischen Ansatz der Dispokinesis.
3. Dispokinesis und Schulmedizin: Hier wird die Verortung der Dispokinesis im medizinischen Kontext sowie der Ausbildungsweg zum Dispokinesislehrer bzw. -therapeuten beschrieben.
4. Schmerz und Schmerztherapie: Dieser Abschnitt analysiert Ursachen für Musikerkrankheiten, die Funktionsweise der Methode, psychologische Aspekte von Haltungsfehlern sowie die praktische Anwendung inklusive eines Fallbeispiels.
5. Persönliche Wertung und Fazit: Der Autor resümiert die Wirksamkeit der Methode und appelliert an Musiker, Musikschulen und Institutionen, proaktiv Gesundheitsvorsorge zu betreiben.
Schlüsselwörter
Dispokinesis, Musikerkrankheiten, Schmerzprävention, Körperarbeit, Haltung, Atmung, Bewegung, Musikstudium, Ergonomie, Rehabilitation, Lampenfieber, Körperwahrnehmung, Musikergesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Dispokinesis als spezialisierte Methode der Körperarbeit, die darauf abzielt, Musikern ein schmerzfreies und ausdrucksstarkes Musizieren zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die gesundheitliche Belastung von Musikern, die Ursachen für Spielschmerzen, Möglichkeiten der Prävention und Therapie durch Dispokinesis sowie die Bedeutung psychologischer Einflüsse auf körperliche Haltungen beim Musizieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Leser für die Problematik von Musikerkrankheiten zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie durch dispokinetische Ansätze Schmerzen gelindert oder deren Entstehung bereits frühzeitig verhindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Fachpublikationen und die Auswertung von Praxisbeispielen, um die Relevanz der Dispokinesis zu verdeutlichen.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Dispokinesis, ihre Einordnung in die Schulmedizin, die Analyse von Schmerzursachen sowie die detaillierte Darstellung der therapeutischen Arbeit in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Dispokinesis, Prävention, Haltungsfehler, Körperwahrnehmung und musikbezogene Ergonomie definieren.
Welche Rolle spielen "Urgestalten" in der Therapie?
Die "Urgestalten" von Haltung, Atmung und Bewegung bilden die Basis der dispokinetischen Arbeit, indem der Therapeut versucht, diese durch fehlerhafte Erziehung oder Angewohnheiten verloren gegangenen natürlichen Funktionen wieder zu aktivieren.
Warum ist die Prävention in der Ausbildung so wichtig?
Da viele Musikerkrankheiten ihren Ursprung in einem frühen Stadium der musikalischen Ausbildung haben, ist eine frühzeitige Sensibilisierung von Schülern und Lehrern essentiell, um Fehlentwicklungen vorzubeugen, bevor chronische Probleme entstehen.
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- Christian Zwer (Autor), 2006, Dispokinesis - Methoden der Körperarbeit beim Musiklernen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186833