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Die Funktion des Geldes in Lessings 'Minna von Barnhelm'

Titre: Die Funktion des Geldes in Lessings 'Minna von Barnhelm'

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 21 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Peter Schumacher (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück“ fällt in ein Jahrhundert großer sozialer Veränderungen. So wird der Adel in seiner ökonomischen Vormachtstellung zunehmend von den aufstrebenden bürgerlichen Kaufleuten abgelöst. Lessing lebte fast exakt zeitgleich mit Adam Smith, dem wichtigsten Vertreter der damals neuen, wegweisenden Markttheorie des klassischen Liberalismus, welcher letztendlich den bestehenden Merkantilismus ablöste. Die Vertreter des Liberalismus sprachen sich für ein gemäßigtes Eingreifen der Monarchen in die Wirtschaft aus. Der Gewinner dieses neuen Marktmodells war das Bürgertum, dem vorher der Zugang zu den Märkten verwehrt geblieben war.
Gleichzeitig fällt Lessings Stück in eine Zeit der Depression. Nach dem siebenjährigen Krieg wurde der Großteil der angeworbenen Söldner mangels Beschäftigung aus der preußischen Armee entlassen, wodurch auf einen Schlag tausende Menschen ohne ein Auskommen dastanden. Auch war durch den Krieg ein hohes Maß an Vergreisung innerhalb der preußischen Bevölkerung zu beobachten, was die finanzielle Situation vieler Familien weiter verschlechtert haben dürfte. Gleichzeitig presste Friedrich II. durch seine erbarmungslose Eintreibungspolitik von Kontributionszahlungen das Letzte aus den von Preußen besetzten Gebieten heraus. Gegen diese unmenschlich hohen Forderungen gab es durchaus Widerstand innerhalb der preußischen Armee. Dass mit den Kontributionszahlungen auch Geld verdient werden konnte, zeigt der bürgerliche Kaufmann Gotzkowski. Er streckte Kontributionen für zahlungsunfähige Städte und Provinzen vor und kassierte bei dem daraus entstandenen Wechselgeschäft eine Provision. Der Vorwurf gegen Tellheim, dass er mit dem Wechselgeschäft bei den Kontributionszahlungen aus eigener Profitgier gehandelt haben könnte, kommt also nicht von ungefähr.
Zu der ohnehin finanziell desolaten Lage Preußens und dessen Umland kam es nach Kriegsende auch noch zu einer großen Finanzkrise. Viele Banken und Geschäftsleute mussten Konkurs anmelden. Genau auf dieses Jahr, nämlich 1763, datiert Lessing das Stück, obwohl er es erst 1767 fertigstellte. Dies ist natürlich nicht zufällig gewählt.

[...]

In der folgenden Arbeit werde ich untersuchen, wie die Einstellung der einzelnen Personen zum Geld aussieht und welchen Einfluss das Geld auf die Beziehungen der Charaktere untereinander hat

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und historische Einordnung des Stückes

2 Das Verhältnis der einzelnen Charaktere zum Geld

2.1 Die Geldgierigen

2.2 Die Großmütigen

3 Funktion des Geldes im Hinblick auf die Beziehung der Charaktere untereinander

3.1 Das Spiel des Großmuts

3.2 Geld und Liebe

4 Geld und Ehre

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Geldes in Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm“. Dabei wird analysiert, wie die individuelle Einstellung der Figuren zum Vermögen ihre zwischenmenschlichen Beziehungen sowie ihr Handeln in einer Zeit ökonomischer Umbrüche prägt.

  • Einfluss der finanziellen Lage auf Charakterinteraktionen
  • Differenzierung zwischen „geldgierigen“ und „großmütigen“ Charakteren
  • Symbolik und Bedeutung von Geld im Kontext von Liebe
  • Verknüpfung von ökonomischem Status und Ehrbegriff
  • Gesellschaftskritische Dimensionen des Stückes

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Spiel des Großmuts

Die Beziehungen der Charaktere untereinander werden sehr stark von der jeweiligen finanziellen Situation determiniert.

In vielen Szenen fällt auf, dass die Charaktere eine Art Spiel miteinander treiben, wenn es darum geht, jemand anderem, der es benötigt, Geld zu geben oder seine Schulden zu erlassen.

Die Charaktere stellen ihren Großmut unter Beweis, nicht nur indem sie großzügig finanzielle Unterstützung anbieten oder Wechsel vernichten, sondern zusätzlich indem sie den Schuldner entlasten und seiner Schuld entheben. Gleichzeitig versichert der Gläubiger, es geschehe nur aus Eigennutz. Erstmals kommt es im Dialog zwischen Tellheim und der Witwe Marloff zu dieser Situation. Indem er versichert, dass keine Schuld mehr durch Marloff besteht, enthebt Tellheim die Witwe ihrer Schuld, ohne dass sie sich dankbar zeigen muss. Sie wird durch diese Geste von der Rolle des unterlegenen Schuldners wieder auf Augenhöhe befördert, obwohl aus dem Dialog deutlich wird, dass die Witwe genau weiß dass Tellheim nur vorgibt, dass keine Schuld mehr besteht. Darüber hinaus dreht Tellheim die Situation sogar um indem er sagt, dass Marloff ihn „als seinen Schuldner hinterlassen“ habe.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und historische Einordnung des Stückes: Das Kapitel verortet das Lustspiel im Kontext des 18. Jahrhunderts, geprägt durch soziale Veränderungen, den Übergang zum Liberalismus und die wirtschaftlichen Folgen des Siebenjährigen Krieges.

2 Das Verhältnis der einzelnen Charaktere zum Geld: Hier werden die Figuren in die Kategorien „geldgierig“ (Riccaut, Wirt) und „großmütig“ (Werner, Minna, Tellheim) unterteilt und deren jeweilige Motivationen analysiert.

3 Funktion des Geldes im Hinblick auf die Beziehung der Charaktere untereinander: Das Kapitel untersucht, wie Großzügigkeit als soziales Ritual genutzt wird, um Augenhöhe in Beziehungen herzustellen oder zu wahren.

4 Geld und Ehre: Diese Analyse beleuchtet die enge Verknüpfung von ökonomischen Bedingungen mit dem soldatischen sowie dem bürgerlich-kaufmännischen Ehrbegriff der Charaktere.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Geld im Stück weniger als moralisches Problem, sondern als realistischer Faktor zwischenmenschlicher Verhältnisse und Ausdruck gesellschaftlicher Umbrüche fungiert.

Schlüsselwörter

Minna von Barnhelm, Gotthold Ephraim Lessing, Geld, Ehre, Großmut, Finanzkrise, Preußen, Liebesbeziehung, Sozialstatus, Geldgier, bürgerliches Selbstbewusstsein, Wechselgeschäft, Literaturwissenschaft, Dramentheorie, Schuldner.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die funktionale und symbolische Bedeutung von Geld in Lessings „Minna von Barnhelm“ und dessen Einfluss auf zwischenmenschliche Dynamiken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Kontrast zwischen Geldgier und Großmut, die Verknüpfung von finanzieller Sicherheit mit Liebesbeziehungen sowie das Spannungsfeld zwischen Geld und Ehre.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die finanzielle Situation der Charaktere deren Handlungsspielraum und soziale Interaktionen innerhalb der im Stück dargestellten Gesellschaft steuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse des Lustspiels unter Einbeziehung zeitgenössischer historischer Hintergründe und fachwissenschaftlicher Literatur zu Lessings Werk.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Figuren bezüglich ihres Umgangs mit Geld, die Untersuchung von Großmut als „Spiel“ und die Analyse der Verflechtung von Ehre, Liebe und ökonomischen Verhältnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Großmut, Ehre, Geldgier, soziale Hierarchien, preußische Militärtradition und die ökonomische Realität des 18. Jahrhunderts.

Warum ist das "Spiel des Großmuts" für das Stück so wichtig?

Es dient den Charakteren dazu, finanzielle Ungleichheiten durch Großzügigkeit zu nivellieren und so die persönliche Integrität bzw. "Augenhöhe" in einer Beziehung zu wahren.

Wie unterscheidet sich Riccauts Rolle von der der anderen Figuren?

Riccaut dient als negative Karikatur und Spiegelbild zu Tellheim, wobei er Geldgier ohne den korrigierenden Einfluss von Moral oder Standesehre verkörpert.

Welche Bedeutung hat der Begriff der "Gleichheit" für Tellheim?

Tellheim hält Gleichheit in der finanziellen Situation für das "festeste Band der Liebe", was ihn daran hindert, eine Ehe einzugehen, solange er sich als mittellos oder in der Schuld anderer sieht.

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Résumé des informations

Titre
Die Funktion des Geldes in Lessings 'Minna von Barnhelm'
Université
University of Cologne  (Institut für neuere deutsche Sprache und Literatur)
Cours
Deutsche Komödien und Komödientheorien des 17. und 18. Jahrhunderts
Note
1,3
Auteur
Peter Schumacher (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
21
N° de catalogue
V186911
ISBN (ebook)
9783656100997
ISBN (Livre)
9783656100942
Langue
allemand
mots-clé
Lessing Minna Barnhelm Daniel Fulda Lustspiel Ringintrige Gottsched Funktion des Geldes Komödie Komödientheorie Geld Funktion
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Citation du texte
Peter Schumacher (Auteur), 2011, Die Funktion des Geldes in Lessings 'Minna von Barnhelm', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186911
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Extrait de  21  pages
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