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Rhythmus, Metrum, Puls

Frühkindliche Wahrnehmung rhythmischer Phänomene im ersten Lebensjahr

Titre: Rhythmus, Metrum, Puls

Mémoire de Maîtrise , 2011 , 69 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Julia Wewers (Auteur)

Musicologie - Divers
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Der Großteil musikwissenschaftlicher Forschung geht davon aus, dass Rhythmus, neben Tonhöhe und Lautstärke (bzw. deren Dynamik), ein zentrales Element von Musik ist. Musikhören und Musizieren wirkt ohne jegliche Art von Rhythmus nahezu unmöglich. Dabei scheint Rhythmus nicht nur für die Mehrheit von musikalischem Material grundlegend zu sein, seine Wahrnehmung wird auch als eine allgemeine Fähigkeit der meisten Menschen angenommen. Fast jeder erkennt zum Beispiel implizit, ob ein Musikstück rhythmisch ist oder nicht.

Bis heute gibt es eine Vielzahl von Modellen, Definitionen und Methoden, um der Wahrnehmung, den Umständen und der Art des Auftretens von Rhythmus auf den Grund zu gehen. Die zugrundeliegenden Fragestellungen sind anthropologischer, evolutionärer oder entwicklungspsychologischer Natur und untersuchen, ob Rhythmusempfinden und -produzieren eine Fähigkeit ausschließlich der menschlichen Spezies ist, inwieweit diese Fähigkeit in den Individuen einer Spezies genetisch veranlagt ist oder wie ein Kind rhythmische Fähigkeiten erlernen kann.

Die vorliegende Arbeit soll Antwortmöglichkeiten zu diesen drei Bereichen geben, indem sie Gewicht auf den Aspekt der Angeborenheit legt. Es ist notwendig, dass der Begriff Angeborenheit im Folgenden - da er aus dem englischen innateness übernommen wurde - nicht die Geburt als Beginn der Entwicklung markiert, sondern im Genotyp vorhanden bedeutet und damit das pränatale Stadium eines Individuums mit einschließt. Gegenstand der Analyse ist also ein in diesem Sinne angeborenes Rhythmusvermögen, dessen Ontogenese genauer betrachtet werden soll. Die Untersuchung legt ihren Fokus auf Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, die somit in diesem bestimmten Kontext auf die anderen Gebiete ausgeweitet bzw. durch diesen weiter interpretiert werden können.

Eine Möglichkeit, die in dieser Arbeit diskutiert werden soll, ist, dass das Wahrnehmen von Metrum dem Rhythmusempfinden vorausgeht. Diese Annahme beinhaltet, dass das Erfahren von Metrum eine Basis zum Erlernen weiterer rhythmischer Strukturen darstellt. Der hier zu untersuchende Aspekt ist derjenige einer Prädisposition eines Mechanismus’, der das Wahrnehmen von Metrum ermöglicht. Um sich dieser umfassenden theoretischen Fragestellung nähern zu können, soll der aktuelle Forschungsstand im Bereich Rhythmus- und Metrumwahrnehmung und deren Entwicklung bis zum ersten Lebensjahr eines Kindes dargestellt und im Hinblick auf dessen Ursprünge analysiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Einleitung und Problemstellung

1.2 Grundgedanke und Vorgehen

2. Grundbegriffe

2.1 Modelle der Abgrenzung

2.2 Begriffsdefinitionen

2.2.1 Beat, Puls und tactus

2.2.2 Rhythmus

2.2.3 Metrum

2.3 Zwischenbetrachtung

3. Metrumwahrnehmung in frühester Kindheit

3.1 Theoretische Grundlagen

3.1.1 Kognitive Entwicklungspsychologie

3.1.2 Der Entwicklungsbegriff

3.2. Methoden und Fragestellungen der aktuellen Forschung

3.3 Die Entwicklung vom pränatalen Stadium bis zum Ende des 1. Lebensjahres

3.3.1 Pränatal

3.3.2 Postnatal

3.4 Multisensorische Erfahrungen

3.5 Angeborenheit und Enkulturation

3.6 Die Rolle der Metrumwahrnehmung in der Entwicklung

4. Diskussion und Ausblick

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Wahrnehmung von Metrum eine genetische Prädisposition des Menschen darstellt und als angeborener Teil des Rhythmusvermögens eine grundlegende Voraussetzung für die Musikalität bildet. Dabei steht insbesondere die pränatale Phase und das erste Lebensjahr im Fokus, um den Einfluss von biologischen Anlagen und kultureller Sozialisation auf die Entwicklung metrischer Fähigkeiten zu analysieren.

  • Angeborenheit vs. Erlernbarkeit (Enkulturation) metrischer Wahrnehmungsmechanismen
  • Die Rolle der multisensorischen Wahrnehmung (insbesondere auditiv-vestibuläre Kopplung) bei der Entwicklung von Metrum
  • Entwicklung und Reifung der auditiven Fähigkeiten vom pränatalen Stadium bis zum Ende des ersten Lebensjahres
  • Vergleich von Rhythmus-, Puls- und Metrumperzeption in der entwicklungspsychologischen Forschung

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Pränatal

Werden die Untersuchungen ausschließlich auf Neugeborene und Säuglinge fokussiert, ist es fast unmöglich die individuellen Anfänge der musikalischen Wahrnehmung zu erforschen, da schon der Fetus im Mutterleib eine gefilterte Version der auditiven Ereignisse in der äußeren Umwelt hört. Smotherman und Robinson betonen, wie entscheidend schon diese frühe Phase der Entwicklung für die Herausbildung von Strukturen und Fähigkeiten ist:

“Viewing fetal behaviour under […] naturalistic conditions has revealed that the fetus is more than a passive passenger during gestation, it is an active organism responsive to changes within its intrauterine environment. Certain features of the fetal environment can facilitate the expression of organized behaviour, other features constrain or inhibit behavioural production. Further, the behaviour expressed by the fetus can have functional consequences. […] These facts imply that the behaviour of the fetus is inextricably connected to the environment in which it has developed, to the environment in which it currently exists, and to the succession of predictable environments that will follow in the course of its life history.” (Smotherman und Robinson (1990) in Parncutt 2009; 8)

Die erste Wahrnehmung führt also bereits zu einer Interaktion mit der Umwelt und daraufhin wieder zu anderen Erlebnissen, wobei sich dieses adaptive Verhalten auf einen Lernvorgang auswirkt. Es ist somit unabdingbar Physiologie und Reaktion im pränatalen Stadium zu berücksichtigen. Die Untersuchung der pränatalen auditiven Entwicklung ist ein relativ junges Forschungsfeld und wurde durch die oben genannten neueren Methoden teilweise erst ermöglicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Rhythmus als zentrales Element der Musik dar und formuliert die Grundthese, dass Metrumwahrnehmung eine genetische Prädisposition des Menschen ist.

2. Grundbegriffe: Das Kapitel definiert essentielle Begriffe wie Beat, Puls, Rhythmus und Metrum und grenzt sie voneinander ab, um eine einheitliche Grundlage für die musikpsychologische Analyse zu schaffen.

3. Metrumwahrnehmung in frühester Kindheit: Dieser zentrale Teil untersucht die kognitive Entwicklung, pränatale sowie postnatale Lernprozesse und die Rolle der Enkulturation und multisensorischer Erfahrungen für die Metrumwahrnehmung.

4. Diskussion und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der zitierten Studien kritisch hinterfragt und die Schwierigkeiten bei der Erforschung der kindlichen Rhythmuswahrnehmung sowie zukünftige Forschungsnotwendigkeiten aufgezeigt.

5. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich der Ursprünge und der Entwicklung der Metrumperzeption im ersten Lebensjahr.

Schlüsselwörter

Rhythmus, Metrum, Puls, Musikalität, Frühkindliche Entwicklung, Angeborenheit, Enkulturation, Kognitionspsychologie, Pränatale Entwicklung, Auditive Wahrnehmung, Multisensorik, Embodiment, Synchronisation, Musikvermögen, Ontogenese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung der Rhythmus- und Metrumwahrnehmung bei Ungeborenen und Säuglingen im ersten Lebensjahr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Arbeit beleuchtet das Zusammenspiel von biologischer Anlage (Angeborenheit), kognitiver Reifung und kultureller Prägung (Enkulturation) bei der Wahrnehmung von Metrik in Musik.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob die Fähigkeit zur Metrumwahrnehmung eine angeborene genetische Prädisposition des Menschen ist oder ob sie primär durch Lernprozesse in der frühen Kindheit erworben wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine musikpsychologische Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus der kognitiven Entwicklungspsychologie, der Neurowissenschaft und der Verhaltensforschung analysiert und kritisch interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, Methoden der aktuellen Forschung, die auditive Entwicklung vom pränatalen Stadium an sowie die Rolle von Enkulturation und multisensorischen Erfahrungen wie der Kopplung von Bewegung und Hören.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Metrum, Rhythmus, Angeborenheit, Enkulturation, frühkindliche Entwicklung und auditive Perzeption.

Welche Rolle spielt die pränatale Phase für das Rhythmusvermögen?

Die Autorin argumentiert, dass das Gehör schon pränatal funktionsfähig ist und der Fetus erste Erfahrungen mit internen und externen akustischen Rhythmen sammelt, die als Basis für spätere musikalische Strukturen dienen könnten.

Warum wird die vestibuläre Wahrnehmung in der Arbeit hervorgehoben?

Die Arbeit stützt sich auf neuere Studien, die zeigen, dass die Verbindung zwischen dem Gleichgewichtssinn (vestibulär) und dem Gehör entscheidend für die Erfassung von Metrum und die Synchronisation zur Musik sein könnte.

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Résumé des informations

Titre
Rhythmus, Metrum, Puls
Sous-titre
Frühkindliche Wahrnehmung rhythmischer Phänomene im ersten Lebensjahr
Université
University of Cologne  (Musikwissenschaftliches Institut)
Note
1,0
Auteur
Julia Wewers (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
69
N° de catalogue
V186995
ISBN (ebook)
9783656102434
ISBN (Livre)
9783656102625
Langue
allemand
mots-clé
Rhythmus Metrum Entwicklungspsychologie Musikkognition Musikwahrnehmung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Wewers (Auteur), 2011, Rhythmus, Metrum, Puls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186995
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Extrait de  69  pages
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