Ich habe mich für den Kindergarten als Thema für diese Hausarbeit entschieden, weil es gerade im vergangenen Jahr zahlreiche Diskussionen zu Gesetzesänderungen in diesem Bereich gab und ich mir so einen besseren Überblick über die bisherige Entwicklung der Kindergärten in Deutschland erhoffe. Außerdem hatte ich bereits Gelegenheit, in einem kurzen Referat in einer der Lehrveranstaltungen einen Einblick in das Sachgebiet zu erhalten.
Im Weiteren möchte ich klären ob, und wenn ja ,was sich bisher am Wesen des Kindergartens geändert hat. Diese Arbeit soll darüber hinaus klären, welche Anforderungen, bzw. Erwartungen, Eltern an die Kindergärten der heutigen Zeit stellen können. Am Ende dieser Hausarbeit möchte ich außerdem über aktuelle rechtliche Grundlagen in der Kindergartenpolitik informiert sein.
Zur Klärung der Fragen werde ich zunächst Verständnisgrundlagen schaffen, das heißt genaue Definitionen geben und die rechtlichen Hintergründe erläutern, um schließlich eine Schlussfolgerung ziehen zu können. Anschließend habe ich mich mit der Geschichte des Kindergartens befasst. Hierbei gehe ich, nach einer Zusammenfassung bis zum Jahr 1918, genauer auf die Zeit der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und auf die Unterschiede zwischen BRD und DDR in der Zeit von 1945/49 bis 1990 ein und komme dann zur aktuellen Situation der Kindergärten in Deutschland. Im letzten Gliederungspunkt habe ich die Aufgaben und Ziele des Kindergartens heutzutage zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verständnisgrundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Kindertagesstätte
2.1.2 Kindergarten
2.2 Aktuelle rechtliche Hintergründe
2.2.1 Bis 2005
2.2.2 Änderungen seit dem 01.01.2005
2.3 Persönliche Schlussfolgerung
3 Die Geschichte des Kindergartens in Deutschland
3.1 Sozial- und geistesgeschichtliche Voraussetzungen in Deutschland
3.2 Der Kindergarten von 1800 bis 1918
3.3 Der Kindergarten in der Weimarer Republik
3.4 Der Kindergarten im Nationalsozialistischen Staat
3.5 Der Kindergarten im geteilten Deutschland
3.5.1 BRD
3.5.2 DDR
3.6 Der Kindergarten seit 1990
4 Aufgaben und Ziele des Kindergartens heutzutage
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Kindergartens als pädagogische Institution in Deutschland und analysiert dessen Rolle als familienergänzende Einrichtung sowie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der Gesetzgebungsänderungen ab 2005.
- Historische Genese der frühkindlichen Erziehung in Deutschland
- Vergleich der Kindergartenkonzepte in BRD und DDR
- Einfluss politischer Systeme auf die Kindergartenpädagogik
- Aktuelle rechtliche Grundlagen und Rechtsansprüche auf Betreuung
- Pädagogische Zielsetzungen und Entwicklungsaufgaben im Elementarbereich
Auszug aus dem Buch
3.4 Der Kindergarten im Nationalsozialistischen Staat
30.1.1933 – Machtergreifung Hitlers und Verbot aller Parteien und Gewerkschaften. Das Führerprinzip wurde auf öffentliche Einrichtungen übertragen, denn ihr Handeln sollte sich allein aus dem Willen Hitlers herleiten dürfen. Schon in „Mein Kampf“ umriss er seine erzieherischen Vorstellungen: „Erste Aufgabe des Staates ist Erhaltung, Pflege und Entwicklung der besten rassischen Elemente, erste Aufgabe der Erziehung ist die Pflege der körperlichen Gesundheit und das Heranzüchten gesunder Körper.“ (Konrad, 2004, S.156f)
Die pädagogische Erziehung stellte er hinten an, denn auf körperlicher Abhärtung, Mutproben und Kampfspielen lag sein Hauptaugenmerk, zumindest bei den Jungen. Mädchen sollten im Puppenspiel und bei der Gartenarbeit auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden. Dazu heißt es in einem parteioffiziellen Grundriss der Kindergartenarbeit: „Der kleine Junge wird einmal ein deutscher Soldat werden und das kleine Mädchen eine deutsche Mutter.“ Man legte Wert auf Körperhygiene und ärztliche Überwachung und bisherige Elemente der Elementarpädagogik wurden an den NS angepasst. Spiele waren so stets Kampf- und Wettbewerbsspiele mit Übungen wie Laufen oder Weitsprung und in Volksmärchen ging es um das Leben als Kampf. Gesteigerten Wert legte man außerdem auf die Erziehung zum Rassenhass: Bilderbücher, in denen Juden die schlimmsten Charaktereigenschaften zugeschrieben wurden, Gebete, in denen Hitler die Stelle Gottes einnahm und schließlich das Vortragen kleiner antisemitischer Sprüchlein standen auf der Tagesordnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für die Themenwahl dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung zur Entwicklung des Kindergartens in Deutschland.
2 Verständnisgrundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kindertagesstätte und Kindergarten und beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Änderungen bis 2005.
3 Die Geschichte des Kindergartens in Deutschland: Eine detaillierte chronologische Analyse von den Anfängen im 18./19. Jahrhundert bis zur Wiedervereinigung, unterteilt in verschiedene politische Epochen.
4 Aufgaben und Ziele des Kindergartens heutzutage: Hier werden die aktuellen pädagogischen Schwerpunkte, wie Motorik, Sozialverhalten und Schulvorbereitung, erläutert.
5 Resümee: Eine zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung, die das Fazit zieht, dass sich das Wesen der familienergänzenden Einrichtung trotz unterschiedlicher Ideologien im Kern bewahrt hat.
Schlüsselwörter
Kindergarten, Elementarbereich, Kindertagesstätte, Jugendhilfe, Erziehung, Bildungsauftrag, Fröbel, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, BRD, DDR, Sozialgesetzbuch, Rechtsanspruch, Elternarbeit, Schulvorbereitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Kindergartens als pädagogische Institution in Deutschland von den historischen Anfängen bis in die Gegenwart.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition, der historischen Entwicklung unter verschiedenen politischen Systemen sowie den heutigen Aufgaben und Zielen im Bildungswesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Wandel des Kindergartens aufzuzeigen und zu klären, wie sich dessen familienergänzende Funktion über die Zeit verändert oder stabilisiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Fachpublikationen, Rechtsquellen und historischer Dokumente.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung, einen ausführlichen geschichtlichen Abriss (vom 19. Jahrhundert bis nach 1990) und eine Analyse gegenwärtiger pädagogischer Aufgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Kindergarten, Elementarpädagogik, Jugendhilfe, historische Entwicklung und familienergänzende Funktion.
Welche Rolle spielte die Fröbelpädagogik in der Geschichte?
Friedrich Fröbel gilt als Begründer des Kindergartens, dessen Spiel- und Bildungskonzept die Institution maßgeblich prägte, bevor es in späteren Jahren teilweise verdrängt oder adaptiert wurde.
Wie wirkten sich die gesetzlichen Änderungen ab 2005 auf den Kindergartenbesuch aus?
Seit 2005 wurde der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz stärker an Bedingungen geknüpft, insbesondere an die Erwerbstätigkeit oder Arbeitssuche der Erziehungsberechtigten.
- Citation du texte
- Katharina Voigt (Auteur), 2006, Die Entwicklung des Kindergartens als pädagogische Institution in Deutschland , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187029