Das Target Costing Management hat seinen Ursprung in Japan, wo es auf Grund
des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit in den siebziger Jahren entwickelt wurde. In
Deutschland ist es unter dem Namen Zielkostenmanagement als Teil des Kostenmanagement
seit den neunziger Jahren in der Automobil- und Elektroindustrie weit verbreitet1.
Der Grundgedanke des Target Costing ist es, festzulegen, wie hoch die Kosten eines
Produktes sein dürfen und welche Stellenwerte die einzelnen Komponenten haben.
Unter diesem Ansatz ist das Target Costing besonders für neue Produkte sinnvoll, da
es mit Beginn der Entwicklung eingesetzt wird und so die optimale Kostenstruktur
entstehen lässt. Im Laufe der Produktentwicklung wird versucht, die Produktstandartkosten
oder auch Drifting Costs bis zu dem am Markt erlaubten Zielkosten zu senken.
Das Target Costing findet in allen Stadien des Produktlebenszyklus statt und beeinflusst
somit die Arbeit aller in den Prozess einbezogenen Abteilungen eines Unternehmens.
Die Teamarbeit der Fachleute aus den Bereichen Marketing, Einkauf,
Konstruktion, Produktion, Vertrieb und Controlling ist für die Umsetzung des Target
Costing folglich unabdingbar.
Das Kostenmanagement von Handelsunternehmen umfasst oft nicht das Target Costing.
Eine mögliche Ursache könnte die gezielte Ausrichtung auf die Entwicklung
neuer Produkte in der Industrie sein. Im Folgenden wird das Target Costing in der
Praxis anhand eines fiktiven Online-Versandhändlers namens „Amozon“ dargestellt.
1 Vgl. Joos-Sachse, Thomas: Controlling, Kostenrechnung und Kostenmanagement, 4. Auflage, Wiesbaden
2001, S.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung „Amozon“
3 Ziele des Target Costing
4 Ablauf des Target Costing anhand des Amozon Beispiels
4.1 Bestimmung und Gewichtung der Funktionen
4.1.1 Conjoint Analyse
4.2 Zielpreis Festlegung
4.2.1 Skimming Strategie
4.2.2 Penetrationsstrategie
4.3 Zielgewinn Festlegung
4.4 Ermittlung der Zielkosten
4.5 Zielkostenaufspaltung
4.6 Ableitung Drifting Costs
4.7 Komponentenweiser Vergleich Drifting Costs und Zielkosten.
4.7.1 Zielkostenüberschreitung
4.7.2 Zielkostenunterschreitung
4.7.3 Zielkostenindex
4.7.4 Zielkostenkontrolldiagramm
5 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Target Costing auf Handelsunternehmen. Anhand eines fiktiven Online-Versandhändlers namens „Amozon“ wird analysiert, wie Kostenstrukturen marktorientiert gestaltet werden können, um eine optimale Übereinstimmung zwischen Kundenbedürfnissen und Produktionskosten zu erreichen.
- Grundlagen und Entstehung des Target Costing
- Methoden der Funktionsanalyse und Zielkostenermittlung
- Preispolitische Strategien (Skimming vs. Penetration)
- Vergleich von Drifting Costs und Zielkosten zur Kostensteuerung
- Herausforderungen bei der Implementierung im Handel
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Conjoint Analyse
Die Conjoint Analyse oder auch das Conjoint Measurement ist ein Instrument der Marktforschung, um Teilnutzenwerte und Zahlungsbereitschaften von Kunden zu erfassen.6
Im Gegensatz zu anderen Präferenzanalysen wird bei der Conjoint Analyse die Wichtigkeit einzelner Produktfunktionen indirekt und unter Berücksichtigung des Einflusses der Funktionen auf die Gesamtpräferenz ermittelt.
Zunächst werden Merkmale oder Funktionen ausgewählt, welche in der Marktforschung berücksichtigt werden sollen. Um das Erhebungsdesign so einfach wie möglich zu gestallten, sollten möglichst wenig Funktionen in die Erhebung einbezogen werden.7 Der Preis gehört jedoch stets zu den Funktionen.
Die Datenerhebung findet anhand des Produktes oder einer Beschreibung, wie zum Beispiel ein Bild des Produktes, statt. Die Produkte unterscheiden sich in ihren Funktionen und deren Kombinationen. Im Fall Amozon könnte dies die Lieferung mit den Funktionen hohe Geschwindigkeit, Sendungsverfolgung oder Sicherheitsverpackung 9€ sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Varianten zu bewerten. Es können Ränge der einzelnen Kombinationen genannt werden oder ein Rating der „besten“ Funktionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den Ursprung des Target Costing in Japan und dessen zunehmende Bedeutung im deutschen Kostenmanagement für industrielle Produkte.
2 Vorstellung „Amozon“: Dieses Kapitel stellt das fiktive Handelsunternehmen Amozon vor und beschreibt die Einführung eines neuen Express-Lieferservices als Ausgangspunkt für die Fallstudie.
3 Ziele des Target Costing: Hier werden die Kernziele Marktorientierung und Teamorientierung als wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kostensteuerung definiert.
4 Ablauf des Target Costing anhand des Amozon Beispiels: Dieser Hauptteil veranschaulicht den Prozess der Zielkostenbestimmung, von der Funktionsanalyse über die Preisbildung bis hin zur Ermittlung des Zielkostenindex.
5 Kritische Würdigung: Der Autor bewertet die Übertragbarkeit des Target Costing auf den Handel und hinterfragt die methodischen Schwierigkeiten sowie die Eignung des Konzepts für diesen Sektor.
Schlüsselwörter
Target Costing, Zielkostenmanagement, Amozon, Kostenmanagement, Conjoint Analyse, Marktorientierung, Funktionsmethode, Zielpreis, Drifting Costs, Allowable Costs, Zielkostenindex, Express-Versand, Produktlebenszyklus, Kostensteuerung, Handelsunternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Anwendung des strategischen Kostenmanagement-Instruments „Target Costing“ in der Praxis, dargestellt an einem fiktiven Handelsunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit beleuchtet die Zerlegung von Produkten in Funktionen, die Ermittlung von Zielpreisen und -kosten sowie die Steuerung der Kosten über den gesamten Produktlebenszyklus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie ein Unternehmen seine Kostenstruktur gezielt an den Wünschen des Marktes ausrichten kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben der theoretischen Herleitung nutzt die Arbeit die Funktionsmethode, die Conjoint Analyse zur Nutzenbestimmung sowie mathematische Berechnungen zur Zielkostenaufspaltung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt detailliert den Ablauf des Target Costing beim fiktiven Unternehmen „Amozon“, inklusive der Gewichtung von Funktionen und der Ermittlung von Zielkosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zielkostenmanagement, Marktorientierung, Conjoint Analyse, Drifting Costs und die Preisstrategien Skimming sowie Penetration.
Warum wird eine Penetrationsstrategie für Amozon gewählt?
Da Amozon im Vergleich zur Konkurrenz einen deutlich niedrigeren Preis für den neuen Express-Service anbietet, ist eine Penetrationsstrategie zur schnellen Marktdurchdringung am sinnvollsten.
Was zeigt das Zielkostenkontrolldiagramm?
Es dient der grafischen Darstellung der Zielkostenindizes, wobei Abweichungen von der Ideallinie (Index 1) auf sofortigen Handlungsbedarf bei der Kostenreduktion hinweisen.
Wie lautet das Fazit der Autorin zur Anwendbarkeit?
Das Target Costing ist in seiner klassischen Form nicht uneingeschränkt für Handelsunternehmen zu empfehlen, da der Handel sich grundlegend von produzierenden Unternehmen unterscheidet.
- Citar trabajo
- Fee Damm (Autor), 2011, Target Costing in Theorie und Praxis am Beispiel eines Handelsunternehmens , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187041