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Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001

Titre: Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001

Epreuve d'examen , 2003 , 123 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Frank Rey (Auteur)

Politique - Sujet: Politique étrangère allemande
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Résumé Extrait Résumé des informations

Seit der Wiedervereinigung haben die Auslandseinsätze der Bundeswehr drastisch zugenommen.Während die Bundeswehr in Bosnien die Grundschule durchlief, hieß die Oberschule Kosovo und Mazedonien. So schien es nur logisch, in Afghanistan die Reifeprüfung abzulegen. Im Rahmen der Afghanistan-Diskussion forderte Bundeskanzler Schröder im Oktober 2001 die "Enttabuisierung des Militärischen" in der deutschen Außenpolitik. US-Präsident George W. Bush lobte die Deutschen mit den Worten: "Es gibt keinen standhafteren Freund in dieser Koalition als Deutschland".
Doch weniger als ein Jahr später wurde aus dem Engagement auf der weltpolitischen Bühne eine Totalverweigerung. Von der "uneingeschränkten Solidarität" mit dem Verbündeten USA wollte die deutsche Bundesregierung nichts mehr wissen. Der "deutsche Weg" und das kategorische "Nein" Deutschlands zu einem Irak-Krieg werden von Beobachtern als ein tiefer "Bruch in der traditionellen bundesrepublikanischen Außenpolitik" gesehen. Robert Kagan kommt sogar zu dem Schluss: "Americans are from Mars and Europeans are from Venus: They agree on little and understand one another less and less".

Die Frage, mit der sich diese Examensarbeit beschäftigt, lautet:

Warum hat Deutschland im November 2001 an der Operation Enduring Freedom und dem damit verbundenen Angriff auf Afghanistan teilgenommen, nicht jedoch an der militärischen Intervention im Irak im März 2003?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Metatheoretische Überlegungen

2.2 Theoretischer Rahmen dieser Arbeit

3. Theoretisches Analysemodell

3.1 Erklärungsfaktoren (unabhängige Variablen)

3.1.1 Innerstaatliche Unterstützung

3.1.2 Relative Machtposition

3.1.3 Konsens oder Dissens in internationalen Organisationen

3.1.4 Zusammenfassung

3.2 Die militärische Intervention (abhängige Variable)

3.2.1 Die politische Dimension

3.2.2 Die militärische Dimension/Fünf Stufen der militärischen Intervention

3.2.3 Militärische Interventionen seit der Wiedervereinigung

3.2.4 Zusammenfassung

4. Die militärische Intervention in Afghanistan/Enduring Freedom

4.1 Aufbau der Fallstudien

4.2 Politische Dimension

4.3 Militärische Dimension

4.4 Innerstaatliche Unterstützung

4.5 Relative Machtposition

4.6 Internationaler Konsens oder Dissens

4.7 Zusammenfassung

5. Die militärische Intervention im Irak

5.1 Politische Dimension

5.2 Militärische Dimension

5.3 Innerstaatliche Unterstützung

5.4 Relative Machtposition

5.5 Internationaler Konsens oder Dissens

5.6 Zusammenfassung

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht rational begründete Entscheidungsmuster der deutschen Bundesregierung zur Beteiligung an militärischen Interventionen nach dem 11. September 2001, konkret am Beispiel der Operation Enduring Freedom in Afghanistan und der Nicht-Teilnahme am Irak-Krieg 2003.

  • Neorealistische, neoliberale und neoinstitutionalistische Theorieansätze
  • Analyse der innerstaatlichen Unterstützung durch öffentliche Meinung und Wählerpräferenzen
  • Untersuchung der relativen Machtposition und militärischer Ressourcen
  • Einfluss von Konsens oder Dissens in internationalen Organisationen (EU, NATO, UNO)
  • Entwicklung eines qualitativen Fünf-Stufen-Modells militärischer Interventionen

Auszug aus dem Buch

Die politische Dimension

In Anlehnung an den politischen Interventionsbegriff wird die Intervention hier in ihrer weiten Fassung als Beeinflussung eines Herrschaftssystems von außen verstanden (Czempiel 1994). Die Intervention ist damit eine Strategie der Außenpolitik und die militärische Intervention nur eine Unterform derselbigen, nämlich der bewaffnete Eingriff eines fremden Staates mit dem Ziel der Beeinflussung eines Herrschaftssystems. Die Spannung zwischen diesem Interventionsbegriff und dem seit dem Westfälischen Frieden von 1648 herrschenden Verbot der Einmischung in innere Angelegenheiten wird von Czempiel durch die Anerkennung der Gesellschaft als eigentliche Souveränitätsträgerin aufgelöst (Czempiel 1994). Durch diese Zuweisung der Souveränität verstößt eine Beeinflussung des politischen Herrschaftssystems mit dem Ziel der Stärkung der gesellschaftlichen Herrschaft im demokratietheoretischen Verständnis nicht gegen die Souveränität eines Volkes.

Bei der Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Politik und militärischer Intervention kommt man an der funktionalistischen Sichtweise von Carl von Clausewitz nicht vorbei. Er prägte Ende des 19. Jahrhunderts die Definition von Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln:

So sehen wir also, daß der Krieg nicht bloß ein politischer Akt, sondern ein wahres politisches Instrument ist, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs, ein Durchführen desselben mit anderen Mitteln (von Clausewitz 1832).

Hier wird deutlich, dass die Funktion des Krieges entscheidend ist, d.h. die Möglichkeit, mit militärischen Mitteln einen Konflikt zu bearbeiten, der mit politischen und diplomatischen Mitteln nicht mehr zu lösen scheint. Unterschieden wird in der funktionalistischen Sichtweise von Clausewitz zwischen Zweck, Ziel und Mittel des Krieges. Der Zweck ist, was mit dem Krieg und das Ziel, was im Krieg erreicht werden soll. Die Mittel des heutigen Krieges sollen im nächsten Abschnitt bei der Frage nach der militärischen Dimension der abhängigen Variable erläutert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung der deutschen Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001 ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.

2. Theoretischer Rahmen: Es werden metatheoretische Grundlagen dargelegt und die Einordnung in die szientistische Denkschule vorgenommen, um ein Theoriegerüst aus Neorealismus, Neoliberalismus und Neoinstitutionalismus zu bilden.

3. Theoretisches Analysemodell: Das Kapitel entwickelt ein Modell mit internen und externen Erklärungsfaktoren und definiert ein Fünf-Stufen-Modell zur Klassifizierung militärischer Interventionen.

4. Die militärische Intervention in Afghanistan/Enduring Freedom: Die erste Fallstudie analysiert, warum Deutschland an dieser Operation teilnahm, wobei besonders die politische Entscheidung und die unterstützenden Faktoren untersucht werden.

5. Die militärische Intervention im Irak: Die zweite Fallstudie untersucht die Gründe für die deutsche Nicht-Teilnahme am Irak-Krieg und beleuchtet die konträre Entscheidung der Bundesregierung.

6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse der beiden Fallstudien werden zusammengeführt, kontrastiert und die aufgestellten Hypothesen kritisch geprüft.

7. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse zur deutschen Sicherheitspolitik und schlägt weitere Forschungsansätze sowie Ländervergleiche vor.

Schlüsselwörter

Sicherheitspolitik, Bundeswehr, militärische Intervention, Enduring Freedom, Irak-Krieg, Afghanistan, Außenpolitik, Theorie der internationalen Beziehungen, Neorealismus, Neoliberalismus, Neoinstitutionalismus, Politische Entscheidung, Sicherheitskonzept, Machtressourcen, Konsens

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche Sicherheitspolitik und die Beweggründe der Bundesregierung für ihre konträren Entscheidungen bei der Teilnahme an Militäreinsätzen zwischen 2001 und 2003.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die drei Erklärungsfaktoren: innerstaatliche Unterstützung, relative Machtposition des Staates und der Konsens in internationalen Institutionen wie EU, NATO und UNO.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Warum hat Deutschland 2001 an der Operation Enduring Freedom in Afghanistan teilgenommen, sich jedoch 2003 gegen die Teilnahme am Irak-Krieg entschieden?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitativ-vergleichende Analyse zweier Fälle durchgeführt, die auf der Operationalisierung der genannten Variablen und der Anwendung eines eigens entwickelten Fünf-Stufen-Modells militärischer Interventionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Modellbildung sowie die detaillierte empirische Anwendung auf die beiden Fallstudien zu Afghanistan und zum Irak.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf Konzepte wie Eigennutzenmaximierung politischer Akteure, relative Machtposition, Bedrohungsperzeption und die Rolle internationaler Organisationen für die deutsche Außenpolitik.

Wie wird die Rolle des Bundeskanzlers bewertet?

Der Autor zeigt auf, wie der Bundeskanzler außenpolitische Entscheidungen rational mit dem Ziel der Wiederwahl verknüpft hat, wobei er insbesondere in der Irak-Frage eine erfolgreiche Stimmungsführung übernahm.

Was ist das Besondere am entwickelten Fünf-Stufen-Modell?

Das Modell ermöglicht eine präzise qualitative und quantitative Einordnung militärischer Beiträge der Bundeswehr, basierend auf deren Gefährdungs- und Offensivpotential in multinationalen Einsätzen.

Fin de l'extrait de 123 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
2,7
Auteur
Frank Rey (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
123
N° de catalogue
V18704
ISBN (ebook)
9783638229876
ISBN (Livre)
9783638700160
Langue
allemand
mots-clé
Deutsche Sicherheitspolitik 11.September Irak Afghanistan
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Frank Rey (Auteur), 2003, Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18704
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