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Kulturhistorische Betrachtung der Entstehung des Bebop unter besonderer Berücksichtigung möglicher ideologischer Motive

Titre: Kulturhistorische Betrachtung der Entstehung des Bebop unter besonderer Berücksichtigung möglicher  ideologischer Motive

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Andreas Schwarz (Auteur)

Philologie Américaine - Culture et Études de pays
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Résumé Extrait Résumé des informations

Daniel Belgrad schreibt in Kapitel 9 von „The Culture of Spontaneity“: „Beat poetry and bebop jazz shared a common cultural project: to oppose the culture of corporate liberalism with a spontaneous prosody embodying the tenets of intersubjectivity and body-mind-holism.” Der möglichen Form des Bebop als sozialer Subkultur, künstlerischer Avantgarde oder Gegenkultur schreibt er damit auch eine ursprüngliche Intention aktiver, intellektueller Opposition zu. Bei der Diskussion um genau diese Zuordnung des modern jazz in eine gesellschaftliche Strömung wird hierbei die Herangehensweise und der persönliche Hintergrund des Musikerkollektivs, welchem historisch der Schöpfungsakt des Bebop zugeschrieben wird (insbesondere Charlie Parker), lediglich oberflächlich und verallgemeinernd betrachtet. Herkunft (ethnisch und sozial), individuelle Historie (bspw. Parkers Heroinabhängigkeit) und musikalisches Genie werden heruntergebrochen auf einen ganz allgemein im Bebop sublimierten Widerstand gegen den corporate liberalism der Nachkriegszeit. Dazu führt u.a. Belgrad ein Parker-Zitat (bezüglich der Findung seines Stils) ein, welches das direkte Gegenteil seiner These darlegt: „I´d been getting bored with the stereotyped changes that were being used at the time […]“
Zielstellung dieser Studienarbeit soll es sein, die genannten Aspekte der Opposition und die musikalische Erneuerung des Bebop darzustellen, kritisch zu hinterfragen und den Zusammenhang dieser zweifelsohne existenten gesellschaftlichen und musikalischen Veränderungen – wenn möglich - kulturhistorisch in eine chronologische Form zu bringen. Nach einem eingänglichen historischen Abriss zur Geschichte der Entstehung des Bebop, werden dazu verschiedene Einflußfaktoren und gesellschaftliche Reibungspunkte der zum Bebop gehörenden Musiker wie musikalischer Anspruch, das Problem der Segregation und Benachteiligung von Schwarzen sowie die Interaktion von Beboppern, Medien und Zuschauern eingehender betrachtet. Auch die von Scott DeVeaux aufgeworfene, ganz ähnliche Frage einer Evolution oder Revolution in der Musik wird Beachtung finden, da genau hier der definitorische Scheidepunkt einer Gegenkultur zu liegen scheint.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Entstehung des Bebop

3 Bebop „von innen“

3.1 Bebop und der musikalische Anspruch

3.2 Bebop und race

3.3 Charlie Parker

4 Bebop „von außen“

4.1 Bebop und Rezeption

4.2 Bebop und Medien

5 Evolution oder Revolution – Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehung und den Charakter des Bebop unter Berücksichtigung kulturhistorischer und ideologischer Aspekte, um kritisch zu hinterfragen, ob die Bewegung als bewusste Gegenkultur oder als evolutionäre Weiterentwicklung des Jazz zu verstehen ist.

  • Historische Genese des Bebop im New York der 1940er Jahre
  • Die Rolle von Musikernetzwerken und experimentellen Jam-Sessions
  • Einfluss soziopolitischer Faktoren wie Segregation und Rassenbeziehungen
  • Die mediale Stigmatisierung und Stilisierung der Bebop-Kultur

Auszug aus dem Buch

3.2 Bebop und race

Lincoln James Collier schreibt in „The Making of Jazz“ über Bebop: „Bop, we have to bear in mind, was a wholly black invention.” Mit diesem Satz steht er musikhistorisch in einem breiten Kanon von Aussagen, die den modern jazz zu einer schwarzen Musikform – zumindest in den Anfangstagen – mitsamt den einhergehenden Vorurteilen in einer weißen Gesellschaft machen.

War das nun eine bewusste Hinwendung zur eigenen Ethnizität oder ist diese Tatsache dem temporär zufällig verteilten größeren Talent der schwarzen Musikerschaft der Anfangstage des Bebop zu schulden? Vermutlich weder noch. Die dargestellte Entwicklung des Bebop in Harlem, größtenteils durch ein eingeschworenes Musikerkollektiv, welches sich über die Qualität der individuellen Musikalität rekrutierte, und die individuellen Aussagen der Beteiligten lassen keinen kategorisch rassistisch motivierten Ausschluss weißer Musiker vermuten.

In den Einzelschicksalen finden sich Anekdoten, die einen Gesellschaftshass auf die weiße Vorherrschaft bestätigen und verstärken, und generell war das Leben schwarzer Musiker dieser Zeit von Armut geprägt, welche sich zu großen Teilen auf ihre Hautfarbe und Ausbeutung durch Veranstalter und Plattenfirmen herunterbrechen lässt. Dennoch sind viele freundschaftliche Verhältnisse von weißen und schwarzen Musikern überliefert (bspw. Dizzy Gillespie und Dave Tough) und der Selbstbezug der „Erfinder“ des Bebop musikalisch begründet (man wollte lediglich die „Unfähigen“ ausgrenzen und anfangs waren da wohl keine Weißen, die in der Lage gewesen wären, mitzuhalten).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob der Bebop eine bewusste künstlerische Opposition zum corporate liberalism darstellt, und skizziert den kulturhistorischen Ansatz der Arbeit.

2 Zur Entstehung des Bebop: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Harlem als Kristallisationspunkt und den Einfluss des record ban auf die Entwicklung eines neuen Jazz-Stils innerhalb kleiner Musikerkollektive.

3 Bebop „von innen“: Hier werden die musikalischen Neuerungen, die interne Dynamik zwischen den Musikern und der Einfluss prägender Persönlichkeiten wie Charlie Parker auf die Struktur des modernen Jazz analysiert.

4 Bebop „von außen“: Dieses Kapitel untersucht die gesellschaftliche Rezeption des Bebop durch Medien und Publikum sowie die Auswirkungen der segregierten amerikanischen Gesellschaft auf die Selbstwahrnehmung der Musiker.

5 Evolution oder Revolution – Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Bebop-Bewegung als evolutionärer Prozess innerhalb der Jazz-Tradition, der durch ein neues gesellschaftliches Selbstbewusstsein der Musiker ergänzt wurde.

Schlüsselwörter

Bebop, Modern Jazz, Jazz-Geschichte, Charlie Parker, Minton's Playhouse, Segregation, Musikkritik, Kulturhistorie, Evolution, Revolution, afro-amerikanische Musik, Gegenkultur, Jam-Session, Improvisation, Musikerszene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des Bebop in den 1940er Jahren und analysiert, inwiefern dieser Stil als bewusste ideologische Gegenbewegung oder als rein musikalische Entwicklung einzuordnen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der musikalischen Innovation in Harlem, den sozioökonomischen Bedingungen der schwarzen Musiker und der Wechselwirkung zwischen Musikern, Medien und der US-Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob man den Bebop primär als radikale Revolution gegen gesellschaftliche Zwänge und kommerzielle Schemata interpretieren muss oder ob er als evolutionäre Weiterentwicklung jazzhistorischer Traditionen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen kulturhistorischen Ansatz, indem sie historische Quellen, zeitgenössische Aussagen von Musikern und musikwissenschaftliche Fachliteratur chronologisch in den Kontext der Nachkriegszeit einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsbedingungen in Harlemer Clubs, die musikalischen Einflüsse von Protagonisten wie Charlie Parker sowie die Auswirkungen medialer Berichterstattung auf das Image der Bebopper.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bebop, Modern Jazz, Segregation, kulturelle Identität, musikalische Innovation und die Debatte um Evolution versus Revolution.

Welchen Einfluss hatte der "record ban" auf den Bebop?

Der Streik der Musikergewerkschaft verhinderte für zwei Jahre Schallplattenaufnahmen, was Musikern Freiräume schuf, in denen sie in experimentellen Sessions ungestört neue harmonische und rhythmische Strukturen entwickeln konnten.

Warum wird Charlie Parker als Schlüsselfigur angesehen?

Parker gilt als musikalischer Innovator, dessen technisches Können und harmonische Neuerungen nicht nur andere Saxophonisten, sondern das gesamte Spektrum des Jazz nachhaltig beeinflussten, ungeachtet seines oft exzessiven Lebensstils.

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Résumé des informations

Titre
Kulturhistorische Betrachtung der Entstehung des Bebop unter besonderer Berücksichtigung möglicher ideologischer Motive
Université
Free University of Berlin  (John-F.-Kennedy-Institut)
Note
1,7
Auteur
Andreas Schwarz (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
17
N° de catalogue
V187083
ISBN (ebook)
9783656104377
ISBN (Livre)
9783656104827
Langue
allemand
mots-clé
Bebop Charlie Parker Race Jazz culture spontaneity culture of spontaneity Daniel Belgrad modern jazz swing jazz record ban Dizzy Gillespie USA music bird minton's monroe's black music
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Schwarz (Auteur), 2006, Kulturhistorische Betrachtung der Entstehung des Bebop unter besonderer Berücksichtigung möglicher ideologischer Motive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187083
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Extrait de  17  pages
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