„Jedes Unternehmen ist durch seine Betätigung am Markt Risiken ausgesetzt. Diese Risiken zu
erkennen, zu minimieren und ihrem Eintreten entgegen zu wirken, bildet mehr denn je eine der
zentralen unternehmerischen Herausforderungen.“1
Das Nutzen von Chancen ist eines der Hauptgründe, warum Unternehmen am Markt aktiv werden.
Dabei stehen die Gewinn- und Renditemaximierung, sowie die Liquiditätssicherung im
Vordergrund. Um dies zu erreichen unterliegen seriös geführte Unternehmen einem
Managementprozess, in dem Ziele und Strategien definiert und Maßnahmen vorgegeben werden.
Jedoch erreicht nicht jedes Unternehmen, trotz intensiver Planung, seine Wunschvorstellungen.
Dies liegt daran, dass Unsicherheiten in den Planungsprozess mit einbezogen werden. Die Pläne
stellen somit nur eine Scheingenauigkeit und Scheinzuverlässigkeit dar, womit ein
unternehmerisches Risiko einhergeht.2 Um dieses unternehmerische Risiko zu minimieren fordern
mehrere Normen die Einführung eines Risikomanagementprozesses, wie zum Beispiel ISO 31000
und ONR 49000.3 Weiterhin ist im Jahr 1998 das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im
Unternehmensberiech (KonTraG) in Kraft getreten, welches die Unternehmensleitung von
börsennotierten Aktiengesellschaften auffordert, ein Risikomanagementsystem eizuführen.4
Diese Ausarbeitung soll einen Einblick in das strategische Risikomanagement geben. Ein erstes
Verständnis für das strategische Risikomanagement wird über eine Definition und Abgrenzung
gegeben. Desweiteren werden Methoden aufgezeigt, mit denen man strategische Risiken
identifizieren und bewerten kann. Die Behandlung der strategischen Risiken wird in Form von
allgemeingültigen Richtlinien erfolgen, da diese situationsbedingt geschehen sollte. Zum Schluss
erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den vorgestellten Methoden.
In Betracht gezogen werden nur die strategischen Risiken, da diese einen großen Einfluss auf die
Entwicklung des Unternehmens haben und eine enge Verbindung zu der getroffenen
Unternehmensstrategie haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemdarstellung
1.2. Zielsetzung und Abgrenzung
2. Strategisches Risiko und Risikomanagement
3. Erfassung von strategischen Risiken
3.1. Risikoidentifikation
3.2. Risikobewertung
4. Behandlung von strategischen Risiken
4.1. Risikovermeidung
4.2. Risikoverminderung
4.3. Risikoüberwälzung
4.4. Selbsttragen eines Risikos
5. Kritische Diskussion des strategischen Risikomanagements
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Einblick in das strategische Risikomanagement zu geben. Dabei werden Methoden zur Identifikation und Bewertung strategischer Risiken erläutert sowie Richtlinien zur Behandlung dieser Risiken aufgezeigt, um letztlich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema zu ermöglichen.
- Grundlagen des Risikomanagements in einem dynamischen Marktumfeld
- Methoden der Risikoidentifikation und Frühaufklärung
- Klassifizierung und Bewertung strategischer Risiken mittels Risiko-Matrix und Pareto-Analyse
- Strategien zur Behandlung von Risiken (Vermeidung, Verminderung, Überwälzung, Selbsttragen)
- Kritische Würdigung der Instrumente des strategischen Risikomanagements
Auszug aus dem Buch
3.2. Risikobewertung
In der Phase Risikoidentifikation wurden mögliche strategische Risiken erarbeitet. Je nach Risikohaftigkeit eines Unternehmens können dabei sehr viele Risiken erkannt werden, die nun in der Phase der Risikobewertung klassifiziert bzw. bewertet werden müssen.
Für ein Unternehmen stellt sich die Frage welche Auswirkung ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat. Dabei sollten für jedes Risiko die Eintrittswahrscheinlichkeit und eine Schadenshöhe bestimmt werden. Eine dritte Dimension ist die Symmetrie eines Risikos, da Risiken auch Chancen darstellen können. Für die weitere Betrachtung wird die Symmetrie nicht weiter verfolgt. Da das Bestimmen der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Schadenshöhe sehr unsichere Schätzungen sind, bietet es sich an diese in Klassen vorzunehmen. Ein Beispiel kann wie folgt aussehen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Problematik unternehmerischer Risiken ein und motiviert die Notwendigkeit eines Risikomanagements durch gesetzliche Anforderungen und die Marktgegebenheiten.
2. Strategisches Risiko und Risikomanagement: Hier werden strategische von operativen Risiken abgegrenzt und die Bedeutung des Risikomanagements als Erweiterung des strategischen Managements dargelegt.
3. Erfassung von strategischen Risiken: Es werden Methoden zur Risikoidentifikation sowie Ansätze zur quantitativen und qualitativen Bewertung von Risiken behandelt.
4. Behandlung von strategischen Risiken: Dieses Kapitel stellt verschiedene Normstrategien wie Verminderung, Vermeidung oder Überwälzung vor, um auf identifizierte Risiken angemessen zu reagieren.
5. Kritische Diskussion des strategischen Risikomanagements: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Schwierigkeiten bei der Erfassung zukünftiger Risiken und betont dennoch den hohen Nutzen für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Strategisches Risikomanagement, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risiko-Matrix, Unternehmensrisiko, Frühaufklärung, Risikosteuerung, KonTraG, Pareto-Analyse, Schadenshöhe, Eintrittswahrscheinlichkeit, Risikovermeidung, Risikoverminderung, Risikoüberwälzung, Unternehmenserfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Erfassung und zielgerichteten Behandlung strategischer Risiken in einem unternehmerischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Identifikation, die Bewertung sowie die Steuerung und Behandlung von Risiken, die den langfristigen Erfolg eines Unternehmens beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel dieser Ausarbeitung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für das strategische Risikomanagement zu vermitteln und Methoden zur praktischen Anwendung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Literaturanalyse bestehender Konzepte sowie die Anwendung systematischer Instrumente wie der Risiko-Matrix und der Pareto-Analyse.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Fokus liegt auf den Phasen des Risikomanagementprozesses, insbesondere der Identifikation durch Suchfelder und der strategischen Einordnung mittels Risiko-Matrix.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie strategische Risiken, Risikomanagement, Risikobewertung und Unternehmenssteuerung beschreiben.
Warum ist die Identifikation strategischer Risiken so schwierig?
Da strategische Risiken in der Zukunft liegen und deren Anzahl potenziell gegen unendlich geht, ist es unmöglich, alle Risiken vollständig zu antizipieren.
Welche Rolle spielt die Risiko-Matrix in der Behandlung?
Die Risiko-Matrix dient dazu, Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe zu visualisieren und daraus geeignete Normstrategien für die Behandlung abzuleiten.
- Citar trabajo
- Christoph Weigel (Autor), 2012, Erfassung und Behandlung strategischen Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187094