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Das Versepos in der neueren deutschen Literatur - eine "unmögliche" Gattungsform?

Título: Das Versepos in der neueren deutschen Literatur - eine "unmögliche" Gattungsform?

Trabajo Escrito , 2011 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Marcel Wisner (Autor)

Filología alemana - Géneros
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Das Versepos, oft als höchste Form literarischen Schaffens bezeichnet, hat in der deutschen
Literatur eine gewisse Sonderstellung inne und stellt den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit dar, wobei die Frage nach einer tatsächlichen „Unmöglichkeit“ des hohen Epos im Mittelpunkt der Argumentation stehen soll. Zunächst sollen allgemeine Theorien zum Versepos, insbesondere die Betrachtungen der Philosophen J. G. Sulzer
und G. F. W. Hegel, die sich intensiv mit dieser Gattungform auseinander gesetzt haben, die
Grundlage für eine weitere Bearbeitung bilden. Anschließend sollen vier Versepen der deutschen
Literatur, Wielands Oberon, Goethes Hermann und Dorothea, Heines Atta Troll und von Droste-
Hülshoffs Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, in Bezug auf ihre gattungsspezifischen
Eigenheiten untersucht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Charakter des Epischen – theoretische Betrachtungen zum Versepos

3. Die Transposition ins Märchenhafte – Oberon von Christoph Martin Wieland

4. Epos vs. Idylle – Goethes Hermann und Dorothea

5. Heinrich Heines Atta Troll – ein humoristisches Epos

6. Anette von Droste-Hülshoffs Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard – eine Rückkehr zur Ernsthaftigkeit ?

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und den Stellenwert des Versepos in der neueren deutschen Literatur. Dabei wird analysiert, ob die Gattung nach den klassischen antiken Vorbildern in der Moderne noch lebensfähig ist oder ob sie als „unmögliche“ Gattung betrachtet werden muss, indem theoretische Positionen mit literarischen Praxisbeispielen verglichen werden.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit der Gattungsdefinition des Epos (Hegel, Sulzer).
  • Analyse der Transformation epischer Stoffe bei Wieland, Goethe, Heine und Droste-Hülshoff.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen antiker Tradition und modernen Anforderungen.
  • Diskussion über die Relevanz der Form des Versepos für die Darstellung moderner Inhalte.
  • Reflektion über die Möglichkeiten und Grenzen einer gattungsspezifischen Adaption in der Moderne.

Auszug aus dem Buch

Die Transposition ins Märchenhafte – Oberon von Christoph Martin Wieland

Auf den ersten Blick betrachtet, gibt es gute Gründe dem Werk Christoph Martin Wielands über den Zwist des Feenkönigs Oberon und seiner Gattin, den tapferen Ritter Hüon, den weisen Scherasmin und vielerlei Abenteuer die Bezeichnung des Epos abzusprechen, handelt es sich doch vielmehr um ein Sammelsurium verschiedener stofflicher Motive und Vorlagen mit märchen- bzw. sagenhaftem Charakter.

So entstammt die Haupthandlung um den Ritter Hüon dem Huon de Bordeaux, einem mittelalterlichen französischen Epos um den Kreis Karls des Großen. Zusätzlich behilft er sich weiterer verwandter Stoffe, wie dem Motiv des Oberon aus Shakespeares Midsummer Night's Dream, was die mehr oder weniger mittelalterliche Welt in Wielands Werk um eine phantastische Ebene erweitert, die stellvertretend für die Götterwelt der antiken Heldengedichte steht.

Besonders interessant ist jedoch die von ihm gewählte sprachliche Form, denn er verfasst sein Versepos nicht etwa nach dem Vorbild der homerischen Epen in Hexametern, sondern bedient sich stattdessen des wesentlich verspielteren Stils des italienischen Romanzo der Renaissance, wobei er sich stark an Autoren dieser Zeit orientiert.

Diese Wahl trifft Wieland ganz bewusst, denn bei näherer Betrachtung des Werkes fällt auf, dass er keineswegs dem naiven Gedanken verfallen war, das zu seiner Zeit bereits veraltete Genre des hohen Epos in seiner klassischen antiken Form wiederzubeleben. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass ihn der „ästhetische Reiz“ der erhabenen Verssprache besonders faszinierte, dass er es aber gleichzeitig ablehnte, einen monumentalen, ernsthaften Epos mit dem Ziel der Schaffung einer nationalen Identität, wie es Hegel beschreibt, zu verfassen. Er war sich also der „Unmöglichkeit“ der Gattung zu seiner Zeit durchaus bewusst, wenngleich er in ihr das Potenzial erkannte, dass das Versepos bei einer Abkehr vom ernsthaften Pathos durchaus Unterhaltungscharakter besitze.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Versepos in der deutschen Literaturgeschichte ein und stellt die zentrale Frage nach dessen Relevanz und „Unmöglichkeit“ in der Moderne.

2. Der Charakter des Epischen – theoretische Betrachtungen zum Versepos: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Ansätze von Hegel und Sulzer zur Definition des Epos, um das Spannungsfeld zwischen antiker Tradition und modernen Anforderungen zu verdeutlichen.

3. Die Transposition ins Märchenhafte – Oberon von Christoph Martin Wieland: Die Untersuchung zeigt, wie Wieland durch die Kombination von märchenhaften Stoffen und einem verspielten, von der italienischen Renaissance beeinflussten Stil eine eigene Form des Epos schafft, die das klassische Pathos bewusst umgeht.

4. Epos vs. Idylle – Goethes Hermann und Dorothea: Das Kapitel analysiert, inwiefern Goethes Werk zwischen den Gattungen Versepos und Idylle changiert und wie es das antike Erbe in einen bürgerlich-zeitgenössischen Kontext integriert.

5. Heinrich Heines Atta Troll – ein humoristisches Epos: Hier wird untersucht, wie Heine durch Ironie, Parodie und sarkastische Elemente die Gattung des Epos bewusst dekonstruiert und sie als Mittel für eine autonome Kunst nutzt.

6. Anette von Droste-Hülshoffs Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard – eine Rückkehr zur Ernsthaftigkeit ?: Das letzte Kapitel analysiert Droste-Hülshoffs Werk, welches sich durch eine stärkere thematische Ernsthaftigkeit auszeichnet, jedoch gleichzeitig die traditionelle Form des Versepos zur Bewältigung komplexer Inhalte einsetzt.

7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Einzelanalysen und kommt zu dem Schluss, dass das Versepos trotz seiner Tradition eine „unmögliche“ Gattung bleibt, die von den Autoren der Moderne nur durch spezifische Anpassungen und eine bewusste Abkehr vom antiken Modell nutzbar gemacht werden kann.

Schlüsselwörter

Versepos, Gattungsform, Literaturgeschichte, Epik, Klassik, Moderne, Hegel, Wieland, Goethe, Heine, Droste-Hülshoff, Gattungsdekonstruktion, Hexameter, Idylle, Ironie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Status und der Entwicklung des Versepos in der neueren deutschen Literatur sowie der Frage, inwieweit diese Gattung in der Moderne noch zeitgemäß ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretische Gattungsdefinition des Epos, der Wandel von antiken Traditionen hin zu modernen Erzählweisen sowie die kritische Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen des Versepos.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob das Versepos nach dem antiken Vorbild in der Moderne tatsächlich eine „unmögliche“ Gattungsform darstellt oder durch Adaptionen eine neue Form der literarischen Existenzberechtigung findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Definitionen (insbesondere von Hegel und Sulzer) mit der Interpretation spezifischer literarischer Werke vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert exemplarisch vier Werke: Wielands „Oberon“, Goethes „Hermann und Dorothea“, Heines „Atta Troll“ und Droste-Hülshoffs „Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard“ im Hinblick auf ihre gattungsspezifischen Merkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Versepos, Gattungsform, Literaturgeschichte, Epik, Klassik, Moderne sowie die Namen der untersuchten Autoren und deren theoretische Einordnung.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Wieland zu der von Hegel?

Wieland erkennt die „Unmöglichkeit“ des klassischen Epos an, nutzt die Gattungsform jedoch bewusst für Unterhaltung und Ironie, während Hegel das Epos als Ausdruck einer spezifischen, in der Moderne nicht mehr existenten gesellschaftlichen Totalität begreift.

Welche Rolle spielt die Ironie in Heines „Atta Troll“?

Die Ironie dient bei Heine dazu, die Gattung des klassischen Epos zu parodieren und sich von der traditionellen Ernsthaftigkeit zu befreien, um die Freiheit der Kunst gegenüber politischen und gesellschaftlichen Strömungen zu betonen.

Warum wird „Hermann und Dorothea“ als Sonderrolle im Epos bezeichnet?

Goethes Werk ist schwer eindeutig als reines Epos zu identifizieren, da es stark von der bürgerlichen Idylle des 18. Jahrhunderts geprägt ist und das für das Epos typische heroische Element durch eine emotionalisierte Alltagserzählung ersetzt.

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Detalles

Título
Das Versepos in der neueren deutschen Literatur - eine "unmögliche" Gattungsform?
Universidad
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Curso
Seminar "Das Versepos"
Calificación
1,0
Autor
Marcel Wisner (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
19
No. de catálogo
V187111
ISBN (Ebook)
9783656104582
ISBN (Libro)
9783656104735
Idioma
Alemán
Etiqueta
Versepos Gattung Epos Homer
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marcel Wisner (Autor), 2011, Das Versepos in der neueren deutschen Literatur - eine "unmögliche" Gattungsform?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187111
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