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Alice im Wunderland-Syndrom?

Eine Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk der Nonsens-Literatur im Bezug auf Merkmale von Außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen (ABZ)

Titre: Alice im Wunderland-Syndrom?

Dossier / Travail , 2006 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: BA Nora Demattio (Auteur)

Sociologie - Religion
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dem ersten Teil meiner Arbeit zu der Vo „Einführung in die Religions- und Bewusstseinsforschung“ setze ich mich mit einem Hauptwerk der Nonsens – Literatur auseinander: Alice im Wunderland, von Lewis Carroll. Diese Geschichte entstand zu einer Zeit, etwa 1863 – 1865, zu der man noch lange nicht ahnte, dass es jemals eine große „Psychedelische Welle“ in den 60er Jahren des folgenden Jahrhunderts geben sollte, obgleich es bereits einige Berichte über die außergewöhnliche Wirkung einheimischer Pilze gab. Ich folge hier meiner Annahme, dass Charles Lutwidge Dodgson einer der wenigen Menschen zu jener Zeit in Europa war, der über den Effekt dieser Narrenschwämme Bescheid wusste und sie auch anwendete. Meine Vermutung basiert unter anderem darauf, weil es in seinem Werk, meiner Meinung nach, eindeutige Hinweise auf bzw. Merkmale von Außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen gibt. Diese herauszuarbeiten und sichtbar zu machen ist meine Aufgabenstellung an mich.
Der zweite Teil widmet sich ganz dem nach diesem Werk benannten „Alice - im - Wunderland - Syndrom“. Das Fragezeichen in meinem Titel soll schon andeuten, dass ich dem medizinisch abwertenden Begriff des „Syndroms“ in diesem Fall recht kritisch gegenüberstehe. Wie diese „Krankheit“ aussieht, wann sie vorkommt, und warum ich dem oben genannten Begriff in Frage stelle, dies möchte ich an dieser Stelle in meiner Arbeit erläutern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alice im Wunderland – Betrachtung des Werks in Bezug auf Merkmale von Außergewöhnliche Bewusstseinszustände (ABZ)

3. Alice im Wunderland – Syndrom oder Fähigkeit?

4. Denkanstoß

5. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" hinsichtlich der Darstellung von außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen (ABZ) und hinterfragt kritisch die medizinische Kategorisierung als "Alice-im-Wunderland-Syndrom".

  • Analyse von Alice im Wunderland anhand des 3-Phasen-Modells der Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch.
  • Untersuchung des Tunneleffekts und der Körperschema-Veränderungen als zentrale narrative Elemente.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Pathologisierung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände in westlichen Gesellschaften.
  • Reflektion über den möglichen Einfluss psychoaktiver Substanzen auf das Werk des Autors.
  • Gegenüberstellung von westlich-medizinischer Sichtweise und schamanisch-kulturellen Interpretationen von Bewusstseinsveränderungen.

Auszug aus dem Buch

3. Alice im Wunderland – Syndrom oder Fähigkeit?

Das Syndrom beschreibt eine verzerrte Wahrnehmung von Raum, Zeit und Körper. Der „Patient“ hat das Gefühl, als ob sich der gesamte Körper ,oder Teile davon, in Größe und Form verändert hätten. Das „Syndrom“ tritt normalerweise in Verbindung mit visuellen Halluzinationen auf. Bei der Mehrheit der „Patienten“ mit solchen Symptomen gibt es Fälle von Migräne in der Familie, oder sie leiden selbst daran. Diese „Krankheit“ ist auch unter dem Namen Lilliputian hallucination bekannt.

Schon 1952 beschrieb Lippman eigentümliche Halluzinationen des Körperschemas, die bei Migräne auftreten, und er meinte , Carroll könnte seine eigenen Migräneerfahrungen in seinen beiden Büchern verarbeitet haben. Es wurde 1955 erstmals benannt , von dem englischen Psychiater John Todd. Er nannte es nach der gleichnamigen Geschichte von Lewis Carroll. Man vermutet auch, dass der Autor von „Alice im Wunderland“ daran litt. Es ist besonders häufig bei Kindern zu finden. Bei ihnen kann es zu neurologischen Ausfällen kommen, so dass das betroffene Kind anfängt zu halluzinieren. Es nimmt seinen Körper als größer oder kleiner war und/oder fängt an, "phantastische Bilder zu sehen".

Als weitere Ursachen werden Epilepsie, das Epstein-Barr-Virus und Drogen genannt. Ich finde es sehr interessant, dass etwas in anderen Kulturen als Schamanenkrankheit gesehen wird und als besondere, außergewöhnliche Fähigkeit, in unserer Kultur man es jedoch herabqualifiziert zu einem Syndrom, das man zu behandeln hat, um es zu unterdrücken. Ist diese gedankliche Brücke vielleicht etwas zu extrem? Nun, ich meine nicht. Und auch Christian Rätsch schreibt: „Bei uns werden viele VWBs medizinisch geächtet und als pathologisches Syndrom abqualifiziert. (...) In vielen außereuropäischen Kulturen jedoch gelten VWBs als heilsam, weil sie ein spirituelles Wachstum und eine Um- und Neuorientierung, sowie ein vertieftes mystisches oder kognitives Verstehen ermöglichen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Hauptwerk der Nonsens-Literatur "Alice im Wunderland" auf Merkmale außergewöhnlicher Bewusstseinszustände zu untersuchen und den Begriff des "Syndroms" kritisch zu hinterfragen.

2. Alice im Wunderland – Betrachtung des Werks in Bezug auf Merkmale von Außergewöhnliche Bewusstseinszustände (ABZ): Dieses Kapitel analysiert Szenen aus dem Buch anhand des 3-Phasen-Modells nach Christian Rätsch und ordnet Alice' Erlebnisse, wie den Tunneleffekt und Körperschema-Veränderungen, in den Kontext psychedelischer Phänomene ein.

3. Alice im Wunderland – Syndrom oder Fähigkeit?: Das Kapitel kontrastiert die medizinische Sichtweise des "Alice-im-Wunderland-Syndroms" mit der ethnologischen Perspektive, die solche Zustände als potenzielle Fähigkeiten oder spirituelle Entwicklungsprozesse deutet.

4. Denkanstoß: Hier wird der kritische Diskurs um gesellschaftliche Normen und staatliche Regulierungen von Bewusstseinsveränderungen vertieft und dazu aufgerufen, gegebene Systeme zu hinterfragen.

5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für einen bewussteren Umgang mit der Wahrnehmung, um Fähigkeiten nicht vorschnell als "Syndrome" zu pathologisieren.

Schlüsselwörter

Alice im Wunderland, Lewis Carroll, Außergewöhnliche Bewusstseinszustände, ABZ, Nonsens-Literatur, Körperschema-Veränderung, Alice-im-Wunderland-Syndrom, Halluzinationen, Christian Rätsch, Bewusstseinsmatrix, Pathologisierung, Schamanismus, Wahrnehmung, Psychedelika, Bewusstseinsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Lewis Carrolls literarisches Werk "Alice im Wunderland" aus der Perspektive der Religions- und Bewusstseinsforschung, wobei der Fokus auf darin beschriebenen außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft literarische Analyse mit medizinischen und ethnologischen Diskursen über Bewusstseinsveränderungen, Körperschema-Störungen und die gesellschaftliche Bewertung dieser Zustände.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Merkmale außergewöhnlicher Bewusstseinszustände im Werk von Carroll aufzuzeigen und die medizinische Definition des "Alice-im-Wunderland-Syndroms" kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der das 3-Phasen-Modell der Bewusstseinsmatrix nach Christian Rätsch auf literarische Texte anwendet und einen kulturellen Vergleich zur Einordnung medizinischer Begriffe heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Bewusstseinsmatrix im Buch und eine kritische Diskussion der medizinischen Pathologisierung dieser Erfahrungen als "Syndrom" im Gegensatz zu schamanischen Traditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Alice im Wunderland, Außergewöhnliche Bewusstseinszustände (ABZ), Körperschema-Veränderung, Pathologisierung und das 3-Phasen-Modell.

Warum hinterfragt die Autorin den Begriff des "Syndroms" so stark?

Die Autorin argumentiert, dass der medizinische Begriff "Syndrom" abwertend ist und das Phänomen vorschnell als krankhaft einstuft, während es in anderen Kulturen als wertvolle Fähigkeit oder spiritueller Prozess angesehen wird.

Welche Rolle spielen "Narrenschwämme" und psychedelische Einflüsse in der Analyse?

Die Autorin diskutiert die Vermutung, dass Lewis Carroll eigene Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen (wie bestimmten Pilzen) in seinem Werk verarbeitet haben könnte, da die beschriebenen Halluzinationen Parallelen zu entsprechenden Rauschzuständen aufweisen.

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Résumé des informations

Titre
Alice im Wunderland-Syndrom?
Sous-titre
Eine Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk der Nonsens-Literatur im Bezug auf Merkmale von Außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen (ABZ)
Université
University of Vienna  (Institut der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien)
Note
1,0
Auteur
BA Nora Demattio (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
15
N° de catalogue
V187120
ISBN (ebook)
9783656102748
ISBN (Livre)
9783656103127
Langue
allemand
mots-clé
Alice im Wunderland-Syndrom ABZ Nonsens-Literatur Außergewöhnliche Bewusstseinszustände
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
BA Nora Demattio (Auteur), 2006, Alice im Wunderland-Syndrom?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187120
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Extrait de  15  pages
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