In dieser Arbeit sollen ein Portrait der Autorin, welche als eine der wichtigsten, wenn nicht sogar als die wichtigste österreichische Krimiautorin gilt, sowie ein Überblick über ihr bisheriges Schaffen und ihre Erfolge gegeben werden. Im daran anschließenden Hauptteil soll das genannte Werk anhand von Inhalt, Form, Figuren und weiteren Besonderheiten analysiert werden.
Edith Kneifl hat sich zu Beginn der 90er Jahre ganz dem vorherrschenden Trend der Zeit gefügt, indem sie diese Welt mit Zwischen zwei Nächten einem Psychokrimi, ganz dem Whydunit-Schema folgend, bereichert und gleichzeitig den Grundstein für ihre weitere Schriftstellerkarriere gelegt hat.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. EDITH KNEIFL
2.1. Biographie
2.2. Edith Kneifls Krimis
2.3. Literaturstipendien und -preise
3. ZWISCHEN ZWEI NÄCHTEN
3.1. Entstehung
3.2. Genre
3.3. Titel
3.4. Inhalt
3.5. Form
3.5.1 Aufbau
3.5.2 Erzählperspektive
3.5.3 Sprache und Stil
3.5.4. Schauplatz und Räume
3.6. Figuren
3.6.1. Ann-Marie Jonas - Profil der wahrscheinlichen Täterin
3.6.1.1. Kindheit, Jugend
3.6.1.2. Beziehungen
3.6.1.3. Auswanderung, Leben in den USA
3.6.1.4. Die große Leere: Kaum Kontakte zur Freundin
3.6.1.5. Die große Hoffnung: ein Leben mit der Freundin
3.6.1.6. Die große Enttäuschung
3.6.1.7. Verdacht und mögliche Rache
3.6.2. Anna Beckmann – das Opfer in jeder Hinsicht
3.6.2.1. Kindheit und Jugend
3.6.2.2. Ehe mit Alfred
3.6.2.3. Einsicht und neuer Lebensmut
3.6.3. Alfred Beckmann– der Feind
3.6.3.1. Charakterzüge: Selbstüberschätzung , Verlustängste, Egoismus
3.6.3.2. Eroberung von Anna
3.6.3.3. Ehe mit Anna
3.6.3.4. Ende der Ehe
3.7. Täter – Opfer – Schuld?
3.7.1. Anna
3.7.2. Ann-Marie
3.7.3. Alfred
3.8. Fakten und Vermutungen
4. MÖGLICHER PROZESSVERLAUF
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert den Debütroman "Zwischen zwei Nächten" der österreichischen Krimiautorin Edith Kneifl. Ziel ist es, ein Portrait der Autorin zu erstellen, ihr bisheriges Schaffen zu beleuchten und das Werk hinsichtlich seines Inhalts, seiner Form und spezifischer psychologischer Besonderheiten im Kontext des Genres Psychokrimi kritisch zu untersuchen.
- Biographischer Hintergrund und Werkübersicht von Edith Kneifl
- Strukturelle Analyse und Erzählperspektive des Romans
- Charakterisierung der Hauptfiguren Ann-Marie, Anna und Alfred
- Die Thematik von Schuld, Opferrolle und Selbstjustiz im Psychokrimi
- Intertextuelle Bezüge (Gustav Falke) und gesellschaftskritische Elemente
Auszug aus dem Buch
3.6.1. Ann-Marie Jonas - Profil der wahrscheinlichen Täterin
Ann-Marie ist eine Aussteigerin, die sich gern gegen jedwede gesellschaftliche Verpflichtung und auferlegten Zwänge auflehnt. Vor allem durch die Wiener Gesellschaft fühlt sie sich beengt und eingeschränkt, sodass sie durch einen Lebenswandel, den sie in jeder Hinsicht vollzieht, versucht alle Erwartungen zu enttäuschen, doch um genauer zu sein, schert sie sich erst gar nicht darum. Für
Andrea Hurton verkörpert Ann-Marie „ein Ideal der emanzipierten Frau“, denn sie vereinigt „alles, was man sich wünscht im Leben: Lebensfreude, Selbstvertrauen, Freiheit und Unabhängigkeit“ in ihrer Person.40 Andererseits kann man Elena Agazzis generalisierte Aussage über Kneifels Protagonistinnen auch eindeutig auf Ann-Marie umlegen: „Kneifl schildert sehr oft […] die wackelige Psychologie emanzipierter Frauen, die glauben, sie könnten ohne jede andere Hilfe – inklusive jener der Polizei – die Wahrheit entdecken und alleine den Verbrecher strafen.“41
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Seminarthema und Zielsetzung der Analyse von Edith Kneifls Werk.
2. EDITH KNEIFL: Darstellung der Biographie der Autorin und ein Überblick über ihr umfangreiches literarisches Schaffen sowie Auszeichnungen.
3. ZWISCHEN ZWEI NÄCHTEN: Umfassende inhaltliche und formale Analyse des Romans, inklusive Figurenanalyse und Motivforschung.
4. MÖGLICHER PROZESSVERLAUF: Ein fiktives Szenario, das die Ambivalenz der Beweislage und die subjektive Sichtweise der Protagonistin verdeutlicht.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Analyse, das die kreative Einbettung von psychologischen Elementen in den Psychokrimi-Rahmen hervorhebt.
Schlüsselwörter
Edith Kneifl, Zwischen zwei Nächten, Psychokrimi, Frauenkrimi, Wien, Schuldfrage, Selbstjustiz, psychologische Analyse, Charakterentwicklung, Männerbild, Romananalyse, Literaturkritik, Österreichische Literatur, Identität, Mordmotiv.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Kriminalroman "Zwischen zwei Nächten" von Edith Kneifl und analysiert die psychologischen Hintergründe der Protagonistinnen sowie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu den dargestellten Konflikten führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Figurenkonzeption, die Erzählstruktur, die psychologische Motivierung der Handlungen sowie die Frage nach Täter, Opfer und Schuld in einem spezifisch wienerischen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk, um aufzuzeigen, wie Kneifl klassische Genre-Muster aufbricht und durch eine komplexe Figurenpsychologie ersetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext der Sekundärliteratur zu Psychokrimis von Frauen betrachtet und dabei auch intertextuelle Vergleiche (z.B. mit Lyrik von Gustav Falke) anstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Entstehung, des Genres, der Form, des Aufbaus und der Figurenpsychologie der drei Hauptcharaktere Anna, Ann-Marie und Alfred.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Psychokrimi, Schuldfrage, Frauenrollen, gesellschaftliche Zwänge, Identität, Rache und die spezifische "Schwarze Seele" der Protagonisten.
Warum spielt die Stadt Wien eine besondere Rolle im Roman?
Wien dient nicht nur als Schauplatz, sondern fungiert durch die Darstellung der "versnobten" und von Geld getriebenen Gesellschaft als Katalysator für die Unzufriedenheit und die fatalen Entscheidungen der Figuren.
Inwieweit lässt sich das Ende des Romans als "Schuldfrage" interpretieren?
Die Schuldfrage bleibt in der Schwebe, da der Leser durch die subjektive Sichtweise von Ann-Marie manipuliert wird und der tatsächliche Mord an Alfred als Akt der Selbstjustiz zwar plausibel erscheint, aber nicht explizit bewiesen ist.
- Arbeit zitieren
- Antje Schrammel (Autor:in), 2011, Edith Kneifl - Ein Portrait mit Überblick über ihr bisheriges Schaffen und Analyse ihres Debütromans "Zwischen zwei Nächten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187388