Chancen und Gefahren der Globalisierung

Chancen und Gefahren der Globalisierung in unterentwickelten Ländern am Beispiel Ecuador


Facharbeit (Schule), 2011

19 Seiten, Note: 2+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Globalisierung
2.1 Was ist Globalisierung?
2.2 Bedeutung für unterentwickelte Länder

3 Entwicklungsländer
3.1 Allgemeine Informationen

4 Chancen und Gefahren der Globalisierung
4.1 Chancen
4.2 Probleme und Gefahren

5 Ecuador
5.1 Geographie, Demographie und Geschichte
5.2 Amazonasgebiet

6 Globalisierung im Amazonasgebiet
6.1 Beispiel Yachana
6.2 Globalisierung - ein Gegner des Umweltschutzes?

7 Fazit

8 Anhang
8.1 Fotos
8.2 Grafiken

9 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wie klein die Welt doch ist!“ Sätze wie diesen hört man immer wieder. Allerdings schrumpft die Welt nicht, sondern größere Entfernungen können in kürzerer Zeit überwunden werden. Außerdem rücken Kulturen, Gesellschaften und Staaten immer enger zusammen. Dies ist eine Folge der Globalisierung, die seit etwa 1980 die Weltwirtschaft bestimmt. Neben der Ökonomie werden auch die meisten Menschen direkt von dieser Veränderung beeinflusst. Die unterschiedlichen Kulturen ändern sich durch verschiedene Einwirkungen aus der ganzen Welt und nähern sich so einander weiter an. Zum Beispiel ist die Pizza mittlerweile nicht nur in Italien und Europa beliebt, sondern inzwischen gibt es weltweit italienische Restaurants. Genauso kann in fast der ganzen Welt ein deutsches Bier getrunken werden. Zum Essen bestellt man dann eine amerikanische Cola oder einen spanischen Wein. Byung-Chul Han beschreibt dies als Hyperkulturalität:

„Die Kultur platzt gleichsam aus allen Nähten, ja aus allen Begrenzungen oder Fugen. Sie wird ent-grenzt, ent-schränkt, ent-näht zu einer Hyper-Kultur. Nicht Grenzen, sondern Links und Vernetzungen organisieren den Hyperraum der Kultur“ (Byung-Chul Han, Hyperkulturalität 2005, S. 16f.)

Dies scheint auf den ersten Blick ein weiterer Schritt hin zu einer besseren Welt zu sein. Trotzdem birgt die Globalisierung Schattenseiten. Denn trinken wir auch eine Cola aus Afrika oder einen Wein aus Chile? Dr. Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises1, sagte in einem Interview2, dass wir heute Zeugen einer neuen Kolonialisierung durch die Globalisierung sind. Führt die Globalisierung zu neuen wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeiten und zu einer Behinderung dcr eigenständigen Entwicklung der unterentwickelten Länder?

In dieser Facharbeit möchte ich sowohl auf die Gefahren und Probleme als auch auf die Chancen der Globalisierung in Bezug auf die unterentwickelten Länder eingehen. Am Ende werde ich auf die Aspekte, die sich neu erschlossen haben, in einem expliziten Beispiel eingehen.

2. Globalisierung

2.1 Was ist Globalisierung?

„Die Globalisierung ist der Vorgang der zunehmenden weltweiten Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation etc.). Diese Verdichtung der globalen Beziehungen geschieht auf der Ebene von Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten.“ (www.wikipedia.org)

Wie schon aus der Definition von Wikipedia hervorgeht, ist Globalisierung ein Oberbegriff, der viele verschiedene Abläufe zusammenfasst. Dazu kommt, dass es viele verschiedene Definitionen gibt, die sich je nach Ansicht und Absicht aus unterschiedlichen Positionen mit der Sache beschäftigen. Allerdings stehen die meisten Organisationen, die sich mit dem Thema beschäftigen, der Globalisierung kritisch gegenüber (wie z.B. Attac). Genauso wenig kann über den Beginn der Globalisierung eine klare Aussage getroffen werden. So wird zum einen die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg als Ausgangspunkt angegeben und zum anderen die 80er Jahre. Außerdem wird die Globalisierung auch als Nachfolger der Kolonisationszeit bezeichnet oder auch als schleichender Prozess, der so alt ist wie die Menschheit selber. Der Begriff an sich soll laut verschiedenen Internetquellen im Jahr 1961 zum ersten Mal in einem englischen Wörterbuch aufgetaucht sein. Geprägt wurde er allerdings 1983 durch Theodore Levitt, der in seinem Artikel „The Globalization of Markets“ in dem „Harvard Business Review“ den Begriff verwendete. Das wohl bedeutsamste Unterthema, die „zunehmende Verflechtung von Warenströmen, Kommunikation und Dienstleitungen rund um den Globus“ (bpb - Entwicklung und Entwicklungspolitik 2005, S. 5) resultiert aus verschiedenen Faktoren. So wurde die Globalisierung erst durch technologische Innovationen möglich gemacht. Dazu gehören sowohl Telefon und Computer, die einen schnellen länderübergreifenden Austausch erst realisierbar machten, als auch Fernsehen und Radio, die auch die Vermarktung von ausländischen Produkten vereinfachten. Außerdem helfen größere Flugzeuge und Containerschiffe den immer weiter steigenden Handelsverkehr zu bewältigen. Neben den technischen Voraussetzungen zählen auch politische Entscheidungen zu den Bedingungen. Der Protektionismus, der lange Zeit die Binnenmärkte beschützt hat, wurde mehr und mehr fallen gelassen. Auch die Bildung von Zoll-Gemeinschaften, die den Import und Export von Waren stark vereinfachten und rentabel machten, hat zur Globalisierung beigetragen. (siehe 8.2 Grafiken) Mittlerweile ist sie für viele international agierende Unternehmen nicht mehr weg zu denken. So lieferte der Volkswagen Konzern im 3. Quartal 2010 1.556.000 Fahrzeuge im Ausland aus, allerdings nur 240.000 im Inland (Zwischenbericht Januar - September '10, 2010, S.2). Diese Zahlen werden in der Zukunft wahrscheinlich weiter differieren.

2.2 Bedeutung für unterentwickelte Länder

Ich möchte hier noch nicht auf die Frage eingehen, welche Folgen die Globalisierung für die Entwicklungsländer beinhaltet. Stattdessen werde ich hier den Bezug zwischen unterentwickelten Ländern und der Globalisierung herstellen. Bedeutet sie dasselbe für die Industrieländer wie für die rückständigen Länder? Kann man hier die Globalisierung an den gleichen Faktoren veranschaulichen oder gibt es hier andere Umstände, die zu beachten sind?

Der Umweltschutz, der infolge der Globalisierung vielerorts an Bedeutung gewann, ist in vielen Entwicklungsländern eher von geringerer Bedeutung, da in jenen Ländern jeder „Pfennig“ gebraucht wird und so z.B. die Abholzung des Regenwaldes zur Ausbeutung der Ölvorkommen auf der Tagesordnung steht. Auch kulturelle und wirtschaftliche Aspekte sind in Entwicklungsländern nicht so wichtig. Zwar wird in über 200 Ländern3 Coca-Cola getrunken, aber trotzdem sind es meist lokale Produkte, die mittags auf dem Tisch stehen. In politischer Hinsicht ist immer noch die nationale Politik sehr viel bedeutender als die internationale. Allerdings ist der verstärkte Tourismus in vielen Ländern ein sehr wichtiger Aspekt der Globalisierung, da er schnell viel Geld ins Land bringt. Am Ende muss man sagen, dass die Globalisierung zwar fast überall Einzug gehalten hat, aber es doch Unterschiede in der Wichtigkeit der einzelnen Faktoren gibt. Zusätzlich müsste jedes Land nach regionalen oder nationalen Differenzen zu anderen Ländern untersucht werden. So gelten zum Beispiel für Länder wie Nordkorea und Kuba, die sich gegen die Globalisierung wehren, wiederum andere Aspekte. Diese beziehen sich nur auf die politische Ebene, da nur die Politik mit der Globalisierung konfrontiert wird. Zusammenfassend kann aber von einer „globalen“ Globalisierung gesprochen werden.

3. Entwicklungsländer

3.1 Allgemeine Informationen

Mittlerweile gibt es drei wesentliche Definitionen für Entwicklungsländer. Diese werden von der Weltbank (World Bank) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP4 ) und dem Entwicklungshilfe-Ausschuss der OECD5 herausgegeben. Alle benutzen unterschiedliche Merkmale zur Berechnung der Entwicklungsländer. Diese werden zusätzlich nochmals unterteilt. Die Weltbank benutzt ausschließlich das Bruttonationaleinkommen pro Kopf für die Klassifizierung. Dies ist zwar eine leicht verständliche und prägnante Regelung, aber soziale Aspekte werden hier nicht berücksichtigt. Der HD6, der seit 1990 jährlich vom UNDP4 im „Human Development Report“ publiziert wird, soll die Gruppierung durch weitere Indikatoren verbessern. Neben dem Pro-Kopf-Einkommen gehört die Lebenserwartung und ein Bildungsindex, bestehend aus „der Anzahl an Schuljahren, die ein 25-jähriger absolviert hat und der Dauer der Ausbildung eines 50-jährigen während seines Lebens.“7, zu diesen Indika]toren. Allerdings ist der HDI6 nicht unumstritten, da er eine genaue Rangliste beinhaltet, und sich so viele über ihre Platzierung vor oder hinter einem anderen Land beschweren. Seit Mitte der 90er Jahre wird der HDI auf Antrag von Indien nicht mehr in offiziellen UN-Dokumenten verwendet.

Neben der Gruppe der Entwicklungsländer gibt es weitere Untergruppen. So gibt es die Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries → LDC) und die Gruppe der hoch verschuldeten Länder. Beide spielen bei der Entwicklungspolitik eine wichtige Rolle, da ihnen eine zusätzliche Beachtung geschenkt werden muss. Zu den LDC gehören momentan laut den Vereinten Nationen 48 Länder (hauptsächlich aus Afrika: 33 Länder). Die LDCs unterliegen mehreren Kriterien, die neben dem Einkommen auch soziale Merkmale beachten. Außerdem dürfen die Länder nicht mehr als 75 Mio. Einwohner haben. Der Status bringt den Ländern Begünstigungen ein, zum Beispiel bei der WTO8, die sich für eine Liberalisierung des weltweiten Handels einsetzt und für die Schlichtung von Handelskonflikten zwischen den 153 Mitgliedern zuständig ist. Für Entwicklungsländer gibt es eine Sonderregelung, die ihnen Vorteile und Erleichterungen verschaffen. Auch beim IWF9 sind 78 unterentwickelte Länder berechtigt, Kredite zu besonderen Konditionen aufzunehmen.

4. Chancen und Gefahren der Globalisierung

4.1 Chancen

Die Globalisierung ist Schuld an der Finanzkrise, die Globalisierung ist Schuld an der Umweltverschmutzung, die Globalisierung ist Schuld an allem! Doch hat die internationale Verflechtung auch positive Seiten? Ja, denn es gibt viele Länder, die sich die Globalisierung zum Nutzen gemacht haben und so das Stadium eines Entwicklungslandes verlassen konnten. Darauf möchte ich hier näher eingehen. Um das Phänomen allgemein beschreiben zu können, möchte ich den Begriff der „Schwellenländer“ einführen. Unter dem Begriff werden jene Länder zusammengefasst, die nicht mehr die charakteristischen Merkmale eines Entwicklungslandes erkennen lassen. Unglücklicherweise gibt es auch hier keine offizielle Liste. Allerdings sind Russland, die Volksrepublik China, Südafrika, Brasilien und die Türkei oft genannte Beispiele. Anfangs wurde mit „Schwellenländer“ die vier so genannten „Tigerstaaten“ Südkorea, Taiwan10, Singapur und Hongkong11 bezeichnet.

Alle jene Länder zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine dynamische Wirtschaft besitzen. Auf Grund von niedrigen Löhnen und lukrativen Standortfaktoren wurden von ausländischen Firmen viele Investitionen getätigt, die den Schwellenländern zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhalfen. So erreichen sie heutzutage Wachstumsraten, die teilweise sogar höher (besser) ausfallen als die der Industriestaaten. Diese ökonomische Aufwärtsentwicklung wurde oft mit dem Export von Fertigprodukten bewerkstelligt. Mittlerweile vollzieht sich bereits der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Allerdings hat der Erfolg große Abhängigkeit von westlichen Ländern zur Folge.

Außerdem profitiert noch nicht die ganze Bevölkerung von dem Fortschritt. Mittlerweile sind Singapur (27.), Hongkong (21.) und Südkorea (12.) in der Gruppe der „Sehr hoch entwickelten Länder“ des HDI12 gelistet und haben sich zu souveränen Staaten entwickelt.

[...]


1.1993 erhielt Dr. Vandana Shiva für ihren Einsatz gegen die Globalisierung den „Right Livelihood Award“ (Preis für die richtige Lebensweise, „Alternativer Nobelpreis“).

2. (Alles Globale hat lokale Wurzeln, Dr. Geseko von Lüpke, Dr. Vandana Shiva, 2004, http://www.humonde.de/artikel/10002)

3 (http://www.coca-cola-gmbh.de/kontakt/faq.do?forward=historie, 2010, Wird COCA-COLA auf der ganzen Welt getrunken?)

4 UNDP: United Nations Development Programme

5 OECD: Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

6 HDI: Human Development Index („Index der menschlichen Entwicklung“)

7 http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index , 20.2.2011)

8 WTO. World Trade Organisation (Welthandelsorganisation)

9 IWF: Internationaler Währungsfonds

10 Taiwan wird von der UN (Vereinten Nationen) nicht als souveräner Staat angesehen.

11 Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China.

12 (http://hdr.undp.org/en/statistics/, Abgerufen am 20.2.2011)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Chancen und Gefahren der Globalisierung
Untertitel
Chancen und Gefahren der Globalisierung in unterentwickelten Ländern am Beispiel Ecuador
Hochschule
Kopernikus-Gymnasium Ratingen-Lintorf
Note
2+
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V187552
ISBN (eBook)
9783656110170
ISBN (Buch)
9783656110408
Dateigröße
1026 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ich habe ein Jahr in Ecuador verbracht und habe meine persönlichen Erfahrungen auch in der Facharbeit eingebracht.
Schlagworte
Globalisierung, Chancen, Gefahren, Probleme, Ecuador, unterentwickelt, Entwicklungsländer, Entwicklungsland, Yachana, Amazonas, Yasuni
Arbeit zitieren
Marvin Kirschner (Autor), 2011, Chancen und Gefahren der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187552

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