Ein linguistisches Profil der Region Apulien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Italien als Dialektlandschaft
2.1. Sprache vs. Dialekt
2.2. Die Herausbildung der italienischen Dialekte
2.3. Die dialektale Gliederung Italiens
2.3.1. Die norditalienischen Dialekte
2.3.2. Die toskanischen Dialekte
2.3.3. Die mittel- und süditalienischen Dialekte

3. Die Dialektlandschaft Apuliens
3.1. Geschichtlicher Abriss der Region Apulien
3.2. Die dialektale Gliederung der Mundarten Apuliens
3.3. Literarische Textbeispiele apulischer und salentinischer Dialekte
3.3.1. Zwei Gedichte in apulischer Mundart
3.3.2. Zwei Textbeispiele in salentinischer Mundart

4. Ausblick

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Linguistisch ist Italien als eine in sich stark differenzierte Sprachenlandschaft und durch eine große sprachliche Heterogenität zu beschreiben. Zum einen ist die Republik Italien ein Vielspra- chenstaat, in dem über 2,5 Millionen Menschen eine nichtitalienische Muttersprache sprechen.1 Zum anderen stellt sich Italien aufgrund historischer Bedingungen diatopisch als ein recht hete- rogenes Sprachgebiet dar und ist damit bis heute „ein Eldorado für Dialektforscher“2 geblieben. Nicht nur die späte nationale Einigung Italiens, sondern auch die späte italienische Sprachnor- mierung, die sich über Jahrhunderte bis ins 19. Jahrhundert hinzog, trugen zur bis heute existen- ten Sprachheterogenität bei.

In dieser Hausarbeit ist primär der Blick auf Italien als eine sich darstellende Dialektlandschaft gerichtet, wobei die Region Apulien und deren Mundarten sprachgeschichtlich genauer betrach- tet werden. Dass der Gebrauch des Dialekts in Italien und im Besonderen in Apulien noch stark verbreitet ist, zeigt die Umfrage des wissenschaftlichen Instituts Doxa in Apulien von 1996.3 Darin gaben 68% der befragten Bürger Apuliens an, sowohl Standarditalienisch als auch Dialekt im Alltag zu sprechen.4 Fast 18% von den Befragten meinte zudem, ausschließlich Dialekt zu sprechen.5

Generell sind die italienischen Dialekte noch immer je nach Region recht stark gegenwärtig, auch wenn das Prestige und die Verbreitung der Dialekte vor allem ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgrund der Standardisierung des Italienischen vor allem durch Schulreformen zurückgegangen ist.

Im Folgenden soll zum Einen erläutert werden, was genau unter dem Begriff „Dialekt“ zu ver- stehen ist und inwieweit man von „italienischen Dialekten“ sprechen kann. Zum Anderen erfolgt eine Darstellung über die Herausbildung der Dialekte, um anschließend die dialektale Gliede- rung Italiens sowie allgemeine sprachliche Charakteristika der Dialektgruppen beschreiben zu können. Im Anschluss daran wird dann die Region Apulien als Dialektlandschaft genauer be- schrieben.

2. Italien als Dialektlandschaft

2.1. Sprache vs. Dialekt

Die Termini „Sprache“ und „Dialekt“ bzw. „Mundart“, der als Synonym für „Dialekt“ gebraucht wird, sind wissenschaftlich schwer abzugrenzen. Beides sind Kommunikations-mittel und beide stellen ein jeweiliges Sprachsystem dar, dass sich unter anderem anhand phonetischer, morpho- logischer, syntaktischer und lexikalischer Regelmäßigkeiten beschreiben lässt. Welches sprachli- che System nun als „Dialekt“ oder als „Sprache“ betrachtet wird, wird meistens „von kulturge- schichtlichen (Prestigefragen, Vorhandensein oder Fehlen einer Literatursprache u.ä.) und politi- schen Faktoren bestimmt.“6. Es gibt keine eindeutigen Abgrenzungskriterien, doch werden zur Unterscheidung zwischen beiden Begriffen verschiedene Kriterien gebündelt. So werden Kriteri- en wie Überregionalität, Normiertheit, Frei von Variationen, Prestige und literarische Vertretung zur Differenzierung zwischen Dialekt und Sprache gegenübergestellt.7 Dass sich jedoch anhand des Kriteriums der literarischen Vertretung nicht eindeutig zwischen Sprache und Mundart un- terscheiden lässt, wird sofort klar, wenn man sich die Existenz der zahlreichen in Dialekt ver- fassten literarischen Werke vor Augen führt. Doch generell wird ein Dialekt anhand des Bün- delns verschiedener Kriterien meist als ein „Sprachsystem mit eingeschränkter Funktionalität“8 angesehen, dessen Verbreitung regional begrenzt und dessen Kommunikationsrahmen be- schränkt ist. So definiert der Philologe Löffler „Dialekt“ beispielsweise wie folgt:

„Mundart ist stets eine der Schriftsprache vorangehende, örtlich gebundene, auf mündliche Realisierung bedachte und vor allem die natürlichen, alltäglichen Lebensbereiche einbeziehende Redeweise, die nach ei- genen, im Verlaufe der Geschichte durch nachbarmundartliche und hochsprachliche Einflüsse entwickelten Sprachnormen von einem großen heimatgebundenen Personenkreis in bestimmten Sprachsituationen ge- sprochen wird“9

Der Begriff „Sprache“ wird im Allgemeinen mit der Hochsprache gleichgesetzt und „Dialekt“ wird meist als eine Unterart der Sprache angesehen. Eine solche Gegenüberstellung kann jedoch die sprachliche Situation in Italien nicht adäquat beschreiben. Schließlich basiert die italienische Nationalsprache auf dem toskanisch-florentinischen Dialekt, der aufgrund historischer Faktoren und durch gezielte Sprachpolitik die Rolle eines für die Gemeinschaft verbindlichen Kommunikationsmittels erhalten hat.10 Die Dialekte Italiens sind eben nicht Dialekte der heutigen Nationalsprache Italienisch, sondern historische Dialekte des Vulgärlateins.11

Wenn im Folgenden die Rede von italienischen Dialekten ist, so sind damit nicht Varietäten des gesprochen Standarditalienisch gemeint, die allein dem Sprachsystem des Standarditalienisch unterliegen.12 Zudem sind auch nicht die Dialekte, wie beispielsweise okzitanische oder deutsche Mundarten, gemeint, die auf dem geografischen Territorium Italiens die Dialekte vorzufinden sind. Vielmehr ist die Rede von Dialekten, die einem eigenen Sprachsystem im Vergleich zur italienischen Nationalsprache unterliegen.13 Es sind daher die Dialekte gemeint, die sich aus dem gesprochenen Latein zur Zeit der Romanisierung der heutigen Gebiete Italiens herausgebildet haben und damit der historischen Sprache Italienisch zugerechnet werden.14 Darauf wird nun im Nachstehenden genauer eingegangen.

2.2. Die Herausbildung der italienischen Dialekte

Die Sprachenlandschaft Altitaliens ist vor der Expansion Roms und der damit einhergehenden Latinisierung durch ein vielgestaltiges Gefüge indogermanischer und nichtindogermanischer Sprachen charakterisiert.15 So war im Norden des heutigen Italiens vor allem das Keltische auf- grund der Herrschaft der Gallier in diesen Gebieten weit verbreitet.16 In Mittelitalien, besonders in den Gebieten der heutigen Toskana, erstreckte sich das Herrschaftsgebiet der Etrusker, wo- durch in diesen Teilen Italiens vorwiegend Etruskisch gesprochen wurde.17 Daneben war auch das Umbrische verbreitet.18 Zudem war in Mittel- und Süditalien das Oskische und Griechische weit verbreitet.19 In der heutigen Region Apuliens bestand neben dem Griechischen auch das Messapische, worauf weiter unten noch genauer eingegangen wird.20 In Rom wurde Latein ge- sprochen und mit der Ausdehnung des Imperium Romanum, das sich von Rom ausgehend nach und nach über die gesamte Appenninenhalbinsel erstreckte, kam es zur Expansion des Lateins, das dieser zuvor bestehenden Sprachenvielfalt allmählich entgegenwirkte.21 Das gesprochene Latein - das sogenannte Vulgärlatein - in Abhebung vom klassischen Latein stellte die Grundla- ge einer gemeinsamen Sprache zur Verständigung in den vom Römischen Reich beherrschten Gebieten dar. Dieses Vulgärlatein ist die Grundlage der romanischen Sprachen und Dialekte. Dabei ist es keineswegs als Einheit zu betrachten, da es durch eine große diatopische, diastrati- sche und diaphasische Vielschichtigkeit charakterisiert war.22 Zudem werden die oben genannten vorrömischen Sprachen, die aufgrund der Romanisierung mit dem Vulgärlatein in einen Sprachkontakt traten, Einfluss auf das gesprochene Latein gehabt und zur Ausprägung starker regionaler Unterschiede in der Umgangssprache geführt haben.23 Diese Differenzierungen führten zur Herausbildung neuer Lokal- und Regionalsprachen, die als primäre Dialekte bezeichnet werden können, d.h. sie bestehen bereits vor der Konstituierung einer Gemeinsprache und sind nicht aus der heutigen Nationalsprache Italienisch hervorgegangen.24 Daher kann man sagen, dass die italienischen Dialekte „heutige lebende Varietäten des gesprochenen Lateins“25 darstellen. Die Herausbildung der italienischen Dialekte lassen sich unter anderem durch die unterschiedlichen Veränderungen des Vokal- und Konsonantensystems des klassischen Lateins im Vulgärlatein sowie durch den Einfluss der Substrate und Superstrate erklären.

An dieser Stelle soll nun vorerst eine kurze Darstellung der im Vulgärlatein erfolgten verschie- denen Veränderung des Vokalsystems des klassischen Lateins sowie anschließend die Erläute- rung der Sub- und Superstrateinflüsse erfolgen. Weiter unten, in der Betrachtung der verschiede- nen italienischen Mundarten, werden in die Darstellung der zur Abgrenzung der italienischen Dialektgruppen dienenden sprachlichen Charakterisierungen die aus dem klassischen Latein her- vorgegangen Veränderungen des Konsonantensystems im Vulgärlatein mit einfließen.

Das klassische Latein besaß fünf Vokale. Da jedoch jede Vokalqualität in Form eines langen und kurzen Phonems vorlag, umfasste das Vokalsystem insgesamt zehn Vokale: Ī Ĭ Ē Ĕ Ā Ă Ō Ŏ Ū Ŭ.26 Dieses System war durch einen quantitativen Unterschied charakterisiert, d.h. die Vokal- phoneme besaßen aufgrund ihrer verschiedenen Vokallänge und -kürze eine bedeutungsunter- scheidende Funktion. Minimalpaare - zwei Wörter, die sich anhand eines Phonems unterschei- den - veranschaulichen dies: PĪLŬM (Wurfspieß) - PĬLŬM (Haar), VĒNĬT (er ist gekommen) - VĔNĬT (er kommt), MĀLŬM (Apfel) - MĂLŬM (schlecht).27 Daher wird im Zusammenhang mit dem Vokalsystem des klassischen Lateins auch von einem Quantitätssystem gesprochen.28 Im Vulgärlatein wird dieses System verändert und zu es tritt ein qualitativer Unterschied auf. Es wurde nicht mehr zwischen langen und kurzen Vokalen, sondern zwischen offenen und ge- schlossenen Vokalen unterschieden und, abgesehen vom Vokal a, bei dem die Unterscheidung qualitativ unmarkiert bleibt, die langen Vokale werden geschlossener und die kurzen offener: Ī > [ị], Ĭ > [I], Ē > [e], Ĕ > [ε], Ō > [o], Ŏ > [Ţ ], Ū > [u], Ŭ > [Ƙ ].29 Diese Veränderung des Vokal- systems bewirkte der sogenannte Quantitätenkollapses im klassischen Latein aufgrund des Zu- sammenfalls verschiedener Phoneme.30 So haben sich in den verschiedenen Gebieten des heuti- gen Italiens unterschiedliche Vokalsysteme herausgebildet. Allgemein ist in Nord- und Mittelita- lien ein Vokalsystem bestehend aus sieben Vokalen und in Süditalien mit Sizilien ein aus fünf Vokalen bestehendes System vorzufinden. Im Rahmen dieser Arbeit sollen der Kürze halber nur das vokalische Standardsystem Nord- und Mittelitaliens sowie das süditalienische bzw. siziliani- sche Vokalsystem Süditaliens veranschaulicht werden.31 Das Standardsystem Nord- und Mittel- italiens, dem auch das neapolitanische Vokalsystem, auf dem die apulischen Dialekte basieren, entspricht, stellt sich wie folgt dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierzu ist noch anzumerken, dass sich die sieben Vokalphoneme nur auf die betonten Vokale beziehen, da das offene e und o nur in betonter Silbe vorkommen.32

Für das sizilianische Vokalsystem ist eine andere Entwicklung festzustellen. Dieser Vokalismus in betonter Silbe stellt sich folgendermaßen dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zudem ist für die Dialekte Siziliens, des Salento sowie südlichen Gebieten Kalabriens, die allesamt diesem Vokalsystem unterliegen, die Reduzierung auf die drei Auslautvokale - i, -a und - u charakteristisch.33

Neben den Veränderungen im Vokalsystem sind für die Herausbildung der italienischen Mund- arten die Substrateinflüsse von entscheidender Bedeutung. Der Begriff des Substrats wurde am Ende des 19. Jahrhunderts vom italienischen Sprachforscher G.I. Ascoli in die Sprachwissen- schaft eingeführt. Dieser Terminus bezeichnet den historischen Sprachkontakt zweier ethnischer Gruppen bzw. Völker, bei dem sich „die Sprache der Eroberer auf einem bestimmten Territorium über die Sprache der Einheimischen legt.“34 Im Laufe der Zeit wird die Sprache der Einheimi- schen allmählich aufgegeben. Das vollzieht sich jedoch nicht, ohne dass dabei bestimmte phone- tische und/ oder lexikalische Eigenheiten der aufgegeben Sprache auf die neue Sprache übertra- gen werden und somit sprachliche Spuren in der Sprache der Eroberer hinterlassen sind.35 So sind beispielsweise das Keltische in Norditalien und das Griechische in Süditalien wichtige Sub- stratsprachen des Vulgärlateins.36 Im Zuge der im vierten Jahrhundert einsetzende Völkerwande- rung und dem Untergang des Römischen Reiches im fünften Jahrhundert kam es in den romani- sierten Gebieten erneut zu diversen Sprachkontakten aufgrund verschiedener Fremdherrschaften auf dem Territorium des heutigen Italiens. Walther von Wartburg führte 1932 den Begriff des Superstrats in die sprachwissenschaftliche Terminologie ein.37 Damit wird ein Kontaktverhältnis, bei dem „sich die Sprache der Eroberer gewissermaßen als Schicht (...) über (...) die einheimi- sche Sprache legt“.38 Im Unterschied zum Substrat ist es beim Superstrat die Sprache der Erobe- rer und der fremden Mächte, die untergeht. Die Sprache der Einheimischen wird beibehalten, wobei sie jedoch gewissen sprachlichen Einflüssen vonseiten der Sprache der Eroberer unter- liegt.39 Das Ostgotische, Langobardische und Fränkische werden für Italien als Superstratsprachen verzeichnet.40

Abschließend ist festzuhalten, dass im Gegensatz zu den Superstratsprachen vor allem die Sub- stratsprachen für die Herausbildung der italienischen Mundarten von großer Bedeutung sind. In Bezug auf die Herausbildung der italienischen Hochsprache, die vor allem auf das Toskanisch- Florentinische beruht, ist jedoch anzumerken, dass der Substrateinfluss keine Rolle spielte, da im Zuge der Latinisierung der toskanischen Gebiete das etruskische Substrat nahezu vollständig verdrängt wurde.41

Im Folgenden soll nun aufgezeigt werden, wie die italienischen Mundarten gegliedert und sprachlich charakterisiert sind.

2.3. Die dialektale Gliederung Italiens

Die italienischen Mundarten werden meist in die drei dialektalen Großgruppen der ober- oder norditalienischen Dialekte, mittel- und süditalienischen Dialekte sowie die toskanischen Dialekte eingeteilt.42 Diese drei Dialektgruppen unterliegen weiteren Unterteilungen die weiter unten in der Darstellung der ihnen zugrunde liegenden allgemeinen sprachlichen Charakteristika aufge- zeigt sind. Diese Einteilung erfolgt vor allem anhand historisch-sprachlicher Charakterisierungen sowie der Substrate, da die dialektalen Grenzen weitgehend mit einstigen Territorien wichtiger Substrate übereinstimmen und Substrateinflüsse in diesen Dialekten zu finden sind. Beispiels- weise war vor der Romanisierung ein großer Teil Norditaliens von den Gallien bewohnt. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass sich keltische Einflüsse in den oberitalienischen Dialekten finden lassen. Aus diesem Grund diente auch die Präsenz der keltischen Substrateinflüsse als Kriterium, die Untergruppe der galloitalienischen Dialekte innerhalb der Gruppe der norditalienischen Dia- lekte zu bilden.43

In Bezug auf das Sardische ist festzuhalten, dass es meist gesondert betrachtet und nicht zu den Mundarten gezählt wird, da es aufgrund seiner großen lautlichen, grammatischen und lexikali- schen Unterschiede zum Italienischen als eigenständige Sprache angesehen wird.44 Die Abgrenzung zwischen den Dialekten erfolgt anhand der verschiedenen sprachlichen Merk- malsausprägungen der Mundarten. In Sprachatlanten, die eine Sammlung von Sprachkarten eines Gebietes darstellen, werden Dialektgrenzen ersichtlich. Mithilfe von Isoglossen, das sprachgeo- graphische Linien sind, bei denen eine sprachliche Erscheinung diesseits und jenseits der Linie in unterschiedlichen Formen auftritt, werden jeweils die Grenzen zwischen zwei unterschiedli- chen sprachlichen Merkmalsausprägungen markiert.45 Liegt ein Isoglossenbündel vor, d.h. meh- rere Isoglossen fallen an einem Ort zusammen, so weist dies auf eine Dialektgrenze hin. In Itali- en sind zwei große Isoglossenbündel zu finden. Das eine ist die Linie La Spezia-Rimini, die die relativ klare Trennung zwischen den norditalienischen Mundarten und den mittel- und süditalie- nischen sowie toskanischen Dialekten veranschaulicht. Das Isoglossenbündel Roma-Ancona stellt die Abgrenzung zwischen den toskanischen und den mittel- sowie süditalienischen Dialek- ten. Jedoch ist diese Grenzlinie nicht so eindeutig wie die Linie La Spezia-Rimini, denn zwi- schen den toskanischen und mittelitalienischen Dialekten - diese Dialektgruppen befinden sich in den Gebieten nördlich der Linie Roma-Ancona - sowie zwischen den mittel- und süditalieni- schen Dialekten - diese sind in den Gebieten südlich der Grenzlinie anzutreffen - gibt es einen allmählichen Übergang.46 Es zeigt, dass Isoglossen, die eigentlich klare Dialektgrenzen bilden sollen, oft unregelmäßig verlaufen und eine eindeutige Abgrenzung zwischen Dialekten nicht immer möglich ist und dass die Dialekte auch immer in einem Austausch und unter wechselsei- tigen Einflüssen stehen.47

Durch welche phonetischen Merkmale sich die drei Dialektgruppen allgemein unterscheiden lassen, wird nun im Folgenden aufgezeigt.48

[...]


1 Geckeler, Horst; Kattenbusch, Dieter (1992): Einführung in die italienische Sprachwissenschaft. Tübingen: Niemeyer, S. 11

2 ebd., S. 18

3 siehe: Sobrero, Alberto A.; Tempesta, Immacolata (2002): Puglia. Bari: Laterza. S. 39

4 siehe: ebd.

5 siehe: ebd.

6 Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 16

7 siehe: Blasco Ferrer, Eduardo (1994): Handbuch der italienischen Sprachwissenschaft. Berlin: Erich Schmidt. S. 12

8 ebd.

9 Löffler, Heinrich (1974): Probleme der Dialektologie. Eine Einführung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. S. 9f.

10 vgl.: Blasco Ferrer (1994), S. 11

11 vgl.:Michel, Andreas (1997): Einführung in das Altitalienische. Tübingen: Narr. S. 20

12 vgl.: Marcato, Carla (2002): Dialetto, dialetti e italiano. Bologna: Mulino. S. 20

13 Vgl.: ebd.

14 vgl.: Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 19

15 vgl.: ebd., S. 119

16 vgl.: ebd., S. 121f.

17 vgl.: ebd., S. 120f.

18 vgl.: ebd., S. 121f.

19 vgl.: ebd.

20 vgl.: ebd.

21 ebd., S. 119

22 Michel, Andreas (1997), S. 20

23 vgl.: ebd.

24 vgl.: ebd.

25 Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 109

26 vgl.: Lepschy, Anna; Lepschy, Giulio (1986): Die italienische Sprache. Tübingen: Franke. S. 46

27 ebd., S. 45

28 vgl.: Michel (1997), S. 48

29 vgl.: Lepschy, Lepschy (1986), S. 48

30 vgl.: Michel (1997), S. 48

31 An dieser Stelle möchte ich aber auf die Übersicht der verschiedenen Vokalsysteme der heutigen italienischen Dialekte verweisen, die in folgender Literatur zu finden ist: Lepschy, Lepschy (1986), S. 49ff.

32 vgl.: Michel (1997), S. 49

33 vgl.: ebd., S. 51

34 ebd., S. 23

35 vgl.: ebd.

36 vgl.: Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 124

37 vgl.: ebd.

38 Michel (1997), S. 28

39 vgl.: ebd.

40 siehe: ebd.

41 Vgl.: ebd. S. 35

42 Diese Gliederung der Dialekte entspricht der Einteilung nach: Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 22

43 vgl.: ebd., S 126

44 vgl.: ebd., 11ff.

45 vgl.: Lepschy, Lepschy (1986), S. 44

46 vgl.; ebd.

47 Vgl.: Tagliavini, Carlo (1998): Einführung in die romanische Philologie. 2. Aufl. Tübingen, Basel: Franke. S. 18

48 Im Rahmen dieser Hausarbeit wird auf die Darstellung der spezifischen sprachlichen Merkmalsunterschiede der einzelnen Dialektuntergruppen verzichtet. Ein Verweis auf Literatur, die einen Überblick der sprachlichen Charakte-ristika der einzelnen Dialektuntergruppen gibt, muss an dieser Stelle genügen: Geckeler, Kattenbusch (1992), S. 24ff.; siehe dazu auch: Tagliavini, Carlo (1998), S. 318ff.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ein linguistisches Profil der Region Apulien
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Romanistik, italienische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Italien als Dialektlandschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V187610
ISBN (eBook)
9783656111306
ISBN (Buch)
9783656111443
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herausbildung der italienischen Dialekte, dialektale Gliederung, Dialektgruppen, sprachliche Charakteristika der Dialekte, Dialekte Italiens, apulische Dialekte, salentinische Dialekte, Dialekte Apulien, Geschichte Apulien, Bedeutung der Dialekte, Funktionen der Dialekte, Sprache vs. Dialekt
Arbeit zitieren
Milena Gutsch (Autor), 2011, Ein linguistisches Profil der Region Apulien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187610

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