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Psychische Reaktionsformen bei querschnittgelähmten Männern

Title: Psychische Reaktionsformen bei querschnittgelähmten Männern

Diploma Thesis , 1999 , 202 Pages , Grade: 1

Autor:in: Frank Dengel (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit sollen diese Aspekte des Bewältigungsgeschehen
Betrachtung finden. Bei dem zu betrachtenden Phänomen handelt es sich um
komplette, als auch inkomplette Querschnittlähmungen. Eine spezifische
Darstellung der Krankheitsbilder findet in Kap. 2.2 statt. Bei kompletten
Querschnittlähmungen handelt es sich um eine vollständige Unterbrechung des
Rückenmarks; als Folge einer kompletten Unterbrechung der Rückenmarkbahnen
ist eine Trias von motorischer, sensibler und vegetativer Lähmung zu nennen.
Hiervon abzugrenzen sind inkomplette Querschnittlähmung. Diese zeichnen sich
durch eine partielle Unterbrechung der Rückenmarkbahnen aus; in Abhängigkeit
von den jeweils geschädigten Bereichen im Rückenmarksegment werden
unterschiedlich schwere Störungen der motorischen, sensiblen und vegetativen
Funktionen registriert.
Jedem Querschnittgelähmten - in der vorliegenden Arbeit wurde aus Gründen der
Homogenität der Fokus auf querschnittgelähmte Männer gelegt, siehe auch Kap.
3.3.2 - erwachsen aus der neuen Situation ähnliche Grunderfahrungen und
Problemkreise, mit denen er sich früher oder später auseinandersetzen muß.
Zusätzlich ergeben sich aufgrund unterschiedlicher Läsionstypen, hier komplett
vs. inkomplett, verschiedene Ausgangpositionen zur Verarbeitung der jeweiligen
Querschnittlähmung. Diese besteht beim inkomplett Gelähmten zusätzlich zu den o. g. Faktoren in der
Unsicherheit über Art und Umfang sich möglicherweise restituierender
Muskelfunktionen. Dieser Umstand erschwert die konkrete Zukunftsplanung und
verunmöglicht die Auseinandersetzung mit einem Ist-Zustand wie er beim
komplett Gelähmten vorliegt.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, welche
psychologischen Einflußgrößen bei diesen Prozessen mitwirken, ob es zu
Modifikationen derselben kommt und inwiefern externen Variablen eine Rolle
zukommt. Es soll vergleichend zwischen inkomplett und komplett Gelähmten
betrachtet werden, inwieweit sich das „Wissen“ um die Endgültigkeit seines
Zustandes, resp. um die Möglichkeit auf Besserung desselben auf den
psychologischen Verarbeitungsprozess auswirkt. Darüber hinaus gibt es nur
wenige qualitative, gleichbedeutend mit gegenstandsangemessene Arbeiten.
Das Ausgangsinteresse des Verfassers dieser Arbeit entstand aufgrund der
Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit als Einzelfallhelfer im Bereich der
Jugendhilfe machte. Hier wurde er unmittelbar mit dem Unfallgeschehen einer
seiner Klientinnen konfrontiert. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. STAND DER FORSCHUNG

2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG

2.2 KRANKHEITSBILD DER QUERSCHNITTLÄHMUNG

2.2.1 Formen der Querschnittlähmung

2.2.1.1 Störung der Motorik

2.2.1.2 Störung der Sensibilität

2.2.1.3 Störungen der vegetativ-autonomen Funktionen

2.2.1.4 Spezielle Probleme inkomplett Gelähmter

2.2.1.5 Epidemiologie von Querschnittlähmungen

2.2.1.6 Ätiologie

2.3 DAS KONZEPT DER BEWÄLTIGUNG

2.3.1 Historische Ansätze der Bewältigungsforschung

2.3.2 Die transaktionale Streßbewältigungstheorie von Lazarus

2.3.3 Reaktionsformen und Reaktionshierarchien bei Thomae

2.3.4 Bewältigungsressourcen

2.4 AUSGESUCHTE MODELLE DES BEWÄLTIGUNGSPROZESSES

2.5. AUSGESUCHTE EMPIRISCHE BEFUNDE ZUR BEWÄLTIGUNG TRAUMATISCH ERFAHRENER QUERSCHNITTLÄHMUNGEN

2.5.1 Fink und Mitarbeiter

2.5.2 Seidler und Mitarbeiter

2.5.3 Mikula und Mitternecker

3. METHODISCHE VORGEHENSWEISE

3.1 ZUR BESTIMMUNG EINER GEEIGNETEN UNTERSUCHUNGSSTRATEGIE

3.1.1 Begründung der qualitativen Vorgehensweise

3.1.2 Das Konzept der Komparativen Kasuistik

3.2 DATENERHEBUNG

3.2.1 Das problemzentrierte Interview nach Witzel

3.2.2 Darstellung des Interviewleitfadens

3.3 DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG

3.3.1 Phänomenanalyse

3.3.2 Zusätzliche Homogenitätskriterien

3.3.3 Vergleichsgruppe

3.3.4 Darstellung der Stichprobe im Überblick

3.3.5 Durchführung der Interviews

3.4 DATENAUSWERTUNG

3.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse

3.4.2 Auswertungsschritte der vorliegenden Arbeit

3.4.3 Gütekriterien

3.4.4 Darstellung des Kategoriensystems

4. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE

4.1 EINZELFALLAUSWERTUNG DER UNTERSUCHUNGSGRUPPE

4.1.1 Einzelfallauswertung Mike

4.1.1.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.1.1.2 Behinderung

4.1.1.3 Selbstbild

4.1.1.4 Lebenssituation

4.1.1.5 Soziale Kontakte

4.1.1.6 Erfahren von Hilfe

4.1.1.7 Reaktionen der Umwelt

4.1.1.8 Vor dem Unfall

4.1.1.9 Zukunftswünsche

4.1.1.10 Reaktionsformen

4.1.2 Einzelfallauswertung Otto

4.1.2.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.1.2.2 Behinderung

4.1.2.3 Selbstbild

4.1.2.4 Lebenssituation

4.1.2.5 Soziale Kontakte

4.1.2.6 Erfahren von Hilfe

4.1.2.7 Reaktionen der Umwelt

4.1.2.8 Vor dem Unfall

4.1.2.9 Zukunftswünsche

4.1.2.10 Reaktionsformen

4.1.3 Einzelfallauswertung Dennis

4.1.3.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.1.3.2 Behinderung

4.1.3.3 Selbstbild

4.1.3.4 Lebenssituation

4.1.3.5 Soziale Kontakte

4.1.3.6 Erfahren von Hilfe

4.1.3.7 Reaktionen der Umwelt

4.1.3.8 Vor dem Unfall

4.1.3.9 Zukunftswünsche

4.1.3.10 Reaktionsformen

4.1.4 Einzelfallauswertung Apollo

4.1.4.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.1.4.2 Behinderung

4.1.4.3 Selbstbild

4.1.4.4 Lebenssituation

4.1.4.5 Soziale Kontakte

4.1.4.6 Erfahren von Hilfe

4.1.4.7 Reaktionen der Umwelt

4.1.4.8 Vor dem Unfall

4.1.4.9 Zukunftswünsche

4.1.4.10 Reaktionsformen

4.2 AUSWERTUNG DER INTERVIEWS DER VERGLEICHSGRUPPE

4.2.1 Einzelfallauswertung Bernd

4.2.1.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.2.1.2 Behinderung

4.2.1.3 Selbstbild

4.2.1.4 Lebenssituation

4.2.1.5 Soziale Kontakte

4.2.1.6 Erfahren von Hilfe

4.2.1.7 Reaktionen der Umwelt

4.2.1.8 Vor dem Unfall

4.2.1.9 Zukunftswünsche

4.2.1.10 Reaktionsformen

4.2.2 Einzelfallauswertung Edwin

4.2.2.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.2.2.2. Behinderung

4.2.2.3 Selbstbild

4.2.2.4 Lebenssituation

4.2.2.5 Soziale Kontakte

4.2.2.6 Erfahren von Hilfe

4.2.2.7 Reaktionen der Umwelt

4.2.2.8 Vor dem Unfall

4.2.2.9 Zukunftswünsche

4.2.2.10 Reaktionsformen

4.2.3 Einzelfallauswertung Tim

4.2.3.1 Kontaktaufnahme und Interviewsituation

4.2.3.2 Behinderung

4.2.3.3 Selbstbild

4.2.3.4 Lebenssituation

4.2.3.5 Soziale Kontakte

4.2.3.6 Erfahren von Hilfe

4.2.3.7 Reaktionen der Umwelt

4.2.3.8 Vor dem Unfall

4.2.3.9 Zukunftswünsche

4.2.3.10 Reaktionsformen

4.3 DURCHFÜHRUNG DER KOMPARATION

4.3.1 Komparationstabelle der Untersuchungsgruppe

4.3.1.1 Intragruppenvergleich: Untersuchungsgruppe

4.3.2 Komparationstabelle der Vergleichsgruppe

4.3.2.1 Intragruppenvergleich: Vergleichsgruppe

4.3.3 Komparationstabelle des Intergruppenvergleiches

4.3.3.1 Intergruppenvergleich

4.4 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE IN HYPOTHESENFORM

5. DISKUSSION DER ERGEBNISSE

6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Bewältigungs- und Verarbeitungsprozesse querschnittgelähmter Männer nach einem traumatischen Unfall. Ziel ist es, die Auswirkungen der Lähmung auf Selbstbild, Lebensumwelt und soziale Beziehungen zu analysieren und hierbei sowohl individuelle Unterschiede als auch vergleichende Aspekte zwischen komplett und inkomplett gelähmten Betroffenen herauszuarbeiten.

  • Psychologische Einflußgrößen im Bewältigungsprozess
  • Einfluss von komplett vs. inkomplett Lähmungserscheinungen
  • Die Rolle sozialer Unterstützung und Netzwerke
  • Veränderungen im Selbstbild und der Identität
  • Bedeutung von Bewältigungsressourcen und Strategien

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Menschen sind von Geburt an einer Fülle von Aufgaben, Problemen und Problemlagen ausgesetzt, die es zum Erhalt der eigenen Gesundheit, des angestrebten oder erreichten Lebensstandards und zur Befriedigung primärer, wie auch sekundärer Bedürfnisse zu bewältigen gilt. Die Fähigkeit, sich mit den in verschiedensten Formen und Ausprägungen auftauchenden alltäglichen Anforderungen auseinandersetzen zu können und zu müssen, kann im Verlauf der Ontogenese auf vielfältige Weise erworben werden.

Was aber passiert, wenn ein Individuum von einer Sekunde auf die andere mit einer für ihn persönlich gänzlich neuen, bis dato unbekannten und allein aufgrund seines, vorausgesetzt vorhandenen, Vorwissens um solche Szenarien negativ bewerteten Situation konfrontiert wird, die darüber hinaus lebenslang anhaltenden Charakter aufweist? Diese Situation ist bei Eintritt einer traumatisch bedingten Querschnittlähmung gegeben. Das gesamte Maß an zuvor erlebter Individualität, die eigene Körperlichkeit, sozialer Status, die Stellung in der Partnerschaft, in Familie und Beruf, in den sozialen Netzwerken ist in Frage gestellt und nachhaltig geschädigt. Solch eine Situation zu meistern ist von niemanden a priori gelernt worden, es gibt keine entsprechenden Schulfächer, keine entsprechenden Kurse an den Universitäten oder Workshops. Die Auseinandersetzung mit diesem Problem kann nur stattfinden, wenn es bereits eingetreten ist, präventive Maßnahmen sind nicht möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert das Ziel, die Relevanz und die methodische Herangehensweise an das psychologische Bewältigungsthema nach einer Querschnittlähmung.

2. STAND DER FORSCHUNG: Beleuchtet theoretische Konzepte der Behinderung, Coping-Strategien und bisherige empirische Erkenntnisse zur Bewältigung traumatisch bedingter Querschnittlähmungen.

3. METHODISCHE VORGEHENSWEISE: Begründet die Wahl qualitativer Forschungsmethoden und detailliert das problemzentrierte Interview sowie das Verfahren der komparativen Kasuistik.

4. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentiert die Einzelfallanalysen der Untersuchungsgruppe (komplett) und Vergleichsgruppe (inkomplett) sowie deren komparative Gegenüberstellung.

5. DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Setzt die gewonnenen Ergebnisse in Bezug zu bestehender Fachliteratur und diskutiert deren wissenschaftliche Einordnung.

6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Kernergebnisse kurz zusammen und formuliert Perspektiven für weiterführende Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Querschnittlähmung, Bewältigung, psychische Reaktionsformen, Selbstbild, Lebenssituation, soziale Unterstützung, qualitative Forschung, Komparative Kasuistik, Coping, Körperbild, Rehabilitation, traumatische Behinderung, psychologische Anpassung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit untersucht, wie Männer nach einer traumatischen Querschnittlähmung psychisch mit dieser Lebensveränderung umgehen und welche Faktoren ihre Bewältigung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Selbstbild, die Gestaltung der Lebensumwelt, der Einfluss sozialer Kontakte und die Anwendung verschiedener Bewältigungsstrategien.

Welches ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, psychologische Einflussgrößen zu identifizieren und zu vergleichen, wie unterschiedlich komplett und inkomplett gelähmte Männer ihre Situation verarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, insbesondere das problemzentrierte Interview nach Witzel und die komparative Kasuistik nach Jüttemann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung sowie die detaillierte Darstellung und Komparation der sieben Einzelfallanalysen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Querschnittlähmung, Bewältigung (Coping), Selbstbild, psychologische Anpassung, soziale Ressourcen und qualitative Inhaltsanalyse.

Wie unterscheiden sich komplett und inkomplett gelähmte Männer bei der Bewältigung?

Die Arbeit zeigt, dass die Möglichkeit inkomplett gelähmter Männer, körperliche Funktionen teilweise wiederzuerlangen, eine spezifische psychologische Situation schafft, die sich in ihrer Bewältigungsstruktur von der komplett gelähmter Männer unterscheidet.

Welche Rolle spielt die soziale Unterstützung für die Betroffenen?

Soziale Unterstützung, insbesondere durch Partnerin und Familie, wird als eine der wichtigsten externen Variablen identifiziert, die den Bewältigungsprozess fördern kann.

Excerpt out of 202 pages  - scroll top

Details

Title
Psychische Reaktionsformen bei querschnittgelähmten Männern
College
Technical University of Berlin  (Institut für Psychologie)
Grade
1
Author
Frank Dengel (Author)
Publication Year
1999
Pages
202
Catalog Number
V18763
ISBN (eBook)
9783638784559
Language
German
Tags
Psychische Reaktionsformen Männern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Dengel (Author), 1999, Psychische Reaktionsformen bei querschnittgelähmten Männern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18763
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