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Martinique - Geschichte und Sprache

Title: Martinique - Geschichte und Sprache

Seminar Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 2

Autor:in: Antje Schrammel (Author)

French Studies - Culture
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit soll einen kurzen Überblick über Martiniques Geschichte, sowie die damit in Zusammenhang stehende sprachliche Entwicklung der Insel aufzeigen.
In der Vergangenheit spielten sich auf der Insel sehr viele grausame Dinge ab, angefangen mit der vor 1300 Jahren stattfindenden Ausrottung der Ureinwohner durch die kannibalischen und kriegerischen Kariben, welche wiederum von europäischen Kolonisten aufgrund ihrer mangelhaften Eignung für Sklavenarbeit durch den Import von afrikanischen Sklaven verdrängt wurden. Jene mussten unter schlimmsten und menschenunwürdigsten Bedingungen auf den Monokulturen der Zuckerrohrplantagen der Kolonisten arbeiten und wussten, dass ihr Leben hier nicht mehr wert war, als jenes von Tieren oder Gütern, und viel weniger als das „weiße Gold“ wofür die Siedler zu allem bereit waren, ja sogar ihre Menschlichkeit ablegten.
Die für jene Untaten verantwortliche französische Krone, welche bis Mitte des 18. Jahrhunderts seine größte Ausdehnung in der Neuen Welt erreicht hatte, interessierte sich weniger für seine weiträumigen Besitzungen in Kanada und Louisiana, auf welche es durch den Friedensvertrag von Paris 1763, der den siebenjährigen Krieg mit England um die Vormachtstellung in der Karibik beendete, verzichten musste, um Guadeloupe und Martinique und das damit einhergehende Zuckermonopol zu behalten.
Durch das Zusammentreffen verschiedener Kulturen durch Sklaverei und spätere Einwanderungswellen aus Indien und China entwickelte sich auf Martinique ein einzigartiges linguistisches Phänomen, welches sich in ähnlicher Form nur auf wenigen Plätzen der Welt wiederfindet: das Kreolische.
Bis vor wenigen Jahren war dieses Idiom negativ konnotiert, doch mit der offiziellen Anerkennung der französischen Regierung als französische Regionalsprache, erlangte die Sprache ein nie dagewesenes Ansehen und die Sprecher ein neues Selbstbewusstsein. Diese relativ junge Sprache ist für viele Linguisten von großem Interesse und deren Erforschung eine Herausforderung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ALLGEMEINES

3. GESCHICHTE

3.1. VOR DER ENTDECKUNG

3.1.1. Die Arawak

3.2. ENTDECKUNG

3.3. BESIEDLUNG

3.4. SKLAVEREI

3.4.1. Klimatheorie

3.4.2. Herkunft der Sklaven

3.4.3. Le Code Noir.

3.4.4. Metissage

3.4.5. Exkurs Aimé Césaire

3.4.6. Abschaffung der Sklaverei

3.5. NEUE ZUWANDERUNG

4. DAS KREOLISCHE

4.1. NAME

4.2. ENTSTEHUNG

4.2. BESONDERHEIT

5. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Einblick in die historische Entwicklung Martiniques sowie die daraus resultierende Genese und Etablierung der kreolischen Sprache zu geben, wobei insbesondere der Einfluss von Kolonialismus, Sklaverei und Migration beleuchtet wird.

  • Historische Phasen von der Entdeckung bis zur Kolonialisierung
  • Die Auswirkungen der Sklaverei und die Rolle des Code Noir
  • Soziale Strukturen und ethnische Diversität durch Einwanderung
  • Die Entwicklung und linguistische Besonderheit des Kreolischen
  • Der soziokulturelle Wandel und das Identitätsbewusstsein der Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3.4.3. Le Code Noir.

Im Jahre 1685 wurde der von Jean-Baptiste Colbert verfasste Code Noir posthum in Kraft gesetzt und somit der Sklaverei ein offizieller und geregelter Charakter verliehen. Das aus 60 Artikeln bestehende königliche Edikt beinhaltete die Rechte und Pflichten sowohl von Sklaven als auch ihrer Herren. Darin ist beispielsweise zu finden, dass Sklaven das Eigentum ihrer Herren waren, nichts besitzen durften, zum Christentum übertreten mussten, das Tragen von Waffen verboten war usw. Das schlimmste was sie tun konnten aber war das Davonlaufen (maronnage). Wenn Herren einen Sklaven folterten oder verstümmelten, konnte er ihm entzogen werden, wenn ein Sklave starb, musste der Besitzer eine Strafe zahlen. Im Nachhinein lässt sich gut betrachten, dass die Sklavenbesitzer sehr selten strafrechtlich verfolgt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung gibt einen Überblick über das Vorhaben, die Geschichte Martiniques und die damit verbundene sprachliche Entwicklung zu untersuchen, und beschreibt den Kontext der kolonialen Unterdrückung.

2. ALLGEMEINES: Dieses Kapitel liefert geografische und klimatische Rahmenbedingungen der Insel Martinique sowie einen kurzen Überblick über ihre heutige politische Zugehörigkeit.

3. GESCHICHTE: Das umfangreiche Kapitel beleuchtet die Geschichte der Insel, beginnend bei den Ureinwohnern über die Entdeckung und Kolonialisierung bis hin zu den tiefgreifenden Auswirkungen der Sklaverei und späteren Einwanderungswellen.

4. DAS KREOLISCHE: Hier wird die etymologische Herkunft des Begriffs Kreol sowie der komplexe Entstehungsprozess der Sprache unter dem Einfluss kultureller Isolation auf den Plantagen und ihre besondere Stellung analysiert.

5. SCHLUSS: Der Schluss reflektiert die erarbeiteten Erkenntnisse über die traumatische Vergangenheit der Kolonialisierung und die Bedeutung der Sprache für die heutige Identitätsbildung der Inselbevölkerung.

Schlüsselwörter

Martinique, Karibik, Geschichte, Sklaverei, Kolonialismus, Code Noir, Kreolisch, Identität, Sprache, Plantagenwirtschaft, Einwanderung, Arawak, Kariben, Aimé Césaire, Soziokultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen der historischen Entwicklung der karibischen Insel Martinique und der Entstehung ihrer kreolischen Sprache.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Ureinwohner, die Folgen der Kolonialisierung und Sklaverei, sowie die soziolinguistische Evolution des Kreolischen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und der Druck der kolonialen Unterdrückung zur Entstehung eines einzigartigen linguistischen Phänomens führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse historischer sowie soziologischer Fachquellen zur karibischen Geschichte und Sprachwissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Besiedlung und Sklaverei sowie eine detaillierte Betrachtung der sprachlichen Genese und Besonderheiten des Kreolischen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind unter anderem Martinique, Sklaverei, Kolonialismus, Kreolisch und kulturelle Identitätsbildung.

Welche Rolle spielte der "Code Noir" für die Sklaven auf Martinique?

Der Code Noir gab der Sklaverei einen offiziellen Rahmen, der die Sklaven rechtlich als Eigentum der Herren definierte und ihre Grundrechte massiv einschränkte.

Wie bewertet die Arbeit den Einfluss von Aimé Césaire?

Die Arbeit nutzt Césaires Zitate, um die tiefgreifenden psychologischen Folgen des Kolonialismus und die Identitätskrise der schwarzen Bevölkerung kritisch zu beleuchten.

Warum wird das Kreolische als "unnatürliche" Sprachgeschichte bezeichnet?

Da der Prozess der Entstehung durch das gewaltsame Herausreißen von Menschen aus ihrem ursprünglichen Umfeld und die notwendige Anpassung unter Zwang erfolgte, spricht die Forschung von einer unnatürlichen Genese.

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Details

Title
Martinique - Geschichte und Sprache
College
University of Vienna  (Romanistik)
Course
Landeswissenschaft
Grade
2
Author
Antje Schrammel (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V187666
ISBN (eBook)
9783656112143
ISBN (Book)
9783656111917
Language
German
Tags
Arawak Metissage Le Code Noir Klimatheorie Kreolisch Kreolsprache Aimé Césaire Christoph Columbus Martinique Antillen Kolonisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Schrammel (Author), 2009, Martinique - Geschichte und Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187666
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