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Voids - Die Leere im Jüdischen Museum Berlin

Title: Voids - Die Leere im Jüdischen Museum Berlin

Term Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Riccarda J. Schneider (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Selten hat ein Museum so unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten geboten wie das Jüdische Museum Berlin. Jedoch was macht die Faszination dieses Gebäudes aus? Sein Konzept, seine Architektur oder doch sein Inhalt? Wenn letzteres die Anziehungskraft auf Besuchende aus aller Welt ausübt, was beinhaltet dieses Museum? Welches der beiden Gebäude ist eigentlich das Jüdische Museum Berlin – Alt- oder Neubau? Und allem voran: Warum gibt es leere Räume im Museum? Soll die Leere der Räume etwas symbolisieren oder gar dekonstruieren?
Diese und ähnliche Fragen möchte ich im Folgenden erörtern, wobei mein Schwerpunkt in der Erarbeitung der Hohlräume – den sogenannten voids – liegt. Hierbei sollen Leser und Leserinnen nicht nur ein Verständnis für diese architektonische Besonderheit im Jüdischen Museum Berlin bekommen, sondern deren Stellung in der Museumsstruktur verstehen lernen.
Jedoch können die Hohlräume unmöglich unabhängig vom Museum bearbeitet werden, so dass im ersten Kapitel ein kleiner Gesamtüberblick über die Räumlichkeiten des Jüdischen Museums Berlin gegeben wird, bevor das zweite Kapitel sich ausschließlich mit den voids befassen wird. Dabei wird einerseits auf den void als den leeren Raum im Jüdischen Museum Berlin per se eingegangen, als auch andererseits auf eine damit in Relation stehende Museums- und Lernerfahrung, die mittels des voids im Museumsbesuchenden erzeugt werden könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rundgang durch das Jüdische Museum Berlin

1.1 Scheinbar getrennte Gebäude: Altbau und Libeskind-Bau

1.2 Drei Achsen: Kontinuität, Emigration und Shoah

1.3 Leerstelle des Gedenkens

1.4 Glassskulpturen in der Dauerstausstellung

1.5 Glassinnenhof

2. Voids im Jüdischen Museum Berlin

2.1 Leere Räume

2.2 Leere als Museumserfahrung

2.3 Leere als Lernerfahrung von „Innen“ und „Außen“

3. Schlussbetrachtung

4. Literatur

5. Links

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die architektonische Besonderheit der „Voids“ (Hohlräume) im Jüdischen Museum Berlin und analysiert, wie diese Leerräume zur Vermittlung von Geschichte und zur spezifischen Museumserfahrung der Besuchenden beitragen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Architektur nicht nur einen symbolischen Raum schafft, sondern als aktives Element der Erinnerungskultur und der politischen Bildung fungiert.

  • Architektonisches Konzept und Gestaltung des Libeskind-Baus
  • Die symbolische und physische Bedeutung der Voids
  • Wechselwirkung zwischen Architektur und Museumserfahrung
  • Politische Dimension der Leere als Gedächtnisort
  • Lernerfahrungen durch das Spannungsfeld von Innen- und Außenräumen

Auszug aus dem Buch

1.2 Drei Achsen: Kontinuität, Emigration und Shoah

Dieses konzeptionelle Aufleben – wie ich es an dieser Stelle nennen möchte – lässt sich in der Museumsgestaltung fortführen. Im Folgenden ist der/ die Besuchende mit drei möglichen Pfaden konfrontiert, sich das Museum zu erschließen.

Eine Achse ist die Achse des Exils, deren schwarzer Boden leicht ansteigt und an deren Wänden Namen mögliche “Ausreisestationen“ geschrieben stehen, soll ein Schwindelgefühl im Organismus der Museumsbesuchenden hervorrufen. Das entstehende Gefühl eines Balanceverlustes mündet am Ende des Ganges im Garten des Exils, der zum Gefühl der aufgekommenen Unsicherheit noch das der Orientierungslosigkeit hinzufügen soll. Der Garten des Exils besteht aus 49 schräg gebauten Sichtbeton-Pfeilern, von denen 48 Stelen mit Berliner Erde gefüllt worden sind und für die Staatsgründung Israels 1948 stehen sollen und eine Stele, der 49. Pfeiler, mit Jerusalemer Erde gefüllt worden ist und für die Stadt Berlin steht. Die aus diesen Pfeilern erwachsenen Pflanzen sind Ölbaumweiden, die die Hoffnung symbolisieren. Der von einem Rosenheim umgebende, offene Garten befindet sich außerhalb des Gebäudes und bietet die einzige Möglichkeit, das Museum oberirdisch „über eine gepflasterte Rampe“ zu verlassen.

Offensichtlich bedient sich der Garten des Exils, der auch E.T.A.-Hoffmann-Garten genannt wird, symbolischer Assoziationen, die sich gut in das kollektive Gedächtnis der Museumsbesuchenden einprägen lassen. Hierbei ist das Interessante, dass die Besucher und Besucherinnen unterschiedlicher Nationen angehören und verschiedene Sprachen sprechen, sodass sie nach dem Museumsbesuch aus dem Kollektiv der Museumsbesuchenden austreten und die Erinnerung an das Gesehene in ihren Kulturkreis tragen. Freilich mögen in jedem Individuum unterschiedliche Denkstrukturen und Emotionslagen vorherrschen, jedoch kann dies nicht die Konzeption des Museums negieren, sodass der/ die Besuchende zum Zeugen/ Zeugin des konzeptionellen Auflebens wird und die Erinnerung an den Museumsbesuch sich in die unterschiedlichen kulturellen Gedächtnisse einreihen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Besonderheiten des Jüdischen Museums Berlin als „Prozeßarchitektur“ und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion und Symbolik der sogenannten „voids“.

1. Rundgang durch das Jüdische Museum Berlin: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Räumlichkeiten, angefangen bei der Verbindung von Altbau und Libeskind-Bau bis hin zu den verschiedenen Achsen, dem Garten des Exils und den dortigen Kunstinstallationen.

2. Voids im Jüdischen Museum Berlin: Hier wird detailliert analysiert, wie die leeren Räume die Abwesenheit der im Holocaust vernichteten jüdischen Kultur materialisieren und welche spezifische Museumserfahrung und Lernerfahrung daraus resultiert.

3. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Autonomie des Museumsbaus und die Frage, ob die Architektur auch ohne inhaltliche Ausstellung ihre Wirkung als Gedächtnisort entfalten könnte.

4. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Monographien, Sammelbände und Schriften zur Philosophie, Kunstgeschichte und Holocaust-Forschung.

5. Links: Zusammenstellung relevanter Online-Ressourcen und Videodokumentationen zum Thema.

Schlüsselwörter

Jüdisches Museum Berlin, Daniel Libeskind, Voids, Holocaust, Erinnerungskultur, Architektur, Museumserfahrung, Shoah, Abwesenheit, Leere, Gedenken, Berliner Stadtgeschichte, Holocaust-Turm, Garten des Exils, Vermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Architektur des Jüdischen Museums Berlin, insbesondere mit den darin integrierten „voids“, also leeren Räumen, und deren Rolle bei der Vermittlung der jüdischen Geschichte und der Shoah.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die architektonische Gestaltung von Daniel Libeskind, die historische Einbettung des Museums, Konzepte der Erinnerungskultur sowie die durch den Museumsbesuch induzierte politische Bildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die architektonische Besonderheit der Voids zu entwickeln und aufzuzeigen, wie diese Räume das Museumsbesuchende in einen aktiven, reflektierten Erinnerungsprozess einbinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine kultur- und kunstwissenschaftliche Analyse, die unter anderem auf Fachliteratur, philosophischen Abhandlungen zur Architektur sowie auf Interviews mit dem Architekten Daniel Libeskind basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen Rundgang durch die Räumlichkeiten des Museums und eine vertiefende, analytische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der leeren Räume als politische und pädagogische Erfahrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Jüdisches Museum Berlin, Voids, Erinnerungskultur, Architektur und Shoah.

Welche Bedeutung kommt dem Garten des Exils zu?

Der Garten des Exils dient dazu, bei Besuchenden ein Gefühl der Desorientierung und des Schwindels hervorzurufen, um eine körperliche Nachempfindung der Exilerfahrung zu ermöglichen.

Wie unterscheidet sich der Holocaust-Turm von anderen Räumen im Museum?

Der Holocaust-Turm ist ein begehbarer, unkomfortabler Hohlraum, der durch seine Akustik und Lichtführung die Abwesenheit und das Schicksal der Opfer des Holocaust auf haptische und sinnliche Weise erfahrbar macht.

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Details

Title
Voids - Die Leere im Jüdischen Museum Berlin
College
University of Potsdam  (Institut für Philosophie)
Course
Seminar: Philosophie und Kunst im Zeichen der Erinnerung an die Shoah
Grade
1,0
Author
Riccarda J. Schneider (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V187733
ISBN (eBook)
9783656113935
ISBN (Book)
9783656113263
Language
German
Tags
Void Jüdisches Museum Berlin Daniel Libeskind Leere Shoah Architektur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Riccarda J. Schneider (Author), 2012, Voids - Die Leere im Jüdischen Museum Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187733
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