Das Drama "Maria Stuart" von Friedrich Schiller bietet für Lernende und Leser vielerlei (moralische) Anknüpfungspunkte und Denkanstöße. Gerade das Handeln der zwiespältigen und gemischt dargestellten Königin Elisabeth kann aus verschiedenen Standpunkten und anhand verschiedener Parameter beurteilt werden. Zur Bewertung menschlichen Handelns können entweder situative Faktoren oder innere persönliche Dispositionen herangezogen werden. So könnte man sagen, Elisabeth hat einen schlechten Charakter und ist an und für sich eine gemeine und böse Persönlichkeit oder man berücksichtigt die situativen Zwänge, denen die Königin unterliegt. Sie obliegt starkem Druck seitens der Bevölkerung und teils seitens ihrer Berater. Dementsprechend befindet sie sich in einer realen und psychischen Zwangslage, da sie selbst Maria fürchtet und nur glaubt, durch ihren Tod wieder frei zu sein. Diese spannende Verhältnis von Fremdzwang, Selbstzwang, moralischen und politischen Werten zeigt sich speziell im Monolog Elisabeths (Szene 10, Akt 4), der deshalb hier zum Unterrichtsthema gemacht werden soll. Um ein umfassenderes Verständnis und eine stärkere kognitive Aktivierung zu erzielen, wird darüber hinaus der philosophische Essay „Über das Erhabene“ behandelt. Anhand dieser Schrift, lernen die Jugendlichen zuvor das Konstrukt des freien Willens bei Schiller kennen. Zunächst soll nun die literaturdidaktische Grundkonzeption des Stundenentwurfs erläutert werden, um dann in einer literaturwissenschaftlichen Analyse das Thema der Stunde zu reflektieren. Anschließend folgt die konkrete Planung des Unterrichts, mit einer Betrachtung der Lernvoraussetzungen und der Lernergruppe, sowie einer Formulierung der Lernziele und der methodischen Planung. Bei der zu planenden Stunde wird von einer Doppelstunde ausgegangen (90 Minuten).
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Literaturdidaktische Konzeption
- Literaturwissenschaftliche Analyse
- Unterrichtsplanung
- Verortung im hessischen Lehrplan
- Lerngruppenanalyse
- Lernvoraussetzungen
- Lernziele
- Methodische Planung und Phasierung
- Reflexion
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Unterrichtsentwurf zielt darauf ab, den Schülern ein tiefes Verständnis für Schillers "Maria Stuart" zu vermitteln, insbesondere im Hinblick auf die moralischen und politischen Konflikte, die im Drama dargestellt werden. Der Entwurf will die Schüler dazu anregen, die Handlung des Dramas aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und kritisch zu hinterfragen.
- Die Rolle der Macht und ihrer Auswirkungen auf das menschliche Handeln
- Die Ambivalenz der Figuren und ihre moralischen Konflikte
- Die Bedeutung des freien Willens und seiner Grenzen im Kontext von politischem Druck
- Die Bedeutung der historischen Ereignisse im Kontext des Dramas
- Die literarischen und philosophischen Aspekte des Werkes
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieser Abschnitt stellt das Drama "Maria Stuart" und seine thematischen Schwerpunkte vor. Besonderes Augenmerk liegt auf der komplexen Persönlichkeit Elisabeths und der Spannung zwischen situativen Faktoren und inneren Dispositionen, die ihr Handeln beeinflussen.
- Literaturdidaktische Konzeption: Dieser Abschnitt erläutert die didaktischen Ansätze, die bei der Planung des Unterrichts zugrunde gelegt wurden, einschließlich der Kompetenzorientierung und der Integration verschiedener methodischer Ansätze.
- Literaturwissenschaftliche Analyse: Dieser Abschnitt beleuchtet die strukturellen und thematischen Besonderheiten des Dramas "Maria Stuart". Er analysiert die Symmetrie der Handlungsabläufe und die Rolle der historischen Ereignisse und der tragischen Ironie im Werk.
Schlüsselwörter
Das zentrale Thema des Unterrichtsentwurfs ist die Interpretation von Schillers „Maria Stuart“ im Kontext von Macht, Moral, freiem Willen und historischen Ereignissen. Der Entwurf behandelt die komplexen Beziehungen zwischen den Figuren und den moralischen Dilemmata, denen sie sich gegenübersehen. Die Schüler werden mit der literaturdidaktischen Konzeption des Unterrichtsentwurfs vertraut gemacht und mit verschiedenen methodischen Ansätzen zur Interpretation von Dramen konfrontiert.
Häufig gestellte Fragen
Welche moralischen Dilemmata werden in Schillers „Maria Stuart“ thematisiert?
Das Drama behandelt den Konflikt zwischen politischer Macht, moralischer Verantwortung und dem individuellen Gewissen, insbesondere im Hinblick auf das Todesurteil gegen Maria Stuart.
Warum ist die Figur der Königin Elisabeth so zwiespältig?
Elisabeth handelt unter enormem politischem Druck und persönlicher Furcht; ihr Charakter schwankt zwischen der Rolle einer souveränen Herrscherin und einer Getriebenen situativer Zwänge.
Welche Rolle spielt Schillers Essay „Über das Erhabene“ für das Drama?
Der Essay hilft Schülern, Schillers philosophisches Konzept des freien Willens zu verstehen – die Fähigkeit des Menschen, sich trotz äußerer Zwänge moralisch zu entscheiden.
Was ist das Ziel des Unterrichtsentwurfs zu Maria Stuart?
Schüler sollen lernen, literarische Figuren aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten und die Spannung zwischen moralischen Werten und politischer Notwendigkeit zu reflektieren.
Warum ist der Monolog in Akt 4, Szene 10 besonders wichtig?
In diesem Monolog offenbart Elisabeth ihr inneres Ringen mit der Entscheidung über Marias Hinrichtung und verdeutlicht das Verhältnis von Fremdzwang und Selbstzwang.
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- Ulrike Roder (Author), 2011, Unterrichtsplanung zu Schillers "Maria Stuart", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187873