Bodypercussion im Musikunterricht


Unterrichtsentwurf, 2012

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse

2. Didaktische Analyse
2.1 Bezug zum Bildungsplan
2.2 Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang
2.3 Methodische Analyse
2.4 Unterrichtsziele
2.5 Methodische Alternativen

3. Medien

4. Literatur

5. Anhang
5.1 Fantasiereise
5.2 Kärtchen zur Gruppeneinteilung
5.3 Tafelbild
5.4 Unterrichtsverlaufsskizze

1. Sachanalyse

„Body Percussion bezeichnet das Musizieren mit dem ganzen Körper. Dabei produziert man differenzierte Klänge durch unterschiedliche Arten des Fußstampfens, des Klatschens der Hände auf verschiedene Körperteile und durch andere Sounds […].“[1]

Um SuS mit Bodypercussion vertraut zu machen, müssen sie sich zunächst dem Grundschlag (Puls) bewusst werden, der als „gleichmäßig durchgehaltene[r] Schlag in der Musik“[2] definiert wird. Dies kann durch Klatsch- und Sprechübungen unterstützt werden. Beim Sprechen verwendet man sogenannte „Vocals“. Dieser Begriff stammt aus der Vocal Percussion, also dem rhythmischen Sprechen[3], und bezeichnet das Wort, welches rhythmisch gesprochen wird. Ebenso von Bedeutung ist das Metrum, also die „regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Grundschlägen“[4], das in gleichem Maße geschult werden soll, wozu die bereits genannten Übungen ebenfalls angewendet werden können.

Um die Body Percussion insbesondere, wie in meinem Fall, jüngeren SuS zu erleichtern, werden Übungen mit Sprach- und Körperperkussionsebene verwendet. Mit der Zeit kann das Sprechen dann ausgelassen werden, wodurch ein Konzentrieren auf die Bodypercussion möglich ist. Als solche Übungen bieten sich ganz besonders die „Rhythmicals“ von Christoph Studer an. Dabei handelt es sich um „Kompositionen für sprechende Gruppen, die durch Überlagerung zu einer polyrhythmischen Struktur gelangen können. […] Durch Wiederholungen prägen sich die Sprechrhythmen und die dazugehörigen Bewegungen gut ein und werden von Beginn an ohne Noten vermittelt.“[5] Die Sprache hilft, „sich Bewegungen und rhythmische Muster einzuprägen, und die Bewegungen wiederum helfen, sich die Texte der Sprechstücke zu merken.“[6]

Für die Schule sind Rhythmicals besonders geeignet, da die Lehrperson die Übungen einfach variieren und so an ihren Unterricht anpassen kann. In meiner Stunde verwende ich die Rhythmicals beispielsweise nicht immer polyrhythmisch und lasse aus Zeitgründen auch manche Verse aus. Außerdem fördern solche Übungen auch das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl der SuS, da sie nur gemeinsam gemeistert werden können und alle SuS mit einbezogen wird.

2. Didaktische Analyse

2.1 Bezug zum Bildungsplan

Im aktuellen Bildungsplan der Realschule wird Musik als „wesentlicher Bestandteil menschlichen Lebens und eine der Grundformen menschlicher Äußerung“[7] beschrieben. „Sie ist die Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird und führt Menschen zu einer Gemeinschaft zusammen“[8]. Bodypercussion basiert auf einer sehr persönlichen Ebene, da die SuS sowohl mit ihrem eigenen, als auch mit dem Körper anderer in Berührung kommen. Diese Erfahrung schafft eine Gemeinschaft, die durch das Erreichen von Zielen, z.B. durch das gemeinsame Erzeugen von komplizierten Rhythmen, verstärkt wird.

Mit meiner Unterrichtsstunde möchte ich den SuS einen Einblick in die „Vielfalt des Musikangebotes und damit einen Zugang zu einem bedeutsamen Teil der Kultur“[9] geben. Außerdem bietet das eigene Musikzieren „menschliche musikalische Erlebnisse von bleibendem Wert“ und „vermittelt Anregungen zu späteren musikalischen Aktivitäten“[10]. So werden „vor allem Freude und Spaß an der Musik geweckt, musikalische Interessen gefördert und erweitert, sowie die musikalische Erlebnisfähigkeit entwickelt und erhalten“[11]. Bodypercussion gehört zur musikalischen Praxis, durch welche die SuS „ihre rhythmisch-motorischen Fähigkeiten sowie das differenzierte Wahrnehmen und Erleben von Musik“[12] schulen.

Im Bildungsplan wird explizit darauf hingewiesen, dass die SuS der Klasse 6 „mit einfachen Rhythmen […] musizieren“ und „Musik in koordinierte Bewegungen und Tanz umsetzen“[13] können. Das Üben dieser Fertigkeiten ist mit meiner Unterrichtsstunde sicherlich gewährleistet.

2.2 Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang

„Tanzen“ ist das Thema der übergeordneten Unterrichtseinheit. Da sich die meiner folgenden Stunden der Unterrichtseinheit „Neue Klangwelten“ zuordnen lassen, würde ich meine Stunde als Übergang zwischen diesen beiden Themen beschreiben. Bodypercussion verbindet das Tanzen durch Bewegungen mit dem Produzieren von Klängen mit dem ganzen Körper.

2.3 Methodische Analyse

Insgesamt ist meine Stunde so gegliedert, dass jede Übung auf sich aufbaut und der Schwierigkeitsgrad Schritt für Schritt zunimmt. Um den SuS zu erklären, um was in der heutigen Unterrichtsstunde geht, erläutere ich, dass wir musizieren werden, dazu jedoch keine Instrumente brauchen. Daraufhin sammeln wir Ideen, was stattdessen zum Musik Machen verwendet werden kann und ich erkläre den Begriff „Bodypercussion“ kurz an der Tafel. Da die SuS unter anderem auch miteinander arbeiten, betone ich neben den allgemeinen Regeln zum Unterricht auch, dass ein guter gegenseitiger Umgang nötig ist. Anschließend wird im freien Teil des Musiksaales ein Stuhlkreis gebildet, der so groß ist, dass sich die SuS auch frei darin bewegen können.

Am Anfang sollen die SuS den Grundschlag (Puls) als das elementarste Rhythmus-Element für sich entdecken und fühlen. Dazu benutze ich beim Warm-up das Vocal „Elefanten“. Dieses wird auf vier Schläge verteilt („E-le-fan-ten“) und von uns gemeinsam gesprochen. Zur besseren Vorstellung untermale ich die Übungen jeweils mit einem kurzen Ausschnitt aus einer Fantasiereise (siehe „5. Anhang“). Um eine Gleichmäßigkeit beim Tempo beizubehalten, zählen wir dazu gleichzeitig mit unseren Fingern auf vier und Gehen im Puls. Ist bei den SuS eine Sicherheit im Sprechen zu erkennen, erhält jeder ein Kärtchen, auf dem eine Silbe des Wortes „Elefanten“ steht. Die SuS mit derselben Silbe sammeln sich als Gruppe und stehen gemeinsam abgegrenzt zu den anderen Gruppen. Jeder Gruppe wird also eine Silbe zugeteilt, die sie jeweils nacheinander sprechen, sodass das ganze Wort zu hören ist. Zur Sicherheit zählen wir weiterhin mit unseren Fingern mit und ich gebe den Einsatz, solange dies nötig ist[14]. Da der Lärmpegel bei solchen Übungen sicherlich ansteigen wird, verwende ich eine Triangel als Erkennungszeichen für die SuS, nun ruhig zu werden.

Nun soll der Puls auch auf den Körper übertragen werden. Für die folgenden im Sitzen ausgeführten Übungen ist genügend Bewegungsfreiheit erforderlich, weshalb zwischen den Stühlen im Stuhlkreis etwas Platz gelassen wird. Zur Einstimmung und zum Erfassen des Metrums lasse ich die Musik etwas vorlaufen und steige dann mit der ersten Übung ein: mit der rechten Hand wird im Viertelpuls auf den rechten Oberschenkel geklopft. Das mache ich vor, die SuS steigen dann aber gleich mit ein. Die folgenden Übungen sind durch steigende Anforderungen an den Körper und die Koordination gekennzeichnet. Es folgt dieselbe Übung mit der linken Hand und dem linken Oberschenkel. Danach werden die Körperhälften überkreuzt, d.h. die rechte Hand schlägt auf den linken Oberschenkel und andersrum. Diese Übungen werden mit einer Variation wiederholt, indem das Klopfen mit den Händen jeweils durch das Stampfen mit den Füßen ersetzt wird. Zur Steigerung wird jetzt das Stampfen und Klopfen kombiniert und zuerst einfach und anschließend überkreuzt erarbeitet. Zwischen den Übungen sollte möglichst keine Unterbrechung entstehen, deshalb mache ich immer gleich den nächsten Teil vor und die SuS steigen mit ein.

Zum Abschluss des Warm-ups soll das Taktgefühl geschult werden. Zur Abwechslung verwende ich hier eine Partnerklatschfigur, zu der sich jeweils zwei SuS gegenüber stehen. Ich werde die Übung mit einem freiwilligen Schüler ohne Musik vormachen. Im 4/4-Takt werden vier Bewegungen gemacht: auf der 1 klatschen beide Hände der Partner zusammen, auf der 3 jeweils die rechte Hand und auf der 4 die linken Hände. Haben die SuS keine Probleme mehr mit dieser Übung, wird in die Zählzeit 2 ein Klatschen in die eigenen Hände hinzugefügt. Als Hilfsmittel zählen wir während des kompletten Übungsteils laut auf vier mit[15].

Um nun die Sprachebene mit der Bewegungs- und Körperperkussionsebene zu verknüpfen, arbeite ich mit drei von vier Versen aus dem „Aufwach-Rhythmical“[16], das ebenfalls wieder in die Fantasiereise eingebaut wird. Dieses besteht aus Sprechversen, die durch Schnipsen, Klatschen und Klopfen erweitert werden. Jeden der Verse werde ich vormachen und die SuS so lange wiederholen lassen, bis sie sicher genug sind, um weitere Verse hinzuzunehmen. Ist das Rhythmical komplett, variiere ich durch immer leiser werdendes Sprechen, sodass am Ende die körperperkussiven Elemente im Vordergrund sind.

Als weitere Schwierigkeit soll jetzt die Mehrstimmigkeit hinzukommen. Zur Einführung dieser Ebene greife ich auf ein einfaches Klatschspiel[17] zurück. Die SuS werden in vier Gruppen eingeteilt, wobei jeder ein anderer „Move“ (aufstampfen, „Ha!“ ausrufen, in die Hände klatschen, auf die Oberschenkel schlagen) zugeordnet wird. Jetzt zählen wir gemeinsam einen 4/4-Takt und jede Gruppe macht im Viertelpuls ihre Bewegung. Haben wir einen gemeinsamen Puls erreicht, werden Pausen eingefügt. Gruppe 1 pausiert auf Zählzeit 1, Gruppe 2 auf Zählzeit 2 usw. Mit einer kurzen Skizze an der Tafel mit dem Ablauf verdeutliche ich den SuS die Aufgabe. Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher, einfacher Rhythmen wird das Rhythmusgefühl der SuS geschult. Diese Vorübung ist nötig, um nun auf die letzte und komplexeste Übung einzugehen.

Das Rhythmical „Rhythmus-Spaß“[18] bietet eine Abwechslung von verschiedenen körperperkussiven Elementen. Dennoch kann es in Gruppen aufgeteilt werden, da der Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch ist. Deshalb bietet sich diese Übung an, um das bisher Gelernte zu vereinen und zu vertiefen. Da es mir schwer fällt, die Fähigkeiten der SuS einzuschätzen und dadurch einen genauen Zeitplan zu erstellen, verwende ich entweder zwei oder drei Verse dieses Rhythmicals.

[...]


[1] Hammerer/Merkel 2010, S. 6

[2] Ernst 2008, S. 82

[3] vgl. Hammerer/Merkel 2010, S. 72

[4] Ernst 2008, S. 85

[5] Studer 2010, S. 1

[6] Studer 2010, S. 3

[7] Bildungsplan 2004, S. 128

[8] ebda

[9] ebda

[10] ebda

[11] ebda

[12] Bildungsplan 2004, S. 129

[13] Bildungsplan 2004, S. 130

[14] vgl. Hammerer/Merkel 2010, S.11

[15] vgl. Filz 2010, S. 4-8

[16] vgl. Studer 2010, S. 12

[17] vgl. Hammerer/Merkel 2010, S. 32f.

[18] vgl. Studer 2010, S. 42

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bodypercussion im Musikunterricht
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Autor
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V187875
ISBN (eBook)
9783656133308
ISBN (Buch)
9783656133384
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bodypercussion, musikunterricht, unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Sonja Schneider (Autor), 2012, Bodypercussion im Musikunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187875

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