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Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung

Title: Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung

Bachelor Thesis , 2010 , 59 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Isabell Louis (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Den Gegenstand meiner Bachelorarbeit wird das „selbstverletzende Verhalten als psychische Konfliktbewältigung“ darstellen. Dieses Thema wird selbst in Kunst und Literatur immer wieder aufgegriffen. Das oben genannte Zitat aus dem Song ,,Narben" von der Band ,,Subway to Sally" steht stellvertretend für eine Vielzahl künstlerischer Darstellungen über selbstverletzendes Verhalten. Es zeigt sehr anschaulich, welche Funktionen die Selbstverletzungen haben, und in welcher ausweglosen Situation sich viele Betroffene befinden. Mit dem zitierten Liedtext lassen sich bereits wesentliche Aspekte des selbstverletzenden Verhaltens visualisieren. Es zeigt sich, dass es vor allem der Kompensation enormer psychischer Spannungen dient und die Betroffenen ihren Körper, mithilfe von Selbstverletzungen und dem daraus resultierenden Schmerz und dem Fließen des Blutes, wieder spüren können. Der zentrale Fokus im Bezug auf die Ursachen des selbstverletzenden Verhaltens liegt vor allem auf traumatischen Erlebnissen, die häufig auf die Kindheit zurückgeführt werden können, zum Beispiel Vernachlässigungen, sexueller Missbrauch oder psychische und physische Misshandlungen. Diese Erfahrungen können viele Betroffene jedoch nicht kommunizieren, sodass der tiefsitzende Schmerz erst durch selbst zugefügte Verletzungen, beispielsweise in Form von Ritzen, Schneiden, Verbrennen oder Ähnlichem, sichtbar wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ALLGEMEINE BEGRIFFSDEFINITION „SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN“

3. VERSCHIEDENE FORMEN DER SELBSTVERLETZUNG

3.1. RELIGIÖSE UND RITUELLE SELBSTVERLETZUNG

3.2. AKZEPTIERTE FORMEN DER SELBSTVERLETZUNG

3.3. SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN ALS KRANKHEIT

3.3.1. Die offene Selbstverletzung

3.3.2. Die heimliche Selbstverletzung

4. ERSCHEINUNGSBILD UND DIAGNOSTISCHE ZUORDNUNG

4.1. STATISTISCHE DATEN

4.2. ERSCHEINUNGSFORMEN DER SELBSTVERLETZUNG

4.3. LOKALISATION

4.4. DIAGNOSTISCHE ZUORDNUNG

5. URSACHEN VON SELBSTVERLETZENDEM VERHALTEN

5.1. FAMILIÄRE UND UMWELTBEDINGTE FAKTOREN

5.2 TRAUMATISIERUNGEN DURCH MISSHANDLUNGEN, MISSBRAUCH UND DEPRIVATION

5.2.1. Begriffsbestimmung „Trauma“

5.3. DIE POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG

5.4. DIE BORDERLINE- PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG

6. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR ENTSTEHUNG VON SELBSTVERLETZENDEM VERHALTEN

6.1. DER BIOLOGISCHE ANSATZ

6.2. DER LERNTHEORETISCHE ANSATZ

6.3. DER PSYCHOANALYTISCHE ANSATZ

7. PSYCHODYNAMIK UND FUNKTIONEN DER SELBSTVERLETZUNGEN FÜR BETROFFENE

7.1. INTRAPERSONELLE FUNKTIONEN

7.1.1. Selbstverletzung als Spannungsregulator

7.1.2. Selbstverletzung als „Anti-Dissoziativum“

7.1.3. Selbstverletzung als „Antidepressivum“ und „Neuroleptikum“

7.1.4. Selbstverletzung als Selbstbestrafung

7.1.5. Selbstverletzung als Suizidprophylaxe

7.1.6. Selbstverletzung gegen Impulskontrollverlust und Hyperarousal

7.1.7. Selbstverletzung und Identität

7.2. INTERPERSONELLE FUNKTIONEN

7.2.1. Selbstverletzung als präverbaler Appell

7.2.2. Selbstverletzung gegen soziale Überforderung

7.2.3. Selbstverletzung im Bezug auf Nähe und Distanz

7.3. ZUSAMMENFASSUNG

8. SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN ALS HANDLUNGSFELD DER SOZIALEN ARBEIT

8.1. HANDLUNGSORTE

8.2. HANDLUNGSANSÄTZE IM UMGANG MIT BETROFFENEN

8.2.1. Therapeutische Ansätze

8.2.2. Die Lebensweltorientierung

8.2.3. Aufbau von tragfähigen Beziehungen und Begleitung der Betroffenen

8.2.4. Ressourcenorientierung

9. FAZIT

10. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens unter dem Aspekt der psychischen Konfliktbewältigung, insbesondere bei Menschen mit Traumatisierungen und Störungsbildern wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, ein besseres Verständnis für die psychodynamischen Funktionen der Selbstverletzung zu schaffen und aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit als unterstützende Instanz agieren kann.

  • Grundlagendefinition und Einordnung selbstverletzenden Verhaltens als Symptom psychischer Störungen.
  • Analyse der Ursachen, insbesondere im Kontext von Kindheitstraumata und familiären Faktoren.
  • Erörterung psychodynamischer und funktionaler Aspekte (z.B. Spannungsregulation, Suizidprophylaxe).
  • Darstellung handlungspraktischer Ansätze der Sozialen Arbeit im Umgang mit Betroffenen.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Die offene Selbstverletzung

Bei der offenen Selbstverletzung handelt es sich um eine direkte Form des selbstverletzenden Verhaltens, bei der sich der Betroffene direkt physischen Schaden zufügt, ohne jedoch in suizidaler Absicht zu handeln. Die Verletzung wird dabei keineswegs als unangenehm empfunden, sondern als befreiend. Diesbezüglich versuchen die Betroffenen durch die Zufügung von körperlichem Schmerz, dem seelischen Schmerz zu entfliehen. Hier muss im Allgemeinen darauf hingewiesen werden, dass das Ziel des selbstverletzenden Verhaltens nicht darin besteht, eine Krankenrolle einzunehmen. Meist zeichnen sich die hervorgerufenen körperlichen Schädigungen durch einen leichten bis mittelschweren Verletzungsgrad aus. Des Weiteren versuchen die Betroffenen nicht, ihre Wunden zu verstecken, sondern gehen offen damit um. Sie denken außerdem nicht darüber nach, was sie ihrer Haut womöglich damit antun und wie diese in einigen Jahren aussehen wird.

Insgesamt tritt das offene selbstverletzende Verhalten in ganz unterschiedlichen Formen bei verschiedensten Betroffenengruppen auf. Hauptsächlich kommt diese Art der Selbstschädigung bei Menschen mit einer geistigen Behinderung, tiefgreifenden Entwicklungsstörungen oder Missbildungssyndromen vor, sowie bei Impulsstörungen ohne geistige Behinderungen und bei Persönlichkeitsstörungen, welche meist vom Borderline- Typ (vgl. Kapitel 5.3.) sind. Des Weiteren kommt das offene selbstverletzende Verhalten bei Magersucht (Anorexia Nervosa), bei Bulimie (Bulimia Nervosa), bei Zwangssyndromen, Störungen des Sozialverhaltens, bei Deprivationssyndromen (Vernachlässigung) und schizophrenen, affektiven sowie drogeninduzierten Psychosen vor, wobei ich auf die genauen Ursachen im Verlauf dieser Arbeit noch näher eingehen werde(vgl. Kapitel 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in das Thema der Selbstverletzung als psychische Konfliktbewältigung ein und visualisiert die zentralen Aspekte anhand lyrischer Darstellungen.

2. ALLGEMEINE BEGRIFFSDEFINITION „SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN“: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt und Problematik bei der Definition von Autoaggression und setzt den Fokus auf eine wertfreie Beschreibung.

3. VERSCHIEDENE FORMEN DER SELBSTVERLETZUNG: Hier werden unterschiedliche Ausdrucksformen, von rituellen bis hin zu krankhaften Verletzungen, abgegrenzt und kategorisiert.

4. ERSCHEINUNGSBILD UND DIAGNOSTISCHE ZUORDNUNG: Das Kapitel befasst sich mit statistischen Daten, der Lokalisation von Verletzungen und der Schwierigkeit, dieses Verhalten diagnostisch in bestehende Klassifikationssysteme einzuordnen.

5. URSACHEN VON SELBSTVERLETZENDEM VERHALTEN: Hier stehen familiäre Risikofaktoren, Traumatisierungen (wie Missbrauch und Deprivation) sowie deren Zusammenhang mit Störungsbildern wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung im Zentrum.

6. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR ENTSTEHUNG VON SELBSTVERLETZENDEM VERHALTEN: Die Arbeit beleuchtet biologische, lerntheoretische und psychoanalytische Hypothesen zur Entstehung des Verhaltens.

7. PSYCHODYNAMIK UND FUNKTIONEN DER SELBSTVERLETZUNGEN FÜR BETROFFENE: Dieses Kapitel analysiert intrapersonelle und interpersonelle Funktionen, wie Spannungsregulation oder Identitätsfindung.

8. SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN ALS HANDLUNGSFELD DER SOZIALEN ARBEIT: Der Fokus liegt hier auf den Aufgaben, Handlungsorten und methodischen Ansätzen der Sozialen Arbeit, wie Lebensweltorientierung und Ressourcenstärkung.

9. FAZIT: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird auf die Notwendigkeit der Anerkennung des Phänomens als eigenständige Krankheit in der Forschung hingewiesen.

Schlüsselwörter

Selbstverletzendes Verhalten, Autoaggression, psychische Konfliktbewältigung, Traumatisierung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, posttraumatische Belastungsstörung, Emotionsregulation, Spannungsregulation, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Identitätsfindung, Kindheitstrauma, Psychodynamik, Ressourcenorientierung, Dissoziation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens als eine Form der psychischen Konfliktbewältigung, um Betroffene und Außenstehende für die Hintergründe und Funktionen dieses Handelns zu sensibilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Begriffsbestimmung, die Ursachenforschung im Kontext von Traumata, die Analyse von Funktionen wie Spannungsregulation sowie die professionelle Begleitung durch die Soziale Arbeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Verständnis für Betroffene zu erhöhen und darzulegen, warum Selbstverletzung als eigenständiges Krankheitsbild betrachtet werden sollte, während sie gleichzeitig Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb der Sozialen Arbeit aufzeigt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse psychologischer Erklärungsansätze und verknüpft diese mit sozialpädagogischen Handlungsmodellen, um ein umfassendes Bild der Thematik zu erstellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Ursachen (u.a. Traumata, Bindungsstörungen), theoretischen Erklärungsmodellen, den spezifischen psychodynamischen Funktionen des Verhaltens sowie den praktischen Ansätzen der Sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Selbstverletzendes Verhalten, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Trauma, Emotionsregulation und Soziale Arbeit charakterisieren.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen offener und heimlicher Selbstverletzung?

Die offene Form zeichnet sich durch die direkte, nicht zu verbergende Zufügung von Schmerz aus, während bei der heimlichen Form häufiger unbewusste Impulse oder komplexe artifizielle Störungen wie das Münchhausen-Syndrom eine Rolle spielen.

Warum spielt die Lebensweltorientierung eine zentrale Rolle in den Handlungsansätzen?

Die Lebensweltorientierung ist entscheidend, da sie den Alltag der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt, hilft Stigmatisierungen abzubauen und die individuellen Ressourcen der Klienten für eine erfolgreichere Lebensbewältigung nutzt.

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Details

Title
Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung
College
University of Kassel  (Sozialwesen)
Grade
1,3
Author
Isabell Louis (Author)
Publication Year
2010
Pages
59
Catalog Number
V187919
ISBN (eBook)
9783656115168
ISBN (Book)
9783656115830
Language
German
Tags
Selbstverletzendes Verhalten Borderline-Syndrom Posttraumatische Belastungsstörung Misshandlung Missbrauch Soziale Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabell Louis (Author), 2010, Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187919
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