Wortbildungslehre - Das Phänomen der Wortbildung in der deutschen Sprache


Hausarbeit, 2007

13 Seiten


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Wortbausteine
2.1 Lexikalische Morpheme
2.2 Grammatische Morpheme
2.2.1 Flexionsmorpheme
2.2.2 Derivationsmorpheme

3. Wortbildung
3.1 Gründe für die Wortbildung
3.2 Abgrenzungen

4. Wortbildungstypen
4.1 Komposition
4.1.1. Determinativ-Komposita
4.1.2 Kopulativ-Komposita
4.1.3 Possessiv-Komposita
4.2. Derivata / Ableitungen
4.2.1 Explizite Ableitung
4.2.2 Implizite Ableitung
4.3 Konversion
4.4 Kontamination
4.5 Kürzung

5. Resümee

Literaturliste

1. Einleitung

Folgende Hausarbeit handelt von dem Phänomen der Wortbildung in der deutschen Sprache. Um den Prozess der Wortbildung nachvollziehen zu können, sollte zunächst die Bedeutung des Wortes und der Wortbausteine geklärt werden. Davon handelt das zweite Kapitel. Im dritten Kapitel wird die Wortbildung definiert und von weiteren Prozessen abgegrenzt. In Kapitel vier werden die Wortbildungstypen erläutert. Dabei werden die häufig genutzten Verfahren genau dargestellt. Die abschließende Betrachtung erläutert das Kapitel fünf.

2. Wortbausteine

Viele Sprecher sehen „das Wort“ als eine Einheit, die beim Schreiben durch Zwischenräume abgetrennt wird. Auf morphologischer Ebene betrachtet sind Wörter aus einem oder mehreren Morphemen bestehende Einheiten. Morpheme sind die kleinsten bedeutungstragenden Zeichen des Sprachsystems, die nicht weiter zerlegt werden können, ohne dabei ihre Bedeutung zu verlieren (vgl. Volmert, S. 87). Morpheme sind somit die minimalen Zeichen einer Sprache (vgl. Wachtel, S. 81). Komplexe Wörter wie z. B. „Gutenachtkuss“ sind als Morphemgefüge aufzufassen. Man unterscheidet zwischen lexikalischen und grammatischen sowie freien und gebundenen Morpheme.

2.1 Lexikalische Morpheme

Lexikalische Morpheme tragen eine lexikalische Bedeutung, also den im Lexikon festgehaltenen Teil von Bedeutung, der zusammen mit der grammatischen Bedeutung die Gesamtbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks ergibt. Mit ihrer Bedeutung verweisen sie auf etwas „Außersprachliches“ (vgl. Wachtel, S. 82). Lexikalische Morpheme werden auch als Stamm- oder Basismorpheme bezeichnet. Mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. „Seh“ in „Sehhilfe“, treten lexikalische Morpheme als freie Morpheme auf.

Beispiele: Baum – verweist auf eine Art von Pflanze

Hütte – eine Form von Gebäude

2.2 Grammatische Morpheme

Im Gegensatz zu den lexikalischen Morphemen, die auf etwas „Außersprachliches“ verweisen, weisen grammatische Morpheme auf „Innersprachliches“ hin. Häufig kommen sie in gebundener Form vor, können jedoch auch als freie Morpheme auftreten, z. B. als Präposition und Konjugation. Grammatische Morpheme werden nach ihrer Funktion in Flexions- und Derrivationsmorpheme unterschieden (vgl. Volmert, S. 88).

Beispiele: -keit – Bedeutung der Substantivierung

-e – Bedeutung des Plurals

2.2.1 Flexionsmorpheme

Flexionsmorpheme sind signifikant für die Wortformenbildung und für die syntaktische Funktion eines Wortes. Man unterscheidet zwischen zwei Großgruppen der Deklination und der Konjugation. Dekliniert werden Nomen, Adjektive, Pronomen und Artikel, konjugiert werden die Verben. Flexionsmorpheme sind auch als Relationsmorpheme oder Grammeme bekannt (vgl. Wachtel, S. 82).

Beispiele: hüpf-te; Mann-es;

2.2.2 Derivationsmorpheme

Übersetzt aus dem Lateinischen bedeutet der Begriff „Derivation“ „Ableiten“. Derivationsmorpheme sind Bildungselemente, die zur Ableitung neuer Wörter dienen. Im Gegensatz zu Flexion, bei der unterschiedliche Wortformen gebildet werden, werden bei der Derivation Lexeme gebildet. Unter anderem bestimmen sie die Wortkategorie.

Beispiele: -bar in fruchtbar

-keit in Einigkeit

Dabei muss man berücksichtigen, dass die Wörter „Frucht“, „Fruchtbar“ usw. eigenständige Lexeme sind und keine Wortformen zugrunde liegenden Lexems.

3. Wortbildung

Unter Wortbildung versteht man die Erzeugung eines lexikalischen Wortes (vgl. Vater, S. 79). Aufgrund der gesellschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen und ihren Ergebnissen verändert sich der Wortschatz jeder Gesellschaft mit rasender Geschwindigkeit. Als Beispiel nennt Volmert folgenden Satz:

„Modeme ermöglichen uns heute, direkt von unserem Computer aus zu faxen, in internationalen Datennetzen zu surfen oder Partnern am anderen Ende der Welt via E-Mail zukommen lassen.“

( Volmert, S. 99).

An diesem Beispielsatz kann man deutlich erkennen, dass die Wortbildung sich an die Bedürfnisse der Sprachgemeinschaft sowie ihrer Sprecher anpasst. Dabei spielen Variabilität, Stabilität, Veränderung und Beständigkeit eine wichtige Rolle und erweisen sich als universelle Eigenschaft natürlicher Sprachen (vgl. Vater, S. 79).

Die Wortbildung schafft keine völlig neue sprachliche Zeichen, sondern greift durch Neukombination und /oder Erweiterung auf vorhandenes Sprachmaterial zurück. Das Ziel dabei ist die Vereinfachung der Kommunikation. In der Sprachwissenschaft wird zwischen einzelnen Motiven differenziert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Wortbildungslehre - Das Phänomen der Wortbildung in der deutschen Sprache
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Sprachwissenschaft )
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V187945
ISBN (eBook)
9783656116196
ISBN (Buch)
9783656116554
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
wortbildungslehre, phänomen, wortbildung, sprache
Arbeit zitieren
Dipl. Päd. Valerie Wittenbeck (Autor), 2007, Wortbildungslehre - Das Phänomen der Wortbildung in der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187945

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