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Brechts ´Leben des Galileo Galilei´ – literarische Figur und historische Gestalt

Title: Brechts ´Leben des Galileo Galilei´ – literarische Figur und historische Gestalt

Examination Thesis , 2002 , 164 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dr. Tina Maria Schweitzer (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Vergleich der Gestaltung der literarischen Figur Galileo Galilei in Brecht Werk "Leben des Galilei" mit der historischen Person Galileo Galilei an Hand zeitgeschichtlicher Quellen.

Brecht wählt in seinem Schauspiel „Leben des Galilei“ den Mathematiker und Physiker Galileo Galilei zu seiner Titelfigur, welcher zu „den großen historischen Lehrerpersönlichkeiten“ der Geschichte gehört, da der berühmte Forscher Galilei mit der Methode des wissenschaftlichen Experiments die moderne Naturwissenschaft begründet hat. Dabei greift Brecht wichtige Stationen und Wendepunkte aus Galileis Leben heraus, wie z.B. die astronomischen Entdeckungen, die Vorladung und die Verurteilung Galileis durch die Inquisition, und gestaltet sie dramatisch zu einem Schauspiel in 15 Bildern aus.
Obwohl man Brechts Stück nicht einfach auf den historischen Galileo Galilei zurückführen sollte, um der Intention des „brechtschen“ Werkes gerecht zu werden und diese zu verstehen, stellt man sich als kritischer Leser bei der Lektüre dieses Schauspiels oder als aufmerksamer Zuschauer im Theater doch unweigerlich die Frage, ob der historische Forscher Galileo Galilei ebenso ein Verräter der Wissenschaft und Wahrheit seiner Zeit war, oder, ob dieser Aspekt lediglich durch die Umformung der Person Galileis durch Brecht so stark herausgetreten ist? Deshalb ist es sehr interessant, auch um die Gestaltung des Werkes von Brechts besser verstehen und von den historischen Fakten trennen zu können, die geschichtlichen und biographischen Begebenheiten dieses Gelehrten herauszuarbeiten. Zumal sich Papst Johannes Paul II. am 31.10.1992 im Namen der Katholischen Kirche in einer Rede vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften für das Vorgehen gegen den historischen Galilei entschuldigte und ihn rehabilitierte, wodurch erneut das Interesse an der Person Galileis geweckt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Personengestaltung Brechts

3 Brechts Quellen über Galileo Galilei

4 Die literarische Figur des Galileo Galilei in Brechts „Leben des Galilei“

5 Ein Vergleich: Galilei, Verteidiger der Wahrheit – Galilei, Verräter der Wahrheit

5.1 Sinn und Sinnlichkeit

5.2 Balance zwischen List und Hinterlist

5.3 Verführung der Beweise

5.4 Gelehrte Dummheit

5.5 Priorität der Forschung

5.6 Der „Feind des Menschengeschlechts“

5.7 Die Maske der Unschuld

5.8 Mitleid und Seelengüte?

5.9 Neue Hoffnung

5.10 Der „Bibelzertrümmerer“ und Sozialrevolutionär

5.11 Macht und Ohnmacht

5.12 Im Interesse der Oberen

5.13 „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“

5.14 Opportunist und sozialer Verräter

5.15 Der Gang der Wahrheit

6 Schluss

7 Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht, inwieweit Bertolt Brecht in seinem Schauspiel „Leben des Galilei“ die historische Biographie Galileo Galileis als Grundlage nutzt und an welchen Stellen er seine marxistische Grundhaltung in die literarische Figur eingearbeitet hat. Ziel ist es zu klären, ob das Werk eine geschichtstreue Biographie darstellt oder ein funktionales Historienbild zur Verbreitung marxistischer Ideen ist.

  • Analyse der Personengestaltung bei Brecht im Kontext des epischen Theaters
  • Untersuchung der historischen Quellenbasis für Brechts Dramenentwurf
  • Kontrastierung von literarischer Figur und historischer Gestalt Galileis
  • Darstellung der Dialektik zwischen wissenschaftlicher Forschung und gesellschaftlicher Verantwortung
  • Reflexion über die Aktualität der Galilei-Problematik in modernen gesellschaftlichen Kontexten

Auszug aus dem Buch

5.1 Sinn und Sinnlichkeit

Brechts Schauspiel „Leben des Galilei“ beginnt 1609 in einem „ärmlichen Studierzimmer“ (S. 189) in Padua, in dem Galileo Galilei, „Lehrer der Mathematik“ (S. 189), seinen wissenschaftlichen Forschungen nachgeht. Zu diesem Zeitpunkt war der historische Galilei, welcher am 15. Februar 1564 als Sohn eines Patriziers in Pisa geboren worden war, bereits 45 Jahre alt. Brecht lässt also die ersten Lebensjahre Galileo Galileis aus, und setzt erst mit seiner Handlung ein, als sich für den Gelehrten entscheidende Veränderungen aufgrund seiner Entdeckungen anbahnten. Zum besseren Verständnis der Lebensumstände Galileis sollen jedoch zunächst noch einige wichtige Bemerkungen zu seiner Biographie vor 1609 gemacht werden.

Galileis Vater Vincenzio Galilei verkörperte alles, was damals ein florentinischer Edelmann darstellte. Er war als Tuchhändler sehr gebildet und verfasste selbst Schriften über die Wissenschaft und Künste. Galileo selbst kam deshalb schon früh mit Bildung und Kunst in Berührung, welches ihn nachhaltig prägte. So las er viele Werke von Dante, Aristoteles und Tasso und kannte auch sehr viele Gedichte auswendig, welche er stets rezitieren konnte. Zwischen 1580 und 1585 studierte er zunächst gemäß des Wunsches seiner Familie Medizin an der Universität zu Pisa, welches er bald zugunsten der Mathematik und Physik aufgab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in Brechts Galilei-Rezeption und die Fragestellung bezüglich der Verantwortung des Wissenschaftlers.

2 Personengestaltung Brechts: Untersuchung von Brechts Typisierungsmethode und der dialektischen Anlage seiner Dramenfiguren.

3 Brechts Quellen über Galileo Galilei: Analyse der historischen Literatur, die Brecht bei der Stückentwicklung herangezogen hat.

4 Die literarische Figur des Galileo Galilei in Brechts „Leben des Galilei“: Vertiefende Charakterisierung Galileis als widersprüchlicher Held und Verräter.

5 Ein Vergleich: Galilei, Verteidiger der Wahrheit – Galilei, Verräter der Wahrheit: Detaillierter Abgleich des Stückverlaufs mit historischen Fakten in fünfzehn Unterkapiteln.

6 Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Brechtschen Intention und Einordnung in das historische Gesamtbild.

7 Literaturangaben: Verzeichnis der genutzten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Leben des Galilei, Galileo Galilei, Wissenschaftsethik, Verantwortung des Wissenschaftlers, episches Theater, Historisierung, Marxismus, Vernunft, Inquisition, gesellschaftlicher Umbruch, ptolemäisches Weltbild, kopernikanische Lehre, historische Treue.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Es geht um den Vergleich der literarischen Figur Galilei in Brechts Stück mit der historischen Persönlichkeit, um zu ergründen, wie und warum Brecht diese Figur zur Vermittlung seiner marxistischen Ideen konstruiert hat.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die Arbeit beleuchtet die Personengestaltung im epischen Theater, die Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen Kontext sowie die Dialektik zwischen individueller Freiheit und institutioneller Macht.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es aufzuzeigen, ob Brechts Galilei als geschichtstreue Biographie fungiert oder ob die historische Figur primär als Demonstrationsmittel für gesellschaftspolitische Lehren umgeformt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wendet einen textanalytischen und komparativen Ansatz an, indem sie die einzelnen Bilder des Dramas systematisch mit den biographischen Fakten des historischen Galilei konfrontiert.

Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Zentrum steht der ausführliche Vergleich der Bildfolge des Dramas mit der historischen Realität, ergänzt durch die Analyse von Brechts Dramaturgie und Quellenarbeit.

Wie lässt sich die Arbeit durch ihre Schlüsselbegriffe charakterisieren?

Sie ist charakterisiert durch Begriffe wie „Historisierung“, „Soziale Verantwortung“, „Episches Theater“ und „Dialektik“, die Brechts schöpferisches Vorgehen präzise benennen.

Inwiefern spielt der Konflikt mit der Kirche eine Rolle für die Darstellung des historischen Galilei?

Der Konflikt wird nicht nur als religiös-wissenschaftlicher Streit, sondern als machtpolitisches Instrument der Obrigkeit analysiert, das darauf abzielt, gesellschaftliche Ordnung zu wahren.

Wie bewertet die Arbeit Galileis "Verrat" an der Wissenschaft im Drama?

Der Widerruf wird nicht psychologisiert als individuelles Versagen dargestellt, sondern als Konsequenz einer sozioökonomischen Zwangslage, in der sich der Wissenschaftler zwischen privatem Überleben und gesellschaftlichem Fortschritt entscheiden muss.

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Details

Title
Brechts ´Leben des Galileo Galilei´ – literarische Figur und historische Gestalt
College
University of Trier
Grade
1,7
Author
Dr. Tina Maria Schweitzer (Author)
Publication Year
2002
Pages
164
Catalog Number
V187949
ISBN (eBook)
9783656113560
ISBN (Book)
9783656114130
Language
German
Tags
Galileo Galilei Brecht Historischer Galileo Galilei das Leben des Galilei soziale Verantwortung der Wissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Tina Maria Schweitzer (Author), 2002, Brechts ´Leben des Galileo Galilei´ – literarische Figur und historische Gestalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187949
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