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Zur Problematik der Adressatenfrage und der Satirezuordnung von Heinrich v. Wittenwilers "Ring"

Ein Forschungsüberblick

Título: Zur Problematik der Adressatenfrage  und der Satirezuordnung von Heinrich v. Wittenwilers "Ring"

Trabajo de Seminario , 2010 , 25 Páginas , Calificación: 3,0

Autor:in: Bachelor of Arts Sebastian Arndt (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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In der vorliegenden Hausarbeit über Heinrich von Wittenwilers Werk Der Ring wird die Zuordnung des Textes zu einer Satireform an Hand zweier exemplarischen Szenen untersucht. Gleichzeitig wird mittels dieser Szenen die Frage nach dem Adressaten beantwortet, an den, die im Buch aufgezeigten Lehren, gerichtet sind. In der aktuellen Ringforschung herrscht Uneinigkeit über die Zuweisung des Buches zu einer speziellen satirischen Gattung. Studien zu diesem Thema klassifizieren den Ring entweder als Ständesatire oder als allgemeine Menschensatire.

Die Befürworter der standessatirischen Auffassung des Rings betrachten den Bauern als Vertreter seines eigenen Standes, der sich stereotypisch verhalte. Dem gegenüber kann der Bauer aber auch als eine groteske Verkörperung des Adels interpretiert werden. Die Vertreter der Menschensatire weichen hingegen von der Theorie ab und sehen die Gestalt des Bauern als Repräsentanten des Menschentypus Narr, der über alle Standesgrenzen hinaus Einzug in die Gesellschaft hält. In meiner Hausarbeit komme ich zu dem Schluss, dass es sich nicht um Standes-, sondern um Menschensatire handelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. FORSCHUNGSÜBERBLICK

3. ANALYSE UND INTERPRETATION ZWEIER ZENTRALER SZENEN AUS DEM RING

3.1. Die Turnierszene

3.1.1.Darstellung der idealen Turniersitten

3.1.2.Anaylse und Interpretation der Turnierszene

3.1.3. Fazit

3.2. Das Hochzeitsmahl

3.2.1.Darstellung der idealen Tischsitten

3.2.2.Analyse und Interpretation der Hochzeitsszene

3.2.3. Fazit

4.Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich von Wittenwilers Werk "Der Ring" im Hinblick auf seine satirische Einordnung sowie die Identifizierung des intendierten Publikums, wobei insbesondere die Kluft zwischen idealen höfischen Normen und dem tatsächlichen Verhalten der bäuerlichen Akteure im Fokus steht.

  • Analyse der satirischen Gattungszuordnung des "Ring" (Ständesatire vs. Menschensatire).
  • Untersuchung der Turnierszene hinsichtlich ihrer ritterlichen Normen und deren Parodierung.
  • Betrachtung der Hochzeitsmahlszene unter Einbeziehung höfischer Tischsitten und ihrer Missachtung.
  • Erörterung der Adressatenfrage durch Analyse des "närrischen Menschentypus".
  • Gegenüberstellung von Schein und Sein in moralischer Hinsicht innerhalb der erzählten Szenen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Analyse und Interpretation der Turnierszene

Die Turnierszene beschreibt den Versuch des Dorfes Lappenhausen ein Turnier nach adeligen Normen auszurichten. Auslöser des Turniers ist die Minnewerbung des Protagonisten Bertschi Triefnas. Die ironischen Kommentare des Erzählers, lassen allerdings Zweifel daran aufkommen, dass die Dorfbewohner dem ritterlichen Anspruch gerecht werden können.45

So ritten die zwölf wackeren Gefährten ‚unverdrossen daher’46 und zwar „sam si der regen hiet begossen“.47 Diese Beschreibung birgt eine Menge Ironie in sich, genauso wie die Beschreibung Bertschies: „Der erst war unser Triefnas, ein Held reht sam ein giesfas“.48 Auch der zweite kommt nicht besser weg, denn er war „ein helde sam ein waldmies“.49 Ein Blick auf die Wappen der Turnierteilnehmer lässt den Leser ebenso an der Ritterlichkeit der Gefährten zweifeln. Die Wappenbilder reichen von zwei Gabeln in einem Misthaufen, über einen toten Hasen in grünem Feld, bis hin zu Eiern.50 Dies sind allesamt Objekte von typisch bäuerlicher Lebensweise und keine ritterlichen Symbole, die Stärke demonstrieren.

Nur der zwölfte der Gruppe wird weder durch einen ironischen Kommentar noch durch ein Wappen demontiert. Er wird im Gegenteil sogar als ‚ritter chluog’51 vorgestellt, der zudem ein Bauernfeind sei und alle Dorftölpel hasste. Dieser Mann ist Neidhart und sticht aus der Beschreibung der Übrigen heraus. Die Schilderung der Ausrüstung der ‚gpauren’52, zeigt ebenso wie weit die Lappenhauser von ihrem ritterlichen Anspruch entfernt sind. Würde man bei solch einer Veranstaltung einer Ritterrüstung aus Eisen und Metall erwarten, so findet man bei den Lappenhausern lediglich eine dürftige Nachahmung der adeligen Ausstattung. So waren „die helm sam chörbe“ geflochten53.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Satireform und der Adressatenfrage in Wittenwilers Werk sowie Darlegung des methodischen Vorgehens.

2. FORSCHUNGSÜBERBLICK: Darstellung der aktuellen Forschungskontroversen zur Gattungszuordnung des Werks zwischen Ständesatire, Menschensatire und Didaktiksatire.

3. ANALYSE UND INTERPRETATION ZWEIER ZENTRALER SZENEN AUS DEM RING: Untersuchung der ritterlichen Ideale und deren satirischer Verkehrung durch bäuerliche Akteure anhand der Szenen Turnierszene und Hochzeitsmahl.

4.Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Analyseergebnisse, die den bäuerlichen Akteur als Repräsentanten eines närrischen Menschentypus identifiziert.

Schlüsselwörter

Heinrich von Wittenwiler, Der Ring, Ständesatire, Menschensatire, Turnierszene, Hochzeitsmahl, Lappenhausen, Bertschi Triefnas, Neidhart, Adressatenfrage, ritterliche Normen, Tischzuchten, Parodie, Moralsatire, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die satirische Einordnung von Wittenwilers Werk "Der Ring" anhand zweier Schlüsselszenen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Frage der Adressaten, die satirische Form und die Kontrastierung höfischer Ideale mit bäuerlichem Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu klären, gegen wen sich der satirische Spott richtet und an welches Publikum die Lehren des Werkes primär adressiert sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Forschungsüberblicke mit einer exemplarischen Interpretation von Textstellen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Turnierszene sowie das Hochzeitsmahl unter Anwendung der historischen Normen für höfisches Benehmen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Menschensatire, Ständesatire, ritterliche Normen, bäuerliches Fehlverhalten und die Rolle des Narren.

Warum wird der Bauer in diesem Werk als Narr dargestellt?

Laut Analyse eignet sich der Bauer am besten als Gegenpol zum Hofmann, um als tugendloser Versager das größte satirische Potenzial zu entfalten.

Was zeigt der Vergleich zwischen Neidhart und den Lappenhausern?

Der Kontrast verdeutlicht durch die überlegene Ritterlichkeit Neidharts die lächerliche und unzureichende Nachahmung der ritterlichen Lebensweise durch die Dorfbewohner.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Problematik der Adressatenfrage und der Satirezuordnung von Heinrich v. Wittenwilers "Ring"
Subtítulo
Ein Forschungsüberblick
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Germanistik)
Calificación
3,0
Autor
Bachelor of Arts Sebastian Arndt (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
25
No. de catálogo
V188035
ISBN (Ebook)
9783656114796
ISBN (Libro)
9783656115441
Idioma
Alemán
Etiqueta
Der Ring Turniersitten Hochzeitssitten Mittelalter Wittenwiler Satire Ständesatire Menschensatire Ringforschung Mediävistik Höfische Kultur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bachelor of Arts Sebastian Arndt (Autor), 2010, Zur Problematik der Adressatenfrage und der Satirezuordnung von Heinrich v. Wittenwilers "Ring", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188035
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