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"good team - safe bridge". Das System "Schiff" aus arbeitssoziologischer Perspektive

Titel: "good team - safe bridge". Das System "Schiff" aus arbeitssoziologischer Perspektive

Diplomarbeit , 2012 , 78 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Knopp (Autor:in)

Nautik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Vielfalt der Grundvoraussetzungen einer zur See fahrenden Führungskraft wird aufgezählt
und in den Zusammenhang der an Bord befindlichen Praxis gebracht. Der nautische
Offizier wird als Planer und Gestalter des Bordlebens und des Arbeitssystems „Schiff“
verstanden, dazu werden seine Werkzeuge betrachtet hinsichtlich der Auswirkungen auf
Leistung und Gesundheit seiner Untergebenen.
Alle Maßnahmen seitens der Gesetzgebung zielen letztlich auf die Gewährleistung der
Schiffsicherheit. Diese Maxime findet sich auch in der Umsetzung der „Guten Seemannschaft“
wieder. Neben der „Guten Seemannschaft“ existieren eine Vielzahl von Strategien
und Abläufen, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Bordbetrieb haben, als Beispiel
wird das International Safety Management aufgeführt.
Auf welche Weise die nautischen Führungskräfte letztlich selektiert und positioniert werden,
wird in Frage gestellt. Es lassen sich Selektionspunkte vor, während und nach der
Ausbildung ausfindig machen. Eine bedeutsame Rolle spielen hierbei die Crewing Abteilungen
der Reedereien. Dreißig deutsche Reedereien werden mit einem Befragungsbogen
zum Thema „Sozialkompetenz und Schiffsicherheit“ befragt.
In der Befragung zu sozialen Kompetenzen und Schiffsicherheit ist die vorherrschende
Meinung eindeutig. „Soft skills“ haben einen hohen Stellenwert in der Ausübung des Berufes
eines Schiffoffiziers. Dennoch werden diese in Bewerbungsgesprächen bei den Reedereien
nicht standardisiert evaluiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die allgemeinen Grundlagen der Schiffsführung

3 Anforderung an nautisches Führungspersonal

3.1 Gesundheitliche Anforderungen

3.1.1 Hören und Sehen

3.1.2 Körperliche Voraussetzungen

3.2 STCW und „soft skills“

4 An Bord: Einflussfaktoren und soziale Umwelt

4.1 Der Bordalltag und seine Probleme

4.1.1 Ein Beispiel für „unüberlegtes Handeln“ an Bord eines Mehrzweckfrachters in indonesischer Küstennähe:

4.1.2 Positive Erlebnisse im Umgang mit nautischen Offizieren:

4.2 Die Landseite- Evaluierung sozialer Kompetenzen

5 Exkurs: Rechtliche Konsequenzen eines Seeschiffunfalles nach dt. Gesetzgebung

6 Der nautische Ausbildungssektor und soziale Kompetenzen

6.1 Was ist soziale Kompetenz, welche brauchen wir?

6.2 Welche Kompetenzen sind gefragt?

7 Arbeitssoziologische Betrachtung

7.1 Studien und Erkenntnisse

7.2 Stress am Arbeitsplatz

7.3 DIN EN ISO 10075, Grundlagen aus der Arbeitspsychologie

7.4 Stressverursachender Faktor: Der Chef und seine Werkzeuge

7.4.1 Das Hauptwerkzeug der Zusammenarbeit: Kommunikation

7.4.2 Der Führungsstil

7.5 Grundlagen der Menschenführung: Der innere Dialog

8 Schlüsselaspekt „Teamfähigkeit“

9 Aus der Sicht der Personalabteilungen und der erfahrenen Seeleuten

9.1 Befragung zum Thema

9.1.1 Samplestruktur

9.1.2 Erstellung des Befragungsbogens

9.2 Ergebnis der Befragung „Frage 2“

9.3 Ergebnis der Befragung „Frage 1“

9.4 Vergleichende Analyse

10 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das System „Schiff“ unter arbeitssoziologischen Gesichtspunkten. Das zentrale Ziel ist es, den Stellenwert von Sozial- und Führungskompetenzen für die Schiffsicherheit zu analysieren und zu klären, inwieweit diese bei der Auswahl und Positionierung von nautischem Führungspersonal berücksichtigt werden.

  • Analyse des Einflusses des Führungsverhaltens auf die Sicherheit an Bord (Human Factor).
  • Untersuchung von Stressoren im Bordalltag und deren soziologische Auswirkungen.
  • Erforschung der Bedeutung von „Soft Skills“ im Kontext der Schiffsicherheit gemäß STCW-Richtlinien.
  • Empirische Untersuchung mittels Befragung deutscher Reedereien zum Auswahlprozess von nautischem Personal.
  • Ableitung der Relevanz von „Teamfähigkeit“ als zentrale Schlüsselqualifikation.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Ein Beispiel für „unüberlegtes Handeln“ an Bord eines Mehrzweckfrachters in indonesischer Küstennähe:

Das 160m lange Mehrzweckschiff fuhr entlang der Küste der indonesischen Hauptinsel in Richtung Surabaya. Es war zum Zeitpunkt des „beinahe Unfalls“ circa 1215 LT. Die Sichtweite war unter 1000 Metern; es herrschte Nebel und es war windstill. Die Brücke war mit einem Ausguck besetzt. Der zweite russische Offizier löste den deutschen Kapitän noch nicht von der Funktion des WOs ab. Beide unterhielten sich auf Höhe Mitte der Brücke am Steuerstand. Der Kapitän nutzte die Gelegenheit der Begegnung mit dem 2. Off., um ihn über die schlechte Ausbildung in Russland zu informieren. Er gebrauchte dabei eine spottende Stimme und packte seine Aussagen stets in Scherze. Der 2.Off. konnte durch die räumliche Enge der Brücke sowie auf Grund der Tatsache, dass er die Wache zu übernehmen hatte, nicht ausweichen. Der Kapitän verzögerte durch seine spottende Rede die Wachübergabe. Währenddessen fuhr das Schiff mit Servicespeed von 16kn, obwohl mit kleinen Fischerbooten nahe der Küste zu rechnen war.

Der Ausguck war mit dem Radar und dem Ausgucken beschäftigt. Er lief zwischen Bildschirm und Fenster hin und her. Beide Offiziere waren dermaßen miteinander im Gespräch vertieft, dass sie die Verunsicherung des Ausgucks bei der Arbeit nicht bemerkten. Der Ausguck machte keine Meldung über das Echo recht voraus, weil ihn der Kapitän bereits mehrfach aggressiv zurechtgewiesen hatte, dass er „nicht jeden Scheiß“ melden soll. Das Echo verschwand, tauchte auf und verschwand, dennoch nahm der Ausguck die Peilung und verharrte am Fenster in der Erwartung, doch etwas zu sehen. Der 2.Off., dem noch immer keine Wache übergeben wurde, widmete sich aus Zeitdruck, bald im Hafen anzukommen, den letzten Berichtigungen seiner Seekarten. In Sichtweite direkt vorm Steven war dann ein kleines Boot mit Mann zu sehen, der Ausguck meldete hektisch. Der Kapitän schien verwirrt, da er den Fahrtverlauf des Schiffes im Gespräch mit dem 2. Off. nicht mitbekam. Der junge russische Offizier dagegen sprang vom Kartentisch zur Handsteuerung und wich nach Steuerbord aus, während er dem Kapitän die Lage berichtete.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet das System „Schiff“ aus arbeitssoziologischer Perspektive und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Stellenwert sozialer Kompetenzen für die Schiffsicherheit.

2 Die allgemeinen Grundlagen der Schiffsführung: Es wird die Organisation des Brückenteams (BRM) analysiert und aufgezeigt, wie gesetzliche Regelungen mit menschlichen Leistungsanforderungen korrespondieren.

3 Anforderung an nautisches Führungspersonal: Dieses Kapitel dokumentiert physische und psychische Anforderungen sowie die Bedeutung internationaler Standards wie STCW für die Sicherheit.

4 An Bord: Einflussfaktoren und soziale Umwelt: Hier werden Belastungsfaktoren wie Zeitdruck und räumliche Enge beschrieben und durch Praxisbeispiele (Beinahe-Unfall) sowie positive Führungsansätze illustriert.

5 Exkurs: Rechtliche Konsequenzen eines Seeschiffunfalles nach dt. Gesetzgebung: Untersuchung der amtlichen Abläufe nach Unfällen und deren Zweckmäßigkeit im Kontext von „Human Errors“.

6 Der nautische Ausbildungssektor und soziale Kompetenzen: Definition sozialer Kompetenzen in der Nautik und Beobachtungen zur praktischen Sensibilisierung im Rahmen der Ausbildung.

7 Arbeitssoziologische Betrachtung: Analyse von Stress, Arbeitspsychologie, Kommunikation und Führungsstilen als wesentliche Bestandteile für das Gelingen des Bordalltags.

8 Schlüsselaspekt „Teamfähigkeit“: Zusammenfassende Betrachtung der Teamfähigkeit als entscheidende Säule innerhalb der sozialen Kompetenzen für eine erfolgreiche Schiffsführung.

9 Aus der Sicht der Personalabteilungen und der erfahrenen Seeleuten: Ergebnisse einer empirischen Befragung bei 30 Reedereien hinsichtlich der Einstellungskriterien und Bewertung von Sozialkompetenzen.

10 Schlussbetrachtung: Resümierende Diskussion über die Bedeutung der menschlichen Führung und die Diskrepanz zwischen der geforderten sozialen Kompetenz und deren faktischer Überprüfung bei Einstellungsverfahren.

Schlüsselwörter

Schiffsicherheit, Nautik, Führungskompetenz, Soziale Kompetenz, Human Factor, Teamfähigkeit, Kommunikation, Arbeitssoziologie, Reederei, Personalführung, Stressmanagement, Bordalltag, Ausbildungssektor, Selektionsprozess, Sicherheitskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Sozial- und Führungskompetenzen für nautisches Personal im Kontext der Schiffsicherheit und Arbeitssoziologie.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Themenfelder sind der „Human Factor“ an Bord, Stressbelastungen des Führungspersonals, Kommunikationsmodelle, sowie Auswahlprozesse in Reedereien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Stellenwert von „Soft Skills“ bei der Schiffsführung zu bestimmen und zu prüfen, ob diese in der Personalauswahl standardisiert berücksichtigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Die Autorin nutzt qualitative Forschungsmethoden (Grounded Theory), ergänzt durch einen Hypothesentest auf Basis einer Befragung von 30 deutschen Reedereien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtlichen und psychologischen Anforderungen an Nautiker, die Analyse von Führungsstilen sowie die empirische Auswertung der Befragung zur Rolle der Teamfähigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselwörter wie Schiffsicherheit, Human Factor, Teamfähigkeit, Sozialkompetenz und Personalführung stehen zentral für den Inhalt der Arbeit.

Welche Erkenntnis lässt sich zur Personalauswahl in Reedereien ziehen?

Obwohl Sozialkompetenzen als wichtig eingestuft werden, findet in vielen Personalabteilungen keine standardisierte oder objektive Evaluation statt; Entscheidungen werden oft „aus dem Bauch“ getroffen.

Wie korrelieren Teamfähigkeit und Schiffsicherheit laut der Studie?

Die Mehrheit der befragten Reedereien (87,5%) hält Teamfähigkeit für entscheidend für die Schiffsicherheit, da sie ein zentrales Instrument zur Bewältigung von Stress und zur Risikominimierung darstellt.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"good team - safe bridge". Das System "Schiff" aus arbeitssoziologischer Perspektive
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,0
Autor
Julia Knopp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
78
Katalognummer
V188097
ISBN (eBook)
9783656117261
ISBN (Buch)
9783656117216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schiffsicherheit Schiffsunglück Sozialkompetenz Schifffahrt ISM Kapitän Schiff Ausbildung Seeleute Seemannschaft human error STCW human element Reederei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Knopp (Autor:in), 2012, "good team - safe bridge". Das System "Schiff" aus arbeitssoziologischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188097
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Leseprobe aus  78  Seiten
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