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Albrecht II. von Hohenberg als Vertrauter König Rudolfs von Habsburg

Title: Albrecht II. von Hohenberg als Vertrauter König Rudolfs von Habsburg

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Boris Queckbörner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Mit der Wahl Rudolfs von Habsburg zum deutschen König ging eine krisenhafte
Phase des deutschen Königtums zu Ende. Nachdem das sogenannte Interregnum durch
Rudolfs Proklamation ein Ende gefunden hatte, war es seine vordringlichste Aufgabe,
das Reich zu befrieden und zu reorganisieren. Die Wirren des Interregnums hatten ihre
Spuren hinterlassen: Die Institution des Königtums hatte an Macht eingebüßt,
Reichsland war „abhanden gekommen“ und in Folge dessen konnten regionale
Fürstenfamilien einen erheblichen Machtzuwachs verzeichnen.
Rudolf fand bei seinem Amtsantritt folglich das Reich in einem schlechten Zustand
vor. Seine Ziele mußten sich demnach zuvorderst auf die Stärkung der Institution des
Königtums und dem damit verbundenen Rückgewinn „abhanden gekommener“ Reichsgüter
belaufen. Er mußte, um seine Position gegenüber seinen Feinden – vor allem
Ottokar von Böhmen – zu stärken, danach trachten, die Auswirkungen des Interregnums
weitestgehend rückgängig zu machen.
Die Revindikationspolitik, also die Rückgewinnung von abhanden gekommenem
Reichsgut, war dabei eines seiner wesentlichen Ziele. Zu diesem Zweck richtete er
sogenannte Reichslandvogteien ein; diese waren Verwaltungsbezirke im weitesten
Sinne und wurden von Landvögten verwaltet. Innerhalb dieser Vogteien vertraten die
Landvögte den König. Die primäre Aufgabe dieser Landvögte belief sich auf die
Durchsetzung der Revindikationspolitik in ihren jeweiligen Vogteien.
In Schwaben entstanden zwei äußerst bedeutende Reichslandvogteien: Die
Reichslandvogtei Oberschwaben und die Reichslandvogtei Niederschwaben. Von
besonderem Interesse sind diese beiden Vogteien deshalb, weil sie das frühere
Machtzentrum der Staufer abdeckten und damit Rudolf einerseits anzeigte, dass diese
Region ihm äußerst wichtig war, andererseits wollte er damit wohl auch an die
staufische Tradition anknüpfen, da das Haus Habsburg bis dato noch keine
erwähnenswerte Tradition aufzuweisen hatte.
Als Landvogt von Niederschwaben setzte er seinen Schwager Albrecht II. von
Hohenberg ein. Dies war aus Sicht Rudolfs von Habsburg in zweifacher Hinsicht von
Vorteil: Zum einen war Albrecht mit ihm durch seine Schwester Gertrud verbunden,
und somit lag es auch im Interesse der Dynastie Hohenberg, wenn Rudolf an der Macht
blieb und diese ausbauen konnte. Zum andern war Albrecht II. von Hohenberg ein
angesehener und äußerst fähiger Vertreter der süddeutschen Grafen und damit der
Ausübung des Landvogtamtes durchaus gewachsen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Herkunft der Familie Hohenberg

1.1 Die Entstehung der Dynastie Hohenberg

1.2 Das Konnubium der Hohenberger

2. Die Person Albrecht II. von Hohenberg

2.1 Albrecht, der Graf von Hohenberg

2.2 Albrecht, der Minnesänger

3. Der Verbündete Rudolf von Habsburgs:

3.1Albrecht als Landvogt Rudolf von Habsburgs

Schluss

Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Albrecht II. von Hohenberg als Landvogt und enger Vertrauter von König Rudolf von Habsburg. Das zentrale Forschungsziel ist die Analyse der Beweggründe hinter Albrechts bedingungsloser Loyalität und seinem Einsatz für das Haus Habsburg, wobei die Bedeutung persönlicher Beziehungen sowie zeitgenössischer ritterlicher Ideale im Fokus steht.

  • Die Genealogie und gesellschaftliche Einbettung der Grafen von Hohenberg.
  • Die politische Funktion Albrechts II. von Hohenberg als Landvogt in Niederschwaben.
  • Die Revindikationspolitik König Rudolfs und deren Umsetzung durch seine Vertrauten.
  • Der Einfluss ritterlicher Tugenden und Ehrenkodizes auf das politische Handeln im 13. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

3.1 Albrecht als Landvogt Rudolf von Habsburgs

Die Grundlage für die Revindikationspolitik bildete ein Beschluss auf dem Hoftag in Nürnberg vom 5. August 1281. Diese Urkunde ist überliefert worden und ist ediert im Rahmen der Monumenta Germania Historica. Als Folge dieses Beschlusses, in dem Rudolf alle Verfügungen über Reichsgüter nach der Absetzung Friedrichs II. als nichtig erklärt, wurden vor allem im süddeutschen Raum sogenannte Reichslandvogteien eingerichtet. Diese sollten helfen, das „verlorengegangene“ Reichsgut zurückgewinnen. Hierbei ging es vor allem um jene Güter, die die Könige des „Zwischenreiches“ an treue Untergebene übergeben hatten.

Im ehemaligen Herzogtum Schwaben entstanden drei Vogteien: Die Vogtei Oberschwaben, die Vogtei Niederschwaben und das Gebiet um Augsburg. Albrecht wurde zum Landvogt für die Vogtei Niederschwaben bestellt. Eine Urkunde über diese Ernennung gibt es nicht. Sie ist entweder nicht überliefert worden oder sie wurde nie ausgestellt.

Als advocatus terrae war es die Aufgabe Albrechts, den König in allen Belangen zu vertreten. D.h., er war Landrichter in seiner Vogtei, er vertrat den König bei Verkäufen oder Ankäufen von Reichsland, er war für die Einhaltung des Landfriedens in seiner Vogtei verantwortlich und sollte natürlich als Landvogt die Revindikationspolitik voran bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die krisenhafte Phase nach dem Interregnum und die Etablierung von Reichslandvogteien unter Rudolf von Habsburg.

1. Die Herkunft der Familie Hohenberg: Darstellung der Herkunftshypothesen der Dynastie Hohenberg und ihrer strategischen Heiratsverbindungen im süddeutschen Raum.

2. Die Person Albrecht II. von Hohenberg: Analyse des Lebens, Wirkens und des ritterlichen Selbstverständnisses von Albrecht II. als Territorialherr und Minnesänger.

3. Der Verbündete Rudolf von Habsburgs: Untersuchung der spezifischen Rolle Albrechts als Landvogt und seine Unterstützung der königlichen Politik.

Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Loyalität Albrechts vor dem Hintergrund des ritterlichen Ehrenkodex des 13. Jahrhunderts.

Bibliographie: Auflistung der herangezogenen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Albrecht II. von Hohenberg, Rudolf von Habsburg, Landvogt, Reichslandvogtei, Revindikationspolitik, Niederschwaben, Mittelalter, Stauferzeit, Rittertum, Grafschaft Hohenberg, Königstum, Interregnum, Machtpolitik, Adelsgeschichte, Ehrenkodex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Funktion und die persönliche Motivation von Albrecht II. von Hohenberg im Kontext seiner engen Verbundenheit mit König Rudolf von Habsburg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Entstehung der Grafschaft Hohenberg, die Revindikationspolitik des Königs sowie die Rolle des ritterlichen Ehrenkodex im 13. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, warum Albrecht II. von Hohenberg sein Handeln und seine Interessen so stark in den Dienst des Hauses Habsburg stellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente, insbesondere der Monumenta Hohenbergica, sowie der Auswertung zeitgenössischer wissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung der Familie Hohenberg, das politische Wirken von Albrecht II. als Landvogt und seine Rolle als militärischer und politischer Vertrauter des Königs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Landvogtei, Revindikationspolitik, Treue, Rittertum und das Verhältnis zwischen den Dynastien Hohenberg und Habsburg.

Welche Bedeutung hatte die Stadtgründung von Rottenburg durch Albrecht?

Sie gilt als Beleg für den enormen wirtschaftlichen und strategischen Weitblick Albrechts, da die Stadt an einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt errichtet wurde.

Warum wurde Albrecht trotz familiärer Interessenkonflikte als Landvogt eingesetzt?

Rudolf benötigte in dem „königsfernen“ Niederschwaben einen absolut loyalen Stellvertreter, den er in seinem Schwager Albrecht fand, wobei dessen ritterliche Tugenden eine zentrale Rolle spielten.

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Details

Title
Albrecht II. von Hohenberg als Vertrauter König Rudolfs von Habsburg
College
University of Marburg  (Mittelalterliche Geschichte)
Grade
2+
Author
Boris Queckbörner (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V18814
ISBN (eBook)
9783638230780
Language
German
Tags
Albrecht Hohenberg Vertrauter König Rudolfs Habsburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Boris Queckbörner (Author), 2003, Albrecht II. von Hohenberg als Vertrauter König Rudolfs von Habsburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18814
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