In the year 2007 the financial crisis began due to high-flying banks attempting to gain more
and more profit. In the course of that several banks went bankrupt, because the system
broke down partly and was only able to survive with the help of governments’ interventions.
There are many articles available about this topic all over the world. This paper takes
another point of view on that situation and focuses on the Icelandic banking sector and
especially on the Kaupthing Bank. The situation is reviewed out of a German depositor’s
point of view due to the – only short – discussion in German media and the possible big
losses of them. Emphasis is placed on the deposit protection and liquidity management in
banks, which should be strengthened through the development of the new Basel-III-scheme.
While considering depositor’s protection and therefore bank’s liquidity management, the
new Liquidity Coverage Ratio (LCR) and the Net Stable Funding Ratio (NSFR) are discussed in
detail. The new developed management ratios will be implemented and analyzed
hypothetically. An answer should be found to the question, whether Basel-III would have
been able to improve the situation concerning liquidity management. The second question
asked is, whether there are possible improvements concerning deposit protection in foreign
bank branches in Germany. In the end the paper tries to find a way of designing the deposit
protection system more transparent and therefore more reliable for German households.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Die Entwicklung des isländischen Bankensektors
2 Einlagensicherung in Deutschland
2.1 Der Einlagensicherungsfonds
2.2 Der Basel-II-Mechanismus
3 Die Einlagensicherung bei der Kaupthing Edge
3.1 Die isländische Einlagensicherung
3.2 Besonderheiten bei Niederlassungen in Deutschland
4 Der Basel-III-Mechanismus
4.1 Die „Liquidity Coverage Ratio“
4.1.1 Ziel
4.1.2 Berechnung
4.2 Die „Net Stable Funding Ratio“
4.2.1 Ziel
4.2.2 Berechnung
5 Hypothetische Implementierung von Basel-III
5.1 Der Status Quo
5.2 Anwendung der neuen Mechanismen
5.3 Analyse
5.4 Vergleich mit der aktuellen Situation
6 Sicherungsmöglichkeiten bei Niederlassungen
7 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Finanzkrise am Beispiel der isländischen Kaupthing Bank aus der Perspektive deutscher Anleger, wobei der Fokus auf dem Schutz von Einlagen und dem bankinternen Liquiditätsmanagement liegt. Ziel ist es zu untersuchen, ob die regulatorischen Anforderungen von Basel III (LCR und NSFR) die Liquiditätssituation der Bank vor ihrem Zusammenbruch hätten verbessern können und welche Verbesserungen für das Einlagensicherungssystem bei Auslandsniederlassungen möglich sind.
- Analyse des isländischen Bankensektors und der Ursachen des Beinahe-Staatsbankrotts
- Untersuchung der deutschen Einlagensicherung im Vergleich zum isländischen System
- Hypothetische Implementierung und Analyse von Basel-III-Liquiditätskennzahlen (LCR, NSFR)
- Bewertung der Schwachstellen in der Refinanzierungsstrategie der Kaupthing Bank
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für mehr Transparenz bei ausländischen Bankniederlassungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die isländische Einlagensicherung
Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EEA) folgt Island in Sachen der Einlagensicherung den geltenden EU-Richtlinien. Einschlägig ist dabei die für die Besicherung von Bank- und Spareinlagen verabschiedete Richtlinie über Einlagensicherungssysteme (94/19/EC). In dieser wird festgehalten, dass alle Kreditinstitute der Mitgliedsländer mindestens 20.000 EUR pro Einleger besichern müssen. In Island wird diese Regelung mit Hilfe des „Depositors’ and Investors’ Guarantee Fund“ umgesetzt. Im Dezember 1999 ins Leben gerufen, garantiert er für alle isländischen Banken und deren Niederlassungen die oben genannte Regelung. Gemäß der Bestimmung des Handelsministeriums aus dem Februar 2000 erhöht sich die genannte Grenze geringfügig auf 20.887 EUR. Darüber hinaus bestehende Einlagen werden, soweit die Mittel des Fonds ausreichen, anteilig entschädigt. Der Fonds sollte entsprechend isländischem Gesetz immer mindestens 1% der aggregierten Einlagen der versicherten Banken des Vorjahrs vorhalten, um bei Notfällen die Einleger entschädigen zu können. Wie dem Jahresbericht 2007 zu entnehmen ist, konnte dieses Ziel wiederholt nicht erreicht werden. Schon im Vorjahr wurde dieses Ziel nicht erreicht, wodurch die Funktionsfähigkeit des Fonds in Frage gestellt werden kann.
Darüberhinausgehende Einlagensicherungsmaßnahmen liegen in Island nicht vor, wodurch ein Vergleich mit der Tragfähigkeit der Sicherung in Deutschland eher negativ ausfallen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Finanzkrise und den mangelnden Schutz privater Anleger, insbesondere im Fall der Kaupthing Bank, und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit regulatorischen Schutzmechanismen.
2 Einlagensicherung in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den dreigliedrigen Aufbau des deutschen Bankensystems und die verschiedenen Sicherungsmechanismen, insbesondere den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.
3 Die Einlagensicherung bei der Kaupthing Edge: Es wird analysiert, wie die Kaupthing Edge ihre Einlagen besicherte und welche Informationsasymmetrien durch die isländische Rechtsstruktur für deutsche Kunden entstanden.
4 Der Basel-III-Mechanismus: Hier werden die neuen regulatorischen Standards LCR und NSFR als Instrumente zur kurz- und langfristigen Liquiditätssteuerung detailliert vorgestellt.
5 Hypothetische Implementierung von Basel-III: Anhand von Abschlussdaten der Kaupthing Bank wird durch die Anwendung der LCR- und NSFR-Formeln geprüft, ob Basel III als Frühwarnsystem zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen hätte dienen können.
6 Sicherungsmöglichkeiten bei Niederlassungen: Das Kapitel diskutiert, wie durch transparentere Regulierung und Informationspflichten das Vertrauen von Privatanlegern in ausländische Niederlassungen gestärkt werden kann.
7 Kritische Würdigung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Perspektiven für eine stärkere europäische Finanzmarktregulierung aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Kaupthing Bank, Einlagensicherung, Basel III, Liquidity Coverage Ratio, Net Stable Funding Ratio, Liquiditätsmanagement, Bankenregulierung, Risikomanagement, Privatanleger, Finanzmarktstabilität, Informationsasymmetrie, Refinanzierung, Island, Niederlassungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Finanzkrise auf das Einlagengeschäft und die Liquiditätsvorsorge am Beispiel der isländischen Kaupthing Bank und ihrer deutschen Online-Tochter, Kaupthing Edge.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Funktionsweise von Einlagensicherungssystemen, die regulatorischen Standards von Basel III (LCR und NSFR) und die Problematik von Transparenz und Vertrauen bei ausländischen Bankniederlassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, hypothetisch zu analysieren, ob Basel-III-Kennzahlen das Liquiditätsproblem der Kaupthing Bank vor dem Zusammenbruch hätten offenlegen können, und Lösungsansätze für den Schutz deutscher Kleinanleger bei ausländischen Banken zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse und eine hypothetische quantitative Anwendung von Basel-III-Berechnungsformeln auf historische Bilanzdaten der Kaupthing Bank durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Erläuterung der Basel-III-Mechanismen, die Berechnung der LCR und NSFR auf Basis der Kaupthing-Abschlüsse sowie einen Vergleich mit der Situation nach der Verstaatlichung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Basel III, Einlagensicherung, Liquiditätsrisiko, Kaupthing Bank und Finanzmarktregulierung.
Wie bewertet der Autor die Informationslage für Kunden bei ausländischen Niederlassungen?
Der Autor kritisiert eine hohe Informationsasymmetrie und das Prinzipal-Agenten-Problem, da Kunden oft nicht erkennen, dass bei Zweigniederlassungen im Ausland nicht die deutsche, sondern die heimatliche Einlagensicherung greift.
Warum war die Refinanzierung der Kaupthing Bank vor der Krise so riskant?
Die Bank betrieb ein zu schnelles Wachstum, finanzierte sich stark über kurzfristige Fremdmittel und ignorierte dabei grundlegende Prinzipien der fristenkongruenten Refinanzierung, was sie anfällig für externe Schocks machte.
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- Markus Bierzynski (Autor), 2011, Islands Kaupthing Bank in der Finanzkrise, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188153