"Man ist nicht als Frau geboren, man wird es." So sehen Schlagzeilen bezüglich der möglichen Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in Deutschland in der aktuellen Tagespresse aus. Es wird hitzig diskutiert, ob Deutschland eine Frauenquote braucht oder nicht. In den letzten Jahren ist dieses Thema schon öfter durch die Medien gegangen, verschwand aber ohne weitere Erfolge immer wieder in der Vergessenheit.
Das Thema spaltet die Nation in zwei Hälften. Die eine, die sich gänzlich dagegen ausspricht und die andere, die meinen ohne diese Quotierung wird die Frau in deutschen Führungspositionen immer benachteiligt sein. Aktuell versucht die Regierung mit einer Selbstverpflichtung der DAX – Unternehmen eine gesetzliche Quote zu umgehen, deutliche Erfolge sind aber nicht zu verzeichnen. So scheint es, als ob ein Gesetz zur Förderung der Frau in Führungspositionen unausweichlich ist.
Wie sehen in diesem Fall aber die Erfolgschancen aus? Gerade im Bezug auf Konkurrenzländer mit bereits bestehender Quote wirkt es so, als ob Deutschland hinterher hängt und die Zeichen der Zeit zu verdrängen sucht. Verursacht nicht zuletzt durch die Einstellung vieler männlicher Führungspositionen, welche noch die Meinung vertreten, dass die Frau in der Rolle der Mutter und Hausfrau gut aufgehoben ist. Kann unter diesen Voraussetzungen eine gesetzliche Frauenquote in Deutschland funktionieren?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland
2.2. Aktuelle Situation der Frau
2.3. Heutige Situation in den Unternehmen
2.3.1. Diversity Management
2.3.2. Corporate Governance Kodex
2.4. Bedeutung einer Frauenquote
2.5. Aktuelle Entwicklungen in Deutschland
2.6. Aktuelle Entwicklungen in Norwegen
3. SWOT – Analyse
3.1. Grundlagen der SWOT-Analyse
3.2. Fokusgruppe
3.3. Vorgehensweise
3.4. Interne Analyse
3.4.1. Stärken
3.4.2. Schwächen
3.5. Externe Analyse
3.5.1. Chancen
3.5.2. Risiken
4. Auswertung
4.1. Stärken und Chancen
4.2. Stärken und Risiken
4.3. Schwächen und Chancen
4.4. Schwächen und Risiken
5. Schwächen der Analyse
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Stärken und Schwächen einer gesetzlichen Frauenquote in Deutschland mittels einer SWOT-Analyse, wobei Norwegen als Vergleichsland herangezogen wird, um Chancen und Risiken aufzuzeigen, basierend auf einer Befragung der 30 größten DAX-Unternehmen.
- Analyse der historischen und aktuellen Erwerbssituation von Frauen in Deutschland
- Untersuchung der Relevanz von Diversity Management und Corporate Governance Kodex
- Durchführung einer SWOT-Analyse zur gesetzlichen Frauenquote
- Vergleich mit den norwegischen Erfahrungen zur Quotenregelung
- Evaluierung der Auswirkungen auf deutsche DAX-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.4. Bedeutung einer Frauenquote
Im Gegensatz zum Kodex wäre eine gesetzliche Frauenquote ein bindendes Recht, mit der Aufgabe Ungleichheiten in Verhältnis der Geschlechter zu beseitigen. Betrachtet wird dies dabei aus rein statistischer Sicht. Die Notwendig für ein solches Gesetz besteht, wenn es in bestimmten Bereichen mehr Männer als Frauen gibt und dieser Sachverhalt sich nicht auf andere Weise beheben lässt. Grundlage dafür bildet der Art.3 des GG, „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Ein Gesetz für eine Quote wird in Erwägung gezogen, wenn sich andere mildere Mittel als nicht wirkungsvoll erwiesen haben und weitere Maßnahmen als wirkungslos erachtet werden. Ziel ist es ein bestimmtes Geschlechterverhältnis herzustellen. Dabei soll keine Gleichheit der Startchancen, des Einzelnen im Wettbewerb mit anderen, geschaffen werden. Im Idealfall soll ein Verhältnis von Männer und Frauen von 50:50 hergesellt werden. In der Regel ist diese Verteilung aber nicht möglich und man entscheidet für einen geringen Anteil. Diesen Prozentsatz bezeichnet man als Frauenquote. Verwendet wird diese Bezeichnung im akademischen Bereich oder bei der Besetzung von Toppositionen in der Wirtschaft. Diese Quote wird im Gleichstellungsgesetz eines jeden Landes verankert und bevorzugt Frauen mit gleicher Qualifikation gegenüber ihren männlichen Mitbewerbern solange, bis der gewünschte Prozentsatz erreicht ist. Beispiele dafür gibt es auch aus Deutschland, hier wurden bereits gesetzliche Frauenquoten im Bereich des öffentlichen Dienstes eingeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Debatte um eine gesetzliche Frauenquote in Deutschland und führt die Zielsetzung der Arbeit sowie die verwendete Methodik ein.
2. Grundlagen: Hier werden die historische Erwerbstätigkeit der Frau, ihre aktuelle Situation sowie die Bedeutung von Diversity Management und des Corporate Governance Kodex dargelegt.
3. SWOT – Analyse: Dieser Teil beschreibt die methodischen Schritte der SWOT-Analyse, die Festlegung der Fokusgruppe (DAX-30 Unternehmen) sowie die interne und externe Analyse.
4. Auswertung: Die Auswertung führt die Ergebnisse der SWOT-Analyse zusammen, analysiert Beziehungen zwischen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken und gibt Handlungsempfehlungen.
5. Schwächen der Analyse: In diesem Kapitel werden methodische Limitationen der durchgeführten SWOT-Analyse, wie das statische Grundmodell und die einseitige Perspektive, kritisch reflektiert.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung einer gesetzlichen Frauenquote in Deutschland unter Berücksichtigung des norwegischen Modells.
Schlüsselwörter
Frauenquote, SWOT-Analyse, DAX-Unternehmen, Diversity Management, Corporate Governance, Gleichberechtigung, Arbeitsmarkt, Norwegen, Führungspositionen, Unternehmensführung, Geschlechterverhältnis, Wettbewerbsfähigkeit, Personalplanung, Unternehmensstruktur, Sanktionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die potenziellen Auswirkungen einer gesetzlichen Frauenquote in Deutschland und bewertet diese anhand einer SWOT-Analyse unter Einbeziehung norwegischer Erfahrungen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die historische Frauenerwerbstätigkeit, Diversity Management in Unternehmen, die politische Diskussion um die Quote sowie die methodische SWOT-Analyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer gesetzlichen Frauenquote für die 30 größten DAX-Unternehmen in Deutschland herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Hauptmethode ist eine SWOT-Analyse, die durch eine unternehmensbezogene Umfrage zur Bewertung verschiedener Thesen zu Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ergänzt wurde.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretischen Grundlagen, die Durchführung der SWOT-Analyse (intern/extern) sowie die Auswertung der Umfrageergebnisse und die Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenquote, SWOT-Analyse, Diversity Management, Gleichberechtigung und Führungspositionen charakterisiert.
Wie schneiden norwegische Unternehmen im Vergleich bei der Frauenquote ab?
Norwegen führte bereits 2003 eine gesetzliche Quote ein, die zu einer signifikanten Steigerung des Frauenanteils in Verwaltungsräten führte und heute weitgehend akzeptiert ist.
Warum spielt die Unternehmensstruktur bei der Analyse eine Rolle?
Die unterschiedliche Unternehmensstruktur zwischen Deutschland (Vorstand/Aufsichtsrat) und Norwegen (Verwaltungsrat) erfordert eine differenzierte Betrachtung bei der Anwendbarkeit des norwegischen Modells auf den deutschen Markt.
Welches Ergebnis liefert die SWOT-Analyse für Deutschland?
Die Analyse ergibt ein Überhang an Schwächen und ein signifikantes Wettbewerbsrisiko, was die Umsetzung einer gesetzlichen Frauenquote in Deutschland unter den untersuchten Gesichtspunkten als eher fraglich erscheinen lässt.
Welche Rolle spielen Sanktionen bei der Umsetzung der Quote?
Sanktionen werden als notwendiges Druckmittel zur Durchsetzung betrachtet; die Umfrage zeigt jedoch, dass bei der Bewertung ihrer Relevanz sowohl in der Politik als auch bei Unternehmen noch Diskussionsbedarf besteht.
- Quote paper
- Katja Junghanns (Author), 2012, Die gesetzliche Frauenquote in Deutschland: Stärken und Schwächen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188201