Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Grundlagenvielfalt der Menschenrechte

Title: Grundlagenvielfalt der Menschenrechte

Essay , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ernest Mujkic (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Menschheit und Menschlichkeit sind zwei Begriffe, die eigentlich zusammengehören.“

Fasst man in der Tat die Begriffe der Menschheit und der Menschlichkeit zusammen, so ergibt sich eine folgenreiche Diskussion um die Frage, worin genau der Zweck der Menschenrechte besteht. Denn aus der Begriffszusammenführung ergibt sich für die Definition der Menschenrechte eine zweifache Definitionskategorie. Zum einen sollten die Menschenrechte auf der allgemeinen Ebene Aussagen über das Wesen der Menschheit, d.h. über das dem menschlichen Wesen Eigentümliche beinhalten, und zum anderen wird von den Menschenrechten zugleich auch erwartet, diesen allgemeinen Aussagen, durch die Konkretisierung der für jeden einzelnen Menschen zur eigenständigen Lebensführung notwendigen Bedingungen eine Verbindlichkeitsbasis in und durch den Begriff der Menschlichkeit zu verschaffen, um somit dem besonderen Wert jedes einzelnen Individuums, aber genauso auch dem besonderen Wert aller möglichen Kollektivformen, Rechnung zu tragen.

In diesem Essay wird entlang der These, dass Menschenrechte um universale Geltung zu erlangen einer Grundlagenerweiterung bedürfen, 1. die Frage diskutiert, warum es überhaupt einer Erweiterung bedarf und 2. der Zusammenhang der Menschenrechte und der moralischen Normativität kurz erläutert. Im darauf anschließenden Teil wird 3. anhand eines Vergleiches von einigen Menschenrechtsdeklarationen die Vereinbarkeit der Universalität der Menschenrechte als moralischer Normen mit dem Partikularismus regionaler Konkretisierungen der Menschenrechte und der damit verbundenen Betonung anderer normativen Quellen überprüft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Notwendigkeit einer Erweiterung der Menschenrechtsgrundlagen

3.Moralische Normativität im Zusammenhang mit der Grundlagenvielfalt der Menschenrechte

4. Ein Vergleich der Menschenrechtsdeklarationen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die These, dass Menschenrechte eine Erweiterung ihrer theoretischen Grundlagen benötigen, um eine tatsächliche universale Geltung zu erlangen, und analysiert dabei den Zusammenhang zwischen moralischer Normativität und regionaler Konkretisierung.

  • Die Spannung zwischen Universalismus der Menschenrechte und kulturellem Partikularismus.
  • Die Notwendigkeit der Anerkennung kollektiver neben individuellen Identitätsquellen.
  • Moralische Normativität als inklusives Fundament für universale Geltungsansprüche.
  • Vergleichende Analyse der UN-Menschenrechtsdeklaration, der Kairoer Erklärung und der Banjul-Charta.
  • Die Rolle der Menschenrechte als „innerer Gerichtshof“ aller Normativität.

Auszug aus dem Buch

3.Moralische Normativität im Zusammenhang mit der Grundlagenvielfalt der Menschenrechte

Eine der möglichen Antworten auf die Frage, wie der individuelle Eigenverantwortlichkeitsanspruch der Menschenrechte mit der Anerkennung kollektiver Verbindlichkeiten für dieselben Individuen vereinbart werden kann und wie es möglich ist, die geltenden Menschenrechte auf der Basis einer Grundlagenvielfalt zu begründen, ist, Menschenrechte primär als moralische Normen zu begreifen, wobei deren Positivierung als ein notwendiger Schritt zu ihrer Realisierung anerkannt werden muss, weil nur durch die Anerkennung beider Aspekte sowohl der auf moralische Intoleranz sich berufende „exklusive Weltbürger“ seiner nivellierenden Absicht, die Vielfalt der Identitätsquellen von Menschen zu negieren, überführt wird, als auch der die eigenen Identitätsquellen mittels des Universalitätsschleiers verabsolutierende und somit in seinem Kern im Nationalen die Gesamtheit der Welt behauptende Bürger.

Wenn Normen auf der Basis der Vielfalt normativer Quellen, die moralischen, rechtlichen, ästhetischen, kulturellen, religiösen oder sonstigen Ursprungs sein können, Handlungsverbindlichkeiten ausdrücken und die moralischen Normen dabei als diejenigen begriffen werden, denen eine Allgemeinverbindlichkeit unabhängig von anderen Normen eingeräumt wird, da ihre Vorgaben (Erlaubnisse, Gebote und Verbote) auch die Interaktionen der Menschen innerhalb der anderen normativen Gebäude bestimmen, und wenn die Menschenrechte eine universale Geltung haben sollen, die sich in ihrer das ‚Überleben, Wohlbefinden, Freiheit und Identität’ sichernden Wirkung äußern, dann ist nur die moralische Normativität als einzige alle anderen normativen Quellen einbeziehende Begründungsstruktur heranzuziehen, weil sie eine Kontextualisierung der Menschenrechte möglich macht, ohne dass diese selbst relativiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Begriffszusammenführung von Menschheit und Menschlichkeit ein und stellt die These auf, dass Menschenrechte einer Grundlagenerweiterung bedürfen, um universal wirksam zu sein.

2. Notwendigkeit einer Erweiterung der Menschenrechtsgrundlagen: Dieses Kapitel erläutert, warum die ausschließliche Verwurzelung im radikalen Individualismus die Anerkennung kollektiver Bedürfnisse vernachlässigt und plädiert für eine Einbeziehung vielfältiger Identitätsquellen.

3.Moralische Normativität im Zusammenhang mit der Grundlagenvielfalt der Menschenrechte: Hier wird dargelegt, dass Menschenrechte primär als moralische Normen begriffen werden müssen, um als inklusive Begründungsstruktur über partikulare Normsysteme hinweg zu fungieren.

4. Ein Vergleich der Menschenrechtsdeklarationen: Das Kapitel analysiert anhand der UN-Erklärung, der Kairoer Erklärung und der Banjul-Charta, wie verschiedene Regionen Menschenrechte kontextualisieren und dabei teilweise religiöse oder staatliche Normen über den universalen Kern stellen.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Menschenrechte dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn sie in wechselseitiger Anerkennung mit lokalen Normen als übergeordneter moralischer Maßstab agieren.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Universalismus, Grundlagenvielfalt, Menschenrechtskultur, moralische Normativität, Partikularismus, Identitätsquellen, Individualismus, Kollektiv, Menschenwürde, Kontextualisierung, Menschenrechtsdeklaration, Selbstbestimmung, Autonomie, Normensysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Fundierung von Menschenrechten und die Frage, wie ein universaler Anspruch mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Kontexten vereinbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen Individualismus und Kollektivismus sowie die Rolle der moralischen Normativität bei der Legitimation von Menschenrechten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass eine Erweiterung der Grundlagen der Menschenrechte notwendig ist, damit diese als universale Normen weltweit akzeptiert und realisiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Diskursanalyse, ergänzt durch einen vergleichenden Ansatz verschiedener internationaler Menschenrechtsdeklarationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Notwendigkeit einer Grundlagenerweiterung, der Funktion moralischer Normen und einem Vergleich zwischen der UN-Erklärung, der Kairoer Erklärung und der Banjul-Charta.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Universalismus, Grundlagenvielfalt, moralische Normativität, Menschenrechtskultur und der Kontext der Identitätsquellen.

Wie unterscheidet sich die Kairoer Erklärung von der UN-Erklärung?

Die Kairoer Erklärung ordnet die Menschenrechte stark religiösen Vorgaben (Scharia) unter, was nach Auffassung des Autors zu einer Relativierung des universalen Charakters führen kann.

Was bedeutet der Begriff „innerer Gerichtshof“ der Menschenrechte?

Damit ist gemeint, dass Menschenrechte nicht mehr nur als von außen aufoktroyierte Regeln fungieren, sondern als moralische Basis innerhalb jedes normativen Systems akzeptiert werden müssen.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Grundlagenvielfalt der Menschenrechte
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut)
Course
Universalismus und Menschenrechte in der Diskussion
Grade
1,3
Author
Ernest Mujkic (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V188268
ISBN (eBook)
9783656119463
ISBN (Book)
9783656119852
Language
German
Tags
Menschenrechte Universalismus Islamische Menschenrechtscharta afrikanische Menschenrechtscharta UN-Menschenrechtscharta
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ernest Mujkic (Author), 2007, Grundlagenvielfalt der Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188268
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint