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Frühe Kindheit, Medien und Bildung

Über den Einfluss des Kinderfernsehens auf frühkindliche Bildungsprozesse

Titel: Frühe Kindheit, Medien und Bildung

Magisterarbeit , 2010 , 102 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Honeck (Autor:in)

Pädagogik - Medienpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Kontroverse um den Einfluss des Fernsehens und der „neuen“ Medien auf Kinder ist allgegenwärtig. In regelmäßigen Abständen, häufig in Folge von Gewaltausbrüchen von Kindern und Jugendlichen, welche in der Öffentlichkeit meist unweigerlich mit einem medialen Einfluss in Verbindung gebracht werden, wird heftig über das Für und Wider des Medienkonsums debattiert. Die Diskussion, in welcher alle beteiligten Parteien meist recht monokausal argumentieren, zirkuliert immer um die gleichen Grundfragen: Ist Fernsehen schädlich? Führt es zu einer Überreizung und seelischen Abstumpfung? Macht Fernsehen gewalttätig oder gar dumm?
Die meist ergebnislos geführten Debatten machen deutlich, dass ein breites Bedürfnis nach Antworten besteht, dass Ängste gegenüber dem Medium mit seiner inzwischen nahezu unüberschaubaren Programmvielfalt herrschen. Ängste, die auch daher rühren, dass der Medienkonsum in immer jüngeren Jahren beginnt. Schon Klein- und Kleinstkinder schauen täglich im Durchschnitt 71 Minuten fern. Hierbei scheinen die möglichen Auswirkungen des Fernsehens eine besonders große Rolle zu spielen, versuchen doch zahlreiche wissenschaftliche Studien zu belegen, dass gerade in jenen jüngsten Jahren der Kindheit auf Einflüsse der Umgebung besonders stark reagiert wird.
Des Weiteren zeigen sich in jüngster Zeit vermehrt Forderungen von Politik und Gesellschaft, immer früher mit gezielten Bildungsmaßnahmen auf die Kinder einzuwirken. Vielleicht auch mit initiiert durch den „Pisa-Schock“, macht das geflügelte Wort „Frühförderung“ die Runde in Familien, Kindergärten und Vorschulen und nicht zuletzt auch in den Medien. Gerade in Bezug auf die Medien stellt sich die Frage, ob und wie es möglich sei, auf möglichst förderliche Weise auf die kindliche Entwicklung Einfluss zu nehmen. Die lieben Kleinen sollen auch beim Fernsehen etwas „lernen“. Dieser Ansatz trägt mindestens zur Imagepflege der Fernsehmacher bei, kann aber auch durchaus ernst gemeinte Ziele verfolgen. Aber ist frühkindliche Bildung tatsächlich gleichzusetzen mit Lernen? Kann man davon ausgehen, dass durch den gezielten Einsatz des Fernsehens Kindern Wissen und Bildung vermittelt werden kann? Oder handelt es sich bei frühkindlicher Bildung nicht vielleicht um mehr als nur um reines „Kompetenztraining“?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frühe Kindheit und Bildung

2.1 Vorüberlegungen zum Begriff der Bildung

2.2 Frühkindliche Bildung

2.2.1 Frühkindliche Bildung als selbständiger Weltaneignungsprozess

2.2.2 Frühkindliche Bildung als Prozess in Abhängigkeit kultureller und sozialer Gegebenheiten

2.2.3 Frühkindliche Bildung als ästhetische Bildung

2.2.4 Historische Denklinie I: Jean Jacques Rousseau

2.2.5 Historische Denklinie II: Maria Montessori

2.2.6 Frühkindliche Bildungsprozesse im Kontext der klassischen Bildungstheorie

2.3 Zusammenfassung: Versuch einer Bestimmung des Begriffes frühkindlicher Bildung mit allgemeinpädagogischem Anspruch

3. Frühe Kindheit, Medien und Bildung

3.1 Medien und Bildung

3.1.1 Fernsehen als Vermittler und Nachbildner der Welt

3.1.2 Wesenszüge einer zur Industrie gewordenen Kultur und das Fernsehen als Repräsentant derselben

3.1.3 Der Einfluss des Fernsehens auf Prozesse der Urteilsbildung

3.1.4 Kritik der Kritiker – Überlegungen zu einer anderen Sicht auf das Fernsehen

3.2 Fernsehen als Unterstützung frühkindlicher Bildungsprozesse

3.2.1 Fernsehen als Handeln

3.2.2 Die pädagogische Relevanz der phänomenologischen Betrachtung des Fernsehens als Handeln

3.3 Zusammenfassung: Möglichkeiten und Grenzen der medialen Einflussnahme auf frühkindliche Bildungsprozesse

4. Frühe Kindheit und Medien in der Praxis

4.1 Die Geschichte des Kinderfernsehens in Deutschland: Ein (kritischer) Überblick

4.2 „Die Sendung mit dem Elefanten“: Rückbesinnung auf die pädagogische Phase des Kinderfernsehens

4.2.1 Besondere Merkmale der „Sendung mit dem Elefanten“

4.2.2 Der „Elternticker“: Ratgeber und Handlungsaufforderung für Eltern

4.3 Das Forschungsprojekt „Frühe Kindheit, Medien und Bildung“

4.3.1 Methode und Fragestellung

4.3.2 Auswertung des Leitfadeninterviews

4.3.2.1 Allgemeine Haltung zum medialen Einfluss und Fernsehkonsum von Kindern im Alltag

4.3.2.2 Beurteilung der „Sendung mit dem Elefanten“

4.3.2.3 Beurteilung des „Elterntickers“

4.3.2.4 Zusammenfassung

5. Fazit: Über den Einfluss des Kinderfernsehens auf frühkindliche Bildungsprozesse

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Kinderfernsehens auf frühkindliche Bildungsprozesse, wobei ein dezidiert allgemeinpädagogischer Anspruch verfolgt wird. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie das Fernsehen als Teil der kindlichen Erfahrungswelt die Welt- und Selbstaneignung beeinflusst und welche Möglichkeiten es bietet, diesen Prozess jenseits reiner Wirkungsforschung und Kompetenztraining konstruktiv zu begleiten.

  • Verhältnis von frühkindlicher Bildung und Medienkonsum
  • Phänomenologische Betrachtung des Fernsehens als leibliches Handeln
  • Kritische Analyse medien- und kulturtheoretischer Positionen (u.a. Adorno, Postman)
  • Praxisbeispiel: Analyse der "Sendung mit dem Elefanten" und des "Elterntickers"

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Fernsehen als Vermittler und Nachbildner der Welt

Betrachtet man das Fernsehen aus einer kommunikationstheoretischen Perspektive, so kann man zunächst ganz grundsätzlich feststellen, dass durch das Medium Botschaften vermittelt werden. Mit Hilfe dieser Botschaften oder Informationen, bestehend aus Bildern und Tönen, wird durch das Medium und seine technische Beschaffenheit eine Anwesenheit von etwas Abwesendem geschaffen, ohne dass diese Abwesenheit jedoch aufgehoben werden kann. Das Medium erzeugt somit eine Repräsentation des Abwesenden. Die Welt indes, welche durch das Medium repräsentiert wird, ist eine vermittelte Welt. Die Inhalte, die das Fernsehen vermittelt, sind somit also zwar sinnlich erfahrbar, jedoch handelt es sich gewissermaßen um Erfahrungen aus zweiter Hand, da durch das Medium lediglich Abbilder der Welt präsentiert werden.

Legt man dieser Überlegung Platons Dichterkritik in der Politeia zugrunde, so wird ersichtlich, dass das Fernsehen, analog zum Dichter in Platons Dialog, im Bereich der Nachbildner gesehen werden kann. Ausgehend von der Idee des Bildungsganges als bestmögliche Annäherung an Wahrheit, an die Wirklichkeit, die Welt der Ideen und Begriffe, verortet Platon den Nachbildner indes auf der untersten Stufe, also am weitesten entfernt von der Wahrheit. Dies wird an einem Beispiel verdeutlicht:

Gott aber, ob er nun nicht wollte oder ob eine Notwendigkeit für ihn da war, nicht mehr als ein Bettgestell in der Natur zu machen, so machte er auch nur eins allein, jenes selbst, was das Bettgestell ist. […] Dieses nun wissend, denke ich, hat Gott, weil er wahrhaft der Verfertiger des wahrhaft seienden Bettgestells sein wollte und nicht eines einzelnen Bettgestells, noch auch ein Tischler, es als eines dem Wesen nach gebildet. […] Sollen wir diesen also den Wesensbildner hiervon nennen oder ungefähr so? […] Und wie den Tischler? Nicht den Werkbildner des Bettgestells? – Ja. – Nennen wir auch wohl den Maler Werkbildner oder Verfertiger desselben? – Keineswegs. […] Ich denke, entgegnete er, am schicklichsten nennen wir ihn Nachbildner dessen, wovon jene Werkbildner sind. – Sei es! sprach ich. Des dritten Erzeugnisses Vorsteher von dem Wesen ab nennst du also Nachbildner. […] Dieses also wird auch der Tragödiendichter sein, wenn er doch Nachbildner ist, ein dritter vor dem Könige und dessen wahrem Wesen, und so alle andern Nachbildner. (Platon 1994 (370 v. Chr.), S. 508f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kontroverse um den Einfluss des Fernsehens auf Kinder ein und definiert den allgemeinen pädagogischen Fokus der Arbeit.

2. Frühe Kindheit und Bildung: In diesem Kapitel werden grundlegende Theorien zur frühkindlichen Bildung als selbsttätigen Weltaneignungsprozess und dessen Abhängigkeit von soziokulturellen Gegebenheiten erläutert.

3. Frühe Kindheit, Medien und Bildung: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Funktion des Fernsehens als Vermittler von Weltbildern sowie dessen phänomenologische Betrachtung als Handlung.

4. Frühe Kindheit und Medien in der Praxis: Dieses Kapitel prüft die theoretischen Annahmen anhand der "Sendung mit dem Elefanten" und wertet dazu ein qualitatives Forschungsprojekt mit Eltern aus.

5. Fazit: Über den Einfluss des Kinderfernsehens auf frühkindliche Bildungsprozesse: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Mediums zusammen und plädiert für einen bewussten, die Individualität des Kindes achtenden Umgang.

Schlüsselwörter

Frühkindliche Bildung, Medienpädagogik, Fernsehen, Kindheit, Bildungsphilosophie, Weltaneignung, Kulturindustrie, Phänomenologie, Elternticker, Sendung mit dem Elefanten, Urteilsbildung, Sozialisation, Medienkonsum, Erziehung, Selbstbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Kinderfernsehens auf Bildungsprozesse in der frühen Kindheit, wobei sie medienkritische Ansätze mit pädagogischen Theorien verknüpft.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Fokus stehen die Begriffe Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit, der Medieneinfluss auf die kindliche Weltaneignung sowie die Rolle des Fernsehens als Unterstützungsmedium.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, auf einer breiten theoretischen Basis zu verstehen, wie das Fernsehen Bildungsprozesse bei Kindern beeinflusst, ohne dabei in simple Ursache-Wirkungs-Schemata zu verfallen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der praktische Teil basiert auf einer qualitativen Forschungsmethode, konkret auf einem fokussierten Leitfadeninterview mit Eltern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Fernsehen als Medium und Nachbildner der Welt sowie seine Bedeutung als leibliches Handeln, ergänzt durch die Analyse eines konkreten Formats.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Frühkindliche Bildung, Selbstbildung, Medienpädagogik, Phänomenologie und den kritischen Umgang mit Medienkonsum aus.

Welche Bedeutung hat der "Elternticker" in dieser Untersuchung?

Der Elternticker dient als Fallbeispiel für den Versuch, Fernsehen nicht nur als passiven Konsum, sondern als interaktive Unterstützung für Eltern und Kinder zu gestalten.

Wie stehen die interviewten Eltern zum Fernsehkonsum ihrer Kinder?

Die Eltern zeigen eine insgesamt kritische, aber nicht ablehnende Haltung; sie betonen die Notwendigkeit elterlicher Kontrolle und die Bedeutung von Aktivitäten jenseits des Fernsehens.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frühe Kindheit, Medien und Bildung
Untertitel
Über den Einfluss des Kinderfernsehens auf frühkindliche Bildungsprozesse
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut I für Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne)
Note
1,0
Autor
Christian Honeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
102
Katalognummer
V188325
ISBN (eBook)
9783656120179
ISBN (Buch)
9783656119647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühkindliche Bildung Medien Fernsehen Kinderfernsehen die Sendung mit dem Elefanten Medienpädagogik Bildung Bildungstheorie Medienkritik Medienerziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Honeck (Autor:in), 2010, Frühe Kindheit, Medien und Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188325
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