Coaching im Kontext Schule

Beratung in der Realschule


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Coaching – Ein Definitionsversuch

3. Abgrenzung des Coachings zu anderen Formen der Beratung

4. Der Lehrer als Coach
a. Voraussetzungen
b. Coachinglernen
c. Phasen des Coachings

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Während der Laufbahn vieler Schüler treten hin und wieder kleinere und größere schulische, private oder andere Probleme auf, bei denen sie Hil­fe und Unterstützung zur Lösung brauchen. Neben den Eltern und Freunden sind auch die Lehrer gefragt, diese Aufgabe zu übernehmen.

Doch nicht nur Schüler brauchen gelegentlich Beratung, sondern auch Eltern oder Kollegen und so ist es für die Lehrkraft von essentieller Bedeutung, sich klarzumachen, dass eine umfangreiche Beratungskompetenz wichtig für ihren Beruf ist.

„Beratung ist eine freiwillige, kurzfristige, oft nur situative, soziale In­teraktion zwischen Ratsuchenden (Kindern) und Berater mit dem Ziel, im Beratungsprozess eine Entscheidungshilfe zur Bewältigung eines von dem Klienten vorgetragenenaktuellen Problems durch Vermittlung von Informationen und/oder Einüben von Fertigkeiten gemeinsam zu erarbeiten“[1]

Diese kurze Definition von Beratung an sich ist ziemlich treffend, doch oft findet man sich mit Problemen konfrontiert, die nicht situativ bzw. kurzfristig gelöst werden können. Es bedarf vielmehr einer längeren Auseinandersetzung und verschiedenen Ansätzen um ein Problem zu lösen.

Eine im schulischen Kontext relativ neue Form der Beratung stellt das so ge­nannte Coaching dar. Es basiert auf einem prozessorientierten, psychodynami­schen Ansatz, bei dem das Ziel ist, dass der zu coachende (im folgenden Coa­chee genannt) unter der Beratung des Coaches eigene Kompetenzen zur Pro­blembewältigung aufbaut. Im Folgenden soll die Funktionsweise dieses Ansat­zes, die Ansprüche an den Coach und die Aufgaben und Ziele der Methode nä­her beleuchtet werden.

2. Coaching – Ein Definitionsversuch

Um den Grundgedanken des Coachings zu verstehen, muss man in der Geschichte des Wortes etwas zurückgehen. Ursprünglich meint das Wort „Coach“ im englischen eine Pferdekutsche. In der Metae­bene wird somit ein Transportmittel beschrieben, mit dem man von einem Ort zu einem anderen kommt[2]. Das ist dementsprechend auch der Kern dieser Beratungsmethode, da man beim Coaching erreichen will, von einem Ausgangspunkt, dem Problem, zu einem Ziel, der Lösung des Pro­blems, kommen will. Zudem verwendet man im Sport das Wort Coach für jemanden, der eine Person, oder eine Mannschaft, auf dem Weg zu einem Ziel (z.B. im Fußball auf dem Weg in eine höhere Liga) beglei­tet. Er dient dabei als Motivator, An­sprechpartner sowie als physischer aber auch als psychischer Trai­ner[3]. Beim mentalen Training bringt er keine Lösungen mit, sondern berät den Coachee, so dass dieser die Lösung des Problems selbst finden kann. Diese historischen Bedeutungen und deren Entwick­lung lassen sich auch auf das Konzept des Coachings als Beratungs­möglichkeit übertragen.

Christopher Rauen, , definiert Coaching als

eine Kombination aus individueller, unterstützender Problembewälti­gung und persönlicher Beratung auf Prozessebene für unterschiedli­che berufliche und private Anliegen[4]

Coaching ist somit die Hilfe zur Selbsthilfe, wobei der Coachee selbst für die Problembewältigung verantwortlich ist. Der Coach bringt daher nicht die Lösung des Problems in den Prozess mit, son­dern steuert diesen die Kompetenzen des Coachee zu verbessern und somit neue Wahlmöglichkeiten zu eröffnen[5]. „Ziel eines Coaching-Prozesses ist somit immer, Wahrnehmung, Erle­ben und Verhalten des Gecoachten zu verbessern bzw. zu erweitern.“[6] Somit steht fest, dass es sich beim Coaching im Beratungssinne um einen prozessorientierten, klientenzentrierten Prozess handelt, der vom Coach gesteuert wird. Der Coachee soll den Weg zur Lösung alleine erkennen, sich dabei aber vom Coach leiten lassen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass der Coachee durch die Interventi­on und Methoden seines Begleiters durch Selbstreflexion neue Handlungsweisen erkennen soll und somit sein eigenes Handlungs­repertoire erweitern und verbessern kann. Ziel soll sein, dass durch den Prozess nachhaltige Veränderungen im Klienten stattfinden und er auch zukünftige Probleme unter Umständen eigenverantwortlich und unter Rückgriff auf frühere Prozesse ohne Hilfe meistern kann.
Dabei ist zu beachten, dass der Prozess immer freiwillig ist und niemals erzwungen werden kann. Im Kontext Schule heißt das, dass der Schüler mit seinen Problemen von selbst zur Lehrkraft kommen muss. Der Lehrer kann den Schüler nicht dazu zwingen, sich einem Coaching zu unterziehen, wenn dieser das nicht möchte. Dies kann gegebenenfalls zu einer negativen Motivation führen und die Be­ratung wird nicht erfolgreich verlaufen. Eine Offerte seitens der Lehrkraft hingegen ist, bei gegenseitigem Einverständnis, jedoch zu­lässig.

3. Abgrenzung des Coachings zu anderen Formen der Beratung

Bekannte Beratungsformen sind, unter Anderem, Mediation, Mentoring, oder die schlichte Kurzberatung.
Mediation bedeutet, dass in erster Linie ein Konflikt zwischen zwei oder mehreren Personen vorherrscht, den zu es lösen gilt. Dabei fungiert ein neutraler Dritter (der Mediator) als Schlichter zwischen den Parteien (in der Schule sehr oft bei Fällen von Mobbing anzutreffen). „Mediation stellt eine Form der Krisenintervention dar und ist damit ein geeignetes Verfahren, die

Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Coaching richtet sich in erster Linie auf die Entwicklung von Persönlichkeit […][7]“.

Unter dem ursprünglichen Mentoring versteht man die langfristige Unterstützung und Beratung von neuen, jungen Mitgliedern einer Firma oder eines Betriebs durch ältere und erfahrene Mitarbeiter. Ihre „Schützlinge“ (Mentees) sollen so problemlos in die Organisationsstruktur integriert werden. Im schulischen Kontext könnte man bei der Einführung von Referendaren einen Mentor beauftragen, der sie in das Kollegium einführt. Während sich diese Form der Beratung in Industrie und Handel über sehr lange Zeit ziehen kann, ist sie bei der kollegialen Beratung zeitlich befristet. Bei Schülern könnte Mentoring bei Hoch- oder Mehrfachbegabten angewendet werden, um deren Interessen und Begabungen besser fördern zu können[8]. Während Mentoring den Austausch von Lebenserfahrung beinhaltet, ist Coaching ziel- und leistungsorientiert und soll Handlungsweisen und Kompetenzen verbessern.

[...]


[1] http://www.bildungsstudio.de/geuting/bildungsstudio/inhalt/9.%20arbeiten_von_studierenden/beratung%20im%20system%20schule.PDF

[2] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Coaching

[4] RESCHKE (2007), S. 10

[5] Vgl. RESCHKE (2007), S. 10

[6] RESCHKE (2007), S. 10

[7] SCHWERTFEGER (2006)

[8] Vgl. http://www.minges.ch/mentor/mentoring.htm

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Coaching im Kontext Schule
Untertitel
Beratung in der Realschule
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Realschulpädagogik)
Veranstaltung
Beratung in der Realschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V188345
ISBN (eBook)
9783656122227
ISBN (Buch)
9783656122951
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
coaching, kontext, schule, beratung, realschule
Arbeit zitieren
Michael Böhmländer (Autor), 2011, Coaching im Kontext Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188345

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Coaching im Kontext Schule


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden