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In dieser Bachelorarbeit soll die Integration von Migranten aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion dargestellt werden. Hierzu werden die zwei größten Zuwanderungsgruppen miteinander verglichen, nämlich die Gruppe der Spätaussiedler und die der jüdischen Zuwanderer, die auf Grund des privilegierten ausländerrechtlichen Status besonders hervor stehen und sich gut miteinander vergleichen lassen, da sie im selben Zeitraum und aus fast denselben Ländern eingewandert sind. Seit fast 20 Jahren sind Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer die bedeutendsten Zuwanderungsgruppen nach Deutschland. Diverse Neuregelungen haben ihren Zuzug heute zwar auf ein Minimum beschränkt, doch bleibt das Thema immer noch interessant für Wissenschaft und Politik, schon alleine deswegen, weil trotz guter Ausbildung und hoher Motivation die Integration am Arbeitsmarkt alles andere als reibungslos funktioniert.
Ziel der Arbeit ist es, die unterschiedlichen Voraussetzungen der beiden Zuwanderungsgruppen und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft näher zu untersuchen, die Problemfelder zu erkennen und die möglichen Lösungsansätze für diese Probleme kritisch zu betrachten.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen der Migration aus ehemaliger Sowjetunion
2.1. Migration: Begriffsbestimmung und Betroffenheit
2.2. Leben in Russland bzw. der Sowjetunion: Deutschstämmige und Juden
2.2.1. Die Sowjetunion: Hoffnungen und Desillusionierung
2.2.2. Der Weg nach und das Leben von Deutschen in Russland
2.2.3. Leben und Verfolgung von Juden in Russland bzw. in der Sowjetunion
2.3. Zur rechtlichen Situation der Aussiedler bzw. Spätaussiedler, deren nicht-deutscher Familienangehöriger und jüdischer Kontingentflüchtlinge
2.3.1. Privilegierte Rechtsstellung der beiden Gruppen gegenüber der Arbeitsmigration
2.4. Politische und historische Aufnahmeentscheidungen
2.5. Migrationsziel: Deutschland
2.5.1. Migration oder Rückwanderung
2.5.2. Politischer Wille zur Neubelebung jüdischen Lebens in Deutschland
3. Vergleich der Situationen
3.1. Sozialstruktur
3.1.1. Spätaussiedler – Arbeitsvorteil wegen gewerblich technischer Ausbildung?
3.1.2. Jüdische Zuwanderer – Die ungewollten akademischen Fachkräfte
3.1.3. Vergleich der Arbeitsmarktsituationen der beiden Gruppen
3.2. Integration
3.2.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Integrationswege von Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern
3.2.2. Integrationsprobleme
Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Voraussetzungen und Integrationsverläufe der beiden größten Zuwanderungsgruppen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion – Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge – in Deutschland.
- Historische Rahmenbedingungen und Migrationsmotive
- Rechtlicher Status und Aufnahmeentscheidungen
- Sozialstrukturelle Unterschiede und Arbeitsmarktintegration
- Integrationswege sowie auftretende Integrationsprobleme
- Rolle staatlicher Hilfsprogramme und persönlicher Eigeninitiative
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Jüdische Zuwanderer – Die ungewollten akademischen Fachkräfte
Im Judentum spielt die Bildung eines Menschen eine sehr wichtige Rolle. Leider hatten die Juden aus der ehemaligen Sowjetunion auf Grund der unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur keine großartigen Bildungschancen in der ehemaligen UdSSR. Vor der massiven Industrialisierung war die Sowjetunion ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, daher hat man versucht aus Juden, welche vor allem gut gebildete Akademiker, Angestellte und Kaufleute waren, Techniker und Industriearbeiter zu machen. Um dies zu erreichen wurden an Universitäten zeitweise Zugangsbeschränkungen erlassen, welche es Juden oder Halbjuden verwehrt haben Fächer wie Philosophie, Jura und Medizin zu studieren. Weniger prestigevolle Bereiche wie Institute für Ingenieurberufe waren ohne Probleme zugängig. Aufgrund der erschwerten Bedingungen einen noblen Beruf zu erlernen waren Großteile der jüdischen Bevölkerung in der Sowjetunion vermehrt in den Bereichen Technik, Industrie und Bau, gefolgt von Lehrern, Ärzten Handwerkern und Dienstleistungsberufen, tätig. Gemessen an der sowjetischen Gesamtbevölkerung bildeten Juden nur 0,7 Prozent. Davon gab es 14,7 % Ärzte, 10,8 % Wissenschaftler und jeweils 10% Juristen und Schriftsteller, also muss man von einer stark überproportionalen Vertretung der Juden in den meisten gesellschaftlichen Berufen sprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas Migration nach Deutschland und definiert das Ziel, die Integrationswege von Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern vergleichend zu untersuchen.
2. Rahmenbedingungen der Migration aus ehemaliger Sowjetunion: Dieses Kapitel behandelt die geschichtlichen Hintergründe, die rechtliche Situation sowie die politischen Beweggründe für die Aufnahme der beiden Zuwanderungsgruppen.
3. Vergleich der Situationen: Der Hauptteil analysiert die Sozialstruktur, die Arbeitsmarktsituation und die spezifischen Integrationswege beider Gruppen unter Berücksichtigung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
Schlüsselwörter
Migration, Spätaussiedler, jüdische Zuwanderer, Kontingentflüchtlinge, Deutschland, Integration, Arbeitsmarkt, Sozialstruktur, ehemalige Sowjetunion, Migrationsberatung, Identität, Berufliche Qualifikation, Rechtsstatus, Minderheit, Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Integration von zwei spezifischen Migrantengruppen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, nämlich Spätaussiedlern und jüdischen Kontingentflüchtlingen, in die deutsche Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe der Migration, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Aufnahme, der Vergleich der Sozialstrukturen sowie die Analyse der Integrationsprobleme und staatlichen Förderangebote.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die unterschiedlichen Voraussetzungen beider Gruppen zu untersuchen, die spezifischen Problemfelder bei der Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu identifizieren sowie mögliche Lösungsansätze kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Auswertung bestehender Fachliteratur und ergänzt diese durch Recherchen bei Interessensvertretungen sowie Interviews mit zuständigen Fachkräften in der Migrationsberatung.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem Vergleich der Sozialstrukturen, der Analyse der beruflichen Integration und der Darstellung der Integrationswege inklusive der Rolle von Sprachkenntnissen und kultureller Identität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Migration, Spätaussiedler, jüdische Zuwanderung, Kontingentflüchtlinge, berufliche Integration und soziale Netzwerke geprägt.
Inwiefern unterscheidet sich der rechtliche Status der beiden Gruppen bei der Einreise?
Spätaussiedler werden als deutsche Volkszugehörige mit sofortigem Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit aufgenommen, während jüdische Zuwanderer als Kontingentflüchtlinge mit einem besonderen ausländerrechtlichen Status und unbefristeter Aufenthaltserlaubnis, aber ohne sofortige Staatsbürgerschaft, einreisen.
Welche Rolle spielt das "Case Management" in der Integrationsarbeit?
Das Case Management, als Teil der Migrationserstberatung (MBE), ermöglicht eine bedarfsorientierte Einzelfallbegleitung, bei der für Neuzuwanderer individuelle Förderpläne erstellt werden, um sie bei Behördengängen und der Integration in Ausbildung oder Beruf zu unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Diana Lakir (Autor:in), 2011, Integration von Migranten aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188416