Geschichte des deutschen Parteiensystems in der BRD


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011
7 Seiten

Leseprobe

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland seit 1949

1. Einleitung

Vergleicht man das Deutsche Parteiensystem und die damit einhergehende Parteienstruktur und

-Landschaft der Gründungszeit der Bundesrepublik mit der heutigen, so stellt man fest, dass der historische Wandel ein hochgradig differenziertes und heterogenes Ergebnis hinterlassen hat. Das anfängliche Zwei-Parteien-System ist einem aktuell eher instabilen Fünf-Parteien-System gewichen, welches ständigen Verschiebungen in punkto Macht- und Einflusspotenzialen ausgeliefert ist.

Inwiefern die Wissenschaft dazu in der Lage ist, vorauszusagen, wie die Entwicklung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitergehen wird, ist immer wieder Inhalt emotionaler Debatten. Um einen Beitrag zu diesen Diskussionen zu leisten, wird dieses Papier den Versuch unternehmen, die Auswirkungen des Wandels - gerade im Bezug auf die Möglichkeiten der Koalitionsbildung - in der näheren Zukunft zu prognostizieren.

Am Ende dieser Arbeit wird die These, dass es - was sich in den letzten Jahren schon angedeutet hat - für Parteien in Zukunft immer schwieriger wird, stabile Regierungen aus lediglich 2 Partnern zu bilden. Die Klassische Zweiparteienkoalition aus einer Volkspartei und einem „kleineren“ Partner wird also als ein veraltetes Modell beschrieben. Die Möglichkeit einer Großen Koalition besteht nichtsdestotrotz natürlich weiterhin, wird in der folgenden Argumentation jedoch ausgeklammert.

Um zu einem schlüssigen Ende zu kommen, und die Entwicklungen kohärent erklärbar zu machen, wird wie folgt vorgegangen: zunächst wird auf den ersten Seiten auf den Geschichtsprozess des Deutschen Parteiensystems seit 1949 eingegangen. Für diesen Teil der Arbeit stützt sich die Argumentation vor allem auf Ulrich von Alemanns Buch „Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland“, in welchem er den Entwicklungsprozess in 4 Phasen einteilt. Im Anschluss daran wird vor allem auf die Geschehnisse der jüngeren Geschichte eingegangen, und versucht, anhand dieser Empirie die obige These argumentativ zu beweisen.

2. Das Deutsche Parteiensystem seit 1949

Um eine zielgerichtete Schilderung der historischen Entwicklung des Parteiensystems erreichen zu können, schlägt Alemann eine Einteilung in 4 geschichtlich abgeschlossene, und eine zusätzliche, aktuell noch andauernden Phase, vor.[1]

2.1. Formierungsphase von 1945-1953

Diese ersten Jahre der Bundesrepublik, in denen der Grundstein für die nächsten sechzig Jahre demokratischer Sicherheit gelegt wurde, bedeuteten auch die Konsolidierungsphase der Parteien. Unter Aufsicht der Alliierten wurden zahlreiche Parteien neugegründet, und so zogen 1949 - da die Sperrklausel erst 1953 das Erste Mal zum Einsatz kam - 11 politische Parteien in den ersten Deutschen Bundestag ein. Erwähnenswert ist außerdem, dass CDU/CSU, SPD und FDP schon zu diesem Zeitpunkt über 70 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten.[2]

[...]


[1] Alemann, Ulrich von: Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 4. Auflage, 2010, S. 46

[2] Blank, Florian / Tzschätzsch, Julia: Das Parteiensystem der BRD und seine Entwicklung, in: Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier Parteien, Bonn 2009, verfügbar unter: http://www.bpb.de/themen/KR1MEJ,0,0,Das_Parteiensystem_der_BRD_und_seine_Entwicklung.html

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Geschichte des deutschen Parteiensystems in der BRD
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Autor
Jahr
2011
Seiten
7
Katalognummer
V188508
ISBN (eBook)
9783656121749
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Arbeit zitieren
Dominik Mönnighoff (Autor), 2011, Geschichte des deutschen Parteiensystems in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188508

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