Typisierung des Medizinischen Versorgungszentrums von Freiberuflern als Beitrag zur Unternehmensführung


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2012

10 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverszeichnis:

1 MVZ-Typisisierung
1.1 Grundtyp Freiberufler-MVZ
1.2 Typologische Einführungsaspekte
1.2.1 Abrechnungsaspekte
1.2.2 Fachlich-inhaltliche Aspekte
1.2.3 Wirtschaftlich-finanzielle Aspekte

I Literatur

II Zum Autor

1 MVZ-Typisierung

Von den drei MVZ-Grundtypen:

1. Freiberufler-MVZ,
2. Krankenhaus-MVZ,
3. Konzern-MVZ,

wird im Folgenden das Freiberufler-MVZ ausführlich in seinen Merkmalen beleuchtet, um eine Grundlage für eine Typisierung zu gewinnen.

1.1 Grundtyp Freiberufler-MVZ

Es ist ein MVZ, das durch eine "Freiberufler"-Gesellschaft (BGB-Gesellschaft, Partnerschaftsgesellschaft) gegründet wird und das in Lage ist, den Versorgungsauftrag sowohl durch die in dieser Gesellschaft zugelassenen Vertragsärztinnen/Vertragsärzte in Gemeinschaftspraxen als auch durch angestellte Ärztinnen/Ärzte, zu erfüllen.[1]

Diejenigen Ärzte, die ein MVZ gründen möchten, müssen an der Gesundheitsversorgung im Rahmen der GKV teilnehmen, wie Krankenhäuser, Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeuten, Apotheker, Physiotherapeuten, Sanitätshäuser, jedoch z. B. kein Arzneimittelhersteller. Durch die Beschränkung auf die im System der gesetzlichen Krankenversicherung tätigen Leistungserbringer soll eine primär an medizinischen Vorgaben orientierte Führung des Freiberufler-MVZs sichergestellt werden.[2]

Die Gründer fungieren hier als Gesellschafter und sind dazu aufgefordert, als ärztliche Unternehmer für das MVZ als betriebswirtschaftliches Unternehmen zu handeln.

Voraussetzung für den Betrieb eines MVZs ist in allen Konstellationen, dass das MVZ ärztlich geleitet wird. Vereinzelt wird hieraus geschlossen, auch die Gesellschaftermehrheit müsse aus Ärzten bestehen, da nur so eine ärztliche Leitung ermöglicht wird.[3]

Freiberufler-MVZs unterliegen einem auf die Mitgesellschafter erweiterten Planungs- und damit Existenzrisiko, das durch Finanzierungsengpässe, Gesellschafterwechsel und Veränderungen in der Zielsetzung eines MVZs gegeben ist. In den Teilbereichen der Zusammenarbeit (z.B. Abrechnungsverhalten, Einhaltung von Budgetgrenzen, gemeinsame Haftungspflichten) müssen sich die Gesellschafter gänzlich auf Treu und Glauben verlassen können.[4]

Unerlässlich ist in diesem Zusammenhang folglich ein Gesellschaftervertrag, der die Einzelheiten der Kooperation bis ins Detail regelt. Selbstverständlich erfordert ein solcher Vorgang vor seiner Unterzeichnung die Hinzuziehung eines Fachanwaltes für Medizinrecht und auch eines Steuerberaters mit entsprechenden Fachkenntnissen.

Die „freiberufliche“ Form eines MVZs entspricht wohl auch nicht dem Wunsch des Gesetzgebers. Obwohl ein solches MVZ durchaus über ein hohes Informationspotential verfügen kann und den Versicherten perspektivisch auch eine kostengünstigere und qualitativ bessere Versorgung anbieten kann und keinen negativen Einfluss auf die Zahl der Kassenarztsitze hat, scheint es von der Politik nicht gefördert zu werden.

Es darf also zumindest angenommen werden, dass künftige Gesundheitsreformen die gesetzlichen Vorgaben straffen und präzisieren werden, so dass die Entwicklung des Grundtyps Freiberufler-MVZ erschwert werden wird.[5]

[...]


[1] Vgl. http://www.bundesaerztekammer.de, (2011)

[2] Vgl. http://www.bundesaerztekammer.de, (2011), ebenda

[3] Vgl. Köbler, (2011), Die Beteiligung Berufsfremder an Arztpraxen, Apotheken und anderen Heilberufsunternehmen, S. 263

[4] Dahm, Möller, Ratzel, (2005), Rechtshandbuch: Medizinische Versorgungszentren, S. 72

[5] Vgl. Hertel, (2005), Medizinische Versorgungszentren – eine Option für Psychotherapeuten?, in: Forum Psychotherapeutische Praxis, 5 (1), S. 2-10, Hogrefe

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Details

Titel
Typisierung des Medizinischen Versorgungszentrums von Freiberuflern als Beitrag zur Unternehmensführung
Autor
Jahr
2012
Seiten
10
Katalognummer
V188552
ISBN (eBook)
9783656121572
ISBN (Buch)
9783656122586
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
typisierung, medizinischen, versorgungszentrums, freiberuflern, beitrag, unternehmensführung
Arbeit zitieren
M.A. Fabian Renger (Autor), 2012, Typisierung des Medizinischen Versorgungszentrums von Freiberuflern als Beitrag zur Unternehmensführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188552

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