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Husserls Theorie des Zeitbewusstseins in der Ästhetik improvisierter Musik

Título: Husserls Theorie des Zeitbewusstseins in der Ästhetik improvisierter Musik

Trabajo Escrito , 2012 , 18 Páginas

Autor:in: Dragan Ahmedovic (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Edmund Husserl, Begründer der Phänomenologie als Wesensforschung, hielt in der Zeit von 1904 bis 1910 eine Reihe von Vorlesungen die sein Schüler Martin Heidegger 1928 unter dem Titel „Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewusstseins“ veröffentlicht hat. Das zentrale Thema der Schriftensammlung war die Untersuchung zeitlicher Konstitution subjektiven Empfindungsmoments und diesem Moment zugrunde liegende Selbstkonstitution des Zeitbewusstseins.
Selbstkonstitution des Zeitbewusstseins basiert vor allem auf Urimpression, Retention und Protention, und diese Prozesse bilden eine Mannigfaltigkeit möglichen Konfigurationen der „phänomenologischen Zeit“. Alle diese Termini werde ich im Laufe der Arbeit detailliert aufgreifen und erklären. Durch die Rede über die „phänomenologische Zeit“ ist es wichtig an eine Trennung zwischen objektiver Zeit und subjektiver Zeitempfindung
zu denken - mit Zeiteinheiten wie Sekunden oder Minuten objektiv mess- und normierbare Zeit und das Bewusstsein darüber ist nicht das Objekt und Ziel phänomenologischer Untersuchung – Phänomenologie will vielmehr die Subjektivität der Zeitempfindung begründen. So findet Husserl (auf Franz Brentano bezogen) das Zentrum des Zeitbewusstseins in der Phantasie.
Damit bezweifelt Husserl nicht die Existenz einer objektiven Weltzeit, die reale Zeit - die Basis der Theorie ist vielmehr immanente Zeit des Bewusstseinverlaufes. Husserl bezweifelt auch nicht den Raum, der unzertrennlich mit der Zeit verbunden
ist. Transzendent ist für ihn nur unsere Vorstellung von Raum und Zeit, „die erscheinende Raumgestalt, die erscheinende Zeitgestalt.“
Immanenz und Transzendenz sind bei Husserl zweideutig zu verstehen und eine detaillierte Erklärung Phänomenologie Husserls ist nicht das Thema dieser Hausarbeit – ich werde vielmehr versuchen zu beantworten, ob es sein kann dass Zeitkünste ‚unästhetisch’ werden können, weil sie Wahrnehmung (gr. aisthesis)
als Jetztsetzung begreifen? Sind die (Ur)Impression, Protention und Retention, innerhalb der Doppelkontinuität von Ablaufsphänomenen, im Gegensatz zu der Aisthesis, für die Ästhetik der Zeitkünste nicht wichtiger? So werde ich im Schluss als Prüfstein der Problematik zwischen Zeitbewusstsein, Aisthesis und Ästhetik improvisierte Musik nehmen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. Husserls Theorie des inneren Zeitbewusstseins

1.1 Objektive Zeit

1.2 Subjektive Zeit(Empfindung)

1.3 Doppelkontinuität von Ablaufsphänomenen, das Diagramm der Zeit

1.4 Urimpression

1.5 Impression

1.6 Retention

1.7 Protention

1.8 Bedeutung von Wiedererinnerung für die Konstitution von Zeitobjekten

1.9 Originäre und reproduktive Abschattung, „Freiheit“ der Reproduktion (Phantasie)

1.10 Wahrnehmung und Phantasie

1.11 Zusammenfassung zu 1

2. Improvisation

2.1 Idiomatische und nicht-idiomatische Improvisation

2.1.1 Kontrollierte Improvisation in der Neuer Musik

2.1.2 Interaktive Gruppenimprovisation

2.1.3 Strategien des Zusammenspiels

2.2 Zusammenfassung zu 2

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen der Zeitkonstitution nach Edmund Husserl, um deren Relevanz für die Ästhetik improvisierter Musik zu bestimmen und eine Synthese zwischen phänomenologischem Zeitbewusstsein und freier musikalischer Improvisation zu begründen.

  • Phänomenologische Untersuchung der Zeitkonstitution (Urimpression, Retention, Protention).
  • Unterscheidung zwischen objektiver Weltzeit und subjektiver Zeitlichkeit des Bewusstseinsverlaufs.
  • Analyse der Improvisation als prozesshafte, zeitabhängige Gestaltungskunst.
  • Erörterung von Strategien für die freie (intuitive) Improvisation in der Gruppe.
  • Synthese von Aisthesis (Wahrnehmung) und musikalischer Ästhetik.

Auszug aus dem Buch

1. HUSSERLS THEORIE DES INNEREN ZEITBEWUSSTSEINS

Wenn wir etwas wahrnehmen, scheint der Prozess der Wahrnehmung einer Regelmäßigkeit unterworfen zu sein - das Wahrgenommene bleibt eine Zeit lang gegenwärtig, wobei der Wahrnehmungsprozess einer ständigen Modifizierung unterliegt. Dank dieser Modifizierung sind wir in der Lage, überlebenswichtige Informationen aus der Umwelt zu filtern und nicht zuletzt - stets subjektiv bezogen – z.B. die Musik vom Geräusch zu unterscheiden. Bedeutet: wenn eine Melodie erklingt verschwindet ein einzelner Ton nicht völlig, obwohl der Moment der Sinneserregung auf der Zeitachse in die Vergangenheit sinkt. Wir registrieren den Ton nicht in seiner Singularität, sondern bringen ihn in die Beziehung zum aufeinanderfolgenden akustischen Ereignis, der durchaus eine geräuschlose Phase sein kann (Pause), genauso wie ein neuer Ton.

Husserl schreibt dazu: "Es ist also ein allgemeines Gesetz, das an jede gegebene Vorstellung sich von Natur aus eine kontinuierliche Reihe von Vorstellungen anknüpft, wovon jede den Inhalt der vorhergehenden reproduziert, aber so, dass sie der neuen stets das Moment der Vergangenheit anheftet.“ [Husserl: Vorlesungen, S. 9 (375)]. Dieses Gesetz der Sukzession (Abfolge) und alternierender Kontinuierlichkeit von Wahrnehmungsinformationen ist beweisbar durch ein einfaches Experiment mit der Kugel, die entlang einer Strecke rollt. Die Kugel ändert sukzessiv ihre Raum-Zeit-Position und der Betrachter nimmt eine Bewegung wahr - jedes zeitliche "Jetzt", das die Position der Kugel im Raum beschreibt, verschwindet in die Vergangenheit, ausgelöst durch ein neues "Jetzt".

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in Husserls Phänomenologie des Zeitbewusstseins und Aufwerfen der Forschungsfrage zur ästhetischen Relevanz von Zeitkonstitution in der Musik.

1. Husserls Theorie des inneren Zeitbewusstseins: Detaillierte Darlegung der Begriffe Urimpression, Retention und Protention sowie deren Rolle bei der Konstitution von Zeitobjekten.

2. Improvisation: Untersuchung musikalischer Improvisationsformen, insbesondere der Abgrenzung von idiomatischen und nicht-idiomatischen Ansätzen.

3. Fazit: Synthetische Betrachtung, die Improvisation als "Kunst der reinen Gegenwart" im Kontext des phänomenologischen Zeitbewusstseins verortet.

Schlüsselwörter

Phänomenologie, Edmund Husserl, Zeitbewusstsein, Urimpression, Retention, Protention, Improvisation, Intuitive Musik, Zeitlichkeit, Sukzession, Wahrnehmung, Aisthesis, Ästhetik, Zeitkünste, Musiktheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Edmund Husserls "Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewusstseins" und überträgt diese theoretischen Erkenntnisse auf das Verständnis und die Praxis der improvisierten Musik.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Der Fokus liegt auf der Konstitution des Zeitbewusstseins, dem Unterschied zwischen objektiver und subjektiver Zeit sowie der Natur der freien Improvisation als prozesshaftem Kunsthandeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob Zeitkünste durch ihr Verständnis von Wahrnehmung als "Jetztsetzung" unästhetisch werden können und wie die Prozesse des Zeitbewusstseins als Ästhetik improvisierter Musik begriffen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die philosophische Methode der Phänomenologie nach Husserl, kombiniert mit musikästhetischen Analysen von Improvisationsstrategien.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Im ersten Teil werden die phänomenologischen Grundbegriffe der Zeitkonstitution erklärt; im zweiten Teil wird untersucht, wie diese auf musikalische Improvisationsprozesse und das Zusammenspiel angewendet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Urimpression, Retention, Protention, freie Improvisation, Intuitive Musik und die Unterscheidung von idiomatischen und nicht-idiomatischen Improvisationsformen.

Wie definiert der Autor das "Herzstück" der Improvisation in diesem Kontext?

Der Autor verknüpft die Improvisation mit der Fähigkeit des Musikers, durch die Doppelkontinuität des Zeitbewusstseins Ereignisse im "Jetzt" zu greifen und gleichzeitig in den Fluss der Zeit zu integrieren.

Welche Rolle spielt das "Schnelldenken" bei Vinko Globokar?

Das Konzept beschreibt die Notwendigkeit für Musiker, während der Improvisation ästhetische Entscheidungen unter hoher Geschwindigkeit zu treffen, um intuitive Einfälle ohne Unterbrechung zu realisieren.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Husserls Theorie des Zeitbewusstseins in der Ästhetik improvisierter Musik
Universidad
University of Hagen
Autor
Dragan Ahmedovic (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
18
No. de catálogo
V188626
ISBN (Ebook)
9783656123262
ISBN (Libro)
9783656124016
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ästhetik Zeitbewusstsein Kulturphilosophie Phänomenologie Husserl Musik Improvisation Kunst Aisthesis Jazz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dragan Ahmedovic (Autor), 2012, Husserls Theorie des Zeitbewusstseins in der Ästhetik improvisierter Musik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188626
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